Private Rentenversicherung: Ihr Weg zur finanziellen Sicherheit im Alter

Jeder Mensch wünscht sich, im Alter finanziell abgesichert zu sein und den gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können. Die Altersvorsorge ist ein Thema, das alle Generationen betrifft, jedoch besonders für Selbstständige von großer Bedeutung ist. Aber auch Angestellte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sehen sich zunehmend mit der Notwendigkeit einer privaten Rentenzusatzversicherung konfrontiert. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht mehr aus, um die Lebenshaltungskosten im Ruhestand vollständig zu decken. In diesem Artikel beleuchten wir, welche Rentenversicherungen und Rentenzusatzversicherungen für wen sinnvoll sind und wie Sie Ihre Altersvorsorge optimal gestalten können.

Die Säulen der Altersvorsorge in Deutschland

Das deutsche Altersvorsorgesystem basiert auf drei Säulen. Die erste Säule bildet die gesetzliche Rentenversicherung, die zweite die betriebliche Altersvorsorge und die dritte die private Altersvorsorge. Jede Säule spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherung Ihres Ruhestands.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Als erste Säule der Altersvorsorge ist die gesetzliche Rentenversicherung für die meisten Angestellten verpflichtend. Automatisch werden 18,6 Prozent des Bruttogehaltes eingezahlt, wobei der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge übernimmt. Die Höhe der späteren Rente ist direkt von den im Erwerbsleben erzielten Einkommen und den daraus resultierenden Entgeltpunkten abhängig. Dieses System funktioniert nach dem Umlageverfahren: Die aktuell erwerbstätige Generation finanziert die Renten der heutigen Ruheständler. Das derzeitige Rentenniveau liegt bei etwa 48 Prozent des Nettoeinkommens. Da dieses Niveau oft kaum ausreicht, um die laufenden Kosten zu decken, ist es für Angestellte unerlässlich, zusätzlich privat vorzusorgen.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) – Direktversicherung

Für Angestellte in kleinen und mittelständischen Betrieben bietet sich als zweite Säule der Altersvorsorge die betriebliche Altersvorsorge (bAV) an, häufig in Form einer Direktversicherung. Dies sind in der Regel klassische oder fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherungen, die vom Arbeitgeber für seine Mitarbeiter abgeschlossen werden. Ein großer Vorteil ist die sogenannte Gehalts- oder Entgeltumwandlung: Mitarbeiter können maximal 268 Euro ihres Bruttoeinkommens steuer- und sozialabgabenfrei in die bAV einzahlen. Seit 2019 ist zudem eine Bezuschussung durch den Arbeitgeber von mindestens 15 Prozent verpflichtend, die ab 2022 auch auf bestehende Verträge ausgeweitet wird.

Weiterlesen >>  Allianz Lebensversicherung: Ein Blick auf die Personalien und die Zukunft

Tipp: Als Arbeitgeber profitieren Sie von der Bezuschussung der bAV Ihrer Mitarbeiter, da Sie für den bezuschussten Teil Sozialabgaben sparen.

Wann sich die bAV lohnt und worauf Sie achten sollten

Eine betriebliche Altersvorsorge zahlt sich für Mitarbeiter in der Regel aus, wenn der Arbeitgeber sie mit mindestens 20 Prozent bezuschusst. Da Direktversicherungen seit 2005 steuerfrei sind und erst die spätere Rente besteuert wird, bietet die bAV meist einen erheblichen Steuervorteil. Ein weiterer Pluspunkt ist die Unverfallbarkeit der Einzahlungen: Auch bei einem Jobwechsel bleiben Ihre Leistungen erhalten. Entweder übernimmt der neue Arbeitgeber den Vertrag, oder Sie führen ihn privat fort, ohne die bisher erworbenen Leistungen zu verlieren. Bedenken Sie jedoch, dass auf Betriebsrenten im Ruhestand volle Krankenkassenbeiträge anfallen können.

Tipp: Oftmals besteht die Möglichkeit, eine bAV mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu kombinieren – und das häufig ohne Gesundheitsprüfung. Dies ist eine hervorragende Option, insbesondere für Arbeitnehmer mit Vorerkrankungen.

Altersvorsorgemöglichkeiten für Selbstständige

Selbstständige stehen vor der besonderen Herausforderung, ihre Altersvorsorge vollständig eigenverantwortlich zu gestalten, da sie nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Ihnen stehen jedoch verschiedene attraktive Optionen zur Verfügung.

Die Rürup-Rentenversicherung (Basisrente)

Eine wichtige Option für Selbstständige ist die Rürup-Rentenversicherung, auch bekannt als Basisrente, die ebenfalls zur ersten Säule der Altersvorsorge zählt. Obwohl sie eine private Altersvorsorge ist, wird sie staatlich gefördert und ihre Leistungen ähneln denen der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Rürup-Rentenversicherung können alle Selbstständigen abschließen, die keiner Pflichtversicherung angehören. Sie eignet sich auch zur Aufstockung einer bereits bestehenden Basisversorgung. Ein wesentlicher Vorteil ist die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge als Vorsorgeleistung.

Weiterlesen >>  Risikolebensversicherung: Steuerfrei? Was Sie wissen müssen

Tipp: Überschreiten Sie nicht den Höchstbetrag für die Basisvorsorge, der derzeit bei knapp 24.000 Euro pro Jahr liegt. Sonst verlieren Sie wichtige Steuervorteile.

Was die Rürup-Rentenversicherung auszeichnet

Eine Rürup-Rentenversicherung wird stets als lebenslange Rente ausgezahlt; eine einmalige Auszahlung des angesparten Betrags ist nicht möglich. Es ist zudem wichtig zu wissen, dass ein Rürup-Vertrag nicht gekündigt, sondern lediglich beitragsfrei gestellt werden kann. Bei Rürup-Verträgen wird allgemein zwischen klassischen Rentenversicherungen und fondsgebundenen Rentenversicherungen unterschieden, die unterschiedliche Anlagephilosophien verfolgen.

Tipp: Sie können mit dem Versicherer eine Vereinbarung treffen, dass im Todesfall die Rürup-Rente an den Ehepartner, Lebenspartner oder kindergeldberechtigte Kinder ausgezahlt wird, um Ihre Angehörigen abzusichern.

Die Riester-Rente – eine weitere Möglichkeit

Neben den bereits genannten Möglichkeiten gibt es die Riester-Rente, eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Das “Riestern” lohnt sich besonders für Familien und Gutverdiener, die zusätzlich vorsorgen möchten. Hierbei gibt es die klassische Riester-Rente und Modelle mit einem Fondssparplan.

Wer profitiert von der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde konzipiert, um breite Bevölkerungsschichten zur privaten Altersvorsorge zu motivieren. Sie ist besonders attraktiv für Familien mit Kindern aufgrund der Kinderzulagen und für Personen mit höherem Einkommen, die die Steuervorteile voll ausschöpfen können. Der Staat fördert das Riestern durch Zulagen und Steuervorteile, wenn mindestens vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens eingezahlt werden. Maximal können Einzahlungen von 2.100 Euro pro Jahr steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Die klassische Riester-Rente

Bei der klassischen Riester-Rente kennen Versicherte von Beginn an ihre garantierte Mindestrente. Diese Variante ist daher ideal für Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Die Verträge haben eine vertraglich vereinbarte Mindestlaufzeit, in der die Beiträge turnusmäßig eingezahlt werden. Die eingezahlten Beträge werden von der Versicherung angelegt, wobei die Verzinsung an den Garantiezins von Lebensversicherungen gebunden ist. Zusätzlich zum finanziellen Schutz besteht bei der Riester-Rente die Möglichkeit, einen Hinterbliebenenschutz abzuschließen, sodass Erben im Todesfall des Versicherten Geld erhalten, solange die Rentengarantiezeit noch nicht abgelaufen ist.

Weiterlesen >>  Hebelprodukte einfach erklärt: Optionsscheine und Knock-outs

Riestern mit Fondssparplan

Riester-Fondssparpläne eignen sich aufgrund der potenziellen Aktienrenditen vor allem für Menschen mit mittlerem Einkommen. Angesichts anhaltend niedriger Zinsen werden sie im Vergleich zur klassischen Riester-Rentenversicherung immer beliebter. Auch das Riestern mit Fondssparplan wird wie die klassische Variante staatlich durch Zulagen und Steuervorteile gefördert. Zudem erhalten Einzahler auch hier eine garantierte Mindestrente. Da die Beiträge für Riester-Fondssparpläne in international aufgestellte Aktienfonds investiert werden, ist die Chance auf eine gute Gesamtrendite höher. Um das Verlustrisiko zu mindern, investieren die Versicherer jedoch stets auch in Anleihefonds.

Tipp: Sollte sich Ihr Einkommen ändern, ist es ratsam, die Beitragszahlungen entsprechend anzupassen. Denken Sie auch daran, eine Kinderzulage zu beantragen, sobald Sie Kinder haben.

Welche private Rentenzusatzversicherung ist sinnvoll?

Die Entscheidung für die passende private Rentenversicherung oder Rentenzusatzversicherung hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Es gibt keine Universallösung, die für jeden gleichermaßen geeignet ist.

Für Angestellte, die bereits in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, ist eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge oft die sinnvollste Ergänzung. Sie bietet attraktive steuerliche Vorteile und eine Bezuschussung durch den Arbeitgeber. Selbstständige sollten als Basisabsicherung entweder freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder sich für die Rürup-Rentenversicherung entscheiden. Darüber hinaus sind weitere private Maßnahmen zur Altersvorsorge, wie die verschiedenen Riester-Rentenversicherungen, sehr beliebt, um die finanzielle Lücke im Alter zu schließen.

Letztendlich sollten Sie den Umfang und die Art Ihrer Altersvorsorge stets an Ihre individuellen Lebensumstände anpassen. Wer beispielsweise Immobilien besitzt, ist im Alter möglicherweise weniger stark auf eine zusätzliche Absicherung angewiesen als ein Angestellter mit einem durchschnittlichen Einkommen, der von einem Rentenniveau unter 50 % des Nettoeinkommens kaum leben kann. Das Thema der privaten Rentenversicherung beziehungsweise der privaten Rentenzusatzversicherung ist ein komplexes Feld. Informieren Sie sich daher umfassend über alle Möglichkeiten, holen Sie bei Bedarf Expertenrat ein und treffen Sie keine leichtfertigen Entscheidungen. Ihre finanzielle Sicherheit im Alter ist eine wichtige Investition in Ihre Zukunft.