Die Digitalisierung schreitet voran, und immer mehr traditionelle Finanzinstitute öffnen sich dem Markt für digitale Vermögenswerte. Ein bemerkenswerter Schritt ist der Einstieg der PostFinance in den Krypto-Handel. Als führender Akteur im Schweizer Retailbanking und Teil der Schweizerischen Post bietet die “gelbe Bank” ihren 2,5 Millionen Kunden nun die Möglichkeit, in Bitcoin und andere Kryptowährungen zu investieren. Doch was steckt wirklich hinter diesem Angebot? Wir haben es genau unter die Lupe genommen und teilen unsere Erfahrungen.
Für viele Anleger in Deutschland und darüber hinaus, die sich für neue Investmentmöglichkeiten interessieren, ist die Entwicklung im Kryptomarkt von großem Belang. Während einige vielleicht eher den aktuellen Goldpreis Finanznet verfolgen, um traditionelle Werte zu sichern, eröffnet die Welt der Kryptowährungen wie Bitcoin gänzlich neue Perspektiven für die Vermögensbildung. Das Angebot der PostFinance richtet sich insbesondere an jene, die den Komfort einer etablierten Bank schätzen und sich nicht mit der komplexen Selbstverwahrung von Private Keys auseinandersetzen möchten. Es ist eine ideale Lösung für alle, die Bitcoin & Co. einfach über ihre Hausbank kaufen, den gewohnten e-Banking-Komfort nutzen und ihre digitalen Vermögenswerte integriert in ihrem Gesamtvermögen verwalten möchten.
Der Weg zum Krypto-Investment: Einfache Schritte bei der PostFinance
Der Zugang zum Krypto-Angebot der PostFinance ist denkbar unkompliziert. Interessierte müssen zunächst Kunde der PostFinance werden. Nach Installation der Mobile App und einer schnellen, papierlosen Video-Identifizierung zur Kontoeröffnung, erhält man sofort Zugang zum e-Banking-Cockpit. Dort lässt sich das Modul “Kryptowährungen” mit wenigen Klicks aktivieren und ist binnen Sekunden verfügbar.
Besonders hervorzuheben ist die Flexibilität bei der Depoteröffnung: Es können mehrere Krypto-Depots eingerichtet werden. So könnte man beispielsweise ein reines “Bitcoin-only”-Modul betreiben und parallel dazu ein separates Depot für Altcoins führen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einrichtung eines Bitcoin-Sparplans in einem Depot, während ein zweites Portfolio auf tradingorientierte Positionen ausgelegt ist, um flexibel auf den Finanznet Realtime-Markt reagieren zu können.
Mit nur wenigen Klicks können Nutzer in Bitcoin und zehn weitere Kryptowährungen investieren. Die Auftragsfläche ist intuitiv gestaltet und ermöglicht die direkte Auswahl zwischen einer Einzeltransaktion und einem Sparplan. Diese gelungene Integration des Sparplans in derselben Maske macht es jedem Kunden einfach, vom sogenannten Dollar-Cost-Averaging (DCA)-Effekt zu profitieren und so von der Volatilität des Kryptomarktes zu profitieren.
Zusätzlich zum Kauf oder Verkauf zu aktuellen Marktpreisen bietet die PostFinance auch die Möglichkeit, mit Limit-Orders zu agieren. Dies fördert eine präzisere Handelsstrategie, da Nutzer Aufträge zu einem vorbestimmten Preis setzen können – eine Logik, die sich am Aktienmarkt bereits etabliert hat. Ein weiterer essenzieller Aspekt ist die 24/7-Handelsmöglichkeit, denn Bitcoin schläft bekanntlich nie. Unser Test bestätigte, dass Aufträge auch an Wochenenden prompt ausgeführt werden.
Attraktive Gebühren und wichtige Hinweise zur Kontoführung
Die Transaktionsgebühren für den Krypto-Handel bei der PostFinance sind transparent und attraktiv. Mit einer Gebühr von 0,95 % pro Auftrag positioniert sich die Bank wettbewerbsfähig. Hinzu kommt eine jährliche Depotgebühr von 0,15 %, die ebenfalls als fair zu bewerten ist. Im Einführungsjahr 2024 werden die Portfoliogebühren sogar erlassen, was den Einstieg zusätzlich erleichtert.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Krypto-Depots bei der PostFinance in US-Dollar geführt werden, auch wenn viele Kunden in Schweizer Franken denken und handeln. Dies hat einen klaren Grund: Bitcoin wird international in US-Dollar gehandelt. Eine Abwicklung in Schweizer Franken würde zusätzliche Wechselgebühren verursachen, da viele Banken zudem intransparente Margen auf den Wechselkurs aufschlagen. Durch die Führung der Konten in US-Dollar vermeidet die PostFinance diese zusätzlichen Kosten, was sich als fairer Ansatz für die Kunden erweist, auch wenn es anfangs ungewohnt sein mag. Gerade wenn man den Goldpreis in Euro Finanznet beobachtet, um Währungseffekte zu verstehen, ist dies ein relevanter Punkt.
Für wen ist das PostFinance Krypto-Angebot geeignet?
Das Krypto-Angebot der PostFinance ist ideal für jene konzipiert, die eine unkomplizierte Möglichkeit suchen, in Bitcoin und Kryptowährungen zu investieren, ohne sich um die technische Komplexität und Sicherheit der privaten Schlüssel kümmern zu müssen. Es spricht besonders Kunden an, die Wert auf die Sicherheit und das Vertrauen einer etablierten Schweizer Bank legen.
Aktuell beschränkt sich das Angebot auf “Self-Execution”, das heißt, es gibt keine individuelle Anlageberatung, und die Bank integriert Kryptos nicht aktiv in ihren eigenen Anlageprozess. Die PostFinance unterstützt ihre Kunden jedoch mit hilfreichen Wissensartikeln zu Bitcoin & Co. in ihrem Anlageblog.
Eine Einschränkung ist, dass der direkte Transfer von Bitcoin und anderen Kryptowährungen – also das Senden und Empfangen – derzeit nicht möglich ist. Dies liegt primär an regulatorischen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Geldwäscheprävention. Alexander Thoma, der Leiter des Digital Assets Teams bei der PostFinance, hat jedoch in einem Podcast erwähnt, dass dieses Thema intensiv geprüft wird. Wir sind gespannt auf zukünftige Entwicklungen, da Transfermöglichkeiten für viele Nutzer zum grundlegenden Funktionsumfang eines umfassenden Krypto-Angebots gehören.
Fazit und Bewertung
Der Vorstoß der PostFinance in die Welt der digitalen Assets ist ein positiver Schritt für den Schweizer Finanzplatz. Das Angebot richtet sich gezielt an Anleger, die bisher Schwierigkeiten mit der Selbstverwahrung oder spezialisierten Krypto-Plattformen hatten und bietet eine vertrauenswürdige Alternative.
Besonders hervorzuheben ist die nahtlose Integration von Bitcoin & Co. in das bestehende Bankangebot. Dies gewährleistet eine hohe Benutzerfreundlichkeit, detaillierte Kursgrafiken und präzise Performanceberechnungen. Die PostFinance bereichert zudem ihren Anlageblog kontinuierlich mit wertvollen Wissensartikeln rund um das Thema Kryptowährungen.
Die Einfachheit der Handhabung, die attraktiven Gebühren und die Gewissheit, dass die Schlüssel sicher in der Schweiz verwahrt werden, sind entscheidende Vorteile.
Bewertung des PostFinance Krypto-Angebots durch House of Satoshi
Wir vergeben 5 von 6 möglichen Punkten! Punktabzüge gibt es für die noch fehlenden Transfermöglichkeiten und die ausschließliche Handelswährung USD ohne die Option, zumindest wahlweise in CHF zu handeln. Für viele Einsteiger könnte es anfangs nicht intuitiv sein, warum das Krypto-Modul in US-Dollar geführt wird. Trotz dieser kleinen Einschränkungen ist das Krypto-Angebot der PostFinance eine hervorragende Option für Einsteiger und jene, die Sicherheit und Komfort einer traditionellen Bank im Kryptobereich suchen.
