Die Berechnung der Catch-up-Provision, die die Gewinnbeteiligung (Carried Interest) des General Partners (GP) in einem Private Equity Fonds bestimmt, führt oft zu Verwirrung. In diesem Artikel erklären wir die zugrundeliegende Mathematik und beleuchten, wie diese wichtige Klausel in der Praxis funktioniert. Unser Ziel ist es, Licht ins Dunkel dieser komplexen Finanzmechanik zu bringen und Ihnen ein klares Verständnis zu vermitteln.
Die Catch-up-Provision ist ein integraler Bestandteil der Ausschüttungskaskade (Distribution Waterfall) in Private Equity Fonds und stellt sicher, dass die Interessen von Investoren (Limited Partners, LPs) und Fondsmanagern (GPs) optimal aufeinander abgestimmt sind. Sie ermöglicht es dem GP, einen beschleunigten Anteil an den Gewinnen zu erhalten, sobald die LPs ihre anfängliche bevorzugte Rendite erzielt haben.
Was ist eine Ausschüttungskaskade in Private Equity?
Bevor wir uns der Catch-up-Provision widmen, ist es wichtig, die allgemeine Struktur einer Ausschüttungskaskade zu verstehen. Diese legt fest, wie die Einnahmen und Gewinne eines Private Equity Fonds zwischen den Investoren und dem General Partner aufgeteilt werden. Die hier erläuterte Berechnung bezieht sich auf ein gängiges dreistufiges Modell, wie es oft in excel tabelle mit formeln oder anderen Finanzmodellen dargestellt wird:
- Erste Stufe (Return of Capital & Preferred Return): 100 % aller Cashflows gehen an die Limited Partners (LPs), bis die kumulierten Ausschüttungen ihr ursprünglich investiertes Kapital zuzüglich einer zuvor vereinbarten Vorzugsrendite (Preferred Return) decken. Dies stellt sicher, dass die LPs ihr Kapital und eine Mindestrendite vorab erhalten.
- Zweite Stufe (Catch-up-Phase): Eine “20 % Catch-up”-Zahlung an den General Partner, die 20 % der in Schritt 1 realisierten Ausschüttungen plus der in diesem Schritt realisierten Ausschüttungen entspricht. Diese Phase ist der Schwerpunkt unseres Artikels.
- Dritte Stufe (Pro-rata-Verteilung): Danach werden die Cashflows, die die in Schritt 1 und 2 getätigten Ausschüttungen (falls vorhanden) übersteigen, im Verhältnis 80 % an die LPs und 20 % an den GP verteilt.
Fokus auf Schritt Zwei: Die Catch-up-Berechnung
Die meisten Fragen entstehen bei der Berechnung in der zweiten Stufe. Das Ziel in Schritt 2 ist, dass der General Partner 20 % aller Ausschüttungen bis einschließlich Schritt 2 erhält. Dabei sind “alle Ausschüttungen bis einschließlich Schritt Zwei” als alle Cashflows zu verstehen, die sowohl vom GP als auch von den LPs bis einschließlich Schritt Zwei erhalten wurden. Wenn Sie diese Art von komplexen Berechnungen selbst durchführen möchten, kann Ihnen ein grundkurs excel oder ein excel grundkurs dabei helfen, die notwendigen Fähigkeiten zu erwerben.
Wenn der General Partner 20 % der (alle Ausschüttungen bis einschließlich Schritt Zwei) erhalten soll, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die Limited Partners 80 % der (alle Ausschüttungen bis einschließlich Schritt Zwei) erhalten haben:
(Alle Ausschüttungen bis einschließlich Schritt Zwei) * 0,8 = (LP Erste Ausschüttung)
Daraus folgt:
(Alle Ausschüttungen bis einschließlich Schritt Zwei) = (LP Erste Ausschüttung) / 0,8
Da der General Partner nur das erhält, was den LPs nicht zugewiesen wird (was der GP erhält = die Catch-up):
(Catch-up) = (LP Erste Ausschüttung) / 0,8 – (LP Erste Ausschüttung)
Sollte das Subtrahieren der „(LP Erste Ausschüttung)“ verwirrend sein, können Sie es auch so betrachten (andere Formel, gleiches Ergebnis), was oft bei der excel provision berechnen Anwendung findet:
(Catch-up) = ((LP Erste Ausschüttung) / 0,8) * 0,2
Zusammenfassung der Private Equity Catch-up-Berechnung
Ein alternatives Denkmodell zur Catch-up-Provision
Um das Verständnis zu vertiefen, können wir diese Berechnung auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Die Catch-up-Provision entspricht 20 % aller Cashflows, die sowohl in Schritt 1 als auch in Schritt 2 erhalten wurden. Es gilt also:
C = Catch-up
P = LP-Rendite in der ersten Ausschüttung
Dann gilt die Gleichung:
C = 0,2 * P + 0,2 * C
Diese Gleichung kann umgestellt werden, um C zu isolieren:
0,8 * C = 0,2 * P
C = P * 0,2 / 0,8
C = P * 0,25
Obwohl der erste Ansatz oft einfacher zu verfolgen ist, bieten mehrere Beispiele und Denkweisen ein umfassenderes Verständnis.
Fazit und Handlungsempfehlung
Die Catch-up-Provision ist ein zentrales Element in der Private Equity Welt, das eine faire und anreizorientierte Verteilung von Gewinnen zwischen General Partners und Limited Partners sicherstellt. Ein klares Verständnis dieser Mechanismen ist entscheidend für alle Beteiligten, um Transaktionen transparent zu gestalten und die Anreize für Spitzenleistungen zu schaffen.
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