Krypto-Anlagen in der Schweiz: Eine detaillierte Analyse des Anlegerverhaltens

Grafik zur Verteilung des Besitzes von Krypto-Anlagen nach demografischen Merkmalen

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Etablierung neuer Finanztechnologien gewinnen Kryptowährungen und andere digitale Assets zunehmend an Bedeutung im globalen Finanzmarkt. Auch in der Schweiz, einem führenden Finanzplatz, beobachten wir eine wachsende Präsenz von Krypto-Anlagen. Banken integrieren diese digitalen Werte verstärkt in ihre Dienstleistungsangebote, wodurch der Zugang für Privatpersonen immer einfacher wird. Doch wie steht es wirklich um das Interesse und die Investitionsbereitschaft der Schweizer Bevölkerung in diese innovative Anlageklasse? Eine aktuelle, umfassende und repräsentative Studie der Hochschule Luzern (HSLU), im Auftrag von PostFinance durchgeführt, beleuchtet erstmals detailliert das Verhalten von Privatpersonen bezüglich Krypto-Anlagen in der Schweiz. Diese Untersuchung bietet wertvolle Einblicke in Bekanntheit, Motivation und Wachstumspotenziale und hilft, die Dynamik dieses jungen Marktes besser zu verstehen. Für Investoren, die sich für spezielle Formen wie deflationäre kryptowährung interessieren, sind solche Erkenntnisse von großer Relevanz, um die Marktlandschaft zu überblicken und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Hohe Bekanntheit, aber moderates Interesse

Die Studie zeigt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether in der Schweizer Bevölkerung bereits eine beachtliche Bekanntheit genießen. Erstaunliche 87 Prozent der Befragten kennen Bitcoin, und 35 Prozent sind mit Ether vertraut. Trotz dieser hohen Bekanntheit ist das tatsächliche Interesse an Krypto-Anlagen insgesamt eher verhalten. Nur etwa 8 Prozent der Schweizer Bevölkerung zeigen ein starkes oder sehr starkes Interesse. Dieses Interesse ist dabei nicht gleichmäßig verteilt: Jüngere Generationen, Männer und Personen mit höherem Einkommen neigen tendenziell stärker dazu, sich mit digitalen Assets auseinanderzusetzen. Dies deutet darauf hin, dass es für einen Großteil der Bevölkerung, der noch nie in Krypto-Anlagen investiert hat (82 Prozent), weiterhin Hürden wie mangelndes Vertrauen, fehlendes Wissen oder die empfundene Komplexität gibt, die ein tieferes Engagement verhindern. Die Diskrepanz zwischen Bekanntheit und tatsächlichem Interesse zeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist, um die breite Masse zu erreichen.

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Grafik zur Verteilung des Besitzes von Krypto-Anlagen nach demografischen MerkmalenGrafik zur Verteilung des Besitzes von Krypto-Anlagen nach demografischen Merkmalen

Wenige handeln aktiv und mit größeren Beträgen

Obwohl Krypto-Anlagen in den Medien oft eine hohe Präsenz haben und den Eindruck erwecken, dass ein großer Teil der Bevölkerung aktiv in diesem Markt agiert, zeichnet die Studie ein differenzierteres Bild. Aktuell besitzen lediglich 11 Prozent der Schweizer Bevölkerung Krypto-Anlagen. Von dieser Gruppe investiert oder handelt nur etwa jede siebte Person aktiv oder mit größeren Summen. Professor Dr. Andreas Dietrich von der HSLU, einer der Studienautoren, betont, dass Krypto-Anlagen derzeit wohl lediglich für 1 bis 2 Prozent der Gesamtbevölkerung eine hohe Relevanz besitzen. Dies widerlegt die oft verbreitete Annahme eines massiven Engagements und unterstreicht, dass der Markt für digitale Assets, trotz seiner Dynamik, noch in den Kinderschuhen steckt, was die breite Partizipation betrifft. Professionelle handelsplattform kryptowährungen müssen daher weiterhin Anreize schaffen, um passive Besitzer zu aktiveren Nutzern zu machen.

Grafik zur Bekanntheit von Krypto-Anlagen in der SchweizGrafik zur Bekanntheit von Krypto-Anlagen in der Schweiz

Neugier statt Rendite und Diversifikation als Hauptmotiv

Die Mehrheit der Krypto-Investoren engagiert sich mit vergleichsweise kleinen Beträgen. Rund 31 Prozent der Befragten halten weniger als 1’000 CHF in Krypto-Vermögenswerten. Dies deutet darauf hin, dass viele dieser Investitionen einen eher experimentellen Charakter haben. Als primäres Motiv für ihre Investitionen nennen die Anlegerinnen und Anleger nicht etwa die Maximierung von Renditechancen oder die Diversifikation ihres Portfolios – obwohl diese Faktoren eine Rolle spielen –, sondern hauptsächlich die Neugierde. Sie möchten die Technologie verstehen und Teil einer neuen Entwicklung sein. Die Möglichkeit, sich an zukunftsweisenden Technologien zu beteiligen oder Potenziale wie die eines digitaler euro kryptowährung zu erkunden, scheint viele stärker anzuziehen als reine Finanzspekulation. Die beliebtesten Anbieter für den Handel mit Krypto-Anlagen unter Schweizer Anlegern sind Revolut, Swissquote und Binance, was die Bedeutung etablierter und benutzerfreundlicher Plattformen hervorhebt.

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Grafik zu den Hauptgründen für Investitionen in Krypto-AnlagenGrafik zu den Hauptgründen für Investitionen in Krypto-Anlagen

Wachstumspotenzial von Krypto-Anlagen

Die Analyse des Wachstumspotenzials teilt potenzielle Krypto-Anleger in drei Gruppen ein: aktuelle Investoren, ehemalige Investoren und jene, die noch nie in Krypto-Anlagen investiert haben. Die Studie zeigt, dass die Gewinnung von Neukunden, die bisher keinerlei Berührungspunkte mit Krypto-Anlagen hatten, eine große Herausforderung darstellt, da das Interesse in dieser Gruppe sehr gering ist. Ehemalige Investoren bieten zwar ein etwas höheres Potenzial für Krypto-Produktanbieter, doch auch hier sind die Wachstumschancen gemäß den Befragten eher begrenzt.

Aus Sicht von Andreas Dietrich liegt das größte Potenzial für Finanzdienstleister beim Ausbau der Investments bestehender Kunden. Die Integration von Krypto-Angeboten durch etablierte Schweizer Banken, wie PostFinance es im Frühjahr 2024 als erste systemrelevante Bank tat, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch den einfachen Zugang über E- und Mobile-Banking wird die Verbreitung von Krypto-Anlagen in der Bevölkerung voraussichtlich weiter zunehmen. Es ist bemerkenswert, dass Wertschriften-Anleger deutlich häufiger in Krypto-Anlagen investieren als Personen, die nicht in Wertschriften anlegen. Etwa 18 Prozent der Wertschriften-Anleger sind auch im Krypto-Bereich aktiv. Obwohl Krypto-Anlagen damit weniger bedeutend sind als klassische Anlagekategorien wie aktien finanzen, Fonds oder Obligationen, wird häufiger in sie investiert als in Derivate wie Optionen. Dies unterstreicht das wachsende Vertrauen und die Akzeptanz digitaler Assets im Kontext diversifizierter Anlagestrategien, auch wenn Angebote wie sparkasse krypto noch nicht flächendeckend etabliert sind.

Studie zu Krypto-Anlagen: Methodik und Relevanz

Die zugrunde liegende Studie basiert auf einer Online-Befragung von insgesamt 3’017 in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren, durchgeführt im Juli 2024 durch ein Marktforschungsinstitut. Die Umfrage ist repräsentativ für die Schweiz hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung und Sprachregion der Befragten. Als Auftraggeber der Studie hat PostFinance im Frühjahr 2024 als erste systemrelevante Bank in der Schweiz ein Kryptoangebot lanciert, das ihren Kunden einen sicheren und einfachen Zugang zum Kryptomarkt ermöglichen soll. Diese Art von fundierter Forschung ist entscheidend, um die Entwicklung des Krypto-Marktes objektiv zu bewerten und zukünftige Strategien für Finanzdienstleister und Regulierungsbehörden zu untermauern.

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Definition: Was gehört alles zu Krypto-Anlagen?

Der Begriff “Krypto-Anlagen” ist umfassender, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Er umfasst eine Reihe digitaler Vermögenswerte, die typischerweise auf Blockchain-Technologien basieren und sich durch ihre digitale Natur und oft dezentrale Speicherung auszeichnen. Dazu gehören:

  • Kryptowährungen: Digitale Währungen wie Bitcoin (BTC) und Ether (ETH), die als Tauschmittel und Wertspeicher dienen.
  • Stablecoins: Kryptowährungen, deren Wert an einen stabilen Referenzwert wie den US-Dollar oder Gold gebunden ist, um Volatilität zu minimieren.
  • Exchange-Traded Funds (ETF) im Krypto-Bereich: Fonds, die Krypto-Assets nachbilden und wie Aktien an Börsen gehandelt werden.
  • Exchange-Traded Notes (ETN) im Krypto-Bereich: Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung von Krypto-Assets abbilden.
  • Non-Fungible Tokens (NFT): Einzigartige digitale Vermögenswerte, die Eigentumsrechte an digitalen oder physischen Objekten repräsentieren, wie Kunstwerke oder Sammlerstücke.
  • Tokens realer Assets: Digitale Darstellungen von physischen Vermögenswerten wie Immobilien oder Gold, die auf einer Blockchain gehandelt werden können.

Fazit: Die Evolution der Krypto-Landschaft in der Schweiz

Die HSLU-Studie im Auftrag von PostFinance liefert ein klares Bild der aktuellen Krypto-Landschaft in der Schweiz: Eine hohe Bekanntheit steht einem noch moderaten Interesse und einer geringen aktiven Nutzung gegenüber. Während Neugierde die primäre Motivation für kleine Investitionen ist, zeigen traditionelle Wertschriften-Anleger ein höheres Engagement. Die Integration von Krypto-Angeboten durch etablierte Banken wie PostFinance wird voraussichtlich zu einer weiteren Verbreitung führen und den Zugang für eine breitere Bevölkerungsschicht vereinfachen. Für Finanzdienstleister liegt das größte Wachstumspotenzial darin, bestehende Krypto-Investoren zu einer Aufstockung ihrer Anlagen zu motivieren und die Vorteile digitaler Assets klarer zu kommunizieren. Es ist unerlässlich, weiterhin fundierte Informationen und sichere Zugänge zu bieten, um das Vertrauen zu stärken und das immense Potenzial dieser Anlageklasse voll auszuschöpfen. Sind Sie bereit, die Möglichkeiten digitaler Assets für Ihr Portfolio zu erkunden?