Lucky Cat Katzenfutter im Test: Eine kritische Analyse der Penny-Eigenmarke

Die Welt des Katzenfutters ist vielfältig und oft unübersichtlich. Insbesondere bei preiswerten Eigenmarken von Discountern wie Penny stellt sich die Frage: Was steckt wirklich drin im Futter und ist es seinen Preis wert? In diesem Testbericht nehmen wir die Marke Lucky Cat von Penny unter die Lupe und prüfen, ob sie den Ansprüchen an ein artgerechtes Katzenfutter gerecht wird. Wir beleuchten die Inhaltsstoffe, analysieren die ernährungsphysiologischen Werte und vergleichen sie mit unseren Kriterien für hochwertiges Katzenfutter.

Die Marke Lucky Cat, exklusiv bei Penny erhältlich, verspricht ein Alleinfuttermittel für ausgewachsene Katzen, angereichert mit wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, entwickelt in Zusammenarbeit mit Tierärzten und hergestellt aus sorgfältig ausgewählten Zutaten bester Qualität – und das ohne Zuckerzusatz sowie ohne Zusatz von Farb- und Konservierungsstoffen. Doch wie sieht die Realität aus, wenn man die Inhaltsstoffe genauer betrachtet? Viele Katzenbesitzer suchen nach Informationen, um die Gesundheit ihrer Lieblinge zu sichern. Hierbei ist es hilfreich, sich auch mit Alternativen zu beschäftigen, wie beispielsweise dem medica Katzenfutter, das auf spezifische Bedürfnisse eingehen kann.

Die getesteten Lucky Cat Katzenfutter-Sorten im Überblick

Im Rahmen dieses Tests wurden vier verschiedene Sorten von Lucky Cat “Zarte Stückchen in leckerer Sauce” genauer untersucht:

  • Lucky Cat – Zarte Stückchen mit Pute: Diese Sorte gibt an, 4 % Pute zu enthalten.
  • Lucky Cat – Zarte Stückchen mit Seelachs: Enthält 4 % MSC-zertifizierten Seelachs aus nachhaltiger Fischerei.
  • Lucky Cat – Zarte Stückchen mit Huhn: Gibt ebenfalls 4 % Huhn an.
  • Lucky Cat – Zarte Stückchen mit Rind und Leber: Diese Sorte enthält 4 % Rind und 4 % Leber.
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Allen Sorten ist gemein, dass sie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe und pflanzliche Nebenerzeugnisse in Form von Apfelextrakt enthalten. Die ernährungsphysiologischen Zusätze, wie Vitamine D3 und E, Zink, Kupfer und Taurin, sind bei den meisten Sorten identisch, wobei eine Sorte zusätzlich Vitamin A enthält.

Meine Kriterien für ein gutes Katzenfutter

Um die Qualität von Katzenfutter beurteilen zu können, habe ich eigene Kriterien entwickelt, die sich an der natürlichen Beute einer Katze orientieren: der wilden Maus. Diese Kriterien stellen sicher, dass das Futter den artgerechten Bedürfnissen von Katzen entspricht.

Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

  1. Muskelfleischanteil: Mindestens 50 % Muskelfleisch sind essenziell.
  2. Organangaben: Klare prozentuale Angaben aller enthaltenen Organe.
  3. Pflanzliche Zusatzstoffe: Keine unerwünschten Zusätze wie Soja, Mais oder Getreide.
  4. Zucker und schädliche Zusätze: Kein Zucker, keine Tiermehle oder überflüssige “Superfoods”.
  5. Ballaststoffe: Ein Gehalt von mindestens 3 %.
  6. Kohlenhydratanteil (NFE): Maximal 10 % in der Trockenmasse.
  7. Künstliche Zusätze: Keine Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe, Bindemittel oder Konservierungsmittel.
  8. Feuchtigkeitsgehalt: Mindestens 65 %.

Eine detaillierte Erklärung meiner Testmethode und die Gründe für diese Kriterien finden Sie in meinem Artikel: So erkennst Du gesundes Katzenfutter (mit Empfehlungen).

Analyse der Inhaltsstoffe von Lucky Cat

Die Analyse der Inhaltsstoffe von Lucky Cat offenbart einige kritische Punkte:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: Die Angabe “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ist sehr unspezifisch. Der angegebene geringe Anteil (z.B. 4 % Pute) lässt darauf schließen, dass der tatsächliche Muskelfleischanteil unbekannt und wahrscheinlich sehr gering ist.
  • Getreide: Getreide wird oft als Füllstoff eingesetzt und kann bei Katzen Verdauungsprobleme verursachen.
  • Apfelextrakt: Dieser wird als natürliches Süßungsmittel verwendet, um die Akzeptanz und das Aussehen zu verbessern, was jedoch bedeutet, dass Zucker in einer Form enthalten ist.
  • Fisch und Fischnebenerzeugnisse: Ähnlich wie bei Fleisch ist die Angabe unspezifisch, auch wenn 4 % Seelachs genannt werden.
  • Ballaststoffe: Die empfohlenen Ballaststoffmengen werden nicht erreicht.
  • Kohlenhydratanteil (NFE): Der NFE-Wert liegt mit 25,5 % bis 28,0 % in der Trockenmasse deutlich über meinen Kriterien von maximal 10 %.
  • Feuchtigkeitsgehalt: Mit 80,0 % liegt dieser Wert im guten Bereich.
  • Taurin: Die zugesetzte Menge von 350 mg/kg Taurin ist nach meinen Kriterien zu gering.
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Kritische Bewertung der Nährwerte

Während einige Werte wie Rohprotein (7,5 %), Rohfett (4,5 %), Rohasche (2,0-2,5 %) und Rohfaser (0,4 %) im akzeptablen Bereich liegen, gibt es gravierende Mängel:

  • Muskelfleischanteil: Völlig unbekannt.
  • Calcium-Phosphor-Verhältnis: Keine Angabe auf der Verpackung oder Website.
  • Taurin: Die Menge ist zu gering.
  • Kohlenhydrate: Der Anteil ist zu hoch.
  • Getreide und Apfelextrakt: Diese Inhaltsstoffe sind problematisch.

Fazit zum Lucky Cat Katzenfutter Test

Leider konnte keine der vier getesteten Lucky Cat Sorten meine Kriterien für ein gutes Katzenfutter erfüllen. Die mangelnde Transparenz bei den Inhaltsstoffen, insbesondere beim Muskelfleischanteil und den tierischen Nebenerzeugnissen, sowie die Verwendung von Getreide und Apfelextrakt sind gravierende Kritikpunkte. Auch die zu geringe Menge an zugesetztem Taurin und der zu hohe Kohlenhydratanteil sprechen gegen dieses Futter.

Aus meiner Erfahrung im Tierschutz weiß ich, dass Katzen, die an minderwertiges Futter gewöhnt sind, dieses oft bevorzugen. Doch langfristig ist eine artgerechte Ernährung entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Samtpfoten.

Wer auf der Suche nach hochwertigem Katzenfutter ist, sollte auf klare Deklarationen, einen hohen Muskelfleischanteil und den Verzicht auf unnötige Füllstoffe achten. Für Katzenbesitzer, die Wert auf eine gesunde Ernährung legen, gibt es empfehlenswerte Alternativen auf dem Markt.