Mats Hummels: 10 Fakten über eine deutsche Fußballlegende

Mats Hummels' Vater Hermann Hummels war ebenfalls Fußballer und Jugendtrainer.

Mats Hummels, sechsfacher deutscher Meister, Weltmeister von 2014, Finalist der UEFA Champions League 2013 und 2024 sowie Torschütze in 16 aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielzeiten, ist zweifellos eine der goldenen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Der ehemalige Verteidiger von Borussia Dortmund und Bayern München hat eine Karriere hinter sich, die so reich an Erfolgen und Geschichten ist wie kaum eine andere. Doch abseits seiner bekannten Leistungen auf dem Platz gibt es viele Facetten, die weniger bekannt sind. Tauchen wir ein in zehn überraschende Fakten über diesen bemerkenswerten Fußballer. Erfahren Sie mehr über Mats Hummels und seine außergewöhnliche Laufbahn, die am 25. Mai 2025 ihr Ende als Profi fand.

1. Mamas Junge: Eine Familiengeschichte in den Medien

Hätte Hummels nicht die Fußballkarriere eingeschlagen, wäre er höchstwahrscheinlich Sportjournalist oder Kommentator geworden. Seine Mutter, Ulla Holthoff, ist seit über vier Jahrzehnten Sportjournalistin und schrieb 1990 Geschichte, als sie als erste Frau ein Live-Fußballspiel im deutschen Fernsehen für den Sender ZDF kommentierte. Sie moderierte später die führende Sportsendung im bayerischen Fernsehen. Ulla Holthoff erzählte einst, wie sie den jungen Mats mit zur Arbeit nahm: „Bei einigen Sendungen saß er hinten im Übertragungswagen und durfte den Knopf für die Grafik drücken“, sagte sie. „Wenn er heute in einem Stadion ist, ist garantiert mindestens ein Journalist da, der ihm sagt: ‚Ich kenne dich, du warst mal so klein!‘“

2. Bruderliebe: Jonas Hummels’ Weg in die Medien

Während Mats seine Karriere im Rampenlicht des Fußballs verbrachte, hat sein Bruder Jonas den Weg in die Medien gefunden. Auch Jonas begann seine Fußballlaufbahn in der Jugendakademie des FC Bayern, wechselte aber 2008 zum Drittligisten SpVgg Unterhaching. Als ebenfalls zentraler Verteidiger wurde der jüngere Hummels 2012 von Heiko Herrlich zum jüngsten Kapitän des Vereins ernannt. Eine Reihe von Knieverletzungen zwang ihn jedoch vier Jahre später im Alter von 25 Jahren zu einem vorzeitigen Karriereende. Jonas gab zu, dass er „nie so gut gewesen wäre“ wie Mats. Heute arbeitet er für den deutschen Fernsehsender DAZN als Fußballexperte und ist regelmäßig als Co-Kommentator oder Experte bei Live-Übertragungen zu sehen.

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3. Ein verteidigender Vater: Hermann Hummels’ Einfluss

Wenn die Medienarbeit eine Familientradition ist, dann sind es auch die Aufgaben in der Defensive. Hermann Hummels, der Vater von Mats und Jonas, war ebenfalls Verteidiger und spielte in seiner zwölfjährigen Karriere, die 1990 endete, für eine Reihe von unterklassigen Vereinen. Bekannter wurde er als Trainer. Nach einer Interimstätigkeit bei Mainz in der Saison 1994/95 – wo er die Entwicklung eines gewissen Jürgen Klopps begleitete – kam Hermann zum FC Bayern. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2012 als Jugendtrainer. Heute arbeitet er als Spielerberater und vertrat unter anderem seine beiden Söhne.

Mats Hummels' Vater Hermann Hummels war ebenfalls Fußballer und Jugendtrainer.Mats Hummels' Vater Hermann Hummels war ebenfalls Fußballer und Jugendtrainer.

4. Die „Klassiker“-Wechsel: Pendeln zwischen Rivalen

Mats Hummels ist nicht nur einer der wenigen Spieler, die die Kluft des „Klassikers“ überbrückt haben, sondern er hat dies gleich mehrfach getan. Seine Karriere begann beim FC Bayern, bevor er im Januar 2008 zunächst leihweise zu Borussia Dortmund wechselte – ein Schritt, der gut ein Jahr später fest wurde. Sein erster Aufenthalt in Dortmund dauerte über acht Jahre, bis er 2016 erneut zum FC Bayern zurückkehrte.

Nach drei Spielzeiten, drei Titeln und über 100 Einsätzen tauschte Hummels vor der Saison 2019/20 die Allianz Arena erneut gegen den Signal Iduna Park. Als Bayern-Spieler hatte er in direkten Duellen die Oberhand, mit einer Siegquote von 66,67 Prozent (9 Spiele, 6 Siege, 0 Unentschieden, 3 Niederlagen) gegen Dortmund. Für den BVB gegen den FCB lag diese Quote bei 29 Prozent (31 Spiele, 9 Siege, 4 Unentschieden, 18 Niederlagen). Spieler wie Niklas Süle folgten in den letzten Jahren ähnlichen Wegen, was die Rivalität immer wieder neu anheizt. Auch Größen wie Erling Haaland haben die Bundesliga und insbesondere Borussia Dortmund geprägt.

5. Jürgen Klopp als Babysitter: Eine besondere Bindung

Hummels hat nur vage Erinnerungen an Jürgen Klopp aus der Zeit, als sein Vater Hermann in der Saison 1994/95 in Mainz das Sagen hatte. „Ich habe ihn erkannt, aber ich war zu jung für echte Erinnerungen“, sagte er einmal. Der ehemalige Liverpool-Trainer erinnert sich zweifellos noch daran, wie er den Sohn seines Trainers zusammen mit dem damaligen Torwart Stephan Kuhnert babysittete. Der Job bestand angeblich kaum mehr darin, dem sechsjährigen Hummels dabei zuzusehen, wie er den Ball unermüdlich gegen die Garagentür kickte.

Kein Wunder, dass gut zehn Jahre später, als die beiden in Dortmund wiedervereint waren – Klopp nun als Trainer über Mats wachte –, Hummels der „Daily Mail“ erzählte, die Beziehung sei „fast wie Familie… Eines Tages schrien wir uns an, aber am nächsten Tag war alles in Ordnung. Er verstand mich, ich verstand ihn.“ Sie blieben eng verbunden (wie man es nach zwei Bundesliga-Titeln, einem DFB-Pokal und dem Einzug ins Champions-League-Finale erwarten würde), wobei Klopp Hummels im Juni 2016 zu seinem 50. Geburtstag einlud. Der Weltmeister musste jedoch absagen, da es mit seinem eigenen Hochzeitstag kollidierte. „Sonst wäre ich natürlich bei Kloppo’s 50. Geburtstag gewesen“, betonte er.

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6. Ein Wohltäter: Engagement für soziale Zwecke

Abseits des Spielfelds widmet Hummels viel Zeit wohltätigen Zwecken. Im Jahr 2017 verbrachte er drei Tage als UNICEF-Botschafter in Malawi, um die deutsche Öffentlichkeit auf Kinderarmut in dem afrikanischen Land aufmerksam zu machen. „Ich möchte in meinem Land das Bewusstsein für diese Sache schärfen, damit mehr Geld an Menschen in Malawi, insbesondere die Kinder, gespendet werden kann“, sagte er. „Es macht mich tief traurig, die schlechten Bedingungen zu sehen, unter denen diese Kinder aufwachsen. Hilfe wird dringend in vielerlei Hinsicht benötigt“, schrieb Hummels anschließend auf Instagram. Der gebürtige Bergisch Gladbacher spendete außerdem ein Prozent seines Gehalts an Common Goal, eine Initiative, die vom ehemaligen Manchester United-Mittelfeldspieler Juan Mata mitbegründet wurde. „Durch die Ein-Prozent-Zusage bauen wir eine Brücke zwischen dem Fußball und seinem sozialen Einfluss weltweit“, so Hummels.

7. Der Seleção-Fan: Eine ungewöhnliche Geste

Wenn Sie Hummels jemals beim Jubeln sehen, wie er mit der Hand ein „S“ formt – wie er es in seinen frühen Dortmunder Tagen tat –, dann ist das eine Anspielung auf seine Münchner Schulmannschaft, die sich nach der brasilianischen Nationalmannschaft „Seleção“ nannte. Eine kleine, aber feine Reminiszenz an die Wurzeln seiner Fußballbegeisterung.

8. 16 Jahre auf der Torschützenliste: Ein Abwehrspieler mit Torinstinkt

Es dauerte bis zu seiner vierten Erstliga-Saison, bis Hummels sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. Für Dortmund traf er in einem 3:3-Unentschieden gegen Werder Bremen in der Saison 2007/08. Obwohl er ein Innenverteidiger ist, fand er in jeder der folgenden 15 Spielzeiten den Weg ins Netz. Damit ist er erst der sechste Spieler nach Olaf Thon, Michael Zorc, Holger Fach, Bernd Nickel und Willi Neuberger, der in 16 aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielzeiten ein Tor erzielen konnte. In der Saison 2023/24, der jüngsten dieser Serie, eröffnete er sein Konto mit einem entscheidenden Doppelpack gegen Freiburg, als der BVB einen 1:2-Rückstand drehte und 4:2 gewann. Kein Spieler hat jemals in 17 aufeinanderfolgenden Spielzeiten getroffen.

Mats Hummels bejubelt einen Torerfolg für seinen Verein.Mats Hummels bejubelt einen Torerfolg für seinen Verein.

9. Eine Legende des deutschen Fußballs: Hummels’ Vermächtnis

Nach insgesamt 14 Spielzeiten bei Borussia Dortmund verabschiedete sich Hummels als wahre Vereinslegende. „Es war mir eine riesige Ehre und Freude, so lange für den BVB gespielt zu haben und Teil der Reise vom 13. Platz im Januar 2008 bis zu dem zu sein, was Borussia Dortmund heute ist. Dieser Verein und seine Fans sind etwas ganz Besonderes – und für mich noch viel mehr als das“, sagte der damals 35-Jährige zu seinem Abschied. Sportdirektor Lars Ricken fügte zur Entscheidung, seinen Vertrag 2024 nicht zu verlängern, hinzu: „Mats war in den letzten 15 Jahren einer der prägenden Spieler des BVB. Er hat viele Titel gewonnen. Mats’ Innenverteidigung war und ist außergewöhnlich. Ganze Spielergenerationen hätten gerne seine Fähigkeit mit dem Außenrist gehabt. Nun trennen sich unsere Wege, und es ist zweifellos für alle Beteiligten nie einfach, solche Entscheidungen zu treffen. Mats wird für immer Teil der BVB-Geschichte sein.“

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Hummels steht mit 508 Einsätzen an zweiter Stelle der ewigen Bestenliste des Vereins, hinter Michael Zorc (572). Er war Teil der Meistermannschaften von 2011 und 2012, gehörte zu den DFB-Pokalsiegern von 2012 und 2021 und spielte beide Male, als Borussia das Champions-League-Finale erreichte – beide Male im Wembley-Stadion – 2013 und 2024. Die Teilnahme an WM-Spielen und der Gewinn des Weltmeistertitels 2014 in Brasilien, wo Hummels bis auf ein Spiel alle Partien absolvierte und im Viertelfinale gegen Frankreich den Siegtreffer köpfte, krönen seine außergewöhnliche Karriere. Sein Einfluss auf den deutschen Fußball wird so schnell nicht vergessen werden.

10. Der Q&A-König: Offenheit in den sozialen Medien

Als regelmäßiger Nutzer von Twitter (jetzt X) und Instagram veranstaltet Hummels oft spontane Frage-und-Antwort-Runden für seine Fans in den sozialen Medien. Die Themen reichen dabei von allem rund um den Fußball über Basketball bis hin zum Leben in der Profi-Blase – wie eine Q&A-Session vor der Weltmeisterschaft 2018 mit Jérôme Boateng im Auto zeigte. „Das passiert meistens spontan“, erzählte er Goal. „Manchmal gibt es nichts zu sagen, und ich muss nicht zu allem eine Meinung äußern… Ich folge vielen amüsanten, sarkastischen Accounts. Sich prägnant [in wenigen Zeichen] auszudrücken, ist Teil des Spaßes.“

Mats Hummels hat nicht nur auf dem Spielfeld Spuren hinterlassen, sondern auch abseits davon gezeigt, dass er eine Persönlichkeit mit vielen Facetten ist – von familiären Bindungen über soziales Engagement bis hin zu seiner einzigartigen Beziehung zu Trainern und Fans. Seine Karriere ist ein beeindruckendes Beispiel für Beständigkeit, Erfolg und menschliche Größe im Profifußball.