Bundeskanzler Olaf Scholz, eine prägende Figur der deutschen Politik, ist weithin für seine analytische Denkweise bekannt. Doch welche Bücher haben ihn auf diesem Weg begleitet und seine Perspektive geformt? In einem seltenen Einblick in sein Privatleben teilt der Kanzler seine Lesegewohnheiten, die von Abenteuergeschichten der Kindheit bis zu komplexen politischen Abhandlungen reichen. Diese persönliche Reise durch die Welt der Literatur offenbart nicht nur die intellektuellen Wurzeln eines Staatsmanns, sondern spiegelt auch die Entwicklung Deutschlands und die Herausforderungen unserer Zeit wider.
Kindheitserinnerungen und die Entdeckung der Bücher
Scholz kann sich zwar nicht mehr an sein allererstes Buch erinnern, betont aber die Bedeutung des Lesens in seinem Elternhaus. Klassiker der Kinderliteratur und modernere Werke wie Ottfried Preußlers „Krabat“ prägten seine frühe Lektüre. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei Karl May, dessen Bücher über Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi er alle verschlang. Später begeisterte er sich für die Abenteuergeschichten von Captain Horatio Hornblower, die er sich in der Stadtbücherei auslieh. Der Besuch der Bücherei war ein fester Bestandteil seiner Jugend, wo er schließlich auch Bücher im Regal seiner Eltern entdeckte, die oft noch nicht für sein Alter bestimmt waren. In einer Zeit, in der das heimliche Lesen unter der Bettdecke – oft im Verbund mit seinen beiden Brüdern, mit denen er sich ein Zimmer teilte – eine alltägliche Rebellion darstellte, formte sich seine tiefe Leidenschaft für das geschriebene Wort.
Von Science-Fiction zu politischer Theorie: Die Lesereise eines Jusos
Die Freude am Lesen begleitet Scholz bis heute. Die Phasen wechseln sich ab, mal sind es mehr Romane, mal mehr Sachbücher. Eine intensive Science-Fiction-Phase erlebte er als stellvertretender Juso-Vorsitzender, als er oft mit dem Zug von Hamburg nach Bonn pendelte. Bücher von Frank Herbert oder Douglas Adams, die er am Bahnhofskiosk kaufte, passten perfekt zu den langen Nachtfahrten und ermöglichten ihm einen Blick in andere Zukunftswelten. Er las unzählige berühmte und weniger berühmte Werke dieses Genres, die seinen Horizont erweiterten.
Neben fiktionaler Literatur beschäftigten Scholz früh auch klassische politische Werke. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer inspirierten ihn, in Bücher wie Urs Jaeggis „Kapital und Arbeit in der Bundesrepublik“ oder die ersten Berichte des Club of Rome über Klimawandel und Umweltverschmutzung einzutauchen. Auch die Gleichstellungsthematik faszinierte ihn; er las Werke von Autorinnen wie Simone de Beauvoir und Anja Meulenbelt sowie Gerd Brantenbergs Roman „Die Töchter Egalias“. Viele dieser Themen sind für ihn heute noch aktueller als damals. Und in seiner Juso-Zeit, so Scholz lachend, habe er sich selbstverständlich durch die gesamte marxistische Literatur „gewühlt“.
Ob er das bereue? „Keine Spur“, antwortet der Kanzler. Auch wenn er einiges heute anders bewerte, habe ihm die Auseinandersetzung mit volkswirtschaftlichen Fragen aus allen Richtungen den Blick geweitet. Besonders Hermann Habermas habe ihn damals wie heute überzeugt. Nach seiner Juso-Zeit Ende der 1980er-Jahre empfand Scholz eine Phase als „Entgiftung vom politischen Betrieb“, in der er fast ausschließlich Romane las – von Christa Wolf, Elfriede Jelinek, Mario Vargas Llosa, Isabelle Allende, Gabriel Garcia Marquez, Tom Wolfe, Bruce Chatwin und Paul Bowles. Beeinflusst durch Letzteren entdeckte er vieles aus Nordafrika und las „kreuz und quer, ohne System.“ Diese breite, oft unstrukturierte Lektüre spiegelt seine Offenheit für verschiedene Perspektiven wider. Die Integration moderner Technik, wie beispielsweise ein effizienter [siemens eq6 s100] Kaffeevollautomat, ermöglicht es, auch in einem schnelllebigen Alltag kleine Momente der Ruhe und Reflexion zu finden.
Der Kanzler als Leser: Wo die Bücher leben und wie sie gelesen werden
Die vielen Bücher, die Olaf Scholz im Laufe seines Lebens gelesen hat, sind nicht im Kanzlerbüro zu finden – dort lese er Akten. Die älteren Werke befinden sich zumeist in Hamburg, während neu angesammelte Bände in die Wohnung in Potsdam kommen. Doch nicht jedes Buch, das er ausleiht, findet den Weg zurück, und manche müssen aussortiert werden, da der Platz in der Bücherwand begrenzt ist.
Der Kanzler bevorzugt beim Lesen eine aufrechte Haltung, um sich besser konzentrieren zu können. Er liest auf dem Stuhl, im Sessel, auf der Fensterbank, im Auto und im Flugzeug. Früher saß er auch einfach auf dem Boden, an die Wand gelehnt. Das Liegen sei eher nicht seine bevorzugte Position.
Bücher, die das Menschenbild prägten und aktuelle Fragen beleuchten
Auf die Frage, welche Bücher sein Menschenbild und seinen Blick auf die Welt entscheidend geprägt haben, fallen Scholz spontan Robert Musils „Ein Mann ohne Eigenschaften“, Gavino Leddas „Padre Padrone“ und James Baldwins „Von dieser Welt“ ein. Die Literatur, so der Kanzler, vermittle viele unterschiedliche Perspektiven jenseits der eigenen Erlebnisse. Sie lasse ihn an Erfahrungen teilhaben, die er selbst nicht macht und oft auch nicht machen möchte. Für ihn sind Bücher eine „wunderbare Ergänzung zu all den Gesprächen“, die er als Politiker ständig mit Bürgerinnen und Bürgern führe, da sie seine Erfahrungen um eine literarische Komponente bereichern.
Ein Konzept, das Sozialdemokraten lange Zeit prägte, war die von Günter Grass propagierte Deutung von Albert Camus’ Mythos des Sisyphos: Man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen. Diese Idee ist Scholz allerdings „ein bisschen zu schlicht“. Er glaube fest daran, dass Arbeit und Mühe unser Leben prägen und zu unserer Humanität dazugehören. Doch er ist grundsätzlich zuversichtlicher und glaubt, dass Dinge öfter gut ausgehen. Während er die Beharrlichkeit und das Nicht-Aufgeben des Sisyphos-Mythos versteht, gefällt ihm weniger die mitschwingende Idee einer Vergeblichkeit menschlichen Mühens, die er ausdrücklich nicht teile. Scholz glaubt daran, dass die Arbeit glückt und der Stein auch mal oben bleibt – auch wenn der nächste Stein schon warten mag. Ein leistungsstarker [siemens te651509de eq 6 plus s100 kaffeevollautomat schwarz titanium metallic] könnte dabei helfen, die notwendige Energie für solch beharrliche Anstrengungen zu liefern.
Interessanterweise schätzt Scholz auch Autoren, deren politische Ausrichtung nicht seiner eigenen entspricht. Er nennt Mario Vargas Llosa, einen Liberalen der rechten Mitte, J.D. Vance, der auf dem Trump-Ticket Senator wurde, und Didier Eribon von der radikalen Linken. Das Reizvolle sei für ihn das Neue, Unbekannte. Wenn er nur lese, was seiner Meinung entspreche, würde er sich um das eigentliche Abenteuer des Lesens bringen. Genau das sei der Fluch der Sozialen Medien, die uns in „Blasen“ einsperrten. Das Besondere sei, in eine Buchhandlung zu gehen und Bücher zu kaufen, die man sich gar nicht vorgenommen hatte. Diese Zeit fehle ihm leider heute. Nun verlasse er sich auf Feuilletons, Zeitschriftenempfehlungen und die seiner Frau.
Scholz beobachtet auch politische und intellektuelle Wandlungen bei den genannten Autoren: Vargas Llosa begann als junger Kommunist, wurde Neoliberaler, was sein Werk prägt. Doch Scholz schätzt an ihm die durchscheinende Humanität und große Menschenliebe. J.D. Vance hingegen entwickelte sich vom Anti-Trumpisten zum Trumpisten, was Scholz als „ein bisschen tragisch“ empfindet. Er war von Vances Buch „Hillbilly Elegy“ sehr gerührt, sogar zu Tränen, da es eine berührende persönliche Geschichte über einen jungen Mann mit schlechten Startbedingungen sei. Dieses Buch habe ihm auch geholfen, die Ursachen des Trumpismus zu verstehen und sein eigenes Verständnis für eine moderne, fortschrittliche sozialdemokratische Politik im 21. Jahrhundert zu schärfen. Die vielen, die arbeiten, sich anstrengen und den Laden am Laufen halten, müssen relevant bleiben, Aussicht auf eine gute Zukunft haben und Respekt erfahren. Dieses Prinzip der Wertschätzung und Anerkennung von Handwerkern, Müllfahrern, Krankenpflegern oder Polizisten ist für Scholz zentral, um dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken, der einen griesgrämigen, ressentimentgeladenen Blick in die Vergangenheit anpreist. Dies unterstreicht die Bedeutung einer Gesellschaft, in der jeder Beitrag zählt und Anerkennung findet, ähnlich wie eine hochwertige [siemens eq 6 extraklasse] in der Küchentechnik für ihre zuverlässige Leistung geschätzt wird.
Neben politisch relevanten Werken liest der Kanzler auch moderne amerikanische Romane von Philip Roth, Siri Hustvedt, John Irving, Paul Auster und Teju Cole, die oft hervorragende Analysen der US-Gesellschaft böten. Auch „Guilty Pleasures“ wie Krimis und Comics gehören zu seiner Lektüre.
Das kulturelle Gewicht des Lesens in der Politik
Im Gegensatz zu Frankreich, wo es der politischen Karriere helfe, als Intellektueller zu gelten, sei dies in Deutschland anders. Helmut Schmidt etwa habe stets den Anti-Intellektuellen gegeben, obwohl er zu den Intellektuellen in der deutschen Politik zählte. In Deutschland sei es möglich, politisch Karriere zu machen, ohne schon zu einer bestimmten Bildungs- oder sozialen Elite zu gehören, was Scholz begrüßt. Eine bewusste Entscheidung für Qualität zeigt sich auch im Detail, wie zum Beispiel bei einem präzisen [kaffeevollautomat siemens eq 6 s700].
Scholz spricht mit Kolleginnen und Kollegen sowie anderen Staats- und Regierungschefs über Bücher, zuletzt mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über Mohamed Mbougar Sarrs „Die geheimste Erinnerung der Menschen“. Auch zur französischen Literatur hat er einen Bezug, mit Vorlieben für Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, Albert Camus und Jean Genet. Von Michel Houellebecq hat er „Unterwerfung“ gelesen, auch als Theaterstück. Zur Debatte um Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ und die Äußerung seiner Amtsvorgängerin, das Buch ohne es gelesen zu haben als „nicht hilfreich“ zu bezeichnen, meint Scholz: „Wenn man gefragt wird und etwas zu sagen hat, warum nicht?“
Seine Lektüren prägten seine Schulzeit weniger als Freundschaften und erste Erfahrungen als Schulsprecher, die ihn zur Politik motivierten. Mit 17 Jahren trat er noch als Schüler in die SPD ein. Entgegen filmischen Klischees habe er durch seine Lektüren beim anderen Geschlecht „nicht punkten“ können.
Büchergeschenke von Politikern oder ausländischen Gästen kommen vor und inspirierten ihn immer wieder. Auch er selbst verschenkt manchmal Bücher. Auf einer Afrikareise hatte er Howard Frenchs „Afrika und die Entstehung der modernen Welt“ dabei, was eine interessante Kombination aus Lesen und Reisen darstellte. Er lernte dabei, wie brutal die europäische Ausbeutung Afrikas im Kolonialismus war und wie sehr die Sklaverei zur Herausbildung des modernen Kapitalismus in Europa beitrug. Dieses Wissen lehrt Demut und unterstreicht die Notwendigkeit, historische Ungerechtigkeiten nicht zu vergessen. Solche tiefgehenden Reflexionen sind wie das Entdecken eines perfekt ausbalancierten Kaffees mit einem [siemens eq 6 plus s700 te657m03de] – ein Erlebnis, das sowohl bereichert als auch zum Nachdenken anregt.
Auch zur Debatte um rassistische Darstellungen in Kinderliteratur wie „Tim und Struppi“ äußerte sich Scholz. Er plädiert dafür, Probleme sichtbar zu machen, etwa durch Vor- und Nachworte und Hinweise im Text, um deutlich zu machen, was heute nicht mehr in Ordnung ist. Pädagogisches Material für Kinder müsse klar heutigen Vorstellungen entsprechen.
Musikalisch ist Scholz kein klassischer Fan, hört aber Jazz und Klassik und geht mit seiner Frau in Konzerte. Als Schüler spielte er Flöte und Oboe, was sich jedoch auf das Spielen weniger Töne im Schulorchester beschränkte. Pläne für eine literarische Karriere im Ruhestand schmiedet er nicht; er sei „ausreichend damit beschäftigt, Kanzler zu sein.“ Tagebuch schreibt er ebenfalls nicht. Den Austausch mit Kulturschaffenden sucht er gerne, spricht aber öffentlich ungern darüber, da es ihm um das persönliche Gespräch gehe.
Viele klagten, nicht zum Lesen zu kommen, doch ausgerechnet der Bundeskanzler, der den anstrengendsten Job im Land hat, lese so viel. Scholz relativiert dies: Er lese längst nicht mehr so viel wie früher. An vollen Tagen könne er sich nicht konzentrieren; im Urlaub lese er hingegen mehr, oft mehrere Bücher gleichzeitig und ohne Zwang, jedes Buch zu Ende zu lesen. Es kommt durchaus vor, dass er in einem Roman versinke und seine Frau ihn dann zum Spaziergang auffordere.
Diese Einblicke in die Lesewelt von Olaf Scholz zeigen einen Bundeskanzler, dessen Denken tief in der Literatur verwurzelt ist und der durch das Lesen vielfältige Perspektiven auf die Welt und ihre Herausforderungen gewinnt. Für jeden, der sich für die geistige Landschaft Deutschlands interessiert, bietet diese Reise durch die Seiten der Bücher einen faszinierenden Zugang zum Verständnis eines führenden deutschen Politikers.
