Viele Anwender, die regelmäßig mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Photoshop arbeiten, kennen die Frustration, wenn eine scheinbar korrekt gespeicherte PNG-Datei plötzlich von anderen Anwendungen nicht mehr geöffnet werden kann. Ein besonders rätselhaftes Phänomen ist der „libpng error: iTXt: chunk data is too large“, der die Kompatibilität von PNG-Dateien erheblich einschränken kann. Dieser Fehler deutet oft auf ein spezifisches Problem hin: übermäßig große XMP-Metadaten, die von Photoshop in den iTXt-Chunks der PNG-Datei abgelegt werden. Solche Dateien sind nicht nur unzugänglich für viele Betrachter und Editoren, sondern auch unnötig groß.
Das Problem im Detail: Überdimensionierte iTXt-Chunks
Die Ursache des Problems liegt in einem spezifischen Datenblock innerhalb der PNG-Struktur, dem sogenannten iTXt-Chunk (International Textual Data). Dieser Chunk ist dafür vorgesehen, Textinformationen wie Titel, Autor oder Copyright in verschiedenen Sprachen zu speichern. Im vorliegenden Fall enthält dieser Chunk jedoch keine einfache Textinformation, sondern eine exorbitante Menge an XML-Daten – genauer gesagt, XMP-Metadaten. Bei einer Untersuchung derartiger fehlerhafter Dateien zeigt sich, dass dieser iTXt-Chunk bis zu 22 Megabyte (!) an XML-Daten enthalten kann. Dies ist eine absurde Größe für Metadaten und weit entfernt von dem, was für gewöhnlich erwartet wird.
Programme wie Geeqie oder Gimp können solche Dateien nicht öffnen und melden sie als ungültig. Krita, ein weiteres beliebtes Bildbearbeitungsprogramm, gibt zwar die spezifische Fehlermeldung „libpng error: iTXt: chunk data is too large“ aus, benötigt aber oft den Start über die Konsole, um diese detaillierte Information anzuzeigen. Die Kernursache für das Versagen der Programme ist die schiere Datenmenge, die die libpng-Bibliothek, die für die Verarbeitung von PNG-Dateien zuständig ist, überfordert. Der Umgang mit derart massiven, unerwarteten Datenmengen im iTXt-Chunk führt zu Parsing-Fehlern und verhindert das korrekte Laden der Bilder.
XMP-Metadaten und Adobe Photoshop: Eine technische Analyse
XMP (Extensible Metadata Platform) ist ein von Adobe entwickelter Standard zur Einbettung von Metadaten in Dateien. Diese Metadaten können eine Vielzahl von Informationen umfassen, darunter Erstellungsdatum, Autor, verwendete Software (wie z.B. photoshop cc2022), Bearbeitungshistorie und eindeutige Dokument-IDs. Photoshop nutzt XMP umfassend, um den Lebenszyklus einer Datei zu verfolgen und eine reiche Historie ihrer Bearbeitung zu speichern.
Das von Adobe herausgegebene XMP-Spezifikation (Teil 2, Seite 32) erwähnt, dass bei Kopiervorgängen oder dem Platzieren von Inhalten die Dokument-ID des Quellmaterials in die XMP-Liste des Zieldokuments übernommen wird. Dies könnte ein wichtiger Hinweis darauf sein, warum die Datenmengen der Metadaten in PNG-Dateien aus Photoshop so extrem anwachsen können. Man kann vermuten, dass bei komplexen Projekten mit vielen Ebenen, intelligenten Objekten, Verknüpfungen und wiederholten Kopier- und Einfügeoperationen über lange Bearbeitungszeiträume hinweg eine enorme Menge an Dokument-ID-Einträgen und Revisionshistorien akkumuliert wird. Jede dieser Aktionen kann zu einer neuen Metadaten-Schicht führen, die in der Datei gespeichert wird, bis sie zu einem unkontrollierbaren Umfang anwächst.
Das Problem scheint nicht auf eine bestimmte Photoshop-Version beschränkt zu sein, da auch Nutzer von photoshop 2018 oder neueren Versionen ähnliche Schwierigkeiten melden. Die Art und Weise, wie Photoshop interne Dokumentreferenzen und die Bearbeitungshistorie in XMP-Metadaten abspeichert, kann offensichtlich zu unerwartet großen Datenmengen führen, die von anderen Programmen nicht mehr verarbeitet werden können.
Auswirkungen auf die Kompatibilität und Bearbeitung
Die primäre Auswirkung dieses Fehlers ist ein massiver Kompatibilitätsverlust. Eine PNG-Datei, die in Photoshop perfekt aussieht und funktioniert, kann außerhalb des Adobe-Ökosystems unbrauchbar sein. Dies ist besonders problematisch für Designer und Entwickler, die Dateien mit Kollegen oder Kunden teilen, die möglicherweise andere Software verwenden. Wenn ein Kunde versucht, ein geliefertes PNG mit einem Standard-Bildbetrachter zu öffnen und scheitert, führt dies zu Missverständnissen und zusätzlichen Arbeitsaufwand.
Die libpng-Bibliothek, die von vielen Anwendungen zum Lesen von PNG-Dateien verwendet wird, ist darauf ausgelegt, Datenchunks gemäß den PNG-Spezifikationen zu verarbeiten. Obwohl der iTXt-Chunk eine maximale Größe nicht direkt überschreitet (die technischen Grenzen sind sehr hoch), ist die schiere Datenmenge in diesen Fällen unerwartet und kann die internen Puffer oder Parsing-Algorithmen der Bibliothek überfordern, was zum Absturz oder zur Fehlermeldung führt. Es ist überraschend, dass solche Chunks nicht einfach ignoriert werden, da ihre Inhalte für die reine Bildanzeige oft nicht kritisch sind. Das Ignorieren ungelesener Chunks wäre technisch einfach umsetzbar (durch einfaches Überspringen zum nächsten Chunk), doch die strikte Interpretation der libpng-Bibliothek führt hier zu Problemen. Für Anwender, die nach einer Alternative zu teuren Abonnements suchen, könnte photoshop kaufen ohne abo ebenfalls zu Problemen führen, wenn solche alten Versionen denselben Bug aufweisen.
Die Lösung: Entfernung des problematischen iTXt-Chunks
Glücklicherweise gibt es eine effektive, wenn auch manuelle Lösung für dieses Problem. Durch das gezielte Entfernen des überdimensionierten iTXt-Chunks aus der PNG-Datei kann die Integrität der Datei wiederhergestellt werden. Dies erfordert in der Regel spezialisierte Tools oder Skripte, die in der Lage sind, die Chunk-Struktur einer PNG-Datei zu manipulieren. Nach der Entfernung des problematischen Chunks schrumpft die Dateigröße drastisch – von 22 MB auf nur noch etwa 29 KB im beobachteten Fall – und die Datei wird von allen gängigen Bildbetrachtern und -editoren, einschließlich Krita, Geeqie und Gimp, wieder korrekt gelesen.
Dieser Ansatz zeigt, dass die eigentlichen Bilddaten intakt bleiben und das Problem ausschließlich in den Metadaten liegt. Die manuelle Bereinigung ist eine gangbare Option für einzelne Dateien, stellt jedoch keine skalierbare Lösung für große Mengen an Bildern dar. Es unterstreicht die Notwendigkeit für verbesserte Exportroutinen in Photoshop oder eine robustere Fehlerbehandlung in Bildbibliotheken. Insbesondere Nutzer von spezialisierten photoshop 22.5 9 oder älteren Versionen sollten aufmerksam sein.
Vorbeugung und Best Practices beim Speichern von PNGs in Photoshop
Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, können Anwender einige Best Practices befolgen, wenn sie PNG-Dateien aus Photoshop exportieren:
- “Für Web speichern (Legacy)” nutzen: Diese Exportoption in Photoshop ist oft effizienter bei der Entfernung unnötiger Metadaten und kann helfen, die Dateigröße zu reduzieren und solche Fehler zu umgehen.
- Ebenen reduzieren: Wenn möglich, sollten Bilder vor dem Export als PNG auf eine einzige Ebene reduziert werden, um die Komplexität der internen Daten zu verringern.
- Alternative Exportoptionen: Einige Nutzer finden es hilfreich, PNGs in andere Formate (z.B. TIFF) zu exportieren und dann mit einem anderen Programm wieder als PNG zu speichern, um die Metadaten zu “bereinigen”.
- Alternative Bildbearbeitung: Für einfache PNG-Exporte oder bei häufigen Kompatibilitätsproblemen könnte es sinnvoll sein, alternative Software in Betracht zu ziehen. Ein Vergleich von photoshop oder gimp kann hier aufzeigen, welche Lösung für bestimmte Workflows besser geeignet ist, da Gimp beispielsweise oft schlankere Metadaten generiert.
Letztlich bleibt die Frage, warum Photoshop solche übermäßigen Datenmengen in einem für Text vorgesehenen Chunk ablegt und ob zukünftige Updates hier Abhilfe schaffen werden. Bis dahin sind manuelle Eingriffe oder bewusste Exportstrategien für Anwender unerlässlich.
Fazit
Der „libpng error: iTXt: chunk data is too large“ ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie komplexe Metadaten in Bilddateien zu erheblichen Kompatibilitätsproblemen führen können. Wenn Adobe Photoshop übermäßig viele XMP-Metadaten in den iTXt-Chunk einer PNG-Datei schreibt, kann dies die Datei für andere Programme unlesbar machen und ihre Größe unnötig aufblähen. Die gute Nachricht ist, dass die Bilddaten selbst meist intakt bleiben und durch die Entfernung des problematischen Metadaten-Chunks die Datei wieder voll funktionsfähig gemacht werden kann. Anwender sind gut beraten, beim Export von PNGs aus Photoshop vorsichtig zu sein und die genannten Best Practices anzuwenden, um solche Dateikorruptionen zu vermeiden und eine reibungslose Kompatibilität über verschiedene Software-Plattformen hinweg zu gewährleisten. Teilen Sie Ihre Erfahrungen oder eigene Lösungen gerne in den Kommentaren, um der Community zu helfen!
