Paulina Czienskowski: Einblicke in „dem mond geht es gut“ und die Kunst des Fühlens

William Minke | Porträt der Autorin Paulina Czienskowski

Paulina Czienskowski ist eine Autorin, die es versteht, das Unsagbare in präzise gewählte Worte zu fassen. Seit ihrem gefeierten “Manifest Gegen die Emotionale Verkümmerung” im Jahr 2018 verfolgen wir gespannt ihr Schaffen. Ihre Texte, die oft die komplexen Dynamiken von Nähe, Distanz, Körperlichkeit und Beziehungen beleuchten, finden stets einen tiefgründigen Platz und Kontext im Leben. Besonders ihr aktueller Roman, “dem mond geht es gut”, bietet eine einzigartige literarische Reise.

Paulina Czienskowski – Eine Stimme der Tiefe

Paulina Czienskowskis Schreibstil zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit für Zwischentöne und eine poetische Herangehensweise aus. Sie widmet sich Themen, die viele Menschen berühren, aber oft schwer in Worte zu fassen sind. Ihre literarische Arbeit ist eine Erkundung menschlicher Emotionalität und der vielschichtigen Verbindungen, die unser Leben prägen. Sie schafft es, eine intime Atmosphäre zu schaffen, in der sich Leser wiedererkennen und gleichzeitig neue Perspektiven gewinnen können.

„dem mond geht es gut“: Weibliche Erfahrungswelten und Generationenbeziehungen

In ihrem neuesten Werk, “dem mond geht es gut” (Aufbau Verlag), nimmt Paulina Czienskowski die Leser mit auf eine poetische und tiefgründige Reise durch weibliche Erfahrungswelten. Der Roman beleuchtet die komplexen Beziehungen zwischen Müttern und ihren Kindern, indem eine junge Mutter ihre eigene Beziehung zur Mutter sowie die Verbindung ihrer Mutter zu deren Mutter reflektiert. Daraus entsteht ein facettenreiches Geflecht aus Erkenntnissen, Fragen der Zugehörigkeit, unerfüllten Erwartungen und liebevollen Gesten.

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Es ist ein Buch, das mit bemerkenswerter Sensibilität, Detailreichtum und einer tiefen emotionalen Resonanz überzeugt. “dem mond geht es gut” spricht Mütter, Väter, Töchter, Söhne und Enkelkinder gleichermaßen an, da es universelle Fragen nach Identität, Erbe und den unsichtbaren Fäden, die Familien über Generationen hinweg verbinden, aufgreift.

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Im Gespräch mit Paulina Czienskowski

Wir hatten die große Ehre, Paulina Czienskowski einige Fragen zu ihrem neuen Buch und ihrem allgemeinen Schreibprozess zu stellen.

Was liest du gerade?

Paulina Czienskowski: Ich lese momentan “Verzweiflungen” von Heike Geißler und “Augustblau” von Deborah Levy.

Was war der Ausgangspunkt für dein Buch “dem mond geht es gut”? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Paulina: Vor dreieinhalb Jahren bin ich Mutter geworden. Ein halbes Jahr nach der Geburt habe ich die unvermeidliche Verbundenheit zwischen Kind und gebärender Person in einem Audiostück für den Deutschlandfunk literarisiert. Einfache, aber weitreichende erste Gedanken waren hier ein Anfang, die unter anderem auch den Roman tragen: Eltern spiegeln sich gnadenlos und multiperspektivisch in ihrem Kind. Und: Eltern sind verantwortlich dafür, dass wir leben und unser Gepäck, das wir bis zum Ende mit uns tragen – jeder bleibt das Kind seiner Eltern. Da ich sehr innerlich schreibe, ist mein eigenes Erleben sozusagen das Schlüsselerlebnis für fast jeden meiner Texte, das ich versuche, in eine literarische Form zu gießen.

Du schaffst es, in “dem mond geht es gut” so feine zwischenmenschliche Beobachtungen greifbar zu machen. Was ist dein Schlüssel dazu?

Paulina: Ich hatte schon immer eine Art Detail-Versessenheit, in der ich mich verlieren kann – nicht immer entspannt, weil der Raum für Interpretation und Analyse bei mir manchmal endlos scheint. Beim Schreiben konzentriere ich mich gerne auf Close-ups, weil diese bei mir endlose Gefühlsketten und Assoziationen auslösen können und intensiv zu mir sprechen, während Informationen oft einfach durch mich hindurchfallen. Und so schreibe ich Gefühlen nach, suche nach Bildern, die meine Sprache körperlich formen, sodass ich die Rippen einer Figur spüre oder einen behäbig-schweren Mann über Dielen laufen sehe, der diffuses Unbehagen auslöst und damit alles erzählen kann.

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Wie verändert sich dein Lesen, wenn du selbst gerade mitten im Schreiben bist?

Paulina: Es gibt Phasen, in denen ich lesen muss, um in meinem Text weiterzugehen oder auch, um meinen Kopf zwischendurch zu befreien. Und dann wiederum gibt es Phasen, in denen ich Sorge habe, dass mich interessante Gedanken anderer zu sehr ablenken könnten.

Welcher literarische Satz hat dich zuletzt wirklich bewegt?

Paulina: Beim Schreiben folge ich oft einem Klang, einem inneren Rhythmus, lese mir ständig alles laut vor. Auch beim Lesen ist das so: Einzelne Sätze können etwas in mir auslösen, bleiben länger, und manchmal verfolgen sie mich jahrelang. An vielen Stellen in Friederike Mayröckers Texten werde ich derart angesprungen, zum Beispiel neulich in “Und ich schüttelte einen Liebling”: „Dann folgte ein Tag dem anderen ohne dasz die Grundfragen des Lebens gelöst worden wären.“

Gibt es Autor:innen, die dich besonders geprägt haben oder nach wie vor begleiten?

Paulina: Viele. Die Bücher sind wie Freundinnen, die man gerne um sich hat, mit denen man aber nicht immer sprechen muss, um ihnen nah zu sein. Für “dem mond geht es gut” bin ich gerne und immer wieder in Kate Zambrenos Schreiben getaucht.

Ihr Werk und Hintergrund

Neben “dem mond geht es gut” hat Paulina Czienskowski auch ihren Debütroman “Taubenleben” (Blumenbar) veröffentlicht, der auf der Shortlist für den EU-Literaturpreis stand. Ihre literarische Arbeit ergänzt sie durch journalistische Beiträge für renommierte Medien wie Die Zeit und Das Wetter sowie Texte für die Bühne. Paulina Czienskowski lebt und arbeitet als freie Autorin und Journalistin in Berlin. Ihre Vielseitigkeit und ihr tiefes Verständnis für menschliche Beziehungen machen sie zu einer unverzichtbaren Stimme in der zeitgenössischen deutschen Literaturszene.

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Fazit: Eine Empfehlung für die Seele

Paulina Czienskowskis “dem mond geht es gut” ist weit mehr als nur ein Roman; es ist eine einfühlsame Reflexion über die generationenübergreifenden Bande, die uns prägen. Ihre Fähigkeit, tiefe Emotionen und subtile Beobachtungen in eine poetische Sprache zu kleiden, macht dieses Buch zu einem wahren Kleinod der deutschen Literatur. Es ist ein Werk, das zum Nachdenken anregt, Trost spendet und die universelle Erfahrung menschlicher Verbundenheit feiert. Wir von Shock Naue können dieses Buch allen Lesern wärmstens empfehlen, die sich auf eine emotionale und tiefgründige Entdeckungsreise begeben möchten. Tauchen Sie ein in die Welt von Paulina Czienskowski und lassen Sie sich von ihren Worten berühren.