An der OVAKARA Grundschule wurde kürzlich ein wegweisendes Projekt ins Leben gerufen, das die Schülerinnen und Schüler aktiv in die Gestaltung einer nachhaltigeren Welt einbezieht. Mit einem feierlichen Kick-off am 26. Februar 2024 begann eine spannende Auseinandersetzung mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, eingebettet in eine Schulversammlung, bei der der inspirierende Film „The world´s largest lesson“ gezeigt wurde. Diese Initiative markierte den Startpunkt für eine intensive Projektwoche, in der die Kinder ihre eigenen Ideen und Vorstellungen zu den globalen Zielen konkret umsetzten.
Schülerinnen und Lehrerinnen versammeln sich im Raum der Wünsche zum Kick-off
Der Weg zur Projektwoche: Ideenfindung und Themenwahl
Nach der anfänglichen Sensibilisierung besprachen die Kinder in den folgenden Tagen ihre Fragen zu den Nachhaltigkeitszielen in ihren Klassen und sammelten eine Fülle von Ideen. Die Pausenhalle der Schule verwandelte sich in eine lebendige Ideenbörse, in der die Schülerinnen und Schüler die Vorschläge der anderen Kinder erkunden und sich inspirieren lassen konnten. Diese Phase der offenen Ideenfindung förderte nicht nur die Kreativität, sondern auch den Austausch und das gemeinsame Lernen unter den Kindern.
Anschließend versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler noch einmal in der Pausenhalle, um sich einen letzten Eindruck von den vielfältigen Themen zu verschaffen. Danach wählten die Kinder in ihren Klassen die Themen, an denen sie während der Projektwoche arbeiten wollten. Dieser demokratische Prozess gab den Kindern ein starkes Gefühl der Eigenverantwortung und des Engagements für ihre gewählten Projekte.
Die Pausenhalle ist gefüllt mit Ideen und Vorschlägen der Schülerinnen und Schüler
Vielfalt der Themen: Von Klimaschutz bis Armutsbekämpfung
Die Wahl der Themen spiegelte die breite Interessenslage und das Bewusstsein der Kinder für globale Herausforderungen wider. Dreizehn Kinder entschieden sich für “Maßnahmen zum Klimaschutz”, während 33 Schülerinnen und Schüler sich dem Thema “Leben unter Wasser” widmeten. Das “Leben an Land” beschäftigte 22 Kinder. Kleinere Gruppen setzten sich mit “Armut” (3 Kinder), “Kein Hunger” (8 Kinder), “Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen” (2 Kinder), “Bezahlbare und saubere Energie” (4 Kinder) und “Nachhaltiger Konsum und Produktion” (11 Kinder) auseinander. Diese Verteilung zeigte das vielfältige Interesse der jungen Generation an den globalen Nachhaltigkeitszielen.
Kinder wählen in der Pausenhalle ihre Themen für die Projektwoche aus
Start der Projektwoche: Eigenverantwortliches Lernen im Fokus
Nach der Themenwahl trafen sich fünf große Hauptgruppen, um das Vorgehen in der Projektwoche zu besprechen. Die Lehrerinnen und Lehrer hatten sich vorgenommen, den Kindern in dieser Woche größtmögliche Freiheit bei der Bearbeitung ihrer Themen zu lassen und vorwiegend als Lernbegleiter zur Verfügung zu stehen. Ihr Ziel war es, die Kinder in ihren Ideen zu unterstützen und ihnen Struktur in der Arbeit zu geben, anstatt genaue Vorgaben zu machen. So wurde mit den Kindern besprochen, welche Ziele sie am Tag und in der Woche erreichen wollten und wie sie vorgehen möchten.
Dies ermöglichte den Kindern, ihren eigenen Lernweg zu finden und selbstständig an der Erreichung ihrer Ziele zu arbeiten. Die Lehrkräfte boten lediglich Unterstützung und einen groben Rahmen, wodurch die intrinsische Motivation der Schülerinnen und Schüler optimal gefördert wurde. In den Fluren der OVAKARA Grundschule herrschte ein emsiges Treiben, als Gruppen von Schülern in Kleingruppen an ihren Projekten arbeiteten. Die Kinder der Projektwoche äußerten sich voller Begeisterung über ihre Erfahrungen, und bereits nach kurzer Zeit zeichneten sich vielfältige und kreative Ideen ab.
Schüler bauen Plätze für Tiere in der Projektwoche
„Wir arbeiten auch mit den Kindern der anderen Klassen zusammen“, erklärte eine Schülerin, die die kooperative Atmosphäre hervorhob. Ein anderer Schüler betonte: „Wir dürfen an dem Thema arbeiten, das uns interessiert. Die Lehrerinnen geben uns keine genauen Vorgaben – sie geben nur Tipps. Außerdem haben wir immer wieder andere Lehrer, was total spannend ist.“ Dies verdeutlichte das besondere Konzept der Projektwoche, das auf selbstbestimmtes Lernen und interdisziplinäre Zusammenarbeit setzte.
Der Schwerpunkt der Projektwoche lag klar auf den Nachhaltigkeitszielen. „Wir setzen uns für Tiere und die Umwelt ein“, betonte ein Schüler stolz. „Wir dürfen viel mehr selbst machen und können uns in allen Räumen der Schule aufhalten.“ Ein weiterer Vorteil war die freie Materialwahl: „Wir können selbst bestimmen, welches Material wir benutzen möchten.“ Diese Freiheiten trugen maßgeblich zur hohen Motivation und zum Erfolg der Projekte bei. Jeden Morgen starteten die Schülerinnen und Schüler in einer gemeinsamen Runde. Hier wurde besprochen, was die Kinder einer Gruppe an dem jeweiligen Tag machen wollten, wo sie noch Unterstützung brauchten und was ihr Ziel war. Alle hörten sich dabei gespannt zu und planten ihre weiteren Schritte.
Kreative Ansätze: Umweltschutz und Tierliebe
Im Werkraum arbeiteten mehrere Kindergruppen fleißig an ihren Projekten. Eine Gruppe baute Nester für Bienen und Vögel, für die sie bereits am Wochenende Material gesammelt hatten. „Wir möchten Vögeln ein Zuhause schaffen“, erklärte ein Schüler. „Das ist nicht nur wichtig für die Tiere, sondern auch für unsere Umwelt.“ Solche praktischen Projekte vermittelten den Kindern direkt die Bedeutung von Artenvielfalt und Naturschutz.
Kinder bauen fleißig an Projekten für Tiere im Werkraum
Den Eisbären helfen: Bewusstsein für schmelzendes Eis
Eine andere Gruppe widmete sich dem Schicksal der Eisbären. „Die Eisbären haben immer weniger Lebensraum, da es immer wärmer wird und das Eis schmilzt!“, erklärten die Schülerinnen und Schüler. Sie wollten andere über Eisbären und deren schwindenden Lebensraum informieren. Emsig forschten die Kinder hierfür auch an den Ipads der Schule. Dabei ist es für längere Recherchezeiten wichtig, auf augenschonende Einstellungen zu achten, wie beispielsweise den mozilla firefox dark mode für eine angenehmere Leseerfahrung.
Kampf gegen Meeresmüll: Eine Demonstration für saubere Ozeane
Eine besonders engagierte Gruppe plante eine Demonstration, um auf das Problem von Müll und dessen unsachgemäße Entsorgung im Meer aufmerksam zu machen. „Wir möchten dazu beitragen, dass weniger Müll einfach weggeworfen wird“, sagte ein Schüler entschlossen. Gemeinsam plante die Gruppe die Umsetzung ihrer Aktion – Wege mussten überlegt, andere Schülerinnen und Schüler informiert, Plakate untereinander abgesprochen und hergestellt werden. Schließlich musste alles mit den zuständigen Menschen abgeklärt werden, wofür die patenten Schülerinnen und Schüler auch das Telefon in die Hand nahmen und sich eigenständig um die Umsetzung kümmerten. Dieses Projekt zeigte beeindruckend, wie Kinder aktiv für ihre Überzeugungen eintreten können.
Schülerinnen und Schüler planen eine Demonstration gegen Meeresmüll
Die Polizei begleitet die Demonstration der Schüler für eine sauberere Umwelt
Nachhaltiger Konsum: Neues aus Müll und Dorfputz
Die Gruppe zum Thema “Nachhaltiger Konsum” arbeitete ebenfalls sehr kreativ. „Wir stellen aus Müll etwas Neues her, außerdem wollen wir in der Woche noch ins Dorf gehen und den Müll sammeln, den andere einfach wahllos in die Natur geworfen haben“, erklärten sie. Ein anderer Schüler betonte die Nachhaltigkeit der gebastelten Gegenstände: „Wir haben Requisiten für die Theatergruppe gebastelt, wir werden die Gruppe nachher fragen, ob sie diese gebrauchen können.“ Dies förderte das Prinzip der Kreislaufwirtschaft und des Upcyclings.
Schülerinnen und Schüler basteln kreativ aus Müll
Die Gruppe setzte ihre Pläne in die Tat um und zog an einem Tag ausgerüstet mit Müllzangen, Handschuhen, Bollerwagen und Müllsäcken los, um wahllos weggeworfenen Müll einzusammeln und zu entsorgen. Besonders erstaunt waren sie über hunderte von Zigarettenstummeln, die sie in der Natur fanden. Diese Aktion machte die Kinder nicht nur zu aktiven Umweltschützern, sondern schärfte auch ihr Bewusstsein für die Umweltverschmutzung vor ihrer Haustür.
Kinder sammeln mit Müllzangen weggeworfenen Müll im Dorf
Second-Hand-Flohmarkt für den Tierschutz
Ein anderer Teil der Gruppe für nachhaltigen Konsum entschied sich für eine Aktion, welche die gesamte Schule einbezog. „Wir haben in den Klassen Plakate aufgehängt, um alte Spielsachen zu sammeln, für die Eltern haben wir dafür noch eine Mail verfasst“, erklärte ein Schüler. „Diese werden wir am letzten Tag der Projektwoche verkaufen, und das Geld geht an das Tierschutzzentrum.“ Nicht verkaufte Spielsachen sollten in Gifhorn an das Allerkaufhaus gespendet werden. Dieses Projekt verband soziales Engagement mit dem Gedanken des Wiederverwendens.
Darstellendes Spiel: Botschaften durch Theater
Auch künstlerische Ausdrucksformen fanden ihren Platz in der Projektwoche. „Wir haben über das Wochenende gemeinsam ein Theaterstück geschrieben, das wir nun einüben“, berichtete eine Gruppe. Die Theatergruppe arbeitete eigenständig an Kulissen und überlegte gemeinsam, wie sie ihr Stück verbessern konnten. Durch das darstellende Spiel konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Botschaften auf eine kreative und einprägsame Weise vermitteln und gleichzeitig ihre schauspielerischen Fähigkeiten entwickeln.
Theatergruppe probt ihr selbstgeschriebenes Stück
Kinder gestalten Kulissen für ihr Theaterstück
Bienenexperten zu Besuch: Lernen von Imkern
In der Bienengruppe kam ein Imker zu Besuch und erklärte den Schülerinnen und Schülern mit vielen mitgebrachten Utensilien anschaulich das Leben der Bienen. Diese direkte Begegnung mit einem Experten ermöglichte den Kindern tiefe Einblicke in die Welt der Insekten und die Bedeutung der Bienen für unser Ökosystem. Es war eine beeindruckende Erfahrung, die das theoretische Wissen greifbar machte.
Ein Imker erklärt den Schülerinnen und Schülern das Leben der Bienen
Schülerinnen und Schüler lernen von einem Imker
Pflanzen, die für den Schutz der Bienen wichtig sind
Im Werkraum wurden passend zum Thema Bienen aus Dosen gebastelt, was die Kreativität und das handwerkliche Geschick der Kinder förderte. Eine Schülerin hatte im NABU bereits ein Versteck für Igel gebaut. Dieses brachte sie mit in die Projektwoche und bemalte es gemeinsam mit einer anderen Schülerin. Zusammen wollten sie das Haus an der Schule an einen geschützten Platz stellen. Außerdem hatten sie Plakate gezeichnet, um Autofahrer daran zu erinnern, an einigen Stellen vorsichtig zu fahren, da hier Igel die Straße überqueren. Dies zeigte den praktischen Tierschutz und die Fähigkeit, Bewusstsein in der Gemeinschaft zu schaffen.
Gebastelte Bienen aus Dosen
Igelschutz und Regenwaldmodelle
Der Schutz des Regenwaldes war ein weiteres wichtiges Anliegen. Hierfür hatte eine Gruppe ein Modell gebaut, in dem man den Regenwald im Ursprung und nach der Rodung erkennen konnte. Außerdem gestalteten sie ein Plakat, um anderen zu zeigen, was sie ganz praktisch machen können, um den Regenwald zu schützen. Dieses visuelle Hilfsmittel verdeutlichte die Auswirkungen der Abholzung eindringlich und regte zum Nachdenken an.
Soziale Gerechtigkeit: Kleidersammlung und Armutserfahrung
Die Themen „Armut“ sowie „Gesundheit und Wohlergehen“ waren Inhalte einer anderen Gruppe. Hierfür hatten sich die Kinder überlegt, Kleidung im Dorf zu sammeln, um diese dann einer
