Mongolische Rennmaus: Pflege, Haltung & spannende Fakten

Mongolische Rennmaus frisst Gräser in ihrer natürlichen Umgebung

Die Mongolische Rennmaus, oft liebevoll als “Gerbil” bezeichnet, ist ein faszinierendes Nagetier, das in den Steppen und Halbwüsten Asiens beheimatet ist. Mit ihrem quirligen Wesen und ihrem sozialen Verhalten hat sie sich in den letzten Jahrzehnten zu einem beliebten Haustier entwickelt. Doch wer diese kleinen Wüstenflitzer bei sich aufnehmen möchte, sollte sich umfassend über ihre Bedürfnisse informieren. Von ihrem einzigartigen Aussehen über ihr ausgeprägtes Sozialverhalten bis hin zu den Anforderungen an eine artgerechte Haltung – die Mongolische Rennmaus hat viel zu bieten, erfordert aber auch eine verantwortungsvolle Fürsorge.

Die Gesundheit der Tiere liegt jedem verantwortungsvollen Halter am Herzen. Während bei einigen Haustieren spezifische Behandlungen wie eine augensalbe katze notwendig werden können, ist bei der Mongolischen Rennmaus vor allem eine artgerechte Haltung entscheidend für ihr Wohlbefinden.

Die Mongolische Rennmaus: Ein Überblick über Aussehen und Wesen

Faszinierendes Aussehen der Wüstenflitzer

In ihrer natürlichen Umgebung zeichnet sich die Mongolische Rennmaus durch ein sandfarbenes bis mittelbraunes Fell auf der Oberseite und eine weiße bis cremefarbene Unterseite aus. Diese Tarnfärbung hilft ihnen, sich optimal an ihre sandige Umgebung anzupassen. Durch gezielte Züchtungen gibt es heute jedoch eine beeindruckende Vielfalt an Farbvarianten, darunter Schwarz, Gold, Silber und sogar gefleckte Muster. Ein gesundes Tier erkennt man an einem dichten, seidig glänzenden Haarkleid und dunklen Krallen.

Die Mongolische Rennmaus erreicht eine Körpergröße von etwa zehn Zentimetern, ergänzt durch einen behaarten Schwanz, der ungefähr die gleiche Länge aufweist. Ihr Gewicht variiert typischerweise zwischen 80 und 100 Gramm, wobei Geschlecht und individueller Körperbau hier eine Rolle spielen können. Insgesamt präsentieren sich diese Nager mit einem schlanken Körperbau, einem runden Kopf und einer charakteristisch spitzen Schnauze.

Mongolische Rennmaus frisst Gräser in ihrer natürlichen UmgebungMongolische Rennmaus frisst Gräser in ihrer natürlichen Umgebung

Charakter und Sozialverhalten: Krieger mit Krallen?

Mongolische Rennmäuse sind ausgesprochen soziale Tiere und leben in freier Wildbahn in komplexen Kolonien. Hier pflegen sie nicht nur gegenseitig ihr Fell, sondern teilen auch Schlafplätze und warnen einander vor Gefahren. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, Rennmäuse niemals einzeln zu halten, sondern stets in Gruppen von mindestens zwei Tieren. Ihr lateinischer Name, Meriones unguiculatus, bedeutet passenderweise “Krieger mit Krallen” – ein Hinweis auf ihr Verhalten bei Rangordnungskämpfen und Revierverteidigungen, bei denen es mitunter zu ernsthaften Bissverletzungen kommen kann.

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Scharfe Sinne: Gehör und Geruchssinn

Das Gehör der Mongolischen Rennmaus ist bemerkenswert gut ausgeprägt. Sie nutzen Laute im Ultraschallbereich, um Artgenossen vor Fressfeinden zu warnen. Auch bei der Brautwerbung spielen Ultraschallsignale eine wichtige Rolle, wenn Männchen versuchen, ihre Auserwählte zu beeindrucken. Ebenso wichtig ist ihr ausgeprägter Geruchssinn. Zur Kommunikation mit anderen Mäusen setzen sie nicht nur akustische Signale ein, sondern auch spezifische Duftstoffe, die über spezielle Körperdrüsen abgesondert werden.

Zähmung und Aktivität

Ob eine Mongolische Rennmaus schnell zahm wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Einige Tiere gewöhnen sich rasch an den Menschen, während andere scheuer bleiben oder nie vollständig zutraulich werden. Unabhängig davon sind diese Tiere sowohl tagsüber als auch nachts sehr aktiv. Sie lieben es zu klettern und zu springen und benötigen regelmäßige Sandbäder zur Fellpflege, die für ihr Wohlbefinden unerlässlich sind.

Artgerechte Haltung von Mongolischen Rennmäusen

Warum mindestens zwei Rennmäuse sein müssen

Wie bereits erwähnt, ist die Gruppenhaltung von Mongolischen Rennmäusen absolut notwendig, da sie den Kontakt zu Artgenossen zwingend benötigen. Für Anfänger empfiehlt sich ein gleichgeschlechtliches Paar, um eine unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden. Es ist wichtig zu beachten, dass mit zunehmender Gruppengröße auch die Wahrscheinlichkeit von Streitereien und Konflikten steigen kann, die leider oft blutig enden. Daher ist ein harmonisches Zweiergespann für den Einstieg am besten geeignet.

Die Herausforderung der Zusammenführung

Die Vergesellschaftung von jungen Rennmäusen gestaltet sich in der Regel problemlos. Bei erwachsenen Tieren hingegen erfordert die Zusammenführung viel Erfahrung, Geduld und ein vorsichtiges Vorgehen. Eine bewährte Methode ist es, die fremden Tiere zunächst durch ein Gitter zu trennen, damit sie sich ohne direkten Kontakt aneinander gewöhnen können. Wichtig ist auch, dass Rennmäuse niemals mit anderen Tierarten im selben Gehege untergebracht werden sollten, da ihre komplexen Sozial- und Kommunikationsformen leicht zu Missverständnissen und Konflikten führen können.

Rennmäuse und Kinder: Eine Frage der Eignung

Aufgrund ihrer Schnelligkeit, ihrer teils scheuen Natur und der potenziellen Notwendigkeit, Konflikte zwischen den Tieren zu managen, sind Mongolische Rennmäuse für sehr kleine Kinder in der Regel nicht geeignet.

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Das ideale Zuhause: Nagerterrarium und Einrichtung

Für die Unterbringung von Mongolischen Rennmäusen eignen sich Aquarien oder spezielle Nagerterrarien am besten. Diese bieten nicht nur Schutz vor Zugluft, auf die die Nager empfindlich reagieren, sondern ermöglichen auch eine hohe Einstreuhöhe, die für das Graben und Anlegen von Tunnelsystemen – ein natürliches Bedürfnis der Tiere – entscheidend ist. Eine Gitterabdeckung sorgt dafür, dass die flinken Nager nicht entweichen können, während gleichzeitig eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist. Das Terrarium sollte eine Mindestgröße von 100 x 50 x 50 Zentimetern aufweisen, um den Rennmäusen ausreichend Bewegungsfreiheit zu bieten.

Beschäftigung und Abwechslung im Gehege

Für ein glückliches und ausgefülltes Rennmausleben sind vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten unerlässlich. Neben den grundlegenden Einrichtungsgegenständen wie Tränke und Futternapf sollten Schlafhäuser, Tunnel, Verstecke, Badesand und unterschiedliches Spielzeug nicht fehlen. Laufräder sind ebenfalls wichtig, müssen aber bestimmte Kriterien erfüllen: Sie dürfen keine Lücken aufweisen und müssen ausreichend groß sein, um Wirbelsäulenprobleme zu vermeiden – andernfalls gelten sie als tierschutzwidrig.

Tägliche Pflege und Hygiene

Täglich sollte frisches Trinkwasser angeboten und Näpfe sowie Tränken gründlich gereinigt werden. Frischfutterreste müssen ebenfalls täglich entfernt werden, um Schimmelbildung und Hygieneprobleme zu vermeiden. Die vollständige Einstreu sollte hingegen nur etwa einmal im Monat gewechselt werden, da Rennmäuse sehr geruchsempfindlich sind und ein zu häufiger Wechsel Stress verursachen kann.

Fell- und Krallenpflege

Die Mongolischen Rennmäuse sind sehr reinliche Tiere und pflegen ihr Fell gegenseitig. Ein Sandbad ist jedoch essenziell für die Fellpflege und sollte den Tieren stets zur Verfügung stehen, täglich gereinigt. Gesunde Tiere erkennt man an einem seidig glänzenden Fell, dessen Glanz von einem Sekret einer Bauchdrüse stammt. Auch wenn hund augenentzündung ein häufiges Problem bei unseren vierbeinigen Freunden ist, haben Rennmäuse ihre eigenen gesundheitlichen Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Es ist wichtig, auf die Abnutzung der Zähne und Krallen zu achten. Nagesteine oder umgedrehte Kacheln können helfen, diese auf natürliche Weise kurz zu halten. Bei zu langen Krallen oder Zähnen, die bei Nagern ununterbrochen weiterwachsen, sollte unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden, um schmerzhafte Komplikationen zu vermeiden.

Ernährung und Gesundheit: Was Rennmäuse brauchen

Der Speiseplan der Mongolischen Rennmaus

In ihrer natürlichen Umgebung ernähren sich Mongolische Rennmäuse hauptsächlich von Gräsern und Sämereien, ergänzt durch gelegentliche Insekten. Als Grundfutter im Heimtierbereich eignet sich eine nährstoffreiche Trockenfuttermischung. Zusätzlich kann in kleinen Mengen zuckerarmes Frischfutter angeboten werden. Um den Bedarf an tierischem Protein zu decken, sollten gelegentlich Insektenlarven oder lebende Heuschrecken gefüttert werden. Frisches Trinkwasser und Heu müssen immer zur Verfügung stehen.

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Häufige Krankheiten und die Lebenserwartung

Es gibt keine spezifischen Krankheiten, für die bei der Mongolischen Rennmaus besondere vorbeugende Maßnahmen nötig wären. Dennoch sind Tumore und Schlaganfälle nicht selten, und Bissverletzungen können bei Konflikten auftreten. Bei Durchfall ist ein sofortiger Tierarztbesuch dringend angeraten, da ein gefährlicher Flüssigkeitsverlust droht. Bei artgerechter Haltung und guter Pflege erreichen Mongolische Rennmäuse ein Alter von drei bis fünf Jahren, was ihre Lebenserwartung leicht über der anderer Mäusearten ansiedelt.

Herkunft, Kauf und wichtige Überlegungen

Woher kommen die kleinen Nager?

Die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) gehört zur Familie der Nagetiere und ist in den weiten Steppen und Halbwüsten Asiens beheimatet. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckt sich von der mongolischen Steppe in Nordchina bis in den Süden Russlands. Diese Regionen sind bekannt für ihre extremen Klimabedingungen mit kalten Wintern und heißen Sommern, an die sich die Tiere optimal angepasst haben. In der Natur leben sie in komplexen Tunnelsystemen unter der Erde, wo sie auch ihre Wintervorräte lagern.

Anschaffung: Was beim Kauf zu beachten ist

Der Anschaffungspreis für eine Mongolische Rennmaus liegt in der Regel zwischen fünf und zwanzig Euro. Bezugsquellen sind spezialisierte Züchter oder örtliche Tierheime, die oft Tiere in Not vermitteln. Obwohl der Kauf in einer Zoohandlung am einfachsten erscheinen mag, raten Experten oft davon ab, da die Haltungsbedingungen dort nicht immer den artgerechten Anforderungen entsprechen. Es ist immer ratsamer, Rennmäuse von einem seriösen Züchter oder aus einem Tierheim zu beziehen, um sicherzustellen, dass die Tiere gesund sind und aus einer guten Haltung stammen.

Fazit

Mongolische Rennmäuse sind aktive, gesellige und faszinierende Haustiere. Ihr vergleichsweise geringer Anschaffungspreis sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre Haltung anspruchsvoll ist. Eine artgerechte Gruppenhaltung, ein geräumiges Terrarium mit vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Pflege sind entscheidend für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit. Wer sich diesen Herausforderungen bewusst stellt, wird mit diesen charmanten Wüstenflitzern viele Jahre Freude haben. Informieren Sie sich gründlich und schaffen Sie ein liebevolles Zuhause für diese besonderen Nager!

Quelle:

Rennmaus.de