Die Parmigiana di Melanzane, ein ikonisches Gericht der italienischen Küche, ist weit über ihre Grenzen hinaus bekannt und geliebt. Doch während viele die reichhaltige, neapolitanische Version mit panierten Auberginen, Mozzarella und viel Tomatensauce kennen, gibt es eine ebenso köstliche, aber oft übersehene Variante: die sizilianische Auberginen-Parmigiana. Diese Zubereitung ist leichter, weniger aufwendig und offenbart eine ganz eigene Raffinesse, die perfekt zu warmen Sommertagen passt und moderne Gaumen erfreut.
Die Geschichte der Parmigiana ist umstritten. Während Kampanien sich rühmt, die Wiege dieses Klassikers zu sein, bestehen die Sizilianer darauf, dass ihre Insel der wahre Ursprungsort ist. Der Name selbst sorgt für Debatten: Kommt er vom Käse Parmigiano-Reggiano oder vom sizilianischen Wort „parmiciana“, das die Lamellen eines Fensterladens bezeichnet, an die die überlappenden Auberginenscheiben erinnern? Unabhängig von der genauen Herkunft ist klar, dass Sizilien mit seiner langen Tradition im Anbau von Auberginen – die bereits im 8. Jahrhundert durch die Mauren auf die Insel kamen – eine tiefe Verbindung zu diesem Gemüse hat.
Unsere Großmutter Angelina aus Neapel bereitete eine Version zu, bei der die Auberginen in Ei getaucht und frittiert, dann mit Mozzarella, Parmigiano-Reggiano und Tomatensauce geschichtet und im Ofen goldbraun gebacken wurden – ein wahrer Genuss. Doch die sizilianische Variante, die ich einst in Palermo kennenlernen durfte, ist überraschend anders und bietet eine wunderbare Alternative. Sie kommt ohne Ei-Panade und Mozzarella aus und wird leichter gebacken, was ihren zarten Auberginengeschmack in den Vordergrund rückt.
Wenn Sie auf der Suche nach einem einfachen Rezept sind, das die Aromen des Mittelmeers zelebriert, dann ist die sizilianische Auberginen-Parmigiana eine ausgezeichnete Wahl. Sie beweist, dass kulinarische Meisterschaft oft in der Reduktion und der Qualität der Zutaten liegt. Für weitere köstliche Backideen, die Ihr Herz erwärmen, schauen Sie doch einmal bei unseren Kuchen am Stiel vorbei – perfekt für jede Kaffeetafel!
Die Essenz der sizilianischen Parmigiana: Einfachheit und Leichtigkeit
Der größte Unterschied zur neapolitanischen Version liegt in ihrer unkomplizierten Natur. Die Auberginen werden nicht paniert, sondern direkt frittiert, was dem Gericht eine besondere Leichtigkeit verleiht. Weniger Käse und eine geringere Backzeit tragen ebenfalls dazu bei, dass die sizilianische Parmigiana nicht so mächtig wirkt. Sie kann als Antipasto, Beilage oder sogar als leichte Hauptspeise dienen und ist ein Fest für alle, die eine mediterrane Küche schätzen.
Zutaten für 4-6 Portionen
Um diese authentische sizilianische Auberginen-Parmigiana zuzubereiten, benötigen Sie folgende Zutaten:
Für die Vorbereitung und das Braten der Auberginen
- 1 Kilogramm mittelgroße bis große Auberginen, in Scheiben geschnitten
- Salz
- Pflanzenöl und/oder Olivenöl zum Braten
Für die Tomatensauce
- 1 große Dose Tomaten, vorzugsweise importierte San Marzano, durch eine Passiermühle gedrückt oder eine entsprechende Menge Tomatenpassata
- 2-3 Knoblauchzehen, leicht zerdrückt und geschält
- Olivenöl
- Ein bis zwei Basilikumblätter
- Salz
Für das Zusammenfügen und Backen des Gerichts
- 100 Gramm geriebener Parmigiano-Reggiano
- Frische Basilikumblätter
- Olivenöl
Schritt-für-Schritt-Zubereitung
- Auberginen vorbereiten: Die Auberginenscheiben schichtweise in einem Sieb auslegen und großzügig salzen. Mit einem Teller und einem Gewicht (z.B. einer Dose) beschweren. Für mindestens eine Stunde ziehen lassen, damit Bitterstoffe entweichen und die Auberginen weniger Öl aufnehmen.
- Tomatensauce zubereiten: Während die Auberginen ziehen, die Tomaten, Knoblauch, einige frische Basilikumblätter, Salz und einen Schuss Olivenöl in einem Topf verrühren. Etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Tomaten zu einer recht dicken Sauce reduziert sind. Den Knoblauch entfernen.
- Auberginen braten: Wenn die Auberginen gezogen sind, trocken tupfen und in heißem Öl bei lebhafter Flamme goldbraun braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, um überschüssiges Öl zu entfernen.
- Gericht schichten: Den Boden einer Auflaufform mit einer dünnen Schicht Tomatensauce bedecken. Eine Schicht Auberginenscheiben darauflegen, dann eine weitere Kelle Tomatensauce verstreichen. Großzügig mit geriebenem Käse und einigen Basilikumblättern bestreuen.
- Wiederholen: Den Vorgang wiederholen, bis alle Auberginenscheiben aufgebraucht sind (typischerweise 3-4 Schichten). Mit Sauce und einer großzügigen Schicht geriebenem Käse abschließen.
- Backen: Im moderaten Ofen (180°C/350°F) etwa 30 Minuten backen, bis das Gericht durchgewärmt und leicht gebräunt ist.
- Ruhen lassen und servieren: Vor dem Servieren mindestens 10-15 Minuten ruhen lassen. Das Gericht kann auch bei Raumtemperatur serviert werden.
Wichtige Hinweise für die perfekte sizilianische Parmigiana
Obwohl die sizilianische Auberginen-Parmigiana einfacher in der Zubereitung ist als ihre neapolitanische Schwester, gibt es ein paar Dinge zu beachten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Leichtigkeit bewahren
Der Hauptfokus dieser Variante liegt auf ihrer Leichtigkeit. Ein häufiger Stolperstein ist, dass das Gericht zu fettig wird, besonders da die Auberginen ohne Panade viel Öl aufnehmen können. Um dies zu vermeiden:
- Nicht auf das Salzen verzichten: Das Salzen entzieht nicht nur Bitterstoffe, sondern verändert auch die Zellstruktur der Aubergine, wodurch sie beim Braten weniger Öl aufnimmt.
- Bei lebhafter Flamme braten: Das Öl sollte um die Auberginenscheiben herum sprudeln, aber nicht rauchen.
- Gründlich abtropfen lassen: Nach dem Braten die Auberginen beidseitig auf Küchenpapier legen, um überschüssiges Öl aufzusaugen.
- Sparsam mit Öl in der Sauce: Da die Auberginen selbst etwas Öl enthalten, sollten Sie in der Tomatensauce etwas sparsamer sein.
Die Tomatensauce
Die Tomatensauce für dieses Gericht sollte eine einfache, hausgemachte Sauce sein. Qualitativ hochwertige Dosentomaten, insbesondere San Marzano, oder Passata sind eine ausgezeichnete Wahl. Wenn Sie frische, aromatische Tomaten zur Verfügung haben, umso besser.
Wichtig ist, dass die Sauce eher dickflüssig ist. Im Gegensatz zur neapolitanischen Parmigiana, bei der eine lockerere Sauce durch die Panade aufgesogen wird, gibt es hier keine Beschichtung, die Flüssigkeit bindet. Eine zu flüssige Sauce könnte das zarte Auberginenaroma überdecken. Eine leichte Abdeckung pro Schicht ist ausreichend; Sie müssen die Auberginen nicht in Sauce ertränken. Es ist besser, etwas Sauce übrig zu haben, als mitten im Rezept festzustellen, dass sie ausgegangen ist. Übrigens, wenn Sie ein Fan von leckeren Gebäcken sind, die schnell zubereitet sind, entdecken Sie unsere Muffins ohne Zucker – eine gesunde Sünde!
Backen
In der traditionellen sizilianischen Version wird die Oberfläche der Parmigiana nicht stark gebräunt. Bei meiner Verkostung in Palermo gab es kaum eine Bräunung. Einige Rezepte schlagen jedoch vor, das Gericht unter dem Grill zu finishen, um eine goldbraune Kruste zu erhalten. Das ist Geschmackssache und kann nach Belieben angepasst werden.
Variationen der sizilianischen Parmigiana
Obwohl die klassische sizilianische Auberginen-Parmigiana durch ihre Einfachheit besticht, gibt es einige regionale Variationen, die ihren Charakter verändern können:
- Käsevariationen: Neben Parmigiano-Reggiano werden manchmal andere Käsesorten wie Provolone, sizilianischer Pecorino oder sogar der säuerliche, salzlose Pecorino namens Tuma verwendet. Historisch gesehen soll das Originalgericht sogar lokalen Pecorino anstelle von Parmigiano-Reggiano verwendet haben. Einige Rezepte empfehlen auch Caciocavallo.
- Weitere Zutaten: In einigen Regionen Siziliens werden gekochter Schinken, geschnittene gekochte Eier oder sogar frittierte Kartoffeln zwischen die Schichten gelegt. Diese Variationen machen das Gericht substanzieller und könnten als Hauptgericht dienen, wenn Sie etwas Üppigeres suchen.
- Mehlbestäubung: Einige sizilianische Rezepte schlagen vor, die Auberginen vor dem Braten leicht zu mehlieren, ähnlich wie es oft in Neapel gemacht wird. Die meisten bevorzugen jedoch die „nackte“ Bratweise. Eine Panierung, wie sie oft in der italienisch-amerikanischen Küche zu finden ist, werden Sie in Sizilien oder anderen Teilen Italiens hingegen nicht finden.
- Pugliesische Parmigiana: Abseits von Sizilien gibt es auch interessante Versionen, wie die pugliesische Parmigiana, die der neapolitanischen ähnelt (Auberginen in Ei getaucht, geschichtet mit Tomatensauce, Parmigiano-Reggiano und Mozzarella), aber zusätzlich gebratene Wurst enthalten kann.
Reste verwerten
Ein großer Vorteil der sizilianischen Auberginen-Parmigiana ist ihre Vielseitigkeit, auch was die Reste angeht. Da sie auch bei Raumtemperatur hervorragend schmeckt, lässt sie sich gut vorbereiten und ist perfekt für ein Picknick oder als Mittagessen am nächsten Tag. Sie lässt sich auch sehr gut aufwärmen. Und da sie keine Panierung hat, können Sie übrig gebliebene, grob gehackte Reste wunderbar als Sauce für Pasta verwenden – eine kreative und leckere Art, nichts zu verschwenden.
Kampanien oder Sizilien? Eine Frage der Herkunft
Die Debatte über die wahre Herkunft der Parmigiana di Melanzane ist so alt wie das Gericht selbst.
Einige Argumente sprechen für Sizilien:
- Der Name “Parmiciana”: Wie bereits erwähnt, könnte der Name vom sizilianischen Wort für Fensterladenlamellen stammen, was die Theorie stützt, dass das Gericht auf der Insel entstand und nicht nach dem Käse Parmigiano-Reggiano benannt ist.
- Auberginenanbau: Die lange Geschichte des Auberginenanbaus auf Sizilien, der dort durch die Mauren im 8. Jahrhundert eingeführt wurde, deutet auf eine tiefe kulinarische Verwurzelung dieses Gemüses auf der Insel hin.
- Historische Vermutungen: Einige Experten vermuten, dass die moderne Parmigiana im 16. Jahrhundert auf Sizilien entstand, als die Tomate aus der Neuen Welt nach Italien kam.
Andere befürworten Kampanien als Ursprungsort:
- Früheste schriftliche Rezepte: Befürworter der kampanischen Theorie, darunter die geschätzte Jeanne Caròla Francesconi, weisen darauf hin, dass die frühesten schriftlichen Rezepte für das Gericht aus Neapel stammen, speziell von den neapolitanischen Gastronomen Vincenzo Corrado und Ippolito Cavalcanti aus dem 19. Jahrhundert.
Letztendlich gibt es keine definitive Antwort auf die Frage, wann oder wo die Parmigiana di Melanzane genau erfunden wurde. Die verschiedenen regionalen Interpretationen und die tief verwurzelte Liebe zu diesem Gericht in ganz Süditalien machen es zu einem faszinierenden Teil der italienischen Esskultur. Egal ob Sie sich für die reichhaltige neapolitanische oder die leichtere sizilianische Variante entscheiden, es ist immer ein Genuss.
Fazit: Ein sizilianischer Schatz für Ihre Küche
Die sizilianische Auberginen-Parmigiana ist mehr als nur ein Rezept; sie ist eine Ode an die Einfachheit und den puren Geschmack der mediterranen Küche. Ihre Leichtigkeit und ihr unverfälschtes Aroma machen sie zu einer wunderbaren Alternative für alle, die ein klassisches Gericht neu entdecken möchten. Sie ist der Beweis, dass authentischer Genuss oft in der Beschränkung auf das Wesentliche liegt.
Egal, ob Sie sie als Teil eines sommerlichen Menüs oder als köstliche Beilage genießen, diese Parmigiana wird Ihre Geschmacksknospen auf eine Reise durch Siziliens sonnenverwöhnte Landschaften entführen. Probieren Sie es selbst aus und lassen Sie sich von diesem sizilianischen Geheimnis verzaubern. Und wenn Sie nach weiteren unkomplizierten Backrezepten suchen, die schnell gelingen, werfen Sie einen Blick auf unser Rezept für Kuchen einfach! Vielleicht entdecken Sie dabei Ihr neues Lieblingsgericht oder -gebäck.
Sizilianische Auberginen-Parmigiana – ein leichter Genuss
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Zweite Ansicht der sizilianischen Auberginen-Parmigiana
