Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen einer ehemaligen Führungskraft bei der Markgrafen-Getränkevertrieb-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Nürnberg. Die Bewertung, die das Unternehmen mit 1,5 von 5 möglichen Punkten als „Unterste Schublade“ und „Nicht empfohlen“ einstuft, bietet tiefe Einblicke in verschiedene Aspekte des Arbeitsalltags und offenbart signifikante Verbesserungspotenziale. Ziel ist es, die Kritikpunkte strukturiert darzulegen und die Implikationen für aktuelle und zukünftige Mitarbeiter sowie für die Unternehmensführung zu beleuchten.
Arbeitsbedingungen und Infrastruktur: Ein besorgniserregender Zustand
Ein zentraler Kritikpunkt sind die als “miserabel” beschriebenen Arbeitsbedingungen. Laut der ehemaligen Führungskraft sind grundlegende Reparaturen an beschädigten Stellen oft jahrelang ignoriert worden, bis es zu schwerwiegenden Vorfällen wie Einbrüchen oder Wasserschäden kam. Diese mangelnde Instandhaltung betrifft nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Sicherheit der Mitarbeiter. Des Weiteren wird eine erhebliche Mängel in der Bereitstellung und Funktionstüchtigkeit von Arbeitsmitteln bemängelt. Oftmals sind diese defekt oder gar nicht vorhanden, was die tägliche Arbeit erheblich erschwert und zu ineffizienten Prozessen führt. Auch Hygienestandards scheinen betroffen zu sein, da sogar die Sauberkeit und Funktionalität von Kühlgeräten und die Verfügbarkeit von Putzmitteln bemängelt werden. Die Filialen werden zudem als “runtergekommen” beschrieben, was sich negativ auf das Unternehmensimage und das Kundenerlebnis auswirkt.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Sicherheitsmaßnahmen. Es wird berichtet, dass Feuerlöscher in den Märkten über zehn Jahre abgelaufen waren und Brandmelder gänzlich fehlten. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Mitarbeiter und Kunden dar und verstößt gegen grundlegende Arbeitsschutzvorschriften. Die fehlende Verantwortung des Unternehmens für Diebstähle, bei denen Mitarbeiter oder Marktleiter haftbar gemacht werden, unterstreicht die mangelnde Wertschätzung für die Sicherheit des Personals.
Einarbeitung, Schulung und Entwicklung: Mangel an Investition in Mitarbeiter
Die Bewertung kritisiert das Fehlen einer “richtigen Einarbeitung oder Schulung”. Dies führt dazu, dass neue Mitarbeiter oft auf sich allein gestellt sind und grundlegende Abläufe, wie das komplexe Kassensystem, nicht ausreichend erklärt werden. Solche Mängel in der Einarbeitung können zu Frustration, Fehlern und einer hohen Fluktuation führen. Es werden zudem keine Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten oder umgesetzt, was die Karriereentwicklung der Angestellten stark einschränkt. Die mangelnde Investition in die fachliche Entwicklung des Personals spiegelt sich in einer Kultur wider, in der Mitarbeiter nur dann Fortschritte erzielen, wenn sie sich “durchsetzen”.
Vergütung und Sozialleistungen: Unter dem Branchendurchschnitt
Ein weiterer gravierender Punkt ist die Bezahlung. Die ehemalige Führungskraft berichtet von Mindestlohn, “wenn überhaupt”, und dem Fehlen von Weihnachtsgeld oder weiteren Benefits. Selbst bei geschenkten Getränken müssen Mitarbeiter den Pfand selbst tragen, was die geringe Wertschätzung für ihre Arbeit unterstreicht. Die Forderung nach einer “richtigen Bezahlung nicht auf Mindestlohn Niveau” ist ein klarer Aufruf zur Anerkennung der anspruchsvollen und körperlich belastenden Arbeit. Das Fehlen von Boni oder zusätzlichen Leistungen trägt ebenfalls zur Unzufriedenheit bei und macht das Unternehmen als Arbeitgeber wenig attraktiv.
Arbeitsatmosphäre und Kollegenzusammenhalt: Herausforderungen im Team
Die Arbeitsatmosphäre wird als “unübersichtlich und chaotisch” beschrieben. Aufgaben werden oft nicht richtig bearbeitet oder dokumentiert, und die Logistik wird als “komplettes Chaos” bezeichnet. Dies schafft ein Umfeld der Unordnung und mangelnden Struktur, in dem die Verantwortung gerne auf den nächsten Tag oder Kollegen verschoben wird. Der Kollegenzusammenhalt variiert stark je nach Markt, aber oft sind Mitarbeiter wochenlang allein für alle Aufgaben zuständig, inklusive unbezahlter Überstunden. Diese Isolation und Überlastung wirkt sich negativ auf die Arbeitsmoral und die Mitarbeiterbindung aus. Zudem wird die mangelnde Kommunikation und das Ignorieren von Verbesserungsvorschlägen kritisiert, was das Gefühl vermittelt, dass die Anliegen der Mitarbeiter nicht ernst genommen werden.
Führung und Kommunikation: Schönreden statt Handeln
Das Vorgesetztenverhalten wird als problematisch dargestellt. Alles wird “schön geredet”, auch wenn die Realität, wie die abgelaufenen Feuerlöscher oder das schmutzige Lager, eine andere Sprache spricht. Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern werden zwar gehört, aber “ignoriert oder nicht umgesetzt”. Wenn doch einmal etwas umgesetzt wird, hält es “maximal 2 Wochen”. Diese mangelnde Konsequenz und das Ausbleiben echter Veränderungen führen zu einem Vertrauensverlust zwischen Führung und Mitarbeitern. Die ehemalige Führungskraft beschreibt zudem Situationen, in denen Mitarbeiter als “Psychologen für Kundenprobleme oder Mitarbeiter” agieren müssen, ohne dafür Unterstützung oder Anerkennung zu erhalten.
Work-Life-Balance und Karriereperspektiven: Nicht existent
Die Work-Life-Balance wird als “nicht existierend” bezeichnet. Dies äußert sich unter anderem darin, dass Mitarbeiter in ihrer Freizeit oder nach Feierabend Geld einzahlen und funktionierende Automaten suchen müssen, ohne dass diese Zeit als Überstunden abgerechnet wird. Auch bei Personalausfall wird erwartet, dass Mitarbeiter trotz Krankheit oder Urlaub einspringen, ohne dass dies als Sonderfall angesehen oder gesondert bezahlt wird. Diese permanente Verfügbarkeit und die mangelnde Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit führen zu einer extremen Belastung und einem Gefühl der Ausbeutung. Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind, wie bereits erwähnt, nur durch “Durchsetzung” möglich, was für die Mehrheit der Mitarbeiter kaum realistisch ist.
Umwelt- und Sozialbewusstsein: Geringe Priorität
Auch im Bereich Umwelt- und Sozialbewusstsein zeigt das Unternehmen laut der Bewertung Defizite auf. Mülltrennung sei ein “Fremdwort”, und die Müllbehälter seien klein und nur für Restmüll und Papier/Pappe vorhanden. Dies deutet auf ein geringes Interesse an nachhaltigen Praktiken hin und steht im Widerspruch zu modernen Unternehmenswerten.
Fazit: Dringender Handlungsbedarf
Die detaillierte Rückmeldung dieser ehemaligen Führungskraft zeichnet ein klares Bild eines Unternehmens mit erheblichen Herausforderungen in fast allen Bereichen. Von den Arbeitsbedingungen und der Infrastruktur über die Mitarbeiterentwicklung und -vergütung bis hin zu Führung und Work-Life-Balance besteht dringender Handlungsbedarf. Für potenzielle Bewerber ist dies eine Warnung, während für die Unternehmensführung eine umfassende Überarbeitung der internen Prozesse, der Mitarbeiterführung und der Investitionen in Personal und Infrastruktur unerlässlich erscheint, um die Attraktivität als Arbeitgeber und das allgemeine Image nachhaltig zu verbessern.
