Nach fast 15 Jahren im Herzen des FC Arsenal, davon die letzten acht als Leiter der Akademie, hat Per Mertesacker seinen Abschied zum Ende dieser Saison bekannt gegeben. Diese Nachricht markiert das Ende einer Ära für den deutschen Weltmeister in Nordlondon und wirft die Frage auf, wohin die Reise für den “Big Friendly German” nun gehen wird – vielleicht sogar zurück nach Deutschland? Für Mikel Arteta, der seine Reise bei den Gunners gemeinsam mit Mertesacker begann, ist das Leben ohne seinen langjährigen Weggefährten kaum vorstellbar. Sie formten gemeinsam die Vereinskultur und beendeten 2014 eine neun Jahre andauernde Pokalflaute mit dem FA-Cup-Sieg. Nach ihrer aktiven Karriere übernahmen beide Führungsrollen: Mertesacker in der Akademie, Arteta als Cheftrainer. Arteta äußerte sich dankbar über Mertesackers Beitrag: „Er ist jemand, der die Werte dieses Fußballvereins, seinen Ehrgeiz und alles, was damit verbunden ist, auf die beste Weise vermittelt.“ Die Spekulationen über die Zukunft des ehemaligen Nationalspielers, insbesondere eine mögliche Rückkehr in seine Heimat, sind nun in vollem Gange.
Eine Ära geht zu Ende: Per Mertesacker verlässt Arsenals Akademie
Die Entscheidung Mertesackers, seine Position aufzugeben, kam für Arsenal-Insider nicht völlig überraschend. In den letzten Monaten zeichnete sich ab, dass eine Veränderung bevorstehen könnte. Acht Jahre in einer so verantwortungsvollen Rolle sind eine beachtliche Zeitspanne, und 15 Jahre bei einem einzigen Klub, wenn man seine sieben Spielzeiten hinzurechnet, sind im modernen Fußball eine herausragende Leistung. Mit dem Beginn seiner Post-Spielerkarriere in einer so hohen Position gab es für den Deutschen auch keinen offensichtlichen Karriereweg innerhalb des Vereins.
Letztes Jahr wurde er nicht als Kandidat für die Posten des Sportdirektors oder Technischen Direktors in Betracht gezogen, die stattdessen mit Andrea Berta und James Ellis besetzt wurden. Die Einführung eines technischen Direktorenmodells veränderte zudem die Berichtsstrukturen des Klubs und wirkte sich auf Mertesacker aus. Auch Arsenal selbst hat überlegt, frische Ideen in die Führung der Akademie zu bringen. In Zeiten finanzieller Regulierung ist der Bedarf an einer erfolgreichen Akademie größer denn je. Der frühere Sportdirektor Edu erkannte die Bedeutung der Akademie und erwog vor seinem plötzlichen Abschied im November 2024 potenzielle Wege zur Steigerung ihres Niveaus. Seit seinem Weggang hat Arsenal eine weitere Überprüfung des Akademiebetriebs durchgeführt, die Bereiche für potenzielle Verbesserungen identifiziert hat. Mertesackers gutes Gehalt schränkte Arsenals Möglichkeiten ein, zusätzliche Expertise hinzuzuziehen. Die Entscheidung des 41-Jährigen, zurückzutreten, kommt somit zu einem günstigen Zeitpunkt und bietet Arsenal die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Der Verein ist Mertesacker für seine Arbeit dankbar und weiß, dass er eine große Lücke hinterlassen wird. Man wird sich Zeit nehmen, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Für Fans des deutschen Fußballs ist es spannend zu sehen, welche neuen Möglichkeiten sich für ihn eröffnen, ob im In- oder Ausland. Die Entwicklungen im frankfurt fußball zeigen beispielsweise, wie dynamisch die Szene sein kann.
Mertesackers Erbe: Von der Talentförderung bis zu den “Strong Young Gunners”
Ivan Gazidis, von 2009 bis 2018 Geschäftsführer, ernannte Mertesacker ursprünglich auf Empfehlung des damaligen Cheftrainers Arsène Wenger und eines einflussreichen Teamkollegen. Als Arteta am Ende der Saison 2015/16 seine Spielerkarriere beendete, drängte er die Führung von Arsenal, Mertesacker in irgendeiner Funktion zu halten, da er den Wert erkannte, den der Weltmeister von 2014 in seinen Dreißigern weiterhin liefern könnte. Mertesacker wurde nach seinem Rücktritt drei Jahre später teilweise ernannt, um der Akademie eine Symbolfigur zu geben – einen gefeierten ehemaligen Spieler, dessen Profil junge Talente davon überzeugen würde, dass Arsenal der richtige Verein für sie ist, und deren Familien bezaubern würde.
Dies war jedoch weit mehr als nur eine reine Botschafterrolle: Mertesacker musste sich in die Aufgabe einarbeiten und jeden Aspekt der Akademieleitung verstehen. Er wurde ins kalte Wasser geworfen – aber dieser 1,98 Meter große Nationalspieler mit über hundert Länderspielen war mehr als fähig, damit umzugehen. Er hat sich in alles hineingeworfen: Neben seinen Aufgaben in der Akademie hatte Mertesacker auch eine kurze Zeit als Assistenztrainer der ersten Mannschaft während Freddie Ljungbergs Amtszeit als Interimstrainer, bevor Arteta im Dezember 2019 ernannt wurde.
Eine Bewertung von Mertesackers Führung der Arsenal-Akademie rückt eine entscheidende Frage in den Mittelpunkt: Wozu ist eine Akademie da? Wenn die Antwort lautet „Talente für die erste Mannschaft hervorbringen“, dann muss seine Amtszeit als uneingeschränkter Erfolg gewertet werden. Der Kader der ersten Mannschaft kann heute auf unglaublich talentierte Akademie-Absolventen wie Bukayo Saka, Ethan Nwaneri, Myles Lewis-Skelly, Max Dowman und Marli Salmon zurückgreifen. Diese Spieler sind der Stolz der Hale-End-Operation – und haben dem Verein wohl Hunderte Millionen an Transfergebühren erspart.
Per Mertesacker und Arsène Wenger im Jahr 2018
Die Akademie als Einnahmequelle: Herausforderungen und Potenziale
Doch in einer Zeit, in der intensiver Wettbewerb und Finanzregeln bedeuten, dass Arsenal jede mögliche Einnahmequelle ausschöpfen muss, muss eine Akademie auch greifbare Einnahmen generieren. Die Verkäufe von Spielern wie Joe Willock, Folarin Balogun, Emile Smith Rowe und Eddie Nketiah haben beachtliche Gebühren eingebracht, doch es besteht immer noch das Gefühl, dass Arsenal in diesem Bereich mehr tun könnte. Der Verein blickt neidisch darauf, wie Klubs wie Chelsea und Manchester City ihr Jugendprogramm in einen konstanten Geldfluss verwandelt haben. Dies erfordert eine sorgfältige Verwaltung der Karrierewege, einschließlich der Organisation geeigneter Leihgeschäfte. Arsenal wird dies als Bereich ansehen, in dem sie sich verbessern können.
Es erfordert auch eine aggressive und ehrgeizige Rekrutierung von Akademietalenten von Anfang an. Bei Arsenal stand die erste Mannschaft natürlich im Fokus der Investitionen – Mertesacker hatte nicht immer die Mittel zur Verfügung, um mit Rivalen wie Chelsea zu konkurrieren. Es gibt natürlich eine dritte Funktion einer Akademie: jungen Menschen eine Grundlage zu bieten, die sie gut für die Zukunft rüstet – sei es in der ersten Mannschaft des betreffenden Vereins, anderswo im breiteren Fußball oder einfach im Leben im Allgemeinen. Hier war Mertesackers Einfluss am deutlichsten zu spüren. Er hat Arsenals Bemühungen angeführt, „Strong Young Gunners“ zu schaffen, die auf und neben dem Spielfeld glänzen. Er hat Arsenals Überzeugung vertreten, dass bessere Menschen bessere Spieler machen, und dabei die Schlüsselmerkmale Respekt, Bescheidenheit und Disziplin betont.
Myles Lewis-Skelly (links) und Ethan Nwaneri, Nachwuchsspieler von Arsenal
Spieler wie Saka verkörpern diese Werte. Diese jetzigen Erstmannschaftsspieler werden Mertesackers Vermächtnis sein – ebenso wie die unzähligen anderen, die von Arsenals Akademie in die Welt hinausgehen und seine Botschaft mit sich tragen.
Der Weg in die Zukunft: Eine Rückkehr nach Deutschland?
Nachdem Per Mertesacker direkt nach seiner Spielerkarriere in eine administrative Rolle gewechselt ist, würde ihm niemand eine Auszeit vom Fußball verübeln. Seine Tage als Spieler, unter anderem bei seinem Heimatverein Hannover und Werder Bremen, bevor er nach Nordlondon kam, haben ihn bereits zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Quellen deuten jedoch darauf hin, dass er bald eine neue Position anstrebt, mit potenziellen Möglichkeiten zurück in Deutschland. Mertesacker wurde bereits vom nationalen Fußballverband umworben. Nach diesen 15 Jahren in London könnte eine Heimkehr bevorstehen. Dies wäre ein aufregendes Kapitel für ihn und den deutschen Fußball gleichermaßen. Man könnte sich fragen, ob er beispielsweise eine Rolle bei einem Verein einnehmen würde, der eine reiche Geschichte im fc köln trikot hat, oder ob er sich dem DFB anschließen würde. Die Möglichkeiten für eine Persönlichkeit seines Kalibers in der deutschen Fußballlandschaft sind vielfältig und vielversprechend.
Per Mertesacker im Interview über die Entwicklung von Talenten
Wandel bei Arsenal: Ein Blick nach vorn
Mertesackers Abschied bedeutet, dass ein weiterer ehemaliger Arsenal-Spieler den Verein verlässt, relativ kurz nach den Abgängen von Edu und Jack Wilshere. Arteta steht nun allein als prominenter Ex-Spieler in der Organisation da. Obwohl keiner dieser Männer von Arsenal ausschließlich wegen ihrer Vereinszugehörigkeit eingestellt wurde, könnte der Trend ein Zeichen des Fortschritts sein: Der Verein hat eine so starke Kultur aufgebaut, dass er nun nach vorne blicken kann, anstatt zurück. Die Tatsache, dass Mertesacker bis zum Ende der Saison bleiben wird, zeigt, wie positiv die Beziehungen weiterhin sind. Abgesehen von seinen beruflichen Leistungen werden seine menschlichen Qualitäten am meisten vermisst werden. Er bleibt eine stets freundliche, nachdenkliche und würdevolle Persönlichkeit auf dem Trainingsgelände des Klubs in London Colney.
Gute Menschen machen bessere Spieler. Es stellt sich heraus, dass sie auch gute Akademie-Leiter abgeben. Per Mertesackers Einfluss auf Arsenal wird noch lange spürbar sein, und seine potenzielle Rückkehr nach Deutschland könnte ein neues, spannendes Kapitel für den deutschen Fußball aufschlagen. Wir dürfen gespannt sein, welche Rolle dieses deutsche Idol in der Zukunft übernehmen wird und wie er weiterhin die Werte und den Charakter im Fußball prägen wird.
