Innovative Assistenztechnologien: Mehr Selbstständigkeit bei motorischen Einschränkungen

Die Plattform für Neue Technologien (PFNT) des Krankenhauses Raymond Poincaré AP-HP ist eine führende Einrichtung, die sich der Beratung, Schulung und Forschung im Bereich innovativer Technologien widmet, welche speziell für Menschen mit motorischen Einschränkungen entwickelt wurden. Unser Ziel ist es, durch den Einsatz modernster Hilfsmittel die Lebensqualität und Unabhängigkeit Betroffener nachhaltig zu verbessern. Die Kernbereiche unserer Arbeit umfassen den Zugang zu Computerwerkzeugen, unterstützte und alternative Kommunikation, intelligente Wohnsysteme (Domotik) sowie Robotik. Diese Felder sind entscheidend, um Barrieren im Alltag abzubauen und neue Perspektiven für soziale Teilhabe, Bildung und Beruf zu eröffnen. Die enge Verzahnung von Forschung und Praxis ermöglicht es uns, stets die neuesten Entwicklungen zu integrieren und individuelle Lösungen anzubieten.

Zugang zu Computerwerkzeugen: Eine Brücke zur Welt

In der heutigen digitalen Ära ist der souveräne Umgang mit Computern und der Zugang zum Internet unerlässlich. Er ermöglicht es uns, mit anderen in Kontakt zu treten, sich zu unterhalten, alltägliche Angelegenheiten zu regeln und nicht zuletzt eine schulische, universitäre oder berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. Für Menschen mit schweren motorischen Beeinträchtigungen, wie Tetraplegikern, Zerebralgeschädigten, Myopathen oder Personen mit infantiler Zerebralparese, stellt die Standardbedienung von Computern oft eine unüberwindbare Hürde dar. Hier setzt die Arbeit der PFNT an: Durch die Anpassung von speziellen Schnittstellen und Softwarelösungen wird der Zugang zu digitalen Medien ermöglicht. Dies können etwa Augensteuerung, spezielle Schalter, Spracherkennung oder modifizierte Tastaturen sein, die genau auf die individuellen motorischen Fähigkeiten zugeschnitten sind. Solche technologischen Anpassungen fördern nicht nur die soziale Interaktion und Unterhaltung, sondern sind auch entscheidend für die berufliche Wiedereingliederung und die Weiterbildung. Eine starke bildung und wissenschaftliche Fundierung ist dabei essenziell, um innovative und effektive Lösungen zu entwickeln.

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Unterstützte und Alternative Kommunikation (UK): Stimmen für die Sprachlosen

Zahlreiche Kommunikationshilfen, oft ausgestattet mit Sprachausgabe, bieten palliative Lösungen für Menschen mit Schwierigkeiten bei der mündlichen Ausdrucksweise, etwa bei Dysarthrie oder Aphasie. Diese Kommunikationssysteme reichen von einfachen Symboltafeln bis hin zu hochtechnologischen Geräten, die per Augenbewegung oder Kopfgeste bedient werden können und gesprochene Sätze generieren. Eine detaillierte und einfühlsame Erstbewertung der individuellen Bedürfnisse jeder Person mit Behinderung ist der Ausgangspunkt. Nur so kann gewährleistet werden, dass die zur Verfügung gestellten Werkzeuge optimal angepasst sind und eine effektive Kommunikation im Alltag ermöglichen. Die richtige Wahl und Anpassung dieser Hilfsmittel kann die Isolation durch Kommunikationsschwierigkeiten durchbrechen und eine umfassendere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben fördern. Die Entwicklung und Erforschung solcher Systeme profitiert stark von einer engagierten innovationsstiftung für bildung und deren Unterstützung.

Domotik: Intelligente Wohnsysteme für mehr Autonomie

Domotik, oder Smart-Home-Technologie, ermöglicht die Steuerung des gesamten häuslichen Umfelds und kann pflegende Angehörige von wiederholenden Aufgaben entlasten. Mithilfe speziell entwickelter Schnittstellen, die auf die motorischen Möglichkeiten der jeweiligen Person abgestimmt sind, können Menschen mit Behinderung Türen und Rollläden öffnen und schließen, Anrufe entgegennehmen, ihren Fernseher oder ihre Hi-Fi-Anlage steuern. Die Palette der Möglichkeiten ist breit und reicht von der Beleuchtungssteuerung über die Regelung der Heizung bis hin zu Sicherheitssystemen. Diese Technologien tragen maßgeblich zur Steigerung der Selbstständigkeit und des Komforts bei. Sie verwandeln ein herkömmliches Zuhause in einen barrierefreien Lebensraum, in dem individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Integration dieser Technologien erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Anforderungen im Alltag von Menschen mit motorischen Einschränkungen.

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Robotik: Greifarme als verlängerter Arm der Unabhängigkeit

Robotik findet im Kontext motorischer Einschränkungen auf zwei Hauptweisen Anwendung: als therapeutisches Werkzeug zur Rehabilitation und als kompensatorisches Hilfsmittel, das Greif- und Manipulationsfähigkeiten ersetzt oder unterstützt. Robotergestützte Arme, die auf Rollstühlen montiert oder auf mobilen Basen eingesetzt werden, können die Unabhängigkeit im täglichen Leben erheblich verbessern. Sie ermöglichen es den Nutzern, Gegenstände zu greifen, zu halten und zu platzieren, was ohne diese Unterstützung unmöglich wäre. Dies kann die Durchführung von Mahlzeiten, das Öffnen von Flaschen oder das Erreichen von Gegenständen im Haushalt umfassen. Solche Roboterarme erleichtern nicht nur die Bewältigung des Alltags, sondern können auch die Wiederaufnahme beruflicher Tätigkeiten erheblich erleichtern. Die Forschung in diesem Bereich wird kontinuierlich vorangetrieben, oft mit Unterstützung durch eine stiftung bildung und wissenschaft, um noch intuitivere und leistungsfähigere Systeme zu entwickeln, die sich nahtlos in den Lebensalltag integrieren lassen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ergotherapeuten, Ärzten, Ingenieuren und Nutzern ist der Schlüssel zum Erfolg dieser Technologien. Eine fundierte Ausbildung und kontinuierliche Weiterentwicklung in diesen Bereichen sind unerlässlich, um den hohen Anforderungen an die Qualität und Effektivität der Assistenzsysteme gerecht zu werden. Die PFNT fungiert als zentraler Ansprechpartner für alle, die Beratung zu diesen technischen Hilfsmitteln wünschen – sei es für Computerzugang, Domotik, Kommunikation oder Telefonie.

Interessenten können das untenstehende Informationsblatt herunterladen und ausgefüllt an pfnt.garches.rpc@aphp.fr senden, um einen Beratungstermin mit einem unserer Ergotherapeuten zu vereinbaren. Eine innovationsstiftung bildung spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung neuer Ansätze und der Bereitstellung von Ressourcen für solche Projekte.

202303 – FICHE DE RENSEIGNEMENTS PFNT – version imprimable

Ein Ergotherapeut wird Sie anschließend kontaktieren, um einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren. Die Relevanz einer stiftung wirtschaftsbildung in diesem Kontext liegt auch in der Förderung von beruflicher Wiedereingliederung durch Technologie.

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Plattform für Neue Technologien

Standort: Universitätsklinikum Paris -Île-de-France Ouest, Standort Raymond Poincaré, 104 Boulevard Raymond Poincaré, 92380 GARCHES
Tel.: 01.47.10.70.61
E-Mail: pfnt.garches.rpc@aphp.fr

Ergotherapeuten:

  • Herr Samuel Pouplin: Samuel.pouplin@aphp.fr
  • Frau Célia Guimberteau: celia.guimberteau@aphp.fr
  • Frau Elise LE ROUX: elise.leroux@aphp.fr

Leitung Rehabilitation: Frau Brigitte Bouchot-Marchal
Koordinierender Arzt: Prof. Djamel Ben Smail

Kontakte

Verantwortlicher: Prof. Djamel Ben Smail
Ansprechpartner Ergotherapie: 01 47 10 70 61
E-Mail: pfnt.garches.rpc@aphp.fr

Die Plattform für Neue Technologien engagiert sich für eine Zukunft, in der technologische Innovationen jedem Menschen, unabhängig von seinen motorischen Fähigkeiten, ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen. Durch fundierte Beratung, angepasste Lösungen und kontinuierliche Forschung tragen wir dazu bei, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern und neue Wege für Unabhängigkeit zu ebnen.