Nachhaltigkeit spielerisch entdecken: Umweltbewusstsein in Deutschland fördern

Deutschland, bekannt für seine malerischen Landschaften, reiche Geschichte und innovative Technik, steht auch an vorderster Front, wenn es um das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit geht. Doch wie können wir dieses wichtige Thema – von der Müllvermeidung bis zum bewussten Konsum – im Alltag verankern, insbesondere bei der jüngeren Generation? Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit und zeigt auf, wie Umweltbildung in Deutschland lebendig und greifbar gemacht werden kann. Unser Ziel ist es, eine tiefgreifende Wertschätzung für unsere Umwelt zu fördern und jeden Einzelnen zu inspirieren, aktiv an einer nachhaltigeren Zukunft mitzuwirken.

Die Förderung des Umweltbewusstseins ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie beginnt nicht bei globalen Konferenzen, sondern direkt vor unserer Haustür, auf unseren Schulhöfen und in unseren Gemeinden. Es geht darum, kritische Fragen zu stellen, Gewohnheiten zu hinterfragen und kreative Lösungen zu finden. Indem wir uns diesen Themen widmen, eröffnen wir nicht nur Wege zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen, sondern stärken auch das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge unserer Welt. So wird Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil unserer deutschen Identität und unserer zukünftigen Entwicklung, nicht zuletzt durch innovative Ansätze, die wir bei vaionic erkunden.

Müll vermeiden und Umwelt schützen: Eine saubere Sache für alle

Der Anblick von Müll auf Schulhöfen, in Parks oder entlang von Wegen ist leider keine Seltenheit und ein sichtbares Zeichen für das Problem des “Litterings”. Es ist essentiell, mit Kindern und Jugendlichen über ihren eigenen Umgang mit Abfall zu sprechen. Welche Gründe gibt es dafür, Müll einfach fallen zu lassen – und sind es vielleicht doch eher Ausreden? Gemeinsam können wir darüber nachdenken, welche Orte besonders häufig vermüllt sind und warum das so ist. Welcher Müll wird am häufigsten weggeworfen und welche gravierenden Auswirkungen hat dies auf unsere Umwelt und die Tierwelt in Deutschland?

Ein erster wichtiger Schritt ist natürlich das gemeinsame Einsammeln von herumliegendem Müll, beispielsweise mit einer praktischen Abfallzange. Darüber hinaus sollte man überlegen, wie die Vermüllung spezifischer Bereiche wie Spielplätze oder Gewerbegebiete dauerhaft verhindert werden kann. Fehlt es an ausreichenden Mülleimern oder doch eher am Umweltbewusstsein der Menschen? Eine direkte Konfrontation mit einem Müllsünder kann zwar herausfordernd sein, aber auch zu einem wichtigen Gespräch über verantwortungsvolles Verhalten führen.

Ein spannender “Fun Fact” in diesem Zusammenhang ist der Begriff Plogging. Diese Natursportart kombiniert das schwedische Wort “plocka” (aufheben, pflücken) mit “Jogging”. Jogger bewaffnen sich dabei mit Handschuhen und Müllsäcken, um während ihrer Laufrunde aktiv Müll einzusammeln. Das dabei notwendige Bücken trainiert zusätzlich die Rückenmuskulatur. Im November 2023 fand sogar die erste Weltmeisterschaft im Müllsammeln in Japan statt, wo der Sport Spogomi genannt wird (spo-tsu bedeutet Sport, gomi bedeutet Müll). Solche Initiativen zeigen, wie Umweltschutz spielerisch und mit körperlicher Betätigung verbunden werden kann, was auch in deutschen Städten immer mehr Anklang findet.

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Kreatives Upcycling: Aus alt mach neu!

Nicht alles, was wir achtlos wegwerfen, ist tatsächlich unbrauchbar. Im Gegenteil: Mit ein wenig Einfallsreichtum und Kreativität lassen sich aus scheinbaren Abfallprodukten fantastische neue Dinge herstellen. Upcycling ist nicht nur eine nachhaltige Praxis, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, etwas Neues zu lernen und den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen. Die selbstgemachten Alternativen stehen gekauften Produkten oft in nichts nach, sind kostengünstig und fördern gleichzeitig die Kreativität und den Ideenreichtum.

Ob Kunstwerke, Spiele und Spielzeug, eigene Kulissen für ein Erzähltheater, praktische Taschen oder sogar innovative Unterrichtsmaterialien – mit dem richtigen “Müll” ist alles möglich. Es lohnt sich, gemeinsam zu überlegen, welche Arten von Abfall im Schulalltag häufig anfallen und wie man daraus etwas Wunderbares zaubern könnte. Denkbare Themenfelder für Upcycling-Projekte in deutschen Schulen könnten sein:

  • Dinge, die aus einem bestimmten Material wie Plastik, Glas oder Holz hergestellt werden.
  • Gemeinschaftsarbeiten wie Collagen, Bühnenbilder oder Kostüme, die das soziale Miteinander fördern.
  • Materialien, die in verschiedenen Fächern wie Deutsch (z. B. zum Kennenlernen von Buchstaben) oder Mathematik (zum Zählen oder für Körpernetze) sinnvoll eingesetzt werden können.

Upcycling lehrt uns, Ressourcen wertzuschätzen und die Lebensdauer von Produkten zu verlängern. Es ist ein hervorragender Weg, Nachhaltigkeit praktisch zu erfahren und ein Bewusstsein für Materialkreisläufe zu schaffen, was in der deutschen Bildung immer stärker betont wird.

Wo kommt unser Essen her? Eine Reise vom Feld auf den Teller

Für viele Kinder, und oft auch für Erwachsene, scheint das Essen einfach aus dem Supermarkt zu kommen. Doch diese Annahme vernachlässigt die oft weite Reise, die unsere Lebensmittel zurücklegen, und den damit verbundenen CO2-Fußabdruck. Wir kaufen oft, was wir glauben zu brauchen oder worauf wir gerade Lust haben, ohne die Herkunft und die Umweltauswirkungen wirklich zu hinterfragen. Selbst wenn man Wert auf nachhaltige Lebensmittel legt, ist die Umsetzung nicht immer einfach, da die Herkunft, besonders bei weiterverarbeiteten Produkten, oft nicht klar deklariert ist.

Es ist eine wertvolle Erfahrung, mit Schülerinnen und Schülern auf eine kleine Entdeckungsreise zu gehen und das eigene Essverhalten zu reflektieren. Leitfragen, die gemeinsam beantwortet werden können, sind beispielsweise:

  • Auf welche Lebensmittel möchte ich nicht verzichten und warum? Welche Produkte könnten wir ohne weltweiten Handel in Deutschland nicht kaufen? Gibt es regionale Alternativen?
  • Woher kommen unser Obst und Gemüse und warum? Ein Ausflug in einen deutschen Discounter kann hier erste spannende Antworten liefern.
  • Wo liegen die Länder, aus denen unsere Lebensmittel stammen? Warum sind lange Transportwege schlecht für das Klima?
  • Was genau ist in unseren Lebensmitteln enthalten? Kennen die Kinder alle Inhaltsstoffe von beliebten Produkten wie Nutella und Käse (Stichworte: Palmöl und Lab)? Welche Rolle spielen Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker? Auch hier ist ein Supermarktbesuch ideal, um Etiketten zu studieren oder die heimischen Vorräte zu durchforsten.
  • Was bedeutet der Nutri-Score und ergibt die Einstufung auf den ersten Blick immer Sinn, abgesehen davon, dass die Kennzeichnung in Deutschland freiwillig ist? (Ein Beispiel: Tiefkühlpommes können die beste Stufe A erreichen – bevor sie frittiert und gesalzen werden.)
  • Auf welche Lebensmittel kann ich ausweichen, wenn ich mich fleischfrei ernähren, aber nicht auf den Geschmack von Wurst und Fleisch verzichten will? Was enthalten diese Ersatzprodukte und sind sie immer gesund und/oder gut fürs Klima?
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Diese Fragen fördern ein kritisches Bewusstsein für globale Lieferketten und die Auswirkungen unserer Ernährungsgewohnheiten. Sie tragen dazu bei, informierte Entscheidungen zu treffen und einen nachhaltigeren Lebensstil zu pflegen, der in Deutschland immer mehr Bedeutung gewinnt.

Der Regenwald: Grüne Lunge der Erde und unser Einfluss

Der Regenwald – ein Begriff, der sofort Bilder von üppigem Grün und exotischen Tieren hervorruft. Doch wie kommt er zu seinem Namen, wo auf der Erde gibt es Regenwälder, welche Tiere und Pflanzen leben dort, und warum ist er so entscheidend für unser Klima? Welche Bedrohungen existieren und was haben scheinbar alltägliche Produkte wie Schokolade oder Fast-Food-Ketten wie McDonald’s damit zu tun?

Im Internet gibt es eine Fülle hervorragender Unterrichtsmaterialien, um diese Fragen zu erforschen und das eigene Konsumverhalten einmal mehr kritisch zu hinterfragen. Im Jahr 2022 wurden erschreckende 41.000 km² des tropischen Regenwaldes zerstört. Das entspricht pro Minute der Fläche von 10 Fußballfeldern. Besonders stark betroffen ist seit Jahrzehnten Brasilien, ein Land, dessen wirtschaftliche Entwicklung oft mit der Abholzung einhergeht.

Die Gründe für diese massive Zerstörung sind vielfältig, basieren aber letztlich alle auf unserem Wunsch nach Konsum und Profit:

  • Anbau von Nutzpflanzen wie Soja, Kakao, Palmöl oder Kautschuk, die in zahlreichen Produkten des täglichen Bedarfs landen, auch in Deutschland.
  • Viehzucht, um den globalen Fleischkonsum zu decken.
  • Holzeinschlag für Möbel, Papier und andere Holzprodukte.
  • Abbau von Bodenschätzen.
  • Bau von Straßen und Infrastruktur.

Nicht umsonst wird der Regenwald oft als die grüne Lunge der Erde bezeichnet. Er nimmt riesige Mengen CO2 aus der Atmosphäre auf und produziert Sauerstoff. Er bindet zudem große Mengen Kohlenstoff, die sonst als CO2 in die Atmosphäre gelangen würden, speichert enorme Mengen Wasser und beherbergt unzählige Pflanzenarten, deren Inhaltsstoffe für Medikamente genutzt werden. Wir schaden uns also selbst in hohem Maße, wenn wir die Vernichtung der Regenwälder weiter vorantreiben, anstatt sie aktiv zu schützen und zu bewahren. Das Bewusstsein für diese globalen Zusammenhänge ist in Deutschland stark ausgeprägt und treibt viele Initiativen voran.

Ein Leben ohne Strom? Die Bedeutung der Energie in unserem Alltag

Strom ist für uns in Deutschland so alltäglich und selbstverständlich wie die Luft zum Atmen oder Plastikverpackungen in Geschäften. Doch das war nicht immer so, und auch heute verfügen nicht alle Menschen weltweit über einen zuverlässigen Stromanschluss. Daher bietet das Thema Energie und Strom vielfältige Ansatzpunkte, um sich eingehender mit seiner Bedeutung auseinanderzusetzen, zum Beispiel durch folgende Fragen und Überlegungen:

  • Was ist Strom überhaupt, und woher kommt er? Woran bemisst sich sein Preis? Wie funktioniert eine Stromerzeugungsanlage? Vielleicht können Sie gemeinsam eine besuchen und sich ein Bild vor Ort machen?
  • Welche Dinge in unserem täglichen Leben sind auf Strom angewiesen? Was würden wir tun, wenn wir plötzlich keinen Strom mehr hätten – sei es nur für Stunden oder gar Tage?
  • Was würde in einer gesamten Stadt, im ganzen Land oder weltweit passieren, wenn es plötzlich zu einem großflächigen Stromausfall käme?
  • Wie leben Menschen heute in Regionen ohne Strom? Und wie haben unsere (Ur-)Großeltern diese Herausforderung in Deutschland gemeistert?
  • Wie können wir im Alltag bewusst Strom sparen, und warum ist dies eine so gute und wichtige Idee für die Umwelt und unseren Geldbeutel?

Diese Fragen regen zum Nachdenken über unsere Abhängigkeit von Energie an und fördern das Verständnis für die Notwendigkeit eines bewussten und sparsamen Umgangs mit dieser Ressource. Die Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien sind zentrale Säulen der deutschen Nachhaltigkeitspolitik, und ein frühes Verständnis dieser Konzepte ist entscheidend.

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Fast Fashion: Der Preis der billigen Kleidung

Kleidung ist Kleidung – oder doch nicht? Warum tragen wir überhaupt Kleidung? Welche verschiedenen Arten von Berufs- und Alltagskleidung gibt es? Und woher kommen all diese Kleidungsstücke eigentlich? Schon Kinder legen Wert auf ihre eigene Kleidung: Soll sie billig, hübsch, bequem oder eine bestimmte Marke sein? (Dabei ist natürlich darauf zu achten, niemanden bloßzustellen; niemand muss seine finanziellen Möglichkeiten offenlegen.)

Fast Fashion stellt ein immer größer werdendes Problem im Hinblick auf den Klimawandel dar und hat oft nichts mit fairen Arbeitsbedingungen zu tun. Gleichzeitig betreiben Fast-Fashion-Unternehmen in den sozialen Medien viel Greenwashing, das man kritisch hinterfragen sollte, anstatt Influencern zu folgen, die für diese Marken werben. Die Hauptzielgruppe von Fast Fashion liegt passenderweise zwischen 14 und 18 Jahren, einer Altersgruppe, die besonders empfänglich für Trends ist.

Es wird immer mehr Kleidung zu den billigsten Preisen gekauft, während die Qualität stetig sinkt. Daher ist Fast Fashion oft nicht für die Weitergabe als Second-Hand-Ware geeignet und aufgrund der geringen Kosten sowie der gemischten Materialien kaum recycelbar. Der Kleidungsmüll landet entweder zur minderwertigen Verwertung oder auf Mülldeponien, beispielsweise in Südamerika und Afrika. Dort schadet er der Umwelt massiv, denn Textilien können ähnlich giftig wie Autoreifen sein, da sie Mikroplastik und Chemikalien freisetzen.

Viele Probleme rund um Fast Fashion, wie Herkunft und Herstellung, Arbeitsbedingungen und Materialien sowie Lieferketten und Warenvernichtung, werden im Kinderbuch “Magische Welt der Dinge Band 1 Antons geheime Reise mit Paul Pulli” von Alexandra Wagner thematisiert. Dazu gibt es ganze 26 Seiten Begleitmaterial als herunterladbare PDF, die hervorragend für den Unterricht geeignet sind. Danach sind Schülerinnen und Schüler über Fast Fashion wahrscheinlich besser informiert als die meisten Erwachsenen und somit hoffentlich künftig widerstandsfähiger gegenüber Greenwashing und blindem Konsum – zumindest ein bisschen. Die kritische Auseinandersetzung mit Konsumverhalten ist ein wichtiger Pfeiler der Umweltbildung in Deutschland.

Fazit: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft in Deutschland

Die Entdeckung der Nachhaltigkeit in Deutschland ist eine fortlaufende Reise, die uns alle betrifft. Von der Achtsamkeit im Umgang mit unserem täglichen Müll über kreatives Upcycling und die bewusste Wahl unserer Lebensmittel bis hin zum Verständnis globaler Zusammenhänge wie dem Schutz des Regenwaldes, der Bedeutung von Energie und den Auswirkungen der Fast Fashion – all diese Themen sind eng miteinander verknüpft und essenziell für unsere gemeinsame Zukunft.

Es ist unsere Verantwortung als Gesellschaft, insbesondere aber als Lehrende und Eltern, die Grundlagen für ein starkes Umweltbewusstsein zu legen. Indem wir Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, kritisch zu denken, Fragen zu stellen und aktiv Lösungen mitzugestalten, befähigen wir sie, informierte Entscheidungen zu treffen und eine nachhaltigere Welt zu schaffen. Jede kleine Handlung zählt, und gemeinsam können wir einen großen Unterschied machen. Lassen Sie uns weiterhin die Schönheit und Vielfalt Deutschlands entdecken, während wir gleichzeitig unsere Umwelt schützen und für kommende Generationen bewahren. Engagieren Sie sich, informieren Sie sich und seien Sie Teil der Bewegung für ein umweltbewusstes Deutschland!