Die Proxalto Lebensversicherung AG sorgt derzeit für erhebliches Aufsehen und massive Beschwerden unter ihren Kundinnen und Kunden. Es häufen sich Berichte über nicht ausgezahlte Leistungen, fehlende Reaktionen auf Anfragen und irreführende Antworten. Diese Situation gleicht einem “ziemlichen Chaos”, wie Experte Stephen Rehmke feststellt, und kann für die Betroffenen drastische Folgen haben. Ob Sterbegelder für Beerdigungen, Eigenkapital für Immobilienfinanzierungen oder Rentenzahlungen, die plötzlich ausbleiben – die Auswirkungen sind oft existenzbedrohend.
Vertragspartner müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Ansprüche in dringenden und zeitkritischen Situationen erfüllt werden. Das derzeitige Vorgehen der Proxalto Lebensversicherung AG, das zu hinhaltenden und unqualifizierten Antworten führt, ist ein untragbarer Zustand für die Versicherten.
Was ist die Proxalto Lebensversicherung AG und die Viridium Gruppe?
Der Name Proxalto Lebensversicherung ist vielen Menschen in Deutschland kaum bekannt, selbst einigen der Versicherten des Unternehmens. Proxalto ist ein deutsches Lebensversicherungsunternehmen, das zur Viridium Gruppe gehört. Diese wiederum ist ein Konglomerat aus Größen wie Generali, Hannover Rück und Cinven, einem Private-Equity-Unternehmen aus London. Die gesamte Gruppe verwaltet fast 5 Millionen Verträge, was ihre Bedeutung auf dem deutschen Versicherungsmarkt unterstreicht.
Das Besondere an Proxalto und der Viridium Gruppe ist, dass Kundinnen und Kunden dort in der Regel keine neuen Verträge abschließen. Stattdessen verfolgt die Gruppe ein spezielles Geschäftsmodell: Sie übernimmt sogenannte Altverträge von etablierten Lebensversicherern, die kein wirtschaftliches Interesse mehr an diesen Verträgen haben und sie loswerden möchten. Die Versicherten werden bei diesem Prozess oft nicht gefragt und manchmal nicht einmal umfassend informiert. Sie haben keine Möglichkeit, sich gegen ihren neuen Vertragspartner zu entscheiden.
Das Geschäftsmodell „Run-Off“: Was bedeutet das für Versicherte?
Der Begriff „Abwicklung“ oder „Run-Off“ bedeutet in der Versicherungsbranche, dass ein Versicherer in einem bestimmten Bereich keine geschäftliche Zukunft mehr sieht. Viele traditionelle Lebensversicherer kämpfen mit hohen Renditeversprechen aus der Vergangenheit, einer veralteten IT-Infrastruktur und neuen europäischen Eigenkapitalvorgaben. Um die Kosten zu senken und Verluste zu minimieren, stellen sie das Neugeschäft ein und verwalten den bestehenden Vertragspool nur noch, oder sie verkaufen ihn gänzlich an sogenannte Run-Off-Spezialisten.
Bei einem externen Run-Off kaufen Investoren diese Altbestände und übernehmen damit alle Rechte und Pflichten, einschließlich der Zahlung des Garantiezinses und der Beteiligung der Kundschaft an den Überschüssen. Für diese Run-Off-Unternehmen ist der Erwerb alter Bestände meist sehr günstig. Sie setzen auf moderne IT-Systeme und eine schlanke Personalstruktur. Da keine neuen Verträge angeboten werden, entfallen die Ausgaben für Produktentwicklung, Abschluss und Vertrieb. Diese fixen Kosten und die relativ verlässlichen Zahlungseingänge der Versicherten ermöglichen es den Run-Off-Gesellschaften, flexibler an den Kapitalmärkten zu agieren. Das Ziel sind satte Gewinne, die sich aus der Effizienzsteigerung ergeben.
Vorteile und Risiken des Run-Off-Modells für Versicherte
Obwohl das Run-Off-Modell oft kritisch beäugt wird, könnte es für Versicherte unter dem Strich vorteilhafter sein, wenn ihr Vertrag von einer Run-Off-Gesellschaft verwaltet wird, als auf dem “Abstellgleis” des alten Versicherers zu verbleiben. Höhere Überschüsse, die aus einer schlankeren Bestandsverwaltung resultieren, kommen in der Theorie auch den Versicherten zugute. Jedoch haben sich Run-Off-Spezialisten bisher nicht immer als die besseren Kapitalanleger erwiesen. Oft wechseln Versicherte dabei vom Regen in die Traufe.
Die größten Risiken für Versicherte zeigen sich, wenn die Run-Off-Gesellschaften ihre ursprünglichen Ziele erreicht haben. Um die volle Effizienz neuer IT-Systeme und Kapitalanlagen nutzen zu können, benötigen sie zunächst eine große Anzahl an Verträgen. Dafür ist ein gutes Image entscheidend, um bei den Verkäufern der Bestände und der Aufsichtsbehörde BaFin, die solchen Transaktionen zustimmen muss, Akzeptanz zu finden. Ist der notwendige Bestand erreicht und der Markt abgegrast, sinkt der Bestand, und die Kosten pro Einzelvertrag steigen wieder. Gleichzeitig wollen die Investoren Kasse machen. Dann kehrt sich die Geschäftspolitik: Die Beteiligungen der Kundschaft an Überschüssen können auf das gesetzliche Minimum reduziert werden, und der Kundenservice verliert an Stellenwert. Das Ansehen der Abwicklungsgesellschaften spielt dann keine Rolle mehr. photovoltaikanlage 30 kwp steuerfrei bietet zwar eine andere Form der langfristigen finanziellen Planung, doch die Prinzipien der Renditeoptimierung ähneln sich in vielen Investmentbereichen.
Die aktuelle Situation bei Proxalto: Ein Reputationsschaden?
Die aktuelle Lage bei Proxalto fügt sich nicht in das theoretische Bild eines effizienten Run-Offs ein; sie stellt vielmehr einen massiven Reputationsschaden dar. Es scheint, als sei Viridium selbst überrascht vom Zustand der Datenbestände, die von der Generali übernommen wurden. Das moderne IT-System ist überfordert, und der Kundenservice ist chronisch überlastet. Dieses Problem ist kein Einzelfall und wirft ein bezeichnendes Licht auf die gesamte Branche. Es stellt sich die Frage, was die Lebensversicherer eigentlich mit den Kundengeldern gemacht haben. Offenbar hatte der Vertrieb Vorrang vor einer ordentlichen Vermögens- und Vertragsverwaltung. Eine sorgfältige Betrachtung solcher Entwicklungen kann helfen, zukünftige finanzielle Entscheidungen besser zu treffen, ähnlich wie man die Option steuerfrei photovoltaik 2023 prüfen würde, um langfristig zu planen.
Die Rolle der BaFin: Finanzaufsicht in der Kritik
Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat die Aufgabe, solche Transaktionen im Vorfeld sorgfältig zu prüfen und im Zweifelsfall zu untersagen. Nach eigenen Angaben kontrolliert sie nicht nur, ob der neue Versicherer über ausreichende Kapitalmittel und ein hinreichendes Risikomanagement verfügt, sondern auch, ob er den Bestand angemessen verwalten kann und über die erforderliche Organisation und technische Ausstattung verfügt.
Im konkreten Fall der Proxalto hat sich die BaFin bisher bedeckt gehalten. Von der Aufsicht wäre eigentlich zu erwarten, dass sie den Fall hartnäckig aufklärt und die Öffentlichkeit transparent über die Ergebnisse informiert. Stattdessen wurde lediglich ein Artikel mit dem Titel „Wenn Versicherer nicht rechtzeitig zahlen“ veröffentlicht, ohne Proxalto namentlich zu erwähnen.
In diesem Artikel heißt es unter anderem, dass bei ablaufenden oder gekündigten Lebens- oder Rentenversicherungen keine umfangreiche Leistungsprüfung erforderlich ist, sondern der Versicherer die Zahlung zum vereinbarten Termin vornehmen muss. Die Sanktionsmöglichkeiten der BaFin, wie Zwangsgelder, werden zwar geschildert, doch der Text lässt erkennen, dass es einige Zeit dauert, bis tatsächlich etwas passiert. Der abschließende Hinweis an Versicherte, sich im Beschwerdefall immer zuerst an den Versicherer zu wenden, ist für Proxalto-Kundinnen und -Kunden, die dringend auf ihr Geld warten, wenig hilfreich. Eine vorausschauende Planung, wie etwa für steuerfrei pv anlage 2025, erfordert ebenfalls klare Rahmenbedingungen und zuverlässige Informationen, die hier offenbar fehlen.
Was tun bei Problemen mit der Proxalto Lebensversicherung?
Die aktuelle Situation bei Proxalto ist ein deutliches Alarmzeichen für alle Versicherten.
Für Versicherte mit langer Vertragslaufzeit
Wer noch eine lange Vertragslaufzeit hat, sollte ernsthaft überlegen, ob die persönlichen Anlageziele nicht besser mit anderen, flexibleren Geldanlagen wie einem kostengünstigen ETF-Sparplan verfolgt werden können. Es ist ratsam, sich unabhängig beraten zu lassen, nicht vom “Finanzcoach”, dem man diesen Vertrag ursprünglich zu verdanken hat. Diese Beratung sollte nicht nur Alternativen aufzeigen, sondern auch die Nachteile einer Vertragskündigung beleuchten, wie etwa den Verlust eines Todesfall- oder Berufsunfähigkeitsschutzes. Diese umfassende Perspektive ist entscheidend, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Finanzielle Entscheidungen, die pv anlagen ab 2022 steuerfrei betreffen, erfordern eine ähnliche Abwägung von Vor- und Nachteilen.
Für Betroffene, die auf ihr Geld warten
Betroffene, die aktuell auf ihre Leistungen warten, sollten sich wehren. Es ist wichtig, den entstandenen Verzugsschaden geltend zu machen und sich sowohl beim Versicherungsombudsmann als auch bei der BaFin zu beschweren. Mitglieder des Bundes der Versicherten (BdV) können ihren Fall direkt melden, damit sich der BdV um ihre Forderungen kümmert. photovoltaik bis 30 kwp steuerfrei mag auf den ersten Blick thematisch fern liegen, doch auch hier geht es um die Inanspruchnahme von Rechten und die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber staatlichen Regelungen oder Anbietern.
Fazit
Die Beschwerden rund um die Proxalto Lebensversicherung AG und das dahinterstehende Run-Off-Modell zeigen gravierende Mängel im Umgang mit Versicherten. Die anfänglichen Effizienzvorteile solcher Modelle können sich schnell in Nachteile für die Kunden umkehren, sobald die Gewinnoptimierung in den Vordergrund rückt. Die Rolle der Aufsichtsbehörde BaFin steht dabei ebenfalls in der Kritik, da ihre Reaktion auf die Missstände als unzureichend wahrgenommen wird. Für Betroffene ist es essenziell, aktiv zu werden und sich unabhängige Beratung einzuholen, um ihre Rechte durchzusetzen und gegebenenfalls bessere finanzielle Wege zu finden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und welche Konsequenzen die Missstände für die gesamte Versicherungsbranche haben werden.
