Mittelmeer-Geheimtipps: Unvergessliche Städte abseits der Touristenpfade

Die futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia

Rom und Barcelona mögen ihren unbestreitbaren Reiz haben, doch sie dienen oft nur als Tor zu den unzähligen anderen Kulturen und Gemeinden, die das Mittelmeer zu bieten hat. Für Reisende, die bereit sind, abseits der ausgetretenen Pfade zu wandern und eine echte Entdeckungstour entlang der Mittelmeerküste zu unternehmen, haben wir fünf weniger bekannte, aber absolut lohnenswerte Städte ausgewählt. Diese unentdeckten Orte im Mittelmeerraum versprechen einzigartige Erlebnisse und authentische Einblicke in ihre Regionen, fernab des Massentourismus. Gerade in den kühleren Monaten bieten sich diese Destinationen an, um dem europäischen Winter zu entfliehen und die angenehmen Temperaturen zu genießen. Wer auf der Suche nach warme Länder im Winter ist, wird hier fündig.

Valencia, Spanien: Wo Paella und Horchata zu Hause sind

Spaniens südöstliche Hafenstadt Valencia ist die Geburtsstätte zweier kulinarischer Köstlichkeiten: der weltberühmten Paella und der erfrischenden Horchata. Beide Spezialitäten sind in der ganzen Stadt präsent und laden zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein. Für eine traditionelle Horchata – ein Getränk aus Erdmandelmilch – empfiehlt sich ein Besuch der Horchateria de Santa Catalina. Hier nimmt man Platz an einem der Marmortische, umgeben von kunstvoll bemalten Porzellanwänden, die einen in eine vergangene Zeit entführen. Die Horchata, auch als Eis erhältlich, wird hier traditionell mit „Fartons“ serviert, einem langen, schmalen Gebäck, das sich hervorragend zum Eintauchen eignet.

Nach dem Genuss der süßen Verführungen kann man die Kalorien in den Gärten des Turia wieder ablaufen. Dieser einzigartige Stadtpark schlängelt sich wie ein grünes Band durch die Stadt, unter zahlreichen Brücken hindurch. Seine ungewöhnliche Form verdankt der Park einer Flut im Jahr 1957, nach der der Fluss umgeleitet wurde und ein ideales Areal für Spaziergänger und Radfahrer hinterließ. An der ehemaligen „Mündung“ dieser Wasserstraße erhebt sich Valencias futuristisches Museumsviertel, die beeindruckende Stadt der Künste und Wissenschaften. Die milden Temperaturen machen Valencia zu einem idealen Reiseziel für alle, die warme Länder schätzen.

Die futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften in ValenciaDie futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia

Für einzigartige Geschenke und lokale Snacks lohnt sich ein Besuch der Plaza Redonda, wo Händler handgemachte Spitze und Keramik anbieten. Nur einen Katzensprung entfernt befindet sich der Mercado Central, ein beeindruckender Indoor-Markt mit rund 1.000 Ständen, die eine Fülle von Käse, frischen Säften, Wein, Kroketten, Baguettes und sogar Schokolade in Baguetteform bereithalten. Es ist keine Schande, wenn diese Köstlichkeiten es nicht bis nach Hause schaffen!

Tipp: Das Institut Valencià d’Art Modern (IVAM), Valencias Museum der Modernen Künste, welches ebenfalls an den Gärten des Turia liegt, bietet freitags und sonntags abends freien Eintritt.

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Tunis, Tunesien: Nordafrikanisches Flair und antike Geschichte

Nach den tragischen Terroranschlägen von 2015 erlitt die Tourismusindustrie in Tunesiens Hauptstadt einen schweren Rückschlag. Doch diese atemberaubende nordafrikanische Metropole zieht langsam wieder Besucher an, die ihren reichen historischen und kulturellen Charme entdecken möchten.

Um die antike Geschichte der Region zu erleben, beginnt man am besten bei den gut erhaltenen Ruinen von Karthago. Dieser Hafen am Golf von Tunis, im Jahr 814 v. Chr. gegründet, erinnert in seiner Bedeutung an Pompeji, jedoch ohne die erdrückenden Menschenmassen. Besucher können hier die beeindruckende Infrastruktur der Römer und Phönizier bestaunen, darunter große öffentliche Bäder, ein Amphitheater und mehrere Friedhöfe. Das nahegelegene Dorf Sidi Bou Said bietet einen modernen Einblick in das tunesische Leben. Die weiß getünchten Gebäude im Santorini-Stil mit ihren leuchtend blauen Fensterläden und den üppigen Drillingsblumen beherbergen charmante Geschäfte und Cafés, die zum Verweilen und Schutz vor der Hitze einladen.

Gassen in der historischen Medina von TunisGassen in der historischen Medina von Tunis

Lasst Platz im Koffer für Andenken vom zentralen Markt von Tunis, der Medina. Diese Hauptschlagader des Handels ist gleichzeitig ein UNESCO-Welterbe und ein Labyrinth aus Torbögen und Gassen, in denen Stände mit handgemachten Töpfererzeugnissen, exotischen Gewürzen, Weihrauch, filigranen Glaslampen und aufwendig gewebten Teppichen locken. Hier lässt sich das lebendige Treiben der Stadt hautnah erleben.

Tipp: Feilschen ist in der Medina gang und gäbe, also scheuen Sie sich nicht zu handeln, um das beste Angebot zu bekommen.

Cagliari, Sardinien: Eine Inselperle mit mittelalterlichem Charme

Auf der italienischen Insel Sardinien präsentiert sich Cagliari als eine Stadt mit zwei Gesichtern. Der neuere Teil der Stadt erstreckt sich auf Meereshöhe, während die Altstadt, liebevoll Castello genannt, majestätisch auf einem Hügel thront. Erreichen lässt sie sich über steile Stufen oder sanft ansteigende Serpentinenwege.

Unten am Yachthafen kann man die boulevardähnliche Largo Carlo Felice entlangschlendern und dabei die maritime Atmosphäre genießen. Ein Stopp im Café Svizzero ist ein Muss: Hier genießt man Cappuccino am Tresen, umgeben von gusseisernen Kronleuchtern und hoch aufragenden steinernen Torbögen, die an das „Phantom der Oper“ erinnern könnten. Nach dem Koffeinkick wartet gleich nebenan eine süße Verführung im Originis. Diese „Cioccolateria“ und „Pasticceria“ lockt mit Köstlichkeiten wie Herzen, gefüllt mit Erdbeeren und Bayrischer Creme, Kuchen mit gebrannten Nüssen und Orangenmarmelade sowie – überraschenderweise – Schokolade in Form von Schraubenschlüsseln, Bolzen und Hämmern in Originalgröße. Solche warme Inseln im Winter wie Sardinien bieten nicht nur Kultur, sondern auch kulinarische Genüsse.

Atemberaubender Sonnenuntergang über dem Hafen von Cagliari, SardinienAtemberaubender Sonnenuntergang über dem Hafen von Cagliari, Sardinien

Ein paar Blocks nördlich kreuzt die Largo Carlo Felice die Fußgängerzone Via Giuseppe Manno. Hier dominieren meist italienische Kettenläden das Bild, doch das Ende der Straße wird von der beeindruckenden Bastione di Saint Remy markiert, einem Kalksteintorbogen, der den Eingang zur Castello bildet. Die Flügeltreppe des Gebäudes führt auf eine palmengesäumte Terrasse, die einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt, den Hafen und Cagliaris mittelalterliche Seite bietet. Die vor über 800 Jahren angelegten Straßen im Castelloviertel sind so schmal, dass sie selbst bei strahlendem Sonnenschein schattig bleiben. Hier findet man zahlreiche schummrige Antiquitätenläden, friedvolle Piazzas und die romanische Cattedrale di Cagliari mit ihrem reich verzierten Marmor.

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Tipp: Naturliebhaber sollten unbedingt einen Abstecher in den Parco Molentargius Saline machen, ein geschütztes Feuchtgebiet, das Flamingos und anderen Wasservögeln eine Heimat bietet. Es ist nur 10 bis 15 Minuten Fahrt von der Stadt entfernt.

Trapani, Sizilien: Ein unberührtes Juwel am Meer

Die Küstenstadt Trapani auf Sizilien wirkt oft noch unberührt vom Massentourismus. Hier säumen Wäscheleinen die Austritte der Häuser, Hunde dösen in der Nachmittagssonne auf den Gehwegen, und kleine Seitenstraßen führen zu versteckten Nischen direkt am Meer. Es ist ein Ort, an dem das authentische sizilianische Leben pulsiert.

Trapanis historischer Bezirk ist kompakt genug, um ihn bequem an einem Tag zu erkunden. Um das lebendige Treiben der Menschen zu beobachten, setzt man sich am besten vor den Palazzo Senatorio – vorzugsweise mit einer Kugel Eis in einem fluffigen Plunderbrötchen von der Ferlito Gelateria. Diese Kombination ist ein wahrer Genuss und eine lokale Spezialität.

Historische Windmühlen in den Salzgärten von Trapani, SizilienHistorische Windmühlen in den Salzgärten von Trapani, Sizilien

Für einen atemberaubenden Blick aus der Vogelperspektive nimmt man die Seilbahn, auch „Funivia“ genannt, die einen in nur zehn Minuten auf den Berg Erice bringt. Auf diesem Berg thront die mittelalterliche Stadt Erice mit dem von Normannen errichteten Castello di Venere (Kastell der Venus). Erbaut aus Steinen eines früheren Venustempels, verzaubert das Gebäude mit seinem Panoramablick auf die Klippen und die gepflegten Gärten. Es ist leicht, sich in diesen geschichtsträchtigen Ort und seine malerische Umgebung zu verlieben.

Zurück auf Meereshöhe lässt man den Tag am besten in der Cantina Siciliana ausklingen. Hier genießt man einen Teller Busiate al Pesto Trapanese, eine örtliche Spezialität. Diese spiralförmige Pasta, verfeinert mit Tomaten, Mandeln, Olivenöl und reichlich Knoblauch, ist ein Fest für die Sinne und ein perfekter Abschluss für einen erlebnisreichen Tag in Trapani.

Tipp: Die Seilbahn von Trapani nach Erice ist nur saisonal in Betrieb. Informieren Sie sich daher am besten im Voraus über die Betriebszeiten. Für Besucher, die außerhalb der Seilbahnsaison kommen, besteht die Möglichkeit einer kurzen Taxifahrt auf den Berg.

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Palma, Mallorca: Eleganz und Inselromantik

Mallorca, bekannt für seine exquisiten Perlen, süßen Mandeln und die imposanten Yachten, gilt als luxuriöser Zufluchtsort mit einem kosmopolitischen Flair. Die Hauptstadt Palma, benannt nach ihrer Fülle an Palmen, zählt zu den größten Städten Spaniens. Hier kann man die elegant geschwungenen Promenaden von Palmas Haupteinkaufsstraße Avenue de James III entlangspazieren oder an den farbenprächtigen Blumenständen des Passé de Las Ramblas vorbeischlendern, einer charmanten kleineren Version des berühmten Boulevards von Barcelona. Wenn sich der Hunger meldet, lohnt es sich, die kleinen Seitenstraßen abseits der großen Hauptachsen zu erkorschen. Unsere Empfehlung? Das El Tunel, eingebettet in einen steinernen Torbogen, für köstliche Tapas, gefolgt vom gemütlichen Bodega Can Riga für lokalen Käse und erlesenen Wein. Wer schöne Reiseziele im Winter sucht, wird von Palma begeistert sein.

Der Hafen und die Kathedrale von Palma de MallorcaDer Hafen und die Kathedrale von Palma de Mallorca

Sobald man die geschäftige Stadt hinter sich lässt, weichen die belebten Straßen Hainen von Mandel-, Oliven- und Johannisbrotbäumen, zwischen denen gelegentlich ein Haus mit typisch spanischen Fliesen hervorblitzt. Nur etwa 30 Minuten Fahrt nördlich von Palma liegt die idyllische Bergstadt Valldemossa, deren Mittelpunkt ein beeindruckendes Kloster bildet. Leuchtend grüne Fensterläden und steinerne Häuschen am Berghang prägen das Bild, und statt Hausnummern markieren farbenfrohe Fliesen mit religiösen Darstellungen jedes Domizil.

Die eigentliche religiöse Erfahrung sind hier jedoch die geliebten Backwaren des Städtchens: die Coca patata (eine Kartoffelrolle mit Puderzucker) und der Gato d‘Ametlles (Mandelkuchen). Probieren Sie beides am besten mit einer Tasse heißer Xocolata (Schokolade) auf der hinteren Terrasse der Ca‘n Molinas, umgeben von duftenden Orangenbäumen und zwitschernden Vögeln.

Tipp: Vom gotischen Kastell Bellver aus genießt man eine fantastische Aussicht auf Palmas großen, von Yachten gesäumten Hafen – nur zehn Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt. Es ist ein perfekter Ort, um zu sehen, warum diese reiseziele im winter warm so beliebt sind.

Fazit: Entdecken Sie Ihre eigene Mittelmeer-Geschichte

Diese fünf Städte – Valencia, Tunis, Cagliari, Trapani und Palma – sind mehr als nur Reiseziele; sie sind Einladungen, das Mittelmeer abseits der ausgetretenen Touristenpfade zu entdecken. Sie bieten eine reiche Mischung aus Geschichte, Kultur, atemberaubender Natur und unvergleichlicher Kulinarik. Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Geheimnisse, die darauf warten, von neugierigen Reisenden enthüllt zu werden. Lassen Sie sich von diesen unentdeckten Orten im Mittelmeerraum inspirieren und gestalten Sie Ihre ganz persönliche Erkundungstour, die Sie noch lange in Erinnerung behalten werden. Packen Sie Ihre Koffer und tauchen Sie ein in die vielfältige Welt des Mittelmeers – es gibt so viel mehr zu sehen, als die bekannten Hotspots!