Im Vorfeld großer Fußballturniere, wie der Weltmeisterschaft in Katar, ist die präzise Analyse der teilnehmenden Teams entscheidend. Manuel Baum, ein anerkannter ehemaliger Bundesliga-Trainer des FC Augsburg und Schalke 04, hat sich intensiv mit den taktischen Feinheiten der WM-Mannschaften auseinandergesetzt. Mit einem neunköpfigen Analystenteam beleuchtet der 43-Jährige jeden erdenklichen Blickwinkel. Für den SPORTBUZZER erklärt er die Besonderheiten der Teams, potenzielle Schwachstellen und gibt einen Einblick in mögliche Spielszenarien. In dieser Analyse werfen wir einen detaillierten Blick auf das Aufeinandertreffen zwischen Portugal und Uruguay. Erfahren Sie, welche wm favoriten dieses Duell beeinflussen könnte.
Portugals Auftakt: Ein glücklicher Sieg gegen Ghana
Portugal startete mit einem knappen, aber glücklichen 3:2-Sieg gegen Ghana ins Turnier. Das Team agierte im 4-1-2-3-System flexibel mit Ball, hatte jedoch in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten im Spielaufbau, da Ghana defensiv sehr diszipliniert verteidigte. Ein umstrittener Elfmeter und ein Abwehrfehler der Ghanaer ebneten den Weg zu zwei Toren. In der Schlussphase hätte ein Fehler von Torwart Diego Costa fast noch den Sieg gekostet.
Nach der Halbzeit verbesserte sich Portugals Zugriff im Pressing, was zu gefährlichen Umschaltmomenten führte, da Ghana mutiger agierte und mehr Risiko einging. Besonders über die rechte Abwehrseite offenbarte Portugal Schwächen gegen die Geschwindigkeit von Spielern wie Kudus und Bukari und konnte Flanken nicht effektiv unterbinden. Die Defensive zeigte wiederholt passive Momente, insbesondere bei der Übernahme gegnerischer Spieler und im Halten der Abstände, was Ghana mehrere hochkarätige Chancen ermöglichte. Die Qualifikation für das wm 2022 viertelfinale könnte von der Verbesserung dieser Aspekte abhängen.
Uruguays Start: Physis und fehlende Durchschlagskraft
Uruguay trennte sich in einem physisch intensiven Spiel 0:0 von Südkorea. Wie erwartet war die Partie von einem offenen Schlagabtausch und zahlreichen Fouls geprägt. Uruguay agierte im 4-3-3 und versuchte, seine Stürmer Suarez und Núñez in Umschaltmomenten in Szene zu setzen. Núñez zeigte sich dabei deutlich agiler als Suárez, der kaum ins Spiel fand und wenige Aktionen hatte. Versuche, mit hohem Tempo über die Außenbahn durchzubrechen, wurden oft durch Fouls unterbunden, oder es fehlten die nötigen Anspielstationen durch nachrückende Mitspieler. Auch die Einwechslung von Cavani brachte kaum offensive Impulse, und das Spiel verflachte in der zweiten Halbzeit spürbar.
Mögliches Spielszenario und taktische Erwartungen
Uruguay wird voraussichtlich sein körperbetontes Spiel gegen die athletisch vermeintlich unterlegenen Portugiesen auf den Platz bringen. Sie werden im Mittelfeldpressing versuchen, Bälle zu erobern und die portugiesischen Schwächen in der Boxverteidigung bei Flanken auszunutzen – ein Bereich, in dem Uruguay mit seinen starken Strafraumstürmern punkten kann. Gegen den Ball wird Uruguay das Spiel immer wieder durch taktische Fouls unterbrechen, um den portugiesischen Spielaufbau zu stören und Frustration beim Gegner zu erzeugen. Die gruppenphase wm 2022 hat bereits gezeigt, wie entscheidend solche Details sind.
Portugal muss nach dem glücklichen Auftaktsieg gegen Ghana kein übermäßiges Risiko eingehen. Sie können Uruguay kommen lassen und sich darauf konzentrieren, die Räume in der eigenen Hälfte kompakt zu halten. Dies ermöglicht es ihnen, das temporeiche Spiel Uruguays besser zu unterbinden und den eigenen Strafraum ausreichend zu besetzen. Die Portugiesen sind bekannt für ihr gefährliches Umschaltspiel: Nach Ballgewinn können sie mit nur zwei oder drei vertikalen Pässen schnell an den gegnerischen Strafraum gelangen. Besonders das Flügelspiel ist eine Stärke Portugals, da sie sofort die Flanke, auch aus dem Halbraum, suchen. Für zukünftige Turniere wie die fussball wm 2026 wird es spannend zu sehen, wie sich solche Taktiken weiterentwickeln.
Manuel Baums Einschätzung und unser Tipp für dieses Spiel ist ein hart umkämpftes 1:1. Es wird eine taktische Schlacht, in der beide Teams versuchen werden, ihre Stärken auszuspielen und die Schwächen des Gegners auszunutzen. Dieser Spieltyp erinnert oft an die spannenden Partien aus dem wm 2014 spielplan.
