Deutschland und die USA an der Spitze der Krypto-Welt: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Deutschland und die USA teilen sich im zweiten Quartal 2022 die Spitzenposition als die krypto-freundlichsten Volkswirtschaften der Welt. Während Deutschland im ersten Quartal 2022 durch die Zulassung von Bitcoin-Investitionen durch eine seiner größten Sparkassen die Führung übernahm, haben die USA durch ihre umfassenden Maßnahmen zur Regulierung von Kryptowährungen aufgeholt.

Einzigartige Stärken im Kryptobereich

Die jüngsten Ankündigungen der US-Regierung versprechen mehr Verbraucherschutz und eine kohärentere Strategie zur Bekämpfung von Geldwäsche in den gesamten USA. Diese Maßnahmen, die auf Coincubs Bewertungskriterien positiv einwirken, zeigen, dass mehr Regulierung und Sicherheit die Investitionsbereitschaft fördern. Parallel dazu hat die Nachricht, dass Fidelity, ein weltweit agierender Anbieter von Altersvorsorge- und Investmentfonds, Bitcoin in US-amerikanische Pensionsfonds aufnehmen wird, eine enorme Bedeutung. Dies ist ebenso ein Meilenstein wie die frühere Entscheidung der deutschen Sparkassen.

Deutschland zeichnet sich durch eine fortschrittliche und gut durchdachte Gesetzgebung im Krypto-Bereich aus. Hinzu kommt eine hohe Dichte an Krypto-Nutzern und Bitcoin-Nodes. Ein weiterer Vorteil ist das vorteilhafte Steuersystem für Bitcoin-Investoren: Gewinne aus Krypto-Besitz, insbesondere von Bitcoin und Ether, sind steuerfrei, sofern die Vermögenswerte länger als ein Jahr gehalten werden. Dies steht im Gegensatz zu anderen Anlageformen wie beispielsweise Bestandsimmobilien, die zehn Jahre gehalten werden müssen, um steuerliche Vorteile zu genießen. Der deutsche Ansatz, den Krypto-Markt proaktiv zu gestalten, berücksichtigt Aspekte wie Mining und Airdrops und stützt sich auf die Expertise von Bundesländern und führenden Finanzinstitutionen.

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Deutsche Effizienz trifft auf amerikanische Stärke

Deutschland hat sich bisher als starker Akteur im Kryptobereich etabliert und führt die Ranglisten an. Die USA sind ebenfalls eine mächtige Kryptowirtschaft, angetrieben durch die private Nachfrage nach Bitcoin-Handel und -Mining sowie die große Anzahl an Bitcoin-Nodes und Geldautomaten. Bislang bremste die uneinheitliche Gesetzgebung und Regulierung auf Bundesstaatenebene die USA, doch die Maßnahmen der Biden-Administration versprechen hier eine Verbesserung.

Die folgende Tabelle zeigt die Top-Platzierungen und Bewertungskriterien:

LandRang Q2 ’22Rang Q1 ’22VeränderungGesamtpunktzahlRegulierungFinanzdienstleistungenBevölkerungSteuernTalenteVerbreitungHandelBetrugUmwelt
Vereinigte Staaten1 (Auf)32499131-54217-32
Deutschland110499132-14173-13
Singapur3 (Ab)2-143692-24186-22
Australien440429122-34153-22
Schweiz55040782-24163-13

Quelle: Coincub

Die Top Fünf Krypto-freundlichsten Volkswirtschaften

Neben Deutschland und den USA, die sich den ersten Platz teilen, vervollständigen drei weitere Länder die Top Fünf der krypto-freundlichsten Volkswirtschaften.

Singapur verlangsamt sich

Auf dem dritten Platz liegt Singapur. Obwohl Singapur in früheren Ranglisten die Spitzenposition innehatte, ist es in den letzten Quartalen leicht zurückgefallen. Berichte über Schwierigkeiten für Investoren und Vorwürfe eines ungleichen Spielfelds trüben das Bild, auch wenn die Regierung versucht, den Markt durch Einschränkungen bei der Werbung für virtuelle Asset-Dienstleister zu regulieren. Trotz des Rückgangs bleibt Singapur eine starke Kryptowirtschaft.

Australien behauptet sich

Auf Platz vier rangiert Australien. Das Land hält seine Top-Fünf-Position dank einer positiven Einstellung von Regierung und Institutionen zur Blockchain-Technologie. Australien weist eine hohe Anzahl an Initial Coin Offerings (ICOs), Kryptobörsen und Blockchain-Studiengängen an Universitäten auf. Das Land erzielt auch überdurchschnittliche Werte bei Krypto-Transaktionen und hat das Ziel, sich von globalen Akteuren unabhängiger zu machen.

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Die Schweiz auf dem Vormarsch

Auf Platz fünf klettert die Schweiz. Dank fortschrittlicher Gesetzgebung und hoher Handelsvolumina steigt die Schweiz stetig in den Ranglisten auf. Ein wichtiger Faktor war die Erklärung des Kantons Lugano, Bitcoin als De-facto-Zahlungsmittel zuzulassen, wodurch Bitcoin nun für alltägliche Einkäufe und sogar Steuern verwendet werden kann. Die Schweiz, ein etablierter Finanzplatz, hat über 1000 Blockchain- und virtuelle Asset-Dienstleister (VASPs) und ein starkes Engagement für dezentrale Ledgers.

Krypto-Aufsteiger – Die schnellsten Aufsteiger im Coincub Q2 Ranking

Besonders hervorzuheben sind die Vereinigten Arabischen Emirate, die sich von Platz 22 auf 18 verbessern konnten. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber Kryptowährungen, fördert das Land nun aktiv Lizenzen für Börsen und Blockchain-Unternehmen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben klare Richtlinien für ICOs und Dienstleister etabliert und sind ein Null-Steuer-Standort.

Auch Portugal entwickelt sich zu einem Krypto-Hotspot, insbesondere für “Non-Doms”, die von großzügigen Steueranreizen profitieren. Die Regierung unterstützt Mining, Handel und die Förderung von VASPs. Russland zeigt ebenfalls eine überraschende Verbesserung, da das Land trotz wechselnder Regularien versucht, alle Finanzkanäle offen zu halten. Die USA und Frankreich vervollständigen die Liste der schnellsten Aufsteiger.

Krypto-Abstürzer

Länder wie Brasilien und Zypern fallen sechs Plätze zurück, was auf widersprüchliche staatliche Botschaften und mangelnde Regulierung zurückzuführen ist. Brasilien konzentriert sich nun auf strengere regulatorische Kontrollen, während Zypern hinterherhinkt, was die Krypto-Regulierung und die Entwicklung seiner Blockchain-Community betrifft. Belgien und Mexiko verlieren ebenfalls an Boden, während Griechenland trotz eines aufkommenden Kryptowährungsregisters noch mehr tun muss, um ausländische Investitionen anzuziehen.