Premiere Pro & 5.1 Audio: Eine Tiefenanalyse der LFE-Steuerung

Als begeisterter Nutzer von Adobe Premiere Pro und einem 5.1-Lautsprechersystem, ausgestattet mit einer Sound Blaster Audigy 2 ZS, möchte ich meine Beobachtungen zur Handhabung von 5.1-Audio und insbesondere des LFE-Kanals (Low-Frequency Effects) teilen. Dieses Thema kann für viele Anwender, die hochwertige Audio-Produktionen erstellen möchten, von großer Bedeutung sein.

In den Audio-Hardware-Einstellungen von Premiere Pro werden mir vier Einträge für “Input/Output devices” angezeigt, seitdem ich meine Soundkarte installiert habe: 1. Adobe Default Windows Sound, 2. Creative Asio, 3. SB Audigy 2 ZS Asio [A800], und 4. SB Audigy 2 ZS Asio 24/96 [A…]. Für die unten beschriebenen Ergebnisse ist es entscheidend, die vierte Option zu wählen; bei anderen Einstellungen verhält sich der LFE-Kanal anders. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis umfassender Tests.

Premiere Pro Audio-Hardware-Einstellungen

Die korrekte Konfiguration Ihrer Audio-Hardware in Premiere Pro ist der erste Schritt zu einem optimalen 5.1-Surround-Sound-Erlebnis. Es ist wichtig, den passenden ASIO-Treiber Ihrer Soundkarte auszuwählen, um die bestmögliche Leistung und Kompatibilität zu gewährleisten. In meinem Fall war die spezifische Auswahl des “SB Audigy 2 ZS Asio 24/96”-Treibers ausschlaggebend für die korrekte Funktion des LFE-Kanals. Eine falsche Auswahl kann dazu führen, dass die tiefen Frequenzen nicht wie erwartet wiedergegeben werden.

Das Verständnis der Rolle des LFE-Kanals ist entscheidend. Anders als oft angenommen, handelt es sich beim LFE nicht um einen eigenständigen “sechsten” Kanal im herkömmlichen Sinne, sondern um einen Kanal, dessen Inhalt maßgeblich von den anderen fünf Kanälen bestimmt wird. Aus diesem Grund spricht man von 5.1-Kanal-Audio und nicht von 6-Kanal-Audio. Selbst wenn die LFE-Anzeige in Premiere Pro keinen Pegel anzeigt, ist in meinem 5.1-Mix Bass vom Subwoofer wahrnehmbar. Eine Erhöhung des LFE-Reglers in Premiere Pro führt zu einer geringfügigen, aber spürbaren Zunahme des Basspegels. Dies konnte ich besonders gut durch Keyframes auf dem Soundtrack von “Der letzte Mohikaner” demonstrieren: Eine Automatisierung des LFE-Reglers von 0 auf 100 Prozent und zurück machte den Effekt deutlich hörbar.

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Das Geheimnis des LFE-Kanals in Premiere Pro

Der LFE-Kanal in Premiere Pro ist weit mehr als nur ein separater Basskanal; er fungiert als eine ausgeklügelte Frequenzweiche, die die Wiedergabe tiefer Frequenzen steuert. Ich entdeckte, dass der LFE-Lautstärkeregler nicht einfach nur die Lautstärke des Subwoofers erhöht, sondern die Übergangsfrequenz bestimmt, bei der tiefe Klänge von den Frontlautsprechern zum Subwoofer umgeleitet werden. Diese Erkenntnis wurde mir bei der Analyse einer MP3-Datei mit einer sehr tiefen Stimme bewusst. Bei einer Einstellung des LFE-Reglers auf 0 war viel Bass aus den Frontlautsprechern zu hören. Wurde der Regler auf 100 gestellt, verschwand der Bass von den Fronts und wurde stattdessen über den Subwoofer wiedergegeben.

Ein Gespräch mit einem Audio-Ingenieur bestätigte meine Vermutung: Der LFE-Regler steuert die Cutoff-Frequenz, also die Frequenz, unterhalb derer Töne an den Subwoofer gesendet werden. Die tiefsten Frequenzen werden stets an den Subwoofer geleitet, da dies seine Hauptaufgabe ist. Durch Erhöhen des LFE-Reglers (von 0 auf 100) werden mehr Frequenzen an den Subwoofer umgeleitet. Dieses Prinzip ähnelt dem Center-Regler, der die Lautstärke nicht erhöht, sondern den Klang zwischen Front-/Rear-Lautsprechern und dem Center-Kanal umverteilt. Während robustere 5.1-Anwendungen die manuelle Einstellung der Subwoofer-Cutoff-Frequenz in Hertz erlauben, hat Adobe für Premiere-Nutzer eine vereinfachte 0-100-Skala gewählt. Wenn Sie mehr über die Software und ihre Möglichkeiten erfahren möchten, könnte Sie unser Artikel über software adobe premiere pro interessieren.

Empfohlene Tests für Ihre 5.1-Einrichtung

Um sicherzustellen, dass Ihr 5.1-System in Premiere Pro ordnungsgemäß funktioniert, empfehle ich Ihnen die Durchführung dreier einfacher Tests:

  1. Stellen Sie die Subwoofer-Ausgabe sicher: Spielen Sie eine DVD mit 5.1-Ton ab, um zu prüfen, ob überhaupt Ton aus Ihrem Subwoofer kommt. Dies ist ein grundlegender Funktionstest.
  2. Prüfen Sie die Subwoofer-Ausgabe in Premiere Pro: Mischen Sie 5.1-Sound in Premiere Pro und legen Sie Ihre Hand auf den Subwoofer, um die Vibrationen zu spüren. Dies bestätigt, dass Premiere Pro Signale an den Subwoofer sendet.
  3. Experimentieren Sie mit dem LFE-Regler: Legen Sie ein basslastiges Musikstück auf die Timeline und variieren Sie den LFE-Regler zwischen 0 und 100 während der Wiedergabe. Sie sollten eine spürbare Veränderung des Basses feststellen. Bleibt diese Veränderung aus, verhält sich Ihre Hard-/Software-Konfiguration möglicherweise anders als meine. Für umfassendere Informationen über Premiere Pro und verwandte Produkte können Sie sich auch über den adobe premiere pro cc preis informieren.
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Die Herausforderung der LFE-Automation beim Export

Ein kritischer Punkt, der bei der Arbeit mit 5.1-Audio in Premiere Pro beachtet werden muss, ist der Unterschied zwischen der Wiedergabe auf der Timeline und dem exportierten Material. Meine Experimente haben gezeigt, dass die mit Keyframes automatisierte LFE-Steuerung, die ich auf der Timeline klar höre, in einem exportierten 5.1-Wave-File oder einer gebrannten 5.1-DVD (mit AC-3-kodiertem Audio) nicht immer identisch wiedergegeben wird. Als ich das exportierte Wave-File wieder in die Timeline importierte und neben den Original-Audioclip legte, war der LFE-Effekt nicht derselbe.

Warum dies so ist, kann ich nur spekulieren. Eine mögliche Erklärung ist, dass der Kodierungsprozess, der die Wave- oder AC-3-Spur erstellt, eine standardmäßige LFE-Cutoff-Frequenz verwendet und die von mir gesetzten Keyframes für die LFE-Regelung ignoriert. Dieses Phänomen scheint ein Bereich zu sein, in den sich nur wenige Nutzer vorwagen, weshalb es im Internet kaum Informationen dazu gibt. Selbst im offiziellen Premiere Pro Forum von Adobe.com konnte ich bisher keine Diskussion darüber finden. Es ist eine faszinierende Herausforderung, die weitere Untersuchungen verdient. Für Anwender, die an verschiedenen Versionen der Software interessiert sind, könnte der Artikel über adobe premiere pro 2020 portable relevante Informationen bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hier dargestellten Informationen das Ergebnis meiner umfangreichen Tests mit Premiere Pro und selbst erstellten 5.1-DVDs sind. Ich bin überzeugt von der Richtigkeit meiner Beobachtungen, auch wenn sie bei anderen Hardware-/Software-Konfigurationen möglicherweise nicht zutreffen. Ich bin gespannt auf Berichte von anderen Premiere Pro-Nutzern, die möglicherweise abweichende Ergebnisse erzielen. Ihre Erfahrungen könnten uns allen helfen, ein tieferes Verständnis für die komplexen Aspekte der 5.1-Audiomischung in Premiere Pro zu entwickeln.

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