Mit den kälteren Monaten kehrt oft auch die Erkältungszeit zurück, begleitet von lästigem Schnupfen und verstopften Nasen. Viele Menschen suchen nach natürlichen und effektiven Wegen, um diese Beschwerden zu lindern und die Genesung zu beschleunigen. Eine Methode, die in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen hat, ist die Nasendusche. Doch kann das einfache Ausspülen der Nase tatsächlich eine wirksame Lösung sein, um Erkältungen, Grippe oder sogar die Auswirkungen von Corona zu mildern? In diesem Artikel beleuchten wir, wie Nasenspülungen funktionieren, wie sie korrekt angewendet werden und für wen sie geeignet sind.
Wie Nasenspülungen wirken
Die Vorstellung, Krankheitserreger einfach wegspülen zu können, mag zunächst zu schön klingen, um wahr zu sein. Tatsächlich sind Nasenduschen jedoch hervorragend geeignet, um die Nasenhöhlen zu reinigen. Mit einer speziellen salzhaltigen Flüssigkeit können sie Verkrustungen in der Nase sanft lösen, überschüssigen Schleim entfernen und so die Atemwege befreien. Dieser mechanische Reinigungseffekt hilft nicht nur, Partikel wie Pollen und Staub, sondern auch Viren und Bakterien aus der Nase zu spülen. Dadurch wird die Nasenschleimhaut befeuchtet und ihre natürliche Reinigungsfunktion unterstützt, was zu einem angenehmeren Gefühl und einer erleichterten Nasenatmung führt. Es muss also nicht immer zu aggressiven Nasensprays gegriffen werden; eine Nasenspülung kann hier oft eine sanfte, aber effektive Linderung verschaffen.
Die richtige Anwendung einer Nasendusche
Die Anwendung einer Nasendusche ist unkompliziert und kann leicht in den Alltag integriert werden. Ob Sie eine spezielle Spülkanne, eine Kunststoffflasche mit Nasenaufsatz oder ein einfaches Gefäß verwenden, der Markt bietet diverse Optionen. Entscheidend ist die richtige Spüllösung. Diese kann fertig in der Apotheke erworben oder ganz einfach zu Hause mit Wasser und Salz selbst hergestellt werden. Hierbei ist jedoch unbedingt auf die korrekte Konzentration zu achten, um die empfindliche Nasenschleimhaut nicht zu reizen.
Meist wird eine sogenannte isotone Salzlösung empfohlen. Bei dieser Lösung liegt die Salzkonzentration auf einem ähnlichen Niveau wie der natürliche Salzgehalt in den menschlichen Zellen. Für eine selbstgemachte isotone Lösung lösen Sie 9 Gramm spezielles Nasenspülsalz (kein Kochsalz) in einem Liter körperwarmem Wasser auf. Die Temperatur des Wassers ist dabei entscheidend, denn zu kaltes oder zu heißes Wasser kann die Schleimhäute irritieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Nasenspülung:
- Reinigung: Reinigen Sie die Nasendusche vor jedem Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser, um Hygiene zu gewährleisten.
- Vorbereitung: Füllen Sie den Behälter der Nasendusche mit lauwarmem bis maximal handwarmem Wasser.
- Salzzugabe: Geben Sie das Nasenspülsalz hinzu und schütteln Sie das Gefäß gut, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat.
- Positionierung: Beugen Sie sich über ein Waschbecken, neigen Sie Ihren Kopf leicht zur Seite und öffnen Sie den Mund. Der Mund bleibt während des gesamten Vorgangs geöffnet, um einen Unterdruck zu vermeiden.
- Spülung: Setzen Sie den Nasenaufsatz an das obere Nasenloch. Die Wasser-Salz-Lösung fließt nun durch dieses Nasenloch, reinigt die Nasenhöhlen und tritt durch das untere Nasenloch wieder aus.
- Wiederholung: Es genügt in der Regel, die Spülung auf einer Seite durchzuführen, da die Flüssigkeit die gesamte Nase reinigt. Bei Bedarf kann der Vorgang jedoch auch auf der anderen Seite wiederholt werden.
- Nachbereitung: Schnäuzen Sie die Nase anschließend sanft aus, um Restflüssigkeit und gelösten Schleim zu entfernen. Vermeiden Sie dabei zu starkes Schnäuzen.
Für wen Nasenspülungen geeignet sind – und wann nicht
Nasenspülungen sind ein vielseitiges Hilfsmittel, das in verschiedenen Situationen Linderung verschaffen kann. Sie sind besonders zu Beginn einer Erkältung ideal, um den festsitzenden Schnupfen zu lösen und die Beschwerden zu mildern. Auch bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung bieten sie oft eine wohltuende Wirkung, indem sie die Schleimhäute reinigen und Entzündungen reduzieren helfen. Allergiker, die unter Heuschnupfen oder Hausstauballergie leiden, profitieren ebenfalls von regelmäßigen Spülungen, da diese Allergene aus der Nase entfernen. Nach starker Staub- oder Schmutzbelastung können Nasenduschen die Atemwege von Fremdpartikeln befreien und das Wohlbefinden steigern.
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen von einer Nasendusche abgeraten wird. Bei einem hartnäckigen Schnupfen, wenn sich die Viren bereits tief in der Schleimhaut festgesetzt haben, ist der Nutzen einer Nasendusche begrenzt, da die Erreger sich nicht mehr einfach wegspülen lassen. Experten raten zudem von Nasenspülungen ab, wenn die Nebenhöhlen stark entzündet und vereitert sind oder wenn die Nase blutet. Auch zur reinen Vorbeugung ist eine langfristige und übermäßige Anwendung nicht empfehlenswert, da das salzhaltige Wasser bei Dauergebrauch austrocknend wirken und die Schleimhäute schwächen kann, was sie ironischerweise anfälliger für Infekte macht.
Überblick: Wann ist eine Nasenspülung von Vorteil?
- Bei beginnender Erkältung und Schnupfen
- Bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung
- Bei Allergien (z.B. Heuschnupfen, Hausstaub)
- Nach starker Staub- oder Schmutzbelastung
Nasenduschen im Kampf gegen Corona?
In der Zeit der Corona-Pandemie kam die Frage auf, ob Nasenspülungen auch einen Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung bieten könnten. US-amerikanische Wissenschaftler haben dazu vielversprechende Studien durchgeführt. In einer klinischen Studie konnten positiv auf Covid-19 getestete Patienten ihr Risiko senken, mit einem schweren Krankheitsverlauf in ein Krankenhaus eingeliefert werden zu müssen. Die Teilnehmer nutzten hierfür Nasenduschen oder gurgelten mit Salzlösung. Dies deutet darauf hin, dass Nasenspülungen tatsächlich dazu beitragen könnten, die Viruslast in den oberen Atemwegen zu reduzieren und somit möglicherweise das Risiko für schwere Verläufe zu mindern. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Nasenspülungen eine unterstützende Maßnahme sind und keinen Ersatz für medizinische Behandlungen oder Impfungen darstellen.
Fazit und Empfehlung
Die Nasendusche ist ein wertvolles Hausmittel zur Linderung von Beschwerden bei Erkältungen, Allergien und zur allgemeinen Nasenhygiene. Ihre Fähigkeit, Schleim, Verkrustungen und potenziell schädliche Partikel effektiv aus den Nasenhöhlen zu spülen, macht sie zu einem sanften, aber wirksamen Instrument für freie Atemwege. Die korrekte Anwendung mit einer isotonen Salzlösung ist dabei entscheidend, um die Schleimhäute zu schonen und den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Während Nasenspülungen bei akuten Beschwerden und bestimmten Allergien große Erleichterung verschaffen können, ist es wichtig, die Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, insbesondere bei starker Entzündung, Nasenbluten oder dem Wunsch nach rein präventiver Langzeitanwendung.
Integrieren Sie die Nasendusche bewusst und richtig in Ihre Gesundheitsroutine, um von ihren Vorteilen zu profitieren. Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Symptomen ist es jedoch stets ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Ihre Gesundheit steht an erster Stelle.
Quellen
- BRISANT
- MDR Wissen
- NDR
- Apotheken Umschau
- hals-nase-ohren.com
