Die Geschichte der Vorsorge für den letzten Abschied ist tief in gesellschaftlichen Bedürfnissen verwurzelt. In München nahm diese Tradition eine besonders prägnante Form an, die bis heute nachwirkt und eng mit einem der renommiertesten Versicherungsunternehmen Deutschlands verbunden ist. Der Münchener Begräbnisverein steht nicht nur für eine lange Historie würdevoller Bestattungen, sondern auch für die Anfänge dessen, was heute die Lebensversicherung von 1871 auf Gegenseitigkeit (LV 1871) ausmacht. Wer die Entwicklungsgeschichte der modernen Sterbegeldversicherung verstehen möchte, muss einen Blick auf diese traditionsreiche Vereinigung werfen.
Eine Historische Reise: Die Gründung des Christkatholischen Begräbnis-Vereins
Die Gründung des sogenannten „Christkatholischen Begräbnis-Vereins“ am 24. Mai 1871 im Gasthaus „Zur Neuen Welt“ in München war eine Reaktion auf die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse jener Zeit. Der Tod, oft unvorhergesehen und mit erheblichen Kosten verbunden, konnte für viele Familien eine existenzielle Bedrohung darstellen. Vereine wie der Münchener Begräbnisverein boten hier eine dringend benötigte Absicherung.
Anfangs konzentrierte sich der Verein auf Sachleistungen. Für einen monatlichen Beitrag von etwa zwei Mark – eine damals beachtliche Summe – übernahm der Verein die Organisation und Bezahlung einer standesgemäßen Bestattung. Dazu gehörte die Bezahlung der Messe, die Sargausstattung sowie die Veröffentlichung von Todesanzeigen. Das Besondere und für die damalige Zeit geradezu revolutionär war jedoch die Auszahlung eines Sterbegeldes an die Hinterbliebenen. Dies ermöglichte nicht nur eine würdevolle Beisetzung, sondern bot den Angehörigen auch eine finanzielle Stütze in einer emotional und oft auch wirtschaftlich schwierigen Phase. Der Verein schuf damit eine Gemeinschaft der gegenseitigen Hilfe und Solidarität, die weit über die reine Bestattung hinausging.
Transformation und Wachstum: Vom Verein zur Versicherungsgesellschaft
Die Bedürfnisse der Mitglieder und die Entwicklung des Versicherungswesens machten im Laufe der Jahre eine Weiterentwicklung des Konzepts erforderlich. Im Jahr 1920 erfolgte ein entscheidender Wandel: Der ursprüngliche Begräbnisverein entwickelte sich zu einer Sterbekasse mit Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit. Diese Umstellung war ein wichtiger Schritt, da sie dem Verein ermöglichte, auf einer breiteren rechtlichen und finanziellen Basis zu agieren und seinen Mitgliedern umfassendere Leistungen anzubieten. Das Prinzip der Gegenseitigkeit, bei dem die Versicherten zugleich die Träger des Unternehmens sind, garantierte dabei eine ausschließliche Verpflichtung gegenüber den Kunden und nicht gegenüber externen Aktionären.
Eine weitere bedeutsame Trennung erfolgte 1963. Die Versicherungssparte wurde als eigenständige Lebensversicherung von 1871 auf Gegenseitigkeit (LV 1871) ausgegliedert, während der ursprüngliche Münchener Begräbnisverein als e.V. (eingetragener Verein) weiterhin seine Tradition und seine Aufgaben fortführte. Diese Aufteilung ermöglichte es beiden Entitäten, sich auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen zu konzentrieren und gleichzeitig die historische Verbindung und die gemeinsamen Werte zu bewahren.
Die LV 1871 Heute: Ein Breites Spektrum an Vorsorgelösungen
Heute ist die LV 1871 weit mehr als nur ein Anbieter von Sterbegeldversicherungen. Das Unternehmen hat sich zu einem Spezialisten für umfassende Vorsorgelösungen entwickelt, die Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen umfassen. Doch die Ursprünge im Münchener Begräbnisverein prägen nach wie vor die Unternehmenskultur und das Geschäftsmodell. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (a. G.) ist die LV 1871 ausschließlich den Interessen ihrer Kunden verpflichtet. Das bedeutet, dass Gewinne nicht an externe Aktionäre ausgeschüttet, sondern im Unternehmen verbleiben, um die Sicherheit der Leistungen zu stärken und den Versicherten zugutekommen. Diese Struktur sorgt für eine hohe Stabilität und ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen dem Unternehmen und seinen Mitgliedern.
Die Evolution der Sterbegeldversicherung: Vom Kollektivvertrag zum Tarif VR0
Die Sterbegeldversicherung, die ursprünglich im Kern des Münchener Begräbnisvereins stand, hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Bis 2021 wurde das LV 1871 Sterbegeld im Rahmen eines Kollektivvertrags speziell für Mitglieder des Münchener Begräbnisvereins angeboten. Diese als “Münchener Begräbnisverein Sterbegeldversicherung” bekannte Absicherung war ein fester Bestandteil der Vereinspflege.
Mit Beginn des Jahres 2022 wurde dieses Angebot in einer neuen Form fortgeführt: als LV 1871 Sterbegeld Tarif VR0. Diese Neuerung bedeutet, dass die Absicherung nun ohne direkte Beteiligung des Münchener Begräbnisvereins angeboten wird, die zugrundeliegende Expertise und Erfahrung jedoch aus dieser historischen Verbindung stammen. Der Tarif VR0 steht symbolisch für die Modernisierung und Anpassung an zeitgemäße Anforderungen, während die Kernidee einer verlässlichen und würdevollen Vorsorge für den Todesfall erhalten bleibt. Er ermöglicht nun einem breiteren Personenkreis den Zugang zu einer bewährten Sterbegeldversicherung, die auf einer langen Tradition der Absicherung basiert.
Die Geschichte des Münchener Begräbnisvereins und seine enge Verknüpfung mit der LV 1871 illustrieren eindrucksvoll, wie traditionelle Werte und moderne Vorsorgekonzepte Hand in Hand gehen können. Sie zeigen, dass die Sorge um einen würdevollen Abschied eine konstante gesellschaftliche Aufgabe ist, die sich über Generationen hinweg entwickelt und angepasst hat. Für alle, die sich für eine Sterbegeldversicherung interessieren, bietet die LV 1871 mit dem Tarif VR0 eine Option, die auf einer tiefen historischen Verankerung und dem Engagement für die Kunden basiert.
Für weitere Fragen zum Münchener Begräbnisverein und zur LV 1871 stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung!
