In einer Welt, in der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, stellt sich die Frage, wie wir unseren täglichen Kaffeegenuss umweltfreundlicher gestalten können. Von der Kaffeebohne bis zur Tasse – jede Entscheidung zählt. Dieser Artikel beleuchtet, welche Kaffeemaschinen am nachhaltigsten sind und worauf Sie beim Kauf und der Zubereitung achten sollten, um Ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
Wer gerne und viel Kaffee trinkt, sollte sich Gedanken über eine möglichst umweltfreundliche Zubereitung und eine Nachhaltige Kaffeemaschine machen. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen am Markt erhältlichen Systeme, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Der enorme Wasserfußabdruck von Kaffee
Bevor wir uns den nachhaltigen Kaffeemaschinen widmen, ist es wichtig zu wissen, dass die Umweltbilanz von Kaffee als Getränk leider hoch ist. Allein der Wasserverbrauch beträgt laut Berechnungen des Water Footprint Networks rund 140 Liter pro Tasse. Eine Tasse Tee verbraucht im Gegensatz dazu nur etwa 34 Liter.
Der erste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit ist daher, keinen Kaffee wegzugießen. Eine volle Kaffeekanne auf der Warmhalteplatte, von der oft ein Rest übrig bleibt, ist weniger nachhaltig als immer eine Tasse „on demand“ per Knopfdruck zuzubereiten. Zudem war Filterkaffee von der Warmhalteplatte geschmacklich selten ein Highlight! Aus kaltem Kaffee lässt sich übrigens auch einfach Eiskaffee zubereiten, der auch in den kühleren Jahreszeiten schmeckt.
Für nachhaltigen Kaffeegenuss ist die Wahl des Kaffees entscheidend. (Foto: CC0 / Pixabay / Makalu)
Der zweite wichtige Punkt ist die Auswahl des Kaffees. Achten Sie auf Bio-zertifizierten und Fairtrade-Kaffee. Handgepflückter Urwald-Kaffee beispielsweise wächst nicht auf Plantagen, wodurch der Wasserfußabdruck wesentlich geringer ausfällt und die Artenvielfalt geschützt wird.
Die nachhaltigsten Zubereitungsarten: Slow Coffee
Der dritte und entscheidende Aspekt ist die Zubereitungsmethode. Am nachhaltigsten ist der sogenannte “Slow-Coffee”, der mit Geräten wie der French Press, dem Handfilter oder einer Espressokanne zubereitet wird. Hierbei begrenzt sich der Stromverbrauch auf das Erwärmen einer Tasse Wasser im Wasserkocher oder auf dem Herd. Diese Methoden sind nicht nur umweltfreundlich, sondern ermöglichen auch einen besonders aromatischen Kaffeegenuss, da das Kaffeepulver langsamer und schonender extrahiert wird.
Für Handkaffeemühlen benötigen Sie keine Pads oder Kapseln. (Foto: CC0 / Pixabay / rawpixel)
Diese traditionellen Methoden erfordern zwar etwas mehr Zeit und Handarbeit, belohnen aber mit einem bewussten Kaffeemoment und einer hervorragenden Umweltbilanz. Sie vermeiden zudem den Abfall von Pads oder Kapseln komplett.
Kaffeevollautomaten vs. Siebträgermaschinen
Für viele Kaffeeliebhaber sind automatische oder halbautomatische Maschinen die bevorzugte Wahl. Doch wo liegen die wichtigsten Unterschiede zwischen Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit?
Kaffeevollautomaten verfügen über ein vollständiges Zubereitungssystem, bestehend aus Mühle, Brühgruppe und Pumpen. Sie entnehmen, mahlen, pressen und brühen die Bohnen portionsweise aus einem Behälter auf Knopfdruck. Viele dieser Maschinen bieten zusätzlich Milchaufschäumsysteme, Wasserfilter und Selbstreinigungsautomatiken. Kaffeevollautomaten sind in der Anschaffung oft teurer und erfordern regelmäßige Pflege und Wartung, um Schimmelbildung zu vermeiden und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Das Auffinden eines günstigeren Kaffeevollautomaten kann hier eine attraktive Option sein, ohne Kompromisse bei der Qualität eingehen zu müssen.
Kaffeevollautomaten brauchen viel Pflege, um Schimmel zu vermeiden. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)
Siebträgermaschinen hingegen verfügen normalerweise nicht über ein integriertes Mahlwerk. Das Kaffeepulver wird stattdessen von Hand in einen entnehmbaren Siebträger gefüllt, der mittels eines Bajonettverschlusses im Gerät fixiert wird. Bei einigen Modellen können auch Pads mit Kaffeepulver verwendet werden. Siebträgermaschinen ermöglichen eine sehr individuelle Zubereitung und bieten Barista-Feeling für zu Hause, sind aber oft weniger komfortabel als Vollautomaten.
Sparsame und nachhaltige Kaffeemaschinen kaufen – unsere Tipps
Beim Kauf von Haushaltsgeräten, insbesondere Kaffeemaschinen, sollten Sie nicht nur auf den Anschaffungspreis achten. Niedrigere Beschaffungskosten von herkömmlichen Geräten mögen verlockend erscheinen, doch auf Dauer haben energieeffiziente Geräte meistens die Nase vorn! Nachhaltige Kaffeevollautomaten übertreffen Kapselgeräte in der Gesamtbilanz deutlich. Langfristig sparen Kaffeemaschinen mit geringem Stromverbrauch bares Geld und schonen die Umwelt von Anfang an.
Energieeffizienz ist bei nachhaltigen Kaffeemaschinen ein wichtiges Kaufkriterium und spart Geld. (Foto: CC0 / Pixabay / funsworks)
Interessanterweise ist der Preis für die Energieeffizienz einer Kaffeemaschine nicht immer entscheidend; auch viele günstige Geräte arbeiten sehr sparsam. Es gilt abzuwägen, wie viel Ihnen eine bessere Verarbeitung, modernes Design und komfortable Funktionen wert sind.
Ein Kaffeevollautomat ist preiswerter als Kapseln
Kann es stimmen, dass ein Kaffeevollautomat auf lange Sicht günstiger ist als Kapseln? Ja, das ist tatsächlich der Fall. Obwohl die Anschaffungskosten eines Vollautomaten höher erscheinen mögen, täuscht dieser erste Eindruck. Wenn Sie regelmäßig Kaffee trinken, ist ein Kaffeevollautomat für Sie kostengünstiger.
Bei einem Vollautomaten liegen die reinen Kaffeekosten bei durchschnittlich nur etwa 8 Cent pro Tasse. Eine Nespresso-Kapsel hingegen kostet meist über 32 Cent. Bei sechs Tassen am Tag summiert sich dies im Jahr auf etwa 657 Euro für Kaffeekapseln, verglichen mit circa 175 Euro für die Bohnen beim Kaffeevollautomaten. Für die Differenzsumme können Sie sich bereits einen energieeffizienten Kaffeevollautomaten mit geringem Stromverbrauch leisten – und alle Kaffeesorten, die Sie wollen, auch in Bio- & Fairtrade-Qualität, genießen.
Kapselautomaten: Müll und Herstellerabhängigkeit
Kapselmaschinen gelten zu Recht als Umweltsünder. Hier werden sechs Gramm Kaffeepulver mit vier bis fünf Gramm Aluminiumkapsel ummantelt – die Berge von Verpackungsmüll sind offensichtlich. Zudem ist die Herstellung von Aluminium äußerst energieaufwändig und belastend für die Umwelt.
Nespresso-Kapseln sind ein großer Verursacher von Müll. (Foto: Utopia/aw)
Mit jeder getrunkenen Tasse Kaffee fällt bei einem Kapselautomaten neuer Müll an. Wer seinen Espresso in den üblichen vakuumverschweißten 250-Gramm-Tüten kauft, verursacht nur rund ein Zehntel der Abfallmenge. Darüber hinaus sind die meisten Kapselautomaten so konzipiert, dass nur die Kaffeekapseln des jeweiligen Herstellers problemlos passen. Überlegen Sie gut, ob Sie sich Ihre Wahlfreiheit nehmen lassen und sich mit einer Kaffeemaschine von der Preispolitik eines Herstellers wie bei der Aldi Nespresso Maschine abhängig machen wollen.
Wenn Sie dennoch eine Kapselmaschine bevorzugen, wählen Sie ein Modell, das die Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, und betreiben Sie es mit kompostierbaren oder wiederbefüllbaren Kaffeekapseln.
Nachhaltige Alternative: Kaffeepads à la Senseo
Eine gute Alternative zu Kapselmaschinen sind auch Kaffeepad-Maschinen, wie zum Beispiel von Senseo, die ebenfalls vorportionierte Mengen liefern. Der Stromverbrauch unterscheidet sich kaum von anderen Maschinen, aber die gebrauchten Pads können einfach über den Biomüll entsorgt werden, da sie meist aus biologisch abbaubarem Material bestehen. Zudem gibt es für Pad-Kaffeemaschinen inzwischen häufig Kaffeepads in Bio- und Fairtrade-Qualität, was die Umweltbilanz weiter verbessert.
Energieeffizienz: Stromverbrauch und Stand-by-Betrieb
Beim Stromverbrauch gibt es kaum Unterschiede zwischen Voll- und Kapselautomaten. Der maximale Energieverbrauch pro Jahr sollte aber nicht höher sein als 35 kWh bei Kapselautomaten bzw. als 60 kWh bei Vollautomaten. Ein Wert von 50 kWh wäre noch besser, wird aber inzwischen von kaum einem Vollautomaten mehr erreicht. Bei geschätzten 30 Cent pro kWh Strom sind 60 kWh bereits rund 18 Euro im Jahr – ein vermeidbarer Kostenfaktor.
Links Kaffeekirschen, rechts geröstete Kaffeebohnen. (Foto © Deutscher Kaffeeverband)
Achten Sie auch auf einen automatischen Wechsel in den Stand-by-Betrieb: Kaffeevollautomaten sollten den Bereit-Zustand nach maximal 30 Minuten, Kapselautomaten nach 15 Minuten automatisch verlassen, damit keine wertvolle und teure Energie verschwendet wird. Gute Kaffeemaschinen schalten sich nach spätestens 30 Minuten ab. Bei ineffizienten Kaffeemaschinen wird nämlich drei Viertel des Stroms allein durch die Warmhaltefunktion und den Stand-by-Betrieb verbraucht.
Regelmäßiges Entkalken sorgt für eine längere Lebensdauer
Ablagerungen von zu viel Kalk in der Kaffeemaschine können zu Materialschäden, längeren Aufheizzeiten und entsprechend erhöhten Energiekosten führen. Dagegen hilft nur eins: regelmäßiges Entkalken. Ein mögliches Anzeichen dafür, dass eine Entkalkung nötig wird, ist eine auffällig verlängerte Wasserdurchlaufzeit, oft verbunden mit zunehmender Geräuschentwicklung.
Verwenden Sie für das Entkalken am besten Zitronen- oder Essigsäure. Diese Hausmittel sind umweltfreundlich und wesentlich günstiger als teure Spezialpatronen oder Entkalkungsmittel. Die Häufigkeit der Entkalkung hängt von der Wasserqualität und dem Gerät ab. Als Faustregel gilt: Im Wasserhärtebereich 1 oder 2 ist ein zweimaliges Entkalken pro Jahr notwendig, im Bereich 3 oder 4 (z.B. in München) entkalken Sie doppelt so oft.
Fazit: Bewusst genießen für eine nachhaltige Zukunft
Die Wahl der richtigen Kaffeemaschine und die bewusste Kaffeewahl sind entscheidend für einen nachhaltigen Kaffeegenuss. Von der Vermeidung von Kaffeeresten über die Bevorzugung von Bio- und Fairtrade-Kaffee bis hin zur Entscheidung für energieeffiziente Maschinen ohne Kapselsysteme – jeder Schritt zählt. Investieren Sie in eine nachhaltige Kaffeemaschine und genießen Sie Ihren Kaffee mit gutem Gewissen, wohlwissend, dass Sie einen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten.
