Die Riester-Rente ist ein komplexes Produkt der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Viele Sparer stehen irgendwann vor der Frage, wie sie mit ihrem bestehenden Vertrag verfahren sollen – sei es aufgrund veränderter Lebensumstände, Unzufriedenheit mit der Wertentwicklung oder dem Wunsch nach flexibleren Anlagemöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Optionen für Ihren Riester-Vertrag und gibt Hilfestellung für fundierte Entscheidungen im Kontext der Altersvorsorge.
Die Beitragsgarantie, bestehend aus Einzahlungen und Zulagen, ist ein Kernmerkmal der Riester-Rente. Liegt das aktuelle Vertragsguthaben deutlich unter dieser Garantie, wie im Beispiel einer Beitragsgarantie von 12.981 Euro bei einem Guthaben von 9.801 Euro, so ist Vorsicht geboten.
Kündigung des Riester-Vertrags: Eine teure Entscheidung
Die Kündigung eines Riester-Vertrags sollte in den meisten Fällen vermieden werden, da sie erhebliche finanzielle Nachteile mit sich bringt. Bei einer vorzeitigen Auflösung wird der Vertrag “förderschädlich” behandelt. Das bedeutet, dass nicht nur die erhaltenen Zulagen, sondern auch die in Anspruch genommenen Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Zudem erhalten Sie lediglich das aktuelle Vertragsguthaben, das oft unter der Summe der eingezahlten Beiträge und Zulagen liegt. Dies ist in der Regel kein gutes Geschäft und führt zu einem realen Verlust.
Übertrag zu einem neuen Anbieter: Was auf der Strecke bleiben kann
Eine Möglichkeit, den Riester-Vertrag zu verändern, ist der Übertrag des aktuellen Vertragsguthabens zu einem neuen Riester-Anbieter. Dieser Prozess ist “förderunschädlich”, was bedeutet, dass Sie die staatlichen Zulagen und Steuervorteile nicht zurückzahlen müssen. Der entscheidende Nachteil liegt jedoch darin, dass bei einem Übertrag in der Regel nur das aktuelle Vertragsguthaben zum neuen Anbieter transferiert wird, nicht aber die ursprüngliche Beitragsgarantie.
Im oben genannten Beispiel würde die Differenz von knapp 3.000 Euro zwischen der Beitragsgarantie und dem aktuellen Guthaben “verloren” gehen. Es ist zwar denkbar, dass eine bessere Wertentwicklung bei einem neuen, vernünftigen Riester-Anbieter dieses Minus über Jahrzehnte hinweg aufholen könnte, dies ist aber keinesfalls garantiert. Solche potenziellen Gewinne zeigen sich oft erst nach langer Zeit. Für Investoren, die sich mit verschiedenen Anlageformen beschäftigen, könnte der Blick auf eine deflationäre kryptowährung eine weitere Option darstellen, die jedoch unabhängig von Riester zu betrachten ist.
Die Beitragsfreistellung: Oft die klügste Wahl
Die wahrscheinlich sinnvollste Alternative zur Kündigung oder zum vorschnellen Übertrag ist oft die Beitragsfreistellung des bestehenden Riester-Vertrags. Dies bietet den entscheidenden Vorteil, dass zum Rentenbeginn mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge und erhaltenen Zulagen als garantierte Leistung erhalten bleibt. Im Beispiel wären dies die knapp 13.000 Euro. Ein Verlust ist somit ausgeschlossen.
Ein kleinerer Nachteil ist, dass Sie jedes Jahr Post vom Riester-Fondsanbieter erhalten, was sich über die Jahre läppern kann. Viel wichtiger ist jedoch, den Kaufkraftverlust zu bedenken: 13.000 Euro werden in 30 Jahren sicherlich nicht mehr den gleichen Wert haben wie heute. Sollte sich wider Erwarten in einigen Jahren eine positive Rendite einstellen und das Guthaben nahe an die eingezahlten Beiträge heranreichen, können Sie den Vertrag immer noch zu einem anderen Anbieter übertragen. Diese Option bleibt Ihnen grundsätzlich immer erhalten (wobei das Höchsteintrittsalter zu beachten ist). Wer sich generell für den Aufbau von Vermögen interessiert, könnte auch über einen kryptowährung sparplan nachdenken, um ein breit gefächertes Portfolio zu erreichen.
Kleinstrenten: Einmalige Auszahlung statt monatlicher Kleckerbeträge
Riester-Guthaben, die zu sehr geringen monatlichen Renten führen würden, bieten einen besonderen “Vorteil”: Sie können aufgrund des geringen Betrags auf einmal und “förderunschädlich” ausgezahlt werden. Die Grenze für eine solche Kleinstrente lag 2017 bei rund 29,75 Euro monatlich. Das Riestergesetz sieht diese Regelung vor, da sehr kleine monatliche Renten einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen und in keinem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen würden.
Der Schwellenwert für Kleinstrenten steigt in der Regel Jahr für Jahr an (z.B. 27,65 Euro im Jahr 2014). Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert in einigen Jahrzehnten erheblich höher liegen wird. Somit könnten in Zukunft Riester-Guthaben von geschätzten 12.000 bis 15.000 Euro förderunschädlich auf einmal ausgezahlt werden. Dies ist eine wichtige Information für diejenigen, deren Riester-Vertrag voraussichtlich nur ein geringes Kapital ansammelt. Die Integration von geldanlage kryptowährung kann eine strategische Ergänzung im Gesamtkonzept der Vermögensbildung sein.
Riester-Rente: Nicht immer die erste Wahl – Alternativen im Blick
Nicht für jeden ist die Riester-Rente die optimale Wahl zur Altersvorsorge. Die in allen Riester-Produkten verankerte Beitragsgarantie kann für einige Sparer ein Hindernis darstellen, da sie die mögliche Rendite begrenzt. Wer mit stark schwankenden Märkten und auch einem kurzzeitigen Minus von 40 oder 50 % leben kann, findet möglicherweise in einer direkten Anlage in Investmentfonds (eventuell mit oder ohne Versicherungsmantel – dies müsste individuell geprüft werden) langfristig eine attraktivere Anlageform für die Altersvorsorge.
Für Spitzenverdiener und Akademiker, die primär den Steuervorteil nutzen möchten, ist die Basisrente (auch Rürup-Rente genannt) oftmals die bessere Lösung. Dazu existieren detailliertere Informationen in anderen Artikeln. Es ist wichtig zu betonen, dass die Riester-Rente nicht nur unter Renditegesichtspunkten betrachtet werden sollte, sondern vor allem als Absicherung des Langlebigkeitsrisikos – also der Gefahr, dass das Ersparte nicht für die gesamte Lebensdauer im Alter ausreicht. Daher muss die gesamte Altersvorsorge und der Vermögensaufbau gesamtheitlich betrachtet werden. Auch die Suche nach einer günstige kryptowährung oder der Blick auf die beste kryptowährung zukunft 2022 zeigen, dass Anleger heute vielfältige Wege gehen, um ihre finanzielle Zukunft zu gestalten.
Gute Riester-Anbieter, insbesondere solche im Versicherungsmantel, bieten mittlerweile jedoch auch Produkte mit einer Aktienquote von fast 100 % an. Hier lassen sich mehrere Vorteile kombinieren:
- Hohe Aktienquote für Renditechancen
- Absicherung des Langlebigkeitsrisikos
- 100 % Beitragsgarantie zum Rentenbeginn
- Auswahl von Indexfonds / ETFs
- Fester und garantierter Rentenfaktor
Entscheidend ist hierbei, dass der Anbieter und das Produktangebot zur individuellen Situation und den Zielen des Riester-Sparers passen.
Fazit: Individuelle Lösungen für Ihre Riester-Rente
Die Entscheidung, wie mit einem bestehenden Riester-Vertrag umgegangen werden soll, erfordert eine sorgfältige Abwägung der persönlichen Situation, der finanziellen Ziele und der Risikobereitschaft. Eine Kündigung ist meist die ungünstigste Option. Der Übertrag zu einem neuen Anbieter kann attraktiv sein, birgt aber oft den Verlust der ursprünglichen Beitragsgarantie. Die Beitragsfreistellung ist häufig die vernünftigste Wahl, um Verluste zu vermeiden und sich Flexibilität für die Zukunft zu bewahren. Zudem bieten die Regelungen zu Kleinstrenten eine praktische Lösung für Verträge mit geringem Kapital.
Die Altersvorsorge sollte stets ganzheitlich betrachtet werden, wobei Riester seine Berechtigung als Baustein zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos hat. Informieren Sie sich umfassend über alle Optionen und ziehen Sie bei Bedarf eine unabhängige Beratung hinzu, um die beste Entscheidung für Ihre finanzielle Zukunft zu treffen.
