Real Madrid hat in einem packenden Rückspiel des UEFA Champions League Achtelfinals RB Leipzig nur knapp bezwingen können. Ein 1:1-Unentschieden im Santiago Bernabéu reichte den Königlichen, um mit einem Gesamtergebnis von 2:1 ins Viertelfinale einzuziehen. Doch der Sieg wurde von einer Vini Jr. Kontroverse überschattet, die die Fußballwelt spaltet und intensive Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen auslöste. Viele Beobachter und Fans stellen sich die Frage, ob der brasilianische Flügelstürmer überhaupt noch auf dem Feld hätte stehen dürfen, als er das entscheidende Tor erzielte.
Der strittige Moment: Vini Jr.’s Tätlichkeit?
Die wohl meistdiskutierte Szene des Abends ereignete sich in der 54. Minute. Nach einem späten Tackling gegen Leipzigs Abwehrspieler Willi Orbán gerieten die beiden Spieler aneinander. Als Orbán seinen Gegenspieler zur Rede stellte, reagierte Vini Jr. mit einem Stoß in den oberen Brustbereich bzw. Hals des deutschen Nationalspielers. Eine solche Aktion, die oft als Tätlichkeit gewertet wird, hätte potenziell eine Rote Karte nach sich ziehen können. Der Schiedsrichter entschied sich jedoch lediglich für eine Gelbe Karte für Vini Jr. und verzichtete darauf, die Szene am Monitor zu überprüfen. Diese Entscheidung stieß auf breites Unverständnis, insbesondere angesichts der klaren Bilder, die den Vorfall zeigten.
Der entscheidende Treffer unter fragwürdigen Umständen
Nur elf Minuten nach diesem kontroversen Zwischenfall schlug Vini Jr. zu. In der 65. Minute vollendete er einen schnellen Gegenangriff, hervorragend vorbereitet von Real Madrids Mittelfeldstar Jude Bellingham. Dieser Treffer verdoppelte Real Madrids Führung im Gesamtergebnis auf 2:0 und gab den Spaniern eine dringend benötigte Atempause. Die Ironie, dass der Spieler, der kurz zuvor eine umstrittene Entscheidung zu seinen Gunsten erhalten hatte, das Tor erzielte, verstärkte die Kritik an der Schiedsrichterleistung. Für viele schien es, als hätte dieser Treffer nicht zählen dürfen, da Vini Jr. zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Platz hätte stehen sollen.
Leipzigs Frust: Benachteiligung im Fokus
Die Enttäuschung bei RB Leipzig war immens, und das Gefühl der Benachteiligung durch die Schiedsrichterentscheidungen zog sich durch beide Achtelfinal-Begegnungen. Bereits im Hinspiel wurde den Sachsen ein frühes Tor wegen einer äußerst fragwürdigen Abseitsentscheidung aberkannt. Auch damals gab es heftige Debatten, ob VAR hier korrekt eingegriffen hatte. Diese Serie von Entscheidungen gegen Leipzig gipfelte im Rückspiel in der Vini Jr.-Situation, die für die „Roten Bullen“ das Fass zum Überlaufen brachte. Trainer Marco Rose und seine Spieler äußerten sich nach dem Spiel mit einer Mischung aus Wut und Fassungslosigkeit über die ihrer Meinung nach unfaire Behandlung. Die Chancengleichheit schien an diesem Abend nicht gegeben.
Verpasste Chancen und ein glückloser Openda
Trotz der umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen hätte RB Leipzig im Santiago Bernabéu durchaus das Ruder herumreißen können. Die Bundesliga-Mannschaft erspielte sich eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Insbesondere Stürmer Loïs Openda erlebte einen Abend zum Vergessen. Der belgische Angreifer, der in dieser Saison bereits 21 Tore für Leipzig erzielt hatte und als einer der gefährlichsten Offensivspieler der Liga gilt, agierte glücklos und vergab mehrere ausgezeichnete Möglichkeiten, seine Mannschaft zurück ins Spiel zu bringen. Seine fehlende Effizienz vor dem Tor war symptomatisch für Leipzigs Abschlusspech an diesem Abend, was die ohnehin schon hohe Frustration noch verstärkte.
Das Weiterkommen und die offenen Fragen
Real Madrid zog somit ins Viertelfinale der Champions League ein, doch der Glanz dieses Erfolgs wurde durch die anhaltenden Diskussionen um die Schiedsrichterentscheidungen erheblich getrübt. Die Partie wird nicht nur als ein weiteres spannendes Champions-League-Duell in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein Beispiel dafür, wie einzelne Entscheidungen den Ausgang eines Spiels und die Wahrnehmung von Gerechtigkeit im Sport maßgeblich beeinflussen können. Für Real Madrid geht die Reise in Europa weiter, während RB Leipzig trotz einer starken Leistung und viel Pech aus dem Wettbewerb ausscheidet, mit dem bitteren Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Die Debatten über die Fairness im modernen Fußball werden mit dieser Partie sicherlich nicht verstummen.
