Das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) hat kürzlich eine umfassende Evaluation sowie ein zukunftsweisendes Weiterentwicklungskonzept für den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung vorgestellt. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Qualität der frühkindlichen Bildung in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbessern und den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Der Orientierungsplan frühkindliche Bildung Baden-Württemberg dient als Fundament der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen und wird nun an aktuelle Bedürfnisse angepasst, um Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.
Diese kontinuierliche Anpassung und die Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse unterstreichen die dynamische Natur des Bildungssystems. Die Diskussion um den bildungsföderalismus zeigt, wie wichtig es ist, landesspezifische Bildungspläne stets zu überprüfen und weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen der Kinder und Familien gerecht zu werden.
Stärkung der frühkindlichen Bildung: Die Evaluation des Orientierungsplans
Der Orientierungsplan, dessen letzte Überarbeitung im Jahr 2011 erfolgte, wurde im Auftrag des Kultusministeriums durch das ZfKJ an der Evangelischen Hochschule Freiburg unter Leitung von Prof. Dörte Weltzien evaluiert. Das Forum für Frühkindliche Bildung (FFB) begleitete diese wissenschaftlich fundierte Untersuchung von März 2020 bis März 2021. Die Ergebnisse dieser Evaluation sowie das daraus resultierende Weiterentwicklungskonzept (WeOp) wurden Ende September der Öffentlichkeit präsentiert. Staatssekretär Volker Schebesta betonte die Rolle des Orientierungsplans als wichtiges Instrument für Kindertageseinrichtungen und hob hervor, dass eine Weiterentwicklung auf wissenschaftlicher Basis unerlässlich sei, um die frühkindliche Bildung und Betreuung im Land weiter zu optimieren. Ein zentrales Ergebnis ist dabei der Wunsch nach einem stärkeren Praxisbezug.
Herausforderungen und neue Themen: Stimmen aus der Praxis
Im Rahmen der Evaluation bewerteten Kita-Leitungen in landesweiten Online-Befragungen den Orientierungsplan hinsichtlich seiner Aktualität, seines Nutzens und seines Überarbeitungsbedarfs. Zusätzlich wurden in vier Konferenzen mit Akteurinnen und Akteuren aus der Kita-Praxis, von Trägerorganisationen, aus der Fachberatung sowie der Aus- und Weiterbildung konkrete Ideen für Anpassungen und Erweiterungen gesammelt. Prof. Dörte Weltzien bestätigte den Wunsch, den Orientierungsplan “wieder lebendiger” zu gestalten. Die Diskussionen deckten zudem wichtige neue Themen ab, die in einem modernen Bildungsplan berücksichtigt werden müssen. Hierzu zählen Kinderrechte und Kinderschutz, Partizipation, Nachhaltigkeit, Vielfalt und Inklusion sowie der kompetente Umgang mit digitalen Medien. Auch eine größere Klarheit hinsichtlich der Verbindlichkeit und Zielformulierungen wurde als notwendig erachtet. Solche umfassenden Beteiligungsprozesse spiegeln den Gedanken eines bürgerrat bildung und lernen wider, bei dem verschiedene Perspektiven zur Gestaltung von Bildungspolitik einfließen.
Ein Fahrplan für die Zukunft: Partizipation und Transparenz
Das FFB arbeitet derzeit an einem konkreten “Fahrplan” für die Weiterentwicklung des Orientierungsplans. Dieser Prozess soll Theorie und Praxis eng miteinander verzahnen und Fachleute aus der Praxis explizit einbeziehen. Ein umfassendes Beteiligungskonzept bindet daher verschiedenste Akteurinnen und Akteure der frühkindlichen Bildung in Baden-Württemberg ein, darunter Vertreter der Träger, pädagogische Fachkräfte, Eltern sowie Fachschulen. Begleitet wird der Prozess zudem durch den Austausch mit Expertinnen und Experten sowie Gremien wie dem Trägerbeirat und dem Wissenschaftlichen Beirat des FFB. Ziel ist ein transparenter Prozess, der auf einem breiten Konsens beruht und somit die demokratie bildung auf allen Ebenen fördert.
Praxisnähe durch neue Formate und Materialien
Ein Schlüsselergebnis der Evaluation ist die Notwendigkeit, den Praxisbezug des Orientierungsplans zu stärken, um dessen effektive Umsetzung im Kita-Alltag zu gewährleisten. Daher werden ergänzende Materialien sowie mediale und interaktive Formate entwickelt. Prof. Nataliya Soultanian, Leiterin des FFB, erläutert, dass es neben der inhaltlichen Weiterentwicklung vor allem um neue, interaktive Formate gehen wird. Diese sollen die Ziele und Inhalte des Orientierungsplans besser in die alltägliche Praxis integrierbar machen und maßgeblich zur Qualitätsentwicklung beitragen.
Die Entwicklung dieser bedarfsgerechten und leicht nutzbaren Formate und Materialien erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Praxiseinrichtungen, Fachberatungen, Vertretern aus der Ausbildung sowie Auszubildenden und Studierenden, um deren Erfahrungswerte und Bedarfe optimal zu integrieren. Diese praxisorientierte Herangehensweise ist auch relevant für Themen wie sowi facharbeit themen, da sie zeigt, wie theoretische Konzepte in die Anwendung überführt werden. Die Webseite des FFB wird die zentrale Plattform für die Bereitstellung dieser neuen Formate und Materialien sein.
Kontinuierliche Weiterentwicklung für beste Startchancen
Der ursprünglich im Jahr 2005 eingeführte Orientierungsplan ist eine unverzichtbare Grundlage für die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Er bietet Erzieherinnen und Erziehern klare Impulse und Anhaltspunkte, um Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt professionell zu begleiten. Die nun angestoßene Weiterentwicklung gewährleistet, dass dieser Plan ein lebendiges und effektives Instrument bleibt, das den sich wandelnden Anforderungen der Gesellschaft und den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. Dies spiegelt das Engagement Baden-Württembergs wider, kontinuierlich in die Qualität der frühkindlichen Bildung zu investieren und so die besten Startchancen für alle Kinder zu sichern. Das ist ein wichtiger Teil der politische veranstaltungen im Bildungssektor, um die Zukunft unserer Jüngsten aktiv zu gestalten.
Besuchen Sie die Webseite des Forum für Frühkindliche Bildung Baden-Württemberg (FFB), um mehr über die Weiterentwicklung des Orientierungsplans und die neuen Materialien zu erfahren. Bleiben Sie informiert und engagieren Sie sich für die Zukunft unserer Kinder!
