Vor zwei Jahren begab ich mich auf mein bisher wohl größtes Abenteuer: Drei Wochen allein durch ein fremdes Land zu reisen. Was ich kaum jemandem erzählte, war, dass ich bis zum Abflug selbst mehr als einmal Muffensausen bekam und an meinem Vorhaben zweifelte. War ich etwa verrückt, wochenlang allein unterwegs zu sein? Mehr dazu in meinem längst fälligen Erfahrungsbericht und Tipps für dein erstes Solo-Roadtrip-Abenteuer, speziell in Deutschland.
Als ich meinen Plan ein paar Monate vorher in die Tat umsetzen wollte, reichten die Reaktionen von Freunden, Familie und Bekannten von: „Du bist verrückt!” bis zu „Wow, das ist echt mutig – so etwas würde ich mir nie trauen”. Ob von Frauen oder Männern, jung oder alt.
Allerdings kam ich mir zu dem Zeitpunkt selbst nicht besonders mutig vor. Ich dachte mir nur: Mutig – das sind die anderen. Die allein durch ferne Länder reisen. Allein meilenweit in der Wildnis wandern gehen. Aber ein Roadtrip durch Deutschland? Das erschien mir dagegen wie ein Klacks! Doch – und das habe ich aufgrund meiner jetzigen Reiseerfahrung etwas verdrängt – das war es damals nicht. Es war eine Reise, die mich zutiefst geprägt hat und mir gezeigt hat, dass Deutschland entdecken auch als Alleinreisende ein unvergessliches Erlebnis sein kann.
Da mich seitdem immer wieder Fragen zum Thema „Allein auf Roadtrip in Deutschland” erreichen, möchte ich mit euch meine Anfänge des Alleinreisens teilen und hoffe, ich kann euch die wichtigsten Fragen beantworten und euch Mut machen, die Schönheit Deutschlands auf eigene Faust zu erkunden. Auch wenn dieser Bericht aus weiblicher Sicht stammt und sich hauptsächlich an alleinreisende Frauen richtet, ist er vielleicht auch in einigen Punkten dem einen oder anderen männlichen Blogleser nützlich bei der Überlegung, allein auf Roadtrip zu gehen.
Wie kam es zu der Idee, allein Deutschland zu entdecken?
Ich hatte schon so lange davon geträumt, die vielfältigen Regionen Deutschlands intensiver zu erkunden, aber dass ich einen klassischen ersten Roadtrip durch die heimischen Landschaften allein unternehmen würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.
Aber wie das manchmal so ist: Manchmal ergibt sich nicht die Möglichkeit, eine Reise zusammen mit jemandem zu unternehmen. Ich wollte nicht länger warten, bis die Umstände passen, und habe mir irgendwann in den Kopf gesetzt, allein loszuziehen. Ob die malerischen Küsten der Nord- und Ostsee, die dichten Wälder des Schwarzwaldes oder die majestätischen Alpen – Deutschland entdecken bietet unzählige Möglichkeiten für Abenteurer. Wenn du über Urlaubsziele im Januar nachdenkst, um dem deutschen Winter zu entfliehen, ist das eine Option, aber die Stille und die winterlichen Landschaften Deutschlands können auch ihren ganz eigenen Reiz haben.
Von den ersten kleinen Schritten zum großen Deutschland-Roadtrip
So war ich also das erste Mal 2010 allein für einen Städtetrip in Berlin unterwegs – der Beginn meiner Solo-Reisen könnte man sagen. Schon das empfand ich damals als abenteuerlich, auch wenn ich Jahre zuvor bereits allein zu einem Auslandssemester in Sevilla war.
Nach den Städtetrips folgten kurze Ausflüge in die deutschen Mittelgebirge und an die Küsten. Erste Fahrten mit dem Mietwagen in unbekannten Regionen waren aufregend! Später wagte ich mich an die Planung eines längeren Roadtrips.
Den letzten Anstoß zu dem Wagnis, allein auf Roadtrip zu gehen, gab schließlich ein kleiner Roadtrip durch Bayern und Sachsen zusammen mit einer lieben Freundin. Zu dem Zeitpunkt war ich seit einigen Jahren nicht mehr so viel selbst mit dem Auto in Deutschland gefahren. Dementsprechend nervös und aufgeregt war ich, als ich das erste Mal in den Bergen fahren „musste“. Mit meiner Freundin an der Seite fühlte ich mich allerdings bald sehr wohl am Steuer und freute mich auf die Fahrten mit dem Auto.
Roadtrip allein in Deutschland – soll ich oder soll ich nicht?
Als ich schließlich einige Wochen später zuhause vor der Flugbuchung saß, brauchte ich doch noch eine ganze Weile, bis ich den „Buchen“-Button drückte. Ich schwankte zwischen Vorfreude, Angst und dem Gefühl, ob ich wirklich völlig verrückt wäre. Ihr seht – so impulsiv und von heute auf morgen ist meine Entscheidung, allein auf Roadtrip zu gehen, nicht gefallen.
Im Nachhinein bin ich dennoch froh, wie sich alles ergeben hat. 2010 hätte ich mich noch nicht allein getraut, auf einen Roadtrip zu gehen. Die kleinen Schritte bis dorthin haben mir nach und nach ein sicheres Gefühl und das nötige Selbstvertrauen gegeben, um schließlich Deutschland zu entdecken.
Hattest du keine Angst, wochenlang allein auf Roadtrip in Deutschland zu sein?
Ich hatte Angst, oh ja. Am meisten hatte ich wohl aber Angst vor dem Unbekannten und Neuen und dass ich in jeder Hinsicht für alles selbst verantwortlich sein würde. Das jagte mir doch das eine oder andere Mal ziemlich Respekt vor dem ganzen Vorhaben ein. Müsste ich meine Ängste konkret benennen, wären es wohl folgende:
- Angst vor einem Unfall mit dem Auto, besonders auf unbekannten Strecken.
- Wochenlang Auto fahren (obwohl ich seit 18 ein Auto habe und viel allein in Deutschland fahre).
- Krank zu werden und irgendwo festzusitzen.
- Mit dem Auto mitten im Nirgendwo liegen bleiben, kein Empfang mit dem Handy zu haben, keine Hilfe weit und breit in Sicht.
- Angst, allein in der Natur zu wandern – zu dehydrieren, einen Kreislauf-Kollaps zu bekommen, sich zu verlaufen.
- Die liebe Höhenangst – mein „treuer“ Begleiter bei Bergwanderungen.
So sah es also aus. Wie war es dann schlussendlich?
Vor Ort hatte ich mit einigen Ängsten mehr oder weniger zu kämpfen. Meistens hatte ich durch meine Erlebnisse an jedem Tag nicht viel Zeit, über so etwas nachzudenken.
Insgesamt gab es vielleicht zwei, drei Situationen, in denen ich etwas Angst hatte und auf mein Bauchgefühl gehört habe. Beispielsweise bei einer Wanderung im Elbsandsteingebirge oder bei einer Radtour durch abgelegene Waldstücke, die ich beim ersten aufgrund von Höhenangst und letzteren wegen aufziehenden Gewitters abgebrochen habe.
Mulmig war mir etwas zumute, als ich in ländlichen Regionen in den Bergen null Empfang mit dem Smartphone hatte. Aber: Tatsächlich sind dort oft mehr Menschen unterwegs, als man denkt, und die Strecken nicht so weit, was mich etwas beruhigt hat.
Letztendlich war der Wunsch, endlich die vielfältigen Landschaften und Städte Deutschlands zu besuchen, so stark geworden, dass ich meine „Angst“ überwand. Oftmals realisiert man auch erst hinterher, wie „mutig“ man eigentlich war. Ängste gehören also einfach bei so einem Vorhaben dazu und sollten euch nicht davon abhalten, eure Pläne und Träume in die Tat umzusetzen und Deutschland zu entdecken. Auch wenn du über Urlaubsziele Oktober November nachdenkst, um wärmere Gefilde zu suchen, kann der deutsche Herbst mit seinen bunten Wäldern ein magisches Solo-Erlebnis sein.
Warst du einsam oder hast dich gelangweilt?
Tatsächlich wurde mir doch irgendwann während der Autofahrten langweilig. Keine gescheiten Radio-Sender, und manchmal hätte ich mir jemanden an der Seite gewünscht, mit dem ich quatschen kann.
Einsamkeit dagegen war kaum ein Thema für mich. Auf dieser Reise habe ich es wirklich genossen, das zu tun, wonach mir der Sinn stand. Ich habe jeden Tag so viele tolle Sachen erlebt, dass das Gefühl von Einsamkeit so gut wie gar nicht aufkam.
Dennoch gab es ab und an schon mal Momente, wo ich den Augenblick gern mit jemandem an meiner Seite zusammen erlebt und genossen hätte. Dies gilt besonders, wenn man die vielen idyllischen Orte Deutschlands im Frühling oder Sommer bereist.
Drei Wochen am Stück – da ist es schon schön, zwischendurch auf Menschen zu treffen und sich zu unterhalten. Was in Deutschland, besonders in touristischen Regionen oder größeren Städten, ja kein Problem ist.
Hast du unterwegs andere Reisende oder Leute kennengelernt?
Ja. Ich habe einige tolle Menschen kennengelernt: Das Ehepaar aus dem Rheinland im Harz, mit denen ich mich zwei Tage später zum Wandern verabredete. Die junge Familie, die beim Abendessen in einem Biergarten in Bayern neben mir platziert wurde und wo wir schließlich einen richtig netten Abend zusammen hatten. Oder die zwei Freundinnen aus der Schweiz am Bodensee, mit denen ich eine Schifffahrt machte.
Insgesamt habe ich aber trotzdem auf der Reise weniger Leute kennengelernt als auf anderen Trips im Ausland, aber die Begegnungen waren dafür umso intensiver.
Kann ich den Roadtrip sicher allein machen?
Ein Roadtrip in Deutschland allein ist problemlos machbar – auch für alleinreisende Frauen. Man sollte sich einfach so verhalten, wie man das anderswo auch tun würde. Dunkle und komische Gegenden meiden, nicht unbedingt bei Dunkelheit durch abgelegene Orte fahren.
Nicht jedem, mit dem man sich unterhält, verraten, wo man übernachtet oder wie der weitere Reiseverlauf ist. Eventuell ein regelmäßiges Update an eine Vertrauensperson schicken. Wenn man abends noch länger unterwegs ist, lieber doch mit dem Taxi oder einem Ride-Sharing-Dienst nach Hause fahren. Keinen oder wenig Alkohol zu trinken und auf seinen Drink zu achten. Generell auf’s Bauchgefühl hören und lieber eher einer komischen Situation „entfliehen“, auch wenn sie vielleicht harmlos war.
Was hat dir nicht so gut gefallen?
Eigentlich gab es kaum etwas, was mir nicht gefallen hätte. Das Alleinfahren war manchmal doch ziemlich anstrengend und auch öde. Und allein essen war etwas, was ich nicht so schön fand. Besonders wenn man jedes Mal gefühlt an die letzte Ecke des Raumes platziert wird. Meistens habe ich mir ein Buch oder etwas zu Schreiben mitgenommen, aber meistens habe ich dann doch das Panorama genossen, wenn ich draußen saß.
Was sind deine Tipps für den ersten Roadtrip allein in Deutschland?
1. Roadtrip – Planung
Falls du nicht so der spontane Typ bist, plane deine Route und Unterkünfte im Vorfeld – allein das sorgt schon einmal für ein Stück Sicherheit. Zu wissen, wann man wo ungefähr sein wird und nicht noch vor Ort nach einer Unterkunft suchen zu müssen, empfand ich deutlich stressfreier. Trotzdem habe ich Unterkünfte gebucht, die ich notfalls 1 – 2 Tage vorher stornieren kann (habe ich tatsächlich gemacht).
Plane deine Strecke nicht allzu lang und nicht zu viele Fahrtage ein. Auf die Fahrtzeiten bei Google Maps musst du noch ein bisschen Zeit drauflegen – für Pausen, Verkehr etc. Wenn es um Urlaub im Februar warm geht, mag Deutschland nicht die erste Wahl sein, aber für Schneeliebhaber oder Städtereisende hat es auch im Winter seinen Reiz.
2. Thema: Autofahren in Deutschland
Zuerst einmal haben die Mietwagen in Deutschland in der Regel Automatik-Schaltung – fahren damit ist super easy, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat. Wenn man es noch nie gefahren ist, die Straßen und den Verkehr nicht kennt, ist man zu Beginn sicherlich erstmal verunsichert – so viele Sachen, auf die man auf einmal aufpassen muss, da kann man sich erstmal kurz überfordert fühlen.
Für den Anfang empfehle ich dir das Auto auszuleihen an einer Station, wo du dich nicht gleich danach ins Stadtgewirr einfügen musst. Ich habe mein Mietauto oft erst am 3. Tag in großen Städten am Flughafen abgeholt und bin von da in ländlichere Regionen gedüst. Sehr viel entspannter (außerdem sind die Parkkosten in vielen Innenstädten einfach unverschämt hoch). Falls du dich noch nicht auskennst – die Mitarbeiter vor Ort helfen dir gern und weisen dich ein.
Besorg dir ein Navigationssystem. Ich habe mit Google Maps über das Smartphone navigiert, was sehr gut funktioniert hat. Hierfür habe ich mir im Vorfeld eine Halterung besorgt, die ich mitgenommen habe. Schau dir dennoch zumindest die erste Strecke noch einmal in Ruhe im Vorfeld an und informiere dich über die Verkehrsregeln.
Auch ich war am Anfang wieder aufgeregt und nervös und bin erstmal falsch abgebogen – versuch ruhig zu bleiben und dich auf das Navi zu konzentrieren. Die Deutschen fahren in der Regel konzentrierter, aber nach einer Stunde fand ich das Fahren schon recht entspannt. Man muss sich ja trotzdem erstmal an ein fremdes Auto gewöhnen. Also alles, nur keine Panik! Lieber einmal einen Umweg fahren als noch schnell irgendwo reinziehen oder hektisch werden. Außerdem auf das Tempolimit achten, besonders auf Landstraßen und in Ortschaften.
Ich habe zudem darauf geachtet, dass mein Tank, wenn möglich, nie weniger drin hat als die Hälfte, da ich nicht plötzlich mitten in der Pampa stehen bleiben wollte, meilenweit von der nächsten Tankstelle entfernt… Lieber einmal mehr volltanken bei der nächsten Möglichkeit. Und ich habe immer Ausschau nach Tankstellen/Raststätten gehalten, die gut gelegen sind und habe lieber eine Pause mehr gemacht. Die Strecken ziehen sich manchmal doch ganz schön… Versuche zudem (lange) Fahrten im Dunkeln auf unbekannten Landstraßen zu vermeiden.
3. Besorge dir eine deutsche SIM-Card für das Smartphone
Ja, du hast WLAN an öffentlichen Orten, aber mitten im Nationalpark Schwarzwald? Du musst unter anderem doch ab und an telefonieren (Mietwagenstation, Airbnb-Hosts, Hotel..) – und du fühlst dich einfach sicherer unterwegs. Zudem kannst du deiner Familie daheim einfach von unterwegs eine Nachricht schicken.
4. Unterkünfte, Touren und Gesellschaft auf der Reise
Suche dir Unterkünfte, die zentral gelegen und gute Bewertungen haben – ein abgefracktes Motel im Nirgendwo lässt dich vermutlich die ganze Nacht nicht schlafen. Generell habe ich es bei dieser Reise vorgezogen, lieber so nah wie möglich an oder in beliebten Ausflugsregionen zu übernachten, so dass ich keine langen Anfahrtswege hatte.
Wenn du dich wohler fühlst damit, lass dir in deiner Unterkunft ein Zimmer nahe der Rezeption geben. Darauf hat mich erst später auf der Reise eine Rezeptionistin gebracht, die meinte, sie reise selbst oft allein und empfindet das angenehmer als ein Zimmer ganz am „abgelegenen“ Ende der Unterkunft.
Allgemein: Falls du gern Gesellschaft magst zwischendurch: Buch ein Hostel (oder Airbnb) – dort lernst du in der Regel Leute kennen, zweitens schont ein Hostel das Budget (falls du kein Typ für Hostels bist, es gibt auch Doppelzimmer!).
Weitere Möglichkeiten, Leute zu treffen, ist, an einer geführten Tour teilzunehmen. Ob eine Free-Walking Tour durch Berlin, mit dem Ranger durch den Nationalpark Bayerischer Wald, auf Bootstouren auf dem Rhein oder mit dem Hop-on Hop-off Bus – die Möglichkeiten sind zahlreich. Dort trifft man Gleichgesinnte und manchmal ergibt sich vielleicht die Chance, sich wieder zu treffen und mal einen Tag zusammen zu verbringen. Wer Urlaub Januar warm bevorzugt, wird in Deutschland weniger Glück haben, aber für Kultur und Winterlandschaften ist es ideal.
5. Sicherheit auf dem Roadtrip
Zu dem Thema hatte ich ja oben schon einiges erwähnt. Höre auf dein Bauchgefühl und lasse die übliche Vorsicht walten. Nachts geht man ja auch hier nicht unbedingt durch dunkle Gassen. In den Städten habe ich übrigens öfter das Auto stehen lassen und bin abends mit Taxi oder Ride-Sharing-Diensten von A nach B gefahren.
Tagsüber bin ich zudem mit dem Sightseeing-Bus oder öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend gedüst. Das hat mich entspannt nach all der Fahrerei und es tat gut, auch mal wieder andere Leute zu sehen.
Informiere deine Lieben über deinen geplanten Reiseverlauf und hinterlasse deiner Familie/Partner/Freunden ein paar Infos, melde dich regelmäßig von unterwegs. Was auch immer dich und dein Umfeld beruhigt. Solltest du doch eine Reiseziele November Badeurlaub ins Auge fassen, ist das natürlich eine ganz andere Art von Planung.
6. Tipps zum Wandern allein in Deutschland
Wenn du Wandern gehst, statte vor einer Wanderung in den Naturparks oder Nationalparks zuerst im Besucherzentrum einen Besuch ab. Dort bekommst du Infos zu Wanderungen, das aktuelle Wetter und die Trail-Konditionen (besonders empfehlenswert bei sehr heißem oder schlechtem Wetter). An den Trails kann man sich meist in ein Register eintragen, was ich machen würde. Informiere dich auf jeden Fall immer über den Trail & die Wetterverhältnisse, pack genug Wasser und Snacks ein und sorge für einen guten Sonnenschutz.
Auf meiner ersten kleinen Wanderung im Harz ist mir erst bewusst geworden, dass ich das erste Mal so richtig allein unterwegs bin. Für mich doch eine komplett neue Situation. Mal abgesehen davon, dass ich auf diesem Trip sowieso erstmal die beliebten Wanderwege gehen wollte, war ich genau deswegen auch froh, wenn ich anderen Menschen begegnet bin.
7. Raum für Spontanität lassen
Als Planungsmensch, der aber auch noch viel Spaß daran hat, habe ich nicht nur die Route, Unterkünfte, sondern auch für jeden Ort vorher recherchiert, was ich eigentlich unternehmen kann – von Sightseeingtouren bis Aktivitäten wie Kanufahren, Radtouren etc. Bis auf mein Ticket für eine bestimmte Führung oder ein Konzert habe ich allerdings nichts vorgebucht und mir nur ungefähr überlegt, was ich wirklich sehen/unternehmen will und schließlich vor Ort entschieden, was ich mache.
8. Plane deinen Trip so, wie du dich am wohlsten damit fühlst
Drei Wochen erscheinen dir zu lang? Wenn du nicht sicher bist, ob du wirklich drei Wochen allein durch Deutschland cruisen willst, versuch doch die Strecke kürzer zu halten und beginne vielleicht erst einmal mit 2 Wochen und überleg dir, was du unbedingt sehen willst. Sind einem die deutschen Nationalparks wichtig, könnte man auch in einer großen Stadt starten und dort den Trip beenden. Die Wege zwischen den Parks sind oft gut erreichbar. Oder man konzentriert sich auf die Städte und startet in Hamburg und fährt erstmal nur bis München.
Würdest du so einen Roadtrip noch einmal alleine machen?
Auf jeden Fall! Der Roadtrip war wirklich einer der besten Trips, die ich je gemacht habe, um Deutschland zu entdecken. Meine Ängste waren oftmals unbegründet, und wenn ich doch Angst hatte – dann musste ich da irgendwie durch. Erst viel später, nach der Reise, habe ich gemerkt, wie gut mir der Trip getan hat. Sich einen Traum zu erfüllen, Herausforderungen zu meistern, Ängste durchzustehen und zu wissen, dass man alles irgendwie allein schaffen kann. Man lernt sehr viel über sich selbst, was ungeheuer gut ist für das eigene Selbstvertrauen. Gelernt habe ich auf der Reise trotzdem, dass ich drei Wochen gut allein mit mir aushalten kann, aber ich bei so einem Roadtrip doch etwas mehr versuchen würde, mit mehr Leuten in Kontakt zu kommen, durch organisierte Touren vor Ort, den Aufenthalt in Hostels oder durch Treffen mit Freunden.
Das waren meine persönlichen Tipps für alle, die das Wagnis „Roadtrip in Deutschland“ im Kopf haben, sich aber noch nicht so recht trauen. Dies sind, wie gesagt, meine persönlichen Erfahrungen und Tipps, die sehr subjektiv sind. Vielleicht bist du über dieses Stadium schon längst hinaus oder beschließt einfach: Egal, ich mache mir keinen Kopf und mache das jetzt. Egal wie. Umso besser! Yeah! Allen anderen hoffe ich, durch meinen Bericht etwas Mut gemacht zu haben, sich zu trauen, Deutschland zu entdecken, wenn sich kein Reisepartner findet.

