Österreich zeichnet sich durch einen hohen Anteil an berufsbildenden Wegen im Sekundarbereich II aus, mit rund 70 Prozent der Lernenden, die sich für eine berufliche Ausbildung entscheiden. Diese gliedert sich zur Hälfte in die duale Berufsausbildung und zur anderen Hälfte in mittlere und höhere berufsbildende Schulen. Damit gehört Österreich im OECD-Vergleich zu den Ländern mit der stärksten Betonung der Berufsbildung für junge Menschen und junge Erwachsene. Die neueste Publikation “Bildung auf einen Blick 2023: OECD-Indikatoren” beleuchtet umfassend die globale Bildungssituation, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der beruflichen Aus- und Weiterbildung (Vocational Education and Training – VET) als integralem Bestandteil der Bildungssysteme liegt. Diese Studie bietet wertvolle Einblicke in die Strukturen, Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in OECD-Ländern sowie in assoziierte und Partnerländer. Ein neues Kapitel widmet sich zudem den Herausforderungen und Aspekten des lebenslangen Lernens für Vertriebene aus der Ukraine. Bildung auf einen Blick 2021 unterstreicht bereits die Wichtigkeit von Bildungsindikatoren.
Die berufliche Bildung spielt eine zentrale Rolle, insbesondere angesichts der dynamischen Veränderungen am Arbeitsmarkt hinsichtlich des Angebots und der Nachfrage nach Kompetenzen. Sie stattet Lernende mit praxisorientierten Fähigkeiten aus, verbessert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, erleichtert den Übergang von der Ausbildung in den Beruf und trägt dazu bei, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken.
Zentrale Erkenntnisse der OECD-Studie
Die “Bildung auf einen Blick 2023”-Studie liefert tiefgehende Einblicke in verschiedene Bildungsaspekte, darunter:
Steigende Abschlussquoten im Sekundarbereich II
Ein Abschluss im Sekundarbereich II gilt weithin als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2022 hatten durchschnittlich 14 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in der OECD keinen solchen Abschluss. Obwohl diese Zahl noch Optimierungspotenzial birgt, stellt sie eine deutliche Verbesserung gegenüber den 18 Prozent im Jahr 2015 dar. Höhere Erfolgsraten in dieser Bildungsstufe führen zu einer insgesamt besser ausgebildeten Erwerbsbevölkerung mit verbesserten Karrierewegen, höheren Gehältern und besseren Zukunftsaussichten. Angesichts dieser Entwicklungen ist die Förderung von Bildungswegen, die zu einem Abschluss führen, von größter Bedeutung.
Anteil der Teilnehmenden an kombinierten schulisch-betrieblichen Ausbildungen
Berufsbildende Bildungsgänge stellen eine wichtige und populäre Säule in den meisten Bildungssystemen der OECD-Länder dar, wobei durchschnittlich 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich II an solchen Programmen teilnehmen. Die Ausgestaltung dieser Bildungsgänge variiert jedoch erheblich zwischen den einzelnen Ländern. Insbesondere sind integrierte schulisch-betriebliche Ausbildungsmodelle in vielen Nationen noch unterrepräsentiert. Effektive Übergänge vom berufsbildenden Sekundarbereich II in tertiäre Bildungsbereiche sind ein weiteres Merkmal hochwertiger Bildungsangebote. Die OECD legt generell Wert auf hochwertige Bildung.
Quelle: Bildung auf einen Blick 2023: OECD-Indikatoren
Variierende Ausgaben pro Bildungsteilnehmer
Eine adäquate finanzielle Ausstattung ist eine Grundvoraussetzung für die Bereitstellung hochwertiger Bildung. Die meisten OECD-Länder investieren zwischen drei und vier Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Primar- und Sekundarbereich. Die Ausgaben pro Bildungsteilnehmer variieren jedoch signifikant zwischen den Mitgliedsstaaten. Die Studie thematisiert auch den Mangel an Lehrkräften in vielen OECD-Ländern und betont die Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Gehälter, um diesem entgegenzuwirken. Dies unterstreicht die Bedeutung von Ressourcenallokation für Bildungssysteme. Die fortlaufende Auseinandersetzung mit Bildungszielen wie im Rahmen von SDG 4 hochwertige Bildung ist essenziell. Initiativen wie Bildung 4 you können hier unterstützend wirken.
Fazit und Ausblick
Die OECD-Publikation “Bildung auf einen Blick 2023” bietet eine detaillierte Analyse der globalen Bildungslandschaft mit einem starken Fokus auf die berufliche Bildung. Österreichs Engagement für die berufliche Ausbildung wird hervorgehoben, was die Bedeutung praxisnaher Qualifikationen für die Zukunft der Arbeitsmärkte unterstreicht. Die Studie liefert wichtige Daten und Empfehlungen, um Bildungssysteme weltweit zu verbessern und sicherzustellen, dass alle Lernenden die Chance auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Die Auseinandersetzung mit Bildungsstatistiken wie denen, die in “Bildung auf einen Blick” präsentiert werden, ist entscheidend für die strategische Planung und Weiterentwicklung von Bildungspolitiken.
