Manchmal sind es die vergessenen Geschmäcker, die uns auf eine ganz besondere Reise schicken. Eine Reise zurück in die Kindheit, an ferne Strände oder zu glücklichen Momenten. Genau diese Magie des Wiederentdeckens hat mich kürzlich bei einem Blogevent zum Nachdenken angeregt. Welches Gericht würde mich nicht nur kulinarisch, sondern auch emotional tief berühren und mich zu einem Rezept inspirieren? Es musste etwas Besonderes sein, etwas, das seit Langem auf seine Wiederentdeckung wartete. Und so kam mir eine Idee: Natillas, die köstliche venezolanische Cremespeise, die ich am Strand von Venezuela so geliebt habe.
Meine Inspiration fand ich dabei nicht in einem Kochbuch, sondern in einem literarischen Werk, das mich stets zum Schmunzeln bringt: „Glück kommt selten allein …“ von Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Ein Buch, das mit humorvoller Leichtigkeit medizinisches Wissen vermittelt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Es ist diese Art von Literatur, die uns nicht nur unterhält, sondern auch neue Perspektiven auf das Leben und, wie in diesem Fall, auf den Genuss eröffnet. Wenn Sie selbst gerne süße Gerichte entdecken, finden Sie vielleicht auch Inspiration für ein süßes pfannkuchen rezept süß auf unserer Seite.
Die Philosophie des Genusses nach Eckart von Hirschhausen
Dr. Eckart von Hirschhausen ist ein faszinierender Mensch – ein Arzt, der zum Kabarettisten wurde und dabei seine Fähigkeit bewahrt hat, komplexe Themen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. In seinem Buch widmet er ein ganzes Kapitel dem Genuss, spricht über Tanzen, Ärger und eben auch über das Essen. Und genau hier fand ich den Schlüssel zu meiner Wiederentdeckung der Natillas.
Hirschhausen schreibt: „Genuss lässt sich steigern – aber nicht, wie wir gerne meinen, mit der Menge, sondern durch die Intensität und das gezielte Unterbrechen […] Genuss zu unterbrechen, steigert den Genuss.“ Diese Worte haben mich tief beeindruckt und sofort eine Idee in mir geweckt: Was wäre, wenn ich etwas esse, das ich liebe und seit Jahren nicht mehr genossen habe? Würde das nicht zu einem unvergesslichen Glücksmoment führen? Die Theorie besagte, dass der Genuss, durch die lange Unterbrechung, maximal intensiv sein müsste.
Natillas: Ein süßer Traum aus Venezuela
Natillas sind für mich weit mehr als nur eine einfache Cremespeise. Sie sind gelb, süß, herrlich kalt und unglaublich lecker. Jedes Mal, wenn ich sie am Strand in Venezuela aß, reichte eine Portion nie aus – ich musste immer sofort eine zweite bestellen. Es ist die perfekte Nachspeise, die die südamerikanische Leichtigkeit und Süße in jedem Löffel einfängt. Das bloße Gedanken an sie weckt Erinnerungen an warme Sommertage und das Rauschen des Meeres. Sie sind eine ideale, leichte Ergänzung nach einem herzhaften Essen oder einfach als kleine Auszeit für die Seele.
Zutaten für Natillas auf einem Holztisch
Das einfache Natillas Rezept – So gelingt die cremige Versuchung
Mit Hirschhausens Worten im Kopf machte ich mich auf die Suche nach dem Originalrezept. In meinem Kochbuch „Mi Cocina“ von Scanone wurde ich fündig. Und ich war überrascht, wie unglaublich einfach es ist, diesen himmlischen Nachtisch zuzubereiten! Warum hatte ich es nicht schon früher versucht? Keine Ahnung, aber die Vorfreude auf die erste Natilla nach all den Jahren war riesig. Es ist eine Freude, solche einfachen und doch so wirkungsvollen Rezepte zu entdecken. Ähnlich unkompliziert und doch so beliebt sind auch Klassiker wie arme ritter oder der berliner pfannkuchen, die oft Kindheitserinnerungen wecken.
Der Moment der Wiederentdeckung
Und dann war er da, der lang ersehnte Moment. Die Natilla war perfekt kalt, süß, gelb und so cremig, dass sie auf der Zunge zerging. Mit jedem Löffel spürte ich die Sommerhitze, das Salz auf der Haut und die Leichtigkeit des Seins am Meer. Die erste Natilla nach so langer Zeit – dieser Moment war purer, ungeteilter Genuss. Es war eine Explosion der Sinne, eine Zeitreise, die mich direkt zurück in meine schönsten Urlaubserinnerungen versetzte. Genau das, wovon Hirschhausen sprach: Die Intensität des Genusses durch die Unterbrechung. Es war ein wahrhaft magischer Moment der vollkommenen Zufriedenheit.
Frisch zubereitete Natillas mit Zimt bestreut
Die Grenzen des Genusses: Wenn mehr nicht immer besser ist
Doch wie Hirschhausen treffend bemerkte, funktioniert dieser Effekt nur bis zu einem gewissen Punkt. Als ich die zweite Natilla aß, setzte dieses „ratter … ratter … ratter“ in meinem Gehirn ein. War die erste süßer? War sie cremiger? Könnte ich sie noch verbessern? Plötzlich war der pure Genuss der Analyse gewichen. Die Magie des ersten Moments ließ nach. Die Theorie von Dr. Hirschhausen bewies sich einmal mehr: Die erste Natilla war perfekt, ein Höhepunkt des Genusses. Doch der Versuch, die Intensität durch die Menge zu steigern, führte nicht zu mehr Glück, sondern zu einer kritischen Bewertung. Dies ist eine Erkenntnis, die man auch auf andere Leckereien anwenden kann, wie zum Beispiel bei einem frisch gebackenen krapfen rezept, dessen erster Biss oft der beste ist.
Nahaufnahme einer cremigen Natilla
Mehr als nur ein Dessert: Glück im Wiederentdecken
Trotz der Erkenntnis, dass die zweite Natilla nicht die gleiche Intensität erreichte, war ich glücklich. Ich hatte nicht nur eine köstliche Erinnerung wiederbelebt, sondern auch eine wertvolle Lektion über den Genuss gelernt. Es ist die achtsame Wertschätzung des Moments, die den Genuss maximiert, nicht die schiere Menge.
Diese Erfahrung hat mich dazu inspiriert, weitere alte Rezepte, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind, wiederzuentdecken und ihre Geschichten mit euch zu teilen. Es ist eine wunderbare Sache, sich auf diese kulinarischen Reisen zu begeben und die kleinen Freuden des Lebens neu zu entdecken. Die Küche, und insbesondere das Backen, bietet unzählige Möglichkeiten für solche Entdeckungen. Ob es nun ein einfaches berliner kurier rezepte ist oder ein komplexeres Gericht – das Wiederentdecken alter Favoriten kann eine Quelle großer Freude sein.
Gläser mit Natillas und einem Löffel
Natillas (Cremespeise)
Ein sehr einfaches Rezept für eine köstliche Cremespeise aus Südamerika.
4.67 von 9 Stimmen
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Kurzinfo
- Vorbereitungszeit: 5 Minuten
- Zubereitungszeit: 5 Minuten
- Gesamtzeit: 10 Minuten
- Portionen: 4
Zutaten
- 500 ml kalte Milch
- 1 Eigelb
- 2 Esslöffel Speisestärke
- 1 Prise Salz
- ½ Tasse Zucker
Bildschirm bleibt an
Anleitungen
- Alle Zutaten in einen Topf geben und mit einem Schneebesen gründlich vermischen.
- Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren die Mischung zum Kochen bringen.
- Eine Minute kochen lassen, bis die Mischung dickflüssig wird und eine cremige Konsistenz erreicht.
- Den Topf von der Kochstelle nehmen.
- Die Masse in kleine Becher oder Dessertschalen verteilen und nach Belieben mit Zimt bestreuen.
- Kalt stellen und anschließend genießen.
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Referenz: Hirschhausen, Eckart von (2009). Glück kommt selten allein … Rowohlt Verlag. ISBN: 978-3-498-02981-2.
Fazit: Was entdeckst du als Nächstes wieder?
Die Geschichte der Natillas und die Weisheit von Dr. Hirschhausen lehren uns, dass wahrer Genuss oft in der Achtsamkeit und der bewussten Unterbrechung liegt. Es ist nicht die Menge, die uns glücklich macht, sondern die Qualität des Erlebten. Ich ermutige dich, auch deine eigenen kulinarischen Erinnerungen zu durchstöbern. Welches Gericht wartet darauf, von dir wiederentdeckt zu werden? Kommt so das Glück auch zu dir? Teile deine Gedanken und Erlebnisse mit uns – denn geteilter Genuss ist doppelter Genuss!
