Die Proxalto Lebensversicherung, ein bekannter Akteur auf dem deutschen Versicherungsmarkt mit Sitz in München, hat sich auf Lebensversicherungsprodukte wie Kapital- und Risikolebensversicherungen spezialisiert. Seit 2019 agiert das Unternehmen unter dem Dach des Abwicklungsspezialisten Viridium und befindet sich im sogenannten Run-off-Modus. Dies bedeutet, dass keine neuen Verträge mehr abgeschlossen, sondern lediglich der bestehende Kundenstamm verwaltet und abgewickelt wird. Diese Entwicklung wirft angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation und der allgemeinen finanzpolitischen Unsicherheiten wichtige Fragen zur Attraktivität und Zukunftssicherheit der Policen für Versicherungsnehmer auf.
Proxalto Lebensversicherung: Wurzeln und Wandel eines Traditionsunternehmens
Die Geschichte der Proxalto Lebensversicherung ist eng mit der der Generali Deutschland verknüpft, deren Lebensversicherungsgeschäft bis 2018 unter der Marke „Generali“ geführt wurde. Die Wurzeln reichen tief und umfassen bedeutende Akquisitionen: So wurde beispielsweise der Bestand der seit 1913 aktiven Volksfürsorge, die 1988 von der AachenMünchener übernommen und 2008 mit der damaligen Generali Lebensversicherung verschmolzen wurde, in das Portfolio integriert. Ebenso gehört der ehemals eigenständige Bestand der Deutschen Lloyd Lebensversicherung dazu. Diese Verschmelzungen und Übernahmen prägten die Identität und das Leistungsangebot des Unternehmens über Jahrzehnte.
Zinswende und Inflation: Warum Kunden kaum profitieren
Die europäische Zentralbank hat in den letzten Jahren eine deutliche Anhebung des Leitzinssatzes vorgenommen, obwohl es jüngst wieder zu Senkungen kam. Trotzdem liegt das Zinsniveau weiterhin über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Diese Nachrichten könnten für Versicherungsnehmer zunächst positiv klingen, zumal sie über lange Zeiträume mit sinkenden Verzinsungen ihrer Policen konfrontiert waren.
Realistisch betrachtet wird es jedoch noch einige Zeit dauern – voraussichtlich mehrere Jahre –, bis sich die Effekte dieser Zinswende merklich auf die Überschussbeteiligung auswirken. Versicherungsunternehmen nutzen diese Phase primär, um ihre eigene Risikotragfähigkeit zu stärken. Langfristig besteht die Gefahr, dass die gestiegenen Kapitalmarktzinsen nicht in vollem Umfang bei den Kunden ankommen. Darüber hinaus hat die Inflation dazu geführt, dass viele laufende Verträge eine negative Realverzinsung aufweisen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass zahlreiche Versicherungsgesellschaften Staatsanleihen in ihrem Portfolio halten, die durch den Zinsanstieg erheblich an Wert verloren haben. Diese Entwicklung hat in der jüngeren Vergangenheit sogar schon zu empfindlichen Pleiten einiger Versicherungsgesellschaften geführt.
Steigende Stornoquoten und BaFin-Kritik: Druck auf Lebensversicherer
Ein beunruhigender Trend im Bereich der Lebensversicherungen ist die steigende Stornoquote. Während der deutsche Durchschnitt bei etwa 2,55 % liegt, verzeichnet die Proxalto Lebensversicherung eine Stornoquote von 3,3 % – ein Wert, der deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt. Dies wirft die Frage auf, warum sich Kunden der Proxalto häufiger von ihren Verträgen lösen möchten.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat in diesem Kontext eine scharfe Kritik an Lebensversicherern geäußert, insbesondere aufgrund hoher Kosten und eines fraglichen Kundennutzens. Bei 13 untersuchten Unternehmen wurden überhöhte Kosten und eine auffällig hohe Zahl vorzeitiger Kündigungen festgestellt: Bereits 70 Prozent der Versicherten kündigen ihre Verträge nach 40 Jahren Laufzeit. Die BaFin droht in solchen Fällen mit weitreichenden Konsequenzen, die von Vertriebsverboten bis hin zu Maßnahmen gegen Vorstände reichen können. Erste Versicherer haben bereits reagiert; so hat die Generali Rückzahlungen zugesagt, und die Targo Lebensversicherung hat aufgrund zu hoher Stornoquoten drei Produkte vom Markt genommen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Versicherer betroffen sein werden und welche Auswirkungen dies auf die Versicherungsnehmer haben wird.
Run-off-Versicherer im Fokus: Warum Proxalto besonders häufig kritisiert wird
Run-off-Lebensversicherer, die sich auf die Abwicklung von Altbeständen spezialisiert haben, weisen tendenziell die höchsten Beschwerdequoten auf. Hier sticht die Proxalto mit 15,14 Beschwerden pro 100.000 Verträge besonders hervor. Die BaFin-Statistik belegt, dass Run-off-Anbieter signifikant häufiger kritisiert werden als andere Lebensversicherer.
Die häufigsten Beanstandungen betreffen Probleme bei der Vertragsabwicklung, Zahlungsverzögerungen und mangelnde Transparenz. Gerade Run-off-Gesellschaften stehen unter besonderer Beobachtung, da sie mangels Neugeschäft primär bestehende Verträge verwalten. Trotzdem haben Kunden oft das Gefühl, dass ihre Anliegen nicht mit der notwendigen Priorität behandelt werden, was zu Frustration führt.
Der Weg von Generali zu Proxalto: Eine Chronologie
Die Generali war in der Vergangenheit ein führender Anbieter im Bereich der Lebensversicherungen. Heute ist das Unternehmen in diesem Segment nicht mehr direkt aktiv. Wie kam es zu dieser Veränderung?
Bereits 2009 übernahm die Generali die Volksfürsorge, die fortan als reine Vertriebsgesellschaft mit ihrem Lebensversicherungsbestand existierte. Zehn Jahre später, im Mai 2019, wurde der Verkauf der Generali Leben an die Viridium Gruppe, einen spezialisierten Abwickler von Lebensversicherungsaltbeständen, abgeschlossen. Dieser Deal umfasste etwa 3,8 Millionen Versicherungsverträge und fand vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verunsicherung im gesamten Lebensversicherungsmarkt statt. Im Herbst 2019 folgte die Umbenennung der Generali Leben in „Proxalto Lebensversicherung AG“. Kunden, die sich seinerzeit im Vertrauen auf starke Marken für eine Lebensversicherung der Volksfürsorge oder der Generali entschieden hatten, fühlten sich spätestens zu diesem Zeitpunkt möglicherweise etwas übergangen oder „herumgeschoben“. Dennoch wurde von Viridium-Chef Heinz-Peter Roß versichert, dass „volle Kontinuität gewährleistet“ und die „einheitliche, effiziente Plattform“ Vorteile für die Kunden biete. Seitdem erhalten ehemalige Generali-Kunden Post von Proxalto. Diese für viele überraschende Änderung markiert den bis dato größten Run-off im deutschen Lebensversicherungsmarkt und lässt viele Kunden im Unklaren darüber, ob diese Veränderungen nun Vor- oder Nachteile für sie mit sich bringen.
Kündigen oder Durchhalten? Die Rentabilität von Lebensversicherungen in Zeiten der Inflation
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation und die (finanz-)politische Unsicherheit haben dazu geführt, dass regelmäßige Einzahlungen in Versicherungen für viele Menschen deutlich erschwert oder gar unmöglich wurden. Die Realzinsen auf Bankeinlagen lagen für deutsche Privathaushalte im zweiten Quartal 2025 weiterhin im negativen Bereich, was bedeutet, dass die Inflation höher ist als der Zinssatz und Sparer einen Kaufkraftverlust erleiden.
Als Konsequenz wird häufig eine Beitragsfreistellung oder sogar die Kündigung des Vertrags in Betracht gezogen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nach 27 Jahren Laufzeit hat bereits die Hälfte der Versicherungsnehmer ihren Lebensversicherungsvertrag gekündigt, nach 43 Jahren Laufzeit sind es sogar zwei Drittel. Kündigungen erweisen sich für Versicherungsnehmer jedoch in der Regel als unrentabel, da die Verträge grundsätzlich auf Langfristigkeit ausgelegt sind und sich nur bei durchgängigem Sparen wirklich lohnen. Nach wenigen Jahren Laufzeit wird aufgrund hoher Abschluss- und Verwaltungskosten meist nur ein geringer Rückkaufswert ermittelt, was für viele Versicherungsnehmer ein böses Erwachen bedeutet.
Proxalto Lebensversicherung: Eine bessere Alternative zum Kündigen – Der Verkauf
Wenn Sie ebenfalls erwägen, Ihre Proxalto Lebensversicherung zu kündigen, ist der Wunsch, das über die Jahre eingebrachte Kapital zu sichern und zurückzugewinnen, absolut nachvollziehbar. Doch nur wenige wissen, welche Risiken eine Kündigung auf eigene Faust mit sich bringen kann und dass der Verkauf einer Proxalto Lebensversicherung unter Umständen mehr Geld einbringen könnte. Die Nachbelehrung, die Versicherer oft im Falle einer Eigenkündigung zur Unterschrift vorlegen, kann mitunter den Verzicht auf zukünftige finanzielle Ansprüche enthalten, die sich beispielsweise durch aktuelle Rechtsprechungen ergeben könnten. Im Gegensatz dazu prüfen externe Experten bei einem möglichen Verkauf an spezialisierte Ankäufer wie ProLife mögliche Ansprüche auf regelmäßiger Basis.
Wie aber finden Sie heraus, ob sich der Verkauf Ihrer Proxalto Lebensversicherung lohnt, anstatt sie zu kündigen? Nutzen Sie hierfür einfach unverbindliche Anfrage-Formulare bei Ankäufern.
Fazit: Die Zukunft Ihrer Proxalto Lebensversicherung liegt in Ihrer Hand
Die Proxalto Lebensversicherung und der gesamte Markt der Lebensversicherungen stehen vor erheblichen Herausforderungen, die durch Zinsentwicklung, Inflation und regulatorische Anforderungen geprägt sind. Für Inhaber einer Proxalto-Police ist es entscheidend, sich über die aktuelle Situation zu informieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine einfache Kündigung kann finanzielle Nachteile mit sich bringen, während der Verkauf der Police an einen spezialisierten Ankäufer eine oft übersehene, aber potenziell lukrativere Alternative darstellt. Es lohnt sich, alle Optionen sorgfältig zu prüfen, um das Beste aus Ihrer Lebensversicherung herauszuholen.
Wir laden Sie ein, das Potenzial Ihrer Proxalto Lebensversicherung zu entdecken. Füllen Sie einfach unser Anfrage-Formular aus, um unverbindlich zu erfahren, wie viel Geld Ihnen schon innerhalb von 18 Tagen zur Verfügung stehen könnte. Ihre Anfrage ist vollkommen unverbindlich und führt noch nicht zum Verkauf Ihrer Versicherung. Ein Vertrag kommt erst zustande, sobald Sie die Verkaufsunterlagen, die wir Ihnen im Anschluss an Ihre Anfrage zusenden, ausgefüllt an uns zurücksenden. Sollten Sie sich anders entscheiden, lassen Sie die Unterlagen einfach liegen – es entstehen Ihnen keine weiteren Verpflichtungen.
