Niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, ist ein Zustand, bei dem der Blutdruck unter dem Durchschnitt liegt und Symptome wie Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit verursachen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und wirksame Hausmittel zur Behandlung von niedrigem Blutdruck, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.
Was ist niedriger Blutdruck und welche Werte sind relevant?
Der Blutdruck wird in zwei Hauptwerte unterteilt: den systolischen und den diastolischen Druck. Ein Blutdruck gilt als niedrig, wenn der systolische Wert unter 100 bzw. 110 mmHg und der diastolische Wert unter 60 mmHg liegt. Zum Vergleich: Ein normaler Blutdruck bewegt sich zwischen 100/60 und 129/84 mmHg, während Werte ab 140/90 mmHg auf Bluthochdruck hindeuten. Eine detaillierte Übersicht über Blutdruckwerte nach Alter und Geschlecht finden Sie hier! Niedriger Blutdruck kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen Dehydratation, Blutverlust, Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere blutdrucksenkender Mittel, sowie endokrine Probleme wie Schilddrüsenfehlfunktionen, Nebenniereninsuffizienz oder Diabetes. Die Symptome können vielfältig sein und reichen von Schwindel, Ohnmacht und Übelkeit bis hin zu Müdigkeit, blasser und kalter Haut, Sehstörungen, Konzentrationsproblemen, Kurzatmigkeit und einem unregelmäßigen Herzschlag.
Was tun bei niedrigem Blutdruck? Effektive Hausmittel
Glücklicherweise gibt es eine Reihe von natürlichen Mitteln und Verhaltensänderungen, die helfen können, den Blutdruck zu stabilisieren und die Symptome zu lindern.
Regelmäßiger Sport
Sport ist eine hervorragende Methode, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Blutdruck auf natürliche Weise zu regulieren. Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Wandern sind ideal geeignet. Wichtig ist hierbei nicht, Höchstleistungen zu erzielen, sondern auf Regelmäßigkeit zu setzen. Dies aktiviert das sympathische Nervensystem, verbessert die Herzpumpfähigkeit und die Sauerstoffversorgung des Körpers. Mit der Zeit lernt der Körper so, Blutdruckschwankungen besser zu bewältigen.
Kälteanwendungen
Kälte kann einen positiven Einfluss auf den Kreislauf haben und bei niedrigem Blutdruck unterstützend wirken. Regelmäßige Wechselduschen von warmem zu kaltem Wasser trainieren die Blutgefäße. Ebenso wirksam sind kalte Fuß- oder Armbäder, bei denen die Extremitäten für einige Minuten in kaltes Wasser getaucht werden. Als schnelle Sofortmaßnahme kann ein kalter Lappen, seitlich am Hals platziert, kurzfristig helfen, den Blutdruck zu erhöhen.
Ernährungsumstellung und spezifische Lebensmittel
Auch die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von niedrigem Blutdruck.
Salz zur Blutdrucksteigerung
Salz bindet Flüssigkeit im Körper, was zu einer Erhöhung des Blutvolumens und damit zu einem leichten Anstieg des Blutdrucks führen kann. Salzhaltige Snacks wie Salzbrezeln oder eine Tasse Brühe können bei akuten Beschwerden Linderung verschaffen. Es ist jedoch ratsam, die langfristige Erhöhung der Salzaufnahme immer mit einem Arzt zu besprechen, da individuelle Gesundheitszustände variieren können.
Rote Bete für verbesserte Durchblutung
Rote Bete ist reich an Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße erweitert und die Sauerstoffversorgung verbessert. Das enthaltene Nitrit fördert zudem die Durchblutung. Rote Bete kann als Saft oder in Smoothies konsumiert werden. Ein einfacher Rote-Bete-Saft lässt sich durch Mixen einer kleinen Knolle mit 150 ml Wasser herstellen und kann zweimal täglich getrunken werden.
Süßholzwurzel als natürlicher Blutdrucksteigerer
Das Glycyrrhizin in der Süßholzwurzel kann den Blutdruck erhöhen. Vorsicht ist jedoch geboten für Personen mit normalem oder hohem Blutdruck; hier sollte Süßholz nur in Maßen konsumiert werden. Am besten wird Süßholz als Tee genossen: Ein Teelöffel getrocknete Wurzel wird mit heißem Wasser aufgebrüht und fünf Minuten ziehen gelassen.
Zitrusfrüchte für Vitamin C
Orangen, Mandarinen, Clementinen und Zitronen sind reich an Vitamin C, das blutdrucksteigernd wirken kann. Frisch gepresster Saft, am besten morgens auf nüchternen Magen getrunken, ist hier besonders empfehlenswert.
Heilpflanzen für den Kreislauf
Bestimmte Heilpflanzen werden traditionell zur Behandlung von niedrigem Blutdruck eingesetzt. Dazu gehören Besenginster, Ginsengwurzel, Mistel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Weißdorn und Kampfer. Diese sind in Apotheken erhältlich und können als Tee oder Gewürz angewendet werden. Eine Beratung durch den/die Apotheker/in ist hierbei hilfreich.
Ausreichend Trinken
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für einen gesunden Kreislauf unerlässlich. Bei plötzlichem Schwindel oder Schwäche aufgrund von niedrigem Blutdruck, sofern keine organische Ursache vorliegt, kann das schnelle Trinken von einem halben Liter Wasser bereits nach zehn Minuten Linderung verschaffen.
Angepasstes Essverhalten
Das übliche Essverhalten mit zwei bis drei großen Mahlzeiten pro Tag kann für Menschen mit niedrigem Blutdruck belastend sein. Große Mahlzeiten können den Körper kurzzeitig stark beanspruchen, was den Blutdruck vorübergehend senken kann. Empfehlenswert ist daher, über den Tag verteilt fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten zu essen. Dies sorgt für eine konstantere Blutdrucklage. Die Umstellung auf mehrere kleine Mahlzeiten kann den Stoffwechsel positiv beeinflussen und den Energielevel stabil halten.
Traubenzucker und sein Einfluss auf den Blutdruck
Traubenzucker und andere Süßigkeiten sind wirksam bei niedrigem Blutzuckerspiegel. Ein Blutdruckabfall aufgrund eines niedrigen Blutzuckers ist jedoch eher selten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein niedriger Blutdruck zwar unangenehme Symptome verursachen kann, aber durch eine Kombination aus Lebensstiländerungen, gezielten Hausmitteln und einer angepassten Ernährung gut in den Griff zu bekommen ist. Bei anhaltenden Beschwerden ist jedoch stets ein Arzt zu konsultieren.
