Ein brasilianisches Gericht hat den ehemaligen Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet zu einer hohen Geldstrafe von 5 Millionen brasilianischen Real (umgerechnet etwa 950.000 US-Dollar) verurteilt. Diese Strafe wurde wegen seiner rassistischen und homophoben Kommentare über den siebenmaligen Champion Lewis Hamilton verhängt. Der Fall hat weltweit für Aufsehen gesorgt und die Debatte über Diskriminierung im Sport neu entfacht.
Der 70-jährige Brasilianer hatte Hamilton im Jahr 2021 als „neguinho“ bezeichnet, eine rassistisch beleidigende Formulierung, die „kleiner Schwarzer“ bedeutet. In einem anderen Interview verwendete Piquet zusätzlich rassistische und homophobe Sprache, was die Schwere seiner Äußerungen noch unterstrich. Die Entscheidung des Gerichts in Brasília vom Freitag sah die Zahlung dieses Betrags als „kollektiven moralischen Schaden“ vor. Das Geld soll Projekten zur Förderung der Rassengleichheit und zur Bekämpfung der Diskriminierung der LGBTQIA+-Gemeinschaft zugutekommen.
Die Klage gegen Piquet wurde von mehreren Menschenrechtsgruppen eingereicht, darunter die Nationale LGBTI+ Allianz Brasiliens. Diese Organisationen argumentierten, dass Piquets Kommentare die in der brasilianischen Verfassung verankerte Norm der Menschenwürde verletzen. Der Richter Pedro Matos de Arruda stimmte dem zu und erklärte, dass Piquets Bemerkungen der Definition von Rassendiskriminierung entsprechen, wie sie im brasilianischen Gesetz zur Rassengleichheit von 2010 festgelegt ist. 1 bundesliga fussball und andere große Sportligen setzen sich ebenfalls zunehmend für Vielfalt und Inklusion ein, was die globale Relevanz solcher Urteile unterstreicht.
Lewis Hamilton selbst hatte die „archaischen Denkweisen“ scharf verurteilt und betont, dass er sich „sein ganzes Leben lang von solchen Einstellungen umgeben und angegriffen“ gefühlt habe. Hamilton ist der einzige schwarze Fahrer in der Formel 1 und erhielt im vergangenen Jahr die Ehrenbürgerschaft Brasiliens, was seine besondere Verbindung zu dem Land und seine Bedeutung als Vorbild hervorhebt. Seine Stellungnahmen haben oft eine große Wirkung, da er nicht nur als Sportler, sondern auch als Aktivist wahrgenommen wird.
Piquet, der in den 1980er Jahren drei Formel-1-Titel gewann, hatte sich im Rahmen einer Diskussion über einen Unfall zwischen Hamilton und dem Red-Bull-Fahrer Max Verstappen beim Großen Preis von Großbritannien 2021 geäußert. Es ist bekannt, dass Piquets Tochter Kelly Piquet die Freundin von Max Verstappen ist, was dem Vorfall eine zusätzliche persönliche Note verlieh. Diese familiäre Verbindung wurde von einigen als möglicher Kontext für die Kommentare angesehen, entbindet jedoch nicht von der Verantwortung für diskriminierende Äußerungen.
Später entschuldigte sich Piquet in einer Erklärung für den „schlecht durchdachten“ rassistischen Begriff, behauptete jedoch, dieser sei im brasilianischen Portugiesisch weit verbreitet und historisch als Synonym für „Kerl“ oder „Person“ verwendet worden und nie dazu gedacht gewesen, zu beleidigen. Diese Erklärung wurde jedoch vom Gericht kritisiert. Richter Pedro Matos de Arruda stellte fest, dass „Subtilität eines der Merkmale des zeitgenössischen brasilianischen Rassismus“ sei und das Wort keineswegs als „liebevoller Spitzname“ zu verstehen sei. Der Vorfall erinnert daran, wie schnell sich negative Äußerungen in der heutigen Medienlandschaft verbreiten können, ähnlich wie die [fc bayern news transfer](https://shocknaue.com/fc-bayern-news-transfer/) oft Schlagzeilen machen.
Die homophoben Äußerungen Piquets in einem anderen Interview, in dem er Hamiltons Nichterfolg in einer früheren Meisterschaft diskutierte, deuteten darauf hin, dass Hamilton das Championat gewonnen hätte, wenn er nicht schwul wäre. Der Richter stellte in seiner Entscheidung klar, dass Piquets Kommentare implizierten, „schwul zu sein, sei ein negatives Merkmal“. Dies verdeutlicht die doppelte Diskriminierung, die Hamilton durch Piquets Aussagen erfahren hat.
Piquet hat das Recht, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Dieser Fall ist ein wichtiges Signal dafür, dass diskriminierende Äußerungen, insbesondere von Personen des öffentlichen Lebens, nicht toleriert werden. Es zeigt, dass die Justiz bereit ist, hart durchzugreifen, um Rassismus und Homophobie zu bekämpfen und ein klares Zeichen für Gleichberechtigung zu setzen.
Der ehemalige Rennfahrer hatte bereits zuvor durch seine Unterstützung des ehemaligen rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro für Kontroversen gesorgt und spendete etwa 95.000 US-Dollar für dessen gescheiterte Wiederwahlkampagne. Solche politischen Verbindungen können die Wahrnehmung von Sportpersönlichkeiten in der Öffentlichkeit beeinflussen, ähnlich wie bei den [rb leipzig live heute](https://shocknaue.com/rb-leipzig-live-heute/) immer auch das Umfeld des Vereins in den Fokus rückt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Urteil gegen Nelson Piquet ein starkes Statement gegen Diskriminierung im Sport und in der Gesellschaft darstellt. Es unterstreicht die Verantwortung prominenter Persönlichkeiten für ihre Worte und sendet eine klare Botschaft, dass Rassismus und Homophobie in keiner Form akzeptabel sind. Die Entscheidung stärkt die Position von Lewis Hamilton als Verfechter der Gleichberechtigung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung einer inklusiveren Gesellschaft.
