Testosteron, das primäre männliche Sexualhormon, spielt eine entscheidende Rolle weit über die reine Fortpflanzungsfunktion hinaus. Es wird hauptsächlich in den Hoden von Männern und in geringeren Mengen auch in den Eierstöcken von Frauen produziert. Bekannt ist es vor allem für seinen Einfluss auf die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale während der Pubertät, wie etwa Bartwuchs, tiefere Stimme und die Zunahme der Muskelmasse.
Für alle, die sportlich aktiv sind, ist Testosteron von besonderer Bedeutung. Es ist ein Schlüsselhormon, das:
- Muskelwachstum und die schnelle Regeneration der Muskulatur fördert.
- Direkt die Muskelkraft und die allgemeine sportliche Leistungsfähigkeit beeinflusst.
- Energie und Ausdauer spürbar steigert.
- Die Knochendichte verbessert und somit zur Knochengesundheit beiträgt.
- Den Fettstoffwechsel reguliert und die Körperzusammensetzung positiv beeinflusst.
Mit zunehmendem Alter, typischerweise ab dem 30. Lebensjahr, und durch bestimmte Lebensgewohnheiten beginnt der natürliche Testosteronspiegel zu sinken. Dieser Rückgang kann, wie Studien belegen, zu einer Reihe von Beschwerden führen, darunter Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Haarausfall, Libidoverlust und sogar Erektionsstörungen. Auch im Training können sich die Auswirkungen eines Testosteronmangels bemerkbar machen: Der Körper neigt verstärkt zur Einlagerung von Körperfett, es kommt zu Muskelabbau und die Muskelkraft nimmt merklich ab.
Um Muskelabbau und Testosteronmangel effektiv entgegenzuwirken, ist eine Kombination aus speziellem Ernährungs- und Trainingsplan essenziell. Erfahren Sie, wie Sie gezielt Muskelmasse aufbauen und Ihre Leistungsfähigkeit optimieren können.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass ein tatsächlicher Testosteronmangel nur von einem Arzt oder einer Ärztin durch eine Blutentnahme und Hormonstatusprüfung sicher festgestellt werden kann. Von der Selbstmedikation mit dubiosen Produkten aus dem Internet ist dringend abzuraten.
Testosteronspiegel natürlich erhöhen: Effektive Wege und Lebensmittel
Glücklicherweise gibt es zahlreiche natürliche Ansätze, um den Testosteronspiegel positiv zu beeinflussen und zu unterstützen. Die Ernährung spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Lebensmittel, die Ihren Testosteronspiegel auf natürliche Weise steigern können
Obwohl die Forschung über den direkten Einfluss einzelner Nahrungsmittel auf den Testosteronspiegel noch nicht abgeschlossen ist und es widersprüchliche Studienergebnisse gibt, zeigen einige Lebensmittel vielversprechende Wirkungen.
1. Omega-3-Fettsäuren: Der Booster aus dem Meer
Fettreicher Fisch wie Lachs oder Makrele ist eine ausgezeichnete Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Diese mehrfach ungesättigten Fette sind an vielen lebenswichtigen Körperprozessen beteiligt. Eine Studie deutet darauf hin, dass die Einnahme von Omega-3-Präparaten die Hodenfunktion verbessern kann, was sich an der Spermienqualität und dem Spiegel der Fortpflanzungshormone, einschließlich Testosteron, bei gesunden Männern zeigte. Eine weitere Untersuchung an älteren Männern (60 bis 69 Jahre) stellte fest, dass ein höherer Fischkonsum, insbesondere von magerem Fisch, mit höheren Testosteronwerten assoziiert war.
Wer regelmäßig Fisch isst, muss Omega-3 in der Regel nicht zusätzlich supplementieren.
Auch pflanzliche Lebensmittel sind reich an Omega-3-Fettsäuren, allen voran Leinöl und Leinsamen. Für Personen, die keinen Fisch mögen oder sich vegetarisch/vegan ernähren, kann eine Supplementierung mit Fischöl- oder Krillöl-Kapseln sinnvoll sein.
2. Zinkreiche Lebensmittel: Ein Mineralstoff mit großer Wirkung
Ein Mangel an Zink kann den Testosteronspiegel negativ beeinflussen und die Spermienqualität mindern, wie Studien belegen. Eine ältere, aber relevante Untersuchung zeigte, dass eine sechsmonatige Zink-Supplementierung bei Männern mit leichtem Zinkmangel zu einem Anstieg des Serum-Testosterons führte. Dies legt nahe, dass Zink eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Testosteronspiegels spielen kann.
Integrieren Sie daher bewusst zinkreiche Lebensmittel in Ihre tägliche Ernährung. Dazu gehören Nüsse, Samen, Eier, Rindfleisch, Weizenkeime und – als absoluter Zink-Spitzenreiter – Austern, die Sie gelegentlich genießen können.
3. Vitamin D: Das Sonnenhormon
Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass Männer mit höheren Vitamin-D-Spiegeln auch höhere Testosteronwerte aufwiesen. Im Umkehrschluss ergab eine weitere Untersuchung, dass Männer mit einem Vitamin-D-Mangel mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen niedrigen Testosteronspiegel haben.
Neuere Studien, die die Auswirkungen einer Vitamin-D-Supplementierung auf den Testosteronspiegel untersuchten, konnten jedoch keinen signifikanten Effekt feststellen. Trotzdem ist Vitamin D für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich, darunter die Zellteilung, die Aufrechterhaltung des Immunsystems sowie die Gesundheit von Knochen und Zähnen. Daher schadet es keinesfalls, mehr Vitamin-D-reiche Lebensmittel wie fettreichen Fisch, Champignons oder Eier in den Speiseplan aufzunehmen.
4. Magnesium: Der essentielle Mineralstoff für Muskeln und Hormone
Studien haben gezeigt, dass Magnesium einen positiven Einfluss auf den anabolen Hormonstatus, einschließlich Testosteron, bei Männern haben kann. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2011 beispielsweise untersuchte die Effekte einer vierwöchigen Magnesium-Supplementierung in Kombination mit körperlicher Betätigung auf den Testosteronspiegel von Taekwondo-Sportlern und sitzenden Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Werte des freien und des Gesamttestosterons in beiden Gruppen anstiegen, wobei der Anstieg bei den Sportlern signifikant höher war. Dies deutet darauf hin, dass Magnesium, insbesondere in Verbindung mit körperlicher Aktivität, den Testosteronspiegel erhöhen kann.
Ein Smoothie mit Spinat, Haferflocken und Leinsamen ist eine hervorragende Quelle für Magnesium.
Der lebenswichtige Mineralstoff Magnesium verbessert zudem die Muskel- und Nervenfunktion, ist maßgeblich am Energiestoffwechsel beteiligt und fördert einen erholsamen Schlaf.
Integrieren Sie daher unbedingt mehr magnesiumreiche Lebensmittel in Ihren Ernährungsplan:
- Spinat, Mangold und anderes grünes Blattgemüse
- Kerne (Kürbis-, Pinien- oder Sonnenblumenkerne)
- Leinsamen und Sesam
- Nüsse
- Haferflocken, Amaranth & Quinoa
- Weizenkleie und Weizenkeime
Extra-Tipp: Trink Granatapfelsaft!
Historisch gesehen symbolisiert der Granatapfel oft Fruchtbarkeit. Tatsächlich gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Granatapfelsaft und dem Testosteronspiegel. Eine Studie zeigte, dass der Konsum von reinem Granatapfelsaft den Testosteronspiegel im Speichel signifikant erhöhen kann (durchschnittlich um 24 Prozent). Darüber hinaus wurden positive Auswirkungen auf Blutdruck, Stimmung und kardiovaskuläre Risikofaktoren festgestellt. Diese Effekte könnten auf die vielen Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) im Granatapfel zurückzuführen sein, die stark antioxidativ wirken.
Diese Lebensmittel können Ihren Testosteronspiegel mindern
Wer die Testosteronproduktion ankurbeln möchte, sollte bestimmte Lebensmittel und Gewohnheiten meiden.
Alkohol: In Maßen genießen
Ein übermäßiger, insbesondere chronischer Alkoholkonsum, wirkt sich negativ auf die Testosteronproduktion bei Männern aus, wie wissenschaftliche Belege zeigen. Doch keine Sorge: Alkohol in Maßen genossen ist erlaubt. Eine Untersuchung ergab, dass der Konsum einer geringen bis mäßigen Menge Alkohol keine negativen Auswirkungen auf die Testosteronkonzentration hat und auch die Spermienqualität nicht darunter leidet.
Stark verarbeitete Lebensmittel: Eine Hormonfalle
Ob Tiefkühlpizza, Wurstwaren oder frittiertes Fast Food: Diese Lebensmittel enthalten oft Transfette und andere ungesunde Zutaten, wie zu viel Salz und unnötige Zusatzstoffe, die die Hormonproduktion stören können. Eine Studie legt nahe, dass der regelmäßige Verzehr von gebratenen und verarbeiteten Speisen mit niedrigen Testosteronwerten in Verbindung steht.
Frittierte Pommes und stark verarbeitete Lebensmittel
Transfette sind häufig in stark verarbeiteten und frittierten Speisen enthalten.
Was ist mit Sojaprodukten? Keine Panik vor Phytoöstrogenen
Viele Männer haben eine regelrechte Angst vor Sojaprodukten wie Tofu. Der Grund dafür sind die in Sojabohnen enthaltenen Phytoöstrogene – pflanzliche Isoflavone, die im Körper ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirken und Männer angeblich “verweiblichen” sollen. Doch es gibt Entwarnung: Neuere Studien, wie eine große Meta-Analyse, konnten keinerlei Auswirkungen von Soja oder Isoflavonen auf den Testosteron- oder Östrogenspiegel bei Männern feststellen. Der Konsum von Sojaprodukten ist in dieser Hinsicht unbedenklich.
Fazit: Mit Mikronährstoffen die Testosteronproduktion unterstützen
Ein ausgewogener Ernährungsplan, reich an einer Vielzahl nährstoffdichter Lebensmittel, kann den Testosteronspiegel auf natürliche Weise unterstützen und somit Ihre sportliche Leistungsfähigkeit verbessern. Durch das bewusste Meiden von Lebensmitteln, die sich negativ auf die Hormonproduktion auswirken können, lässt sich der Testosteronspiegel ebenfalls positiv beeinflussen. Achten Sie darauf, diese Tipps in Ihre tägliche Ernährung zu integrieren, um das Beste aus Ihrem Training herauszuholen und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern.
Für maximale Ergebnisse beim Muskelaufbau und zur Unterstützung Ihres Testosteronspiegels ist die Synergie aus einem durchdachten Ernährungs- und Trainingsplan unerlässlich. Entdecken Sie auf Shock Naue weitere Ressourcen, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen.
Quelleverzeichnis:
- Isidori, AM et al. (2005) Effects of testosterone on body composition, bone metabolism and serum lipid profile in middle-aged men: a meta-analysis. Clin Endocrinol (Oxf). 2005 Sep;63(3):280-93. doi: 10.1111/j.1365-2265.2005.02339.x
- Ide, H (2023) The impact of testosterone in men’s health. Endocr J. 2023 Jul 28;70(7):655-662. doi: 10.1507/endocrj.EJ22-0604
- Wittert, G (2014) The relationship between sleep disorders and testosterone. Curr Opin Endocrinol Diabetes Obes. 2014 Jun;21(3):239-43. doi: 10.1097/MED.0000000000000069
- Shaner, AA et al. (2014) The acute hormonal response to free weight and machine weight resistance exercise. J Strength Cond Res. 2014 Apr;28(4):1032-40. doi: 10.1519/JSC.0000000000000317
- Kelly, DM, Jones, TH (2015) Testosterone and obesity. Obes Rev. 2015 Jul;16(7):581-606. doi: 10.1111/obr.12282
- Jensen, TK et al. (2020) Associations of Fish Oil Supplement Use With Testicular Function in Young Men. JAMA Netw Open. 2020 Jan 3;3(1):e1919462. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2019.19462
- Ito, A et al. (2024) Association between Fish Intake and Serum Testosterone Levels in Older Males: The Hitachi Health Study II. Curr Dev Nutr. 2024 Mar 5;8(4):102133. doi: 10.1016/j.cdnut.2024.102133
- Fallah, A, Mohammad-Hasani, A, Colagar, AH (2018) Zinc is an Essential Element for Male Fertility: A Review of Zn Roles in Men’s Health, Germination, Sperm Quality, and Fertilization. J Reprod Infertil. 2018 Apr-Jun;19(2):69-81, PMID: 30009140; PMCID: PMC601082
- Prasad, AS et al. (1996) Zinc status and serum testosterone levels of healthy adults. Nutrition. 1996 May;12(5):344-8. doi: 10.1016/s0899-9007(96)80058-x
- Pilz, S et al. (2011) Effect of vitamin D supplementation on testosterone levels in men. Horm Metab Res. 2011 Mar;43(3):223-5. doi: 10.1055/s-0030-1269854
- Tak, YJ et al. (2015) Serum 25-hydroxyvitamin D levels and testosterone deficiency in middle-aged Korean men: a cross-sectional study. Asian J Androl. 2015 Mar-Apr;17(2):324-8. doi: 10.4103/1008-682X.142137
- Santos, HO et al. (2020) Reviewing the Evidence on Vitamin D Supplementation in the Management of Testosterone Status and Its Effects on Male Reproductive System (Testis and Prostate): Mechanistically Dazzling but Clinically Disappointing. Clin Ther. 2020 Jun;42(6):e101-e114. [doi: 10.1016/j.clinthera.2020.03.016](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32
