Risikolebensversicherung: Warum Stiftung Warentest nicht immer die beste Wahl ist

Die Entscheidung für eine Risikolebensversicherung ist ein wichtiger Schritt, um Ihre Liebsten im Falle Ihres Todes finanziell abzusichern. Viele Interessenten informieren sich zunächst online oder durch renommierte Quellen wie die Stiftung Warentest. Zwar schätzen wir die Arbeit der Stiftung Finanztest, doch in der Praxis haben sich teilweise abweichende Erkenntnisse ergeben, insbesondere wenn es um die entscheidenden Gesundheitsfragen geht. Dieser Artikel beleuchtet, warum eine alleinige Fokussierung auf den Preis und die Empfehlungen der Stiftung Warentest trügerisch sein kann und wie Sie Fallstricke vermeiden.

1. Der Preis als alleiniges Kriterium?

Die Stiftung Finanztest rät in ihrem Testbericht oft dazu, bei der Suche nach einer Risikolebensversicherung primär auf den Preis zu achten. Anbieter wie Europa Versicherung, Hannoversche Versicherung, Cosmos Direkt und HUK24 werden dabei häufig als preiswerte Optionen genannt. Doch die Annahme, dass der günstigste Preis automatisch die beste Wahl bedeutet, greift zu kurz. Der Beitrag zur Versicherung ist zwar ein wichtiger Faktor, doch die Qualität und Präzision der Gesundheitsfragen sind von entscheidender Bedeutung für die spätere Leistungserbringung im Versicherungsfall. Die beste Risikolebensversicherung hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vom Preis.

Die Tücke der Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen sind das Fundament jeder Risikolebensversicherung. Unterschiede in der Formulierung und im Umfang dieser Fragen können im Ernstfall über die Auszahlung der Versicherungssumme entscheiden. Die Stiftung Finanztest selbst weist darauf hin, dass Fragen nach allgemeinen “Beschwerden” weniger wünschenswert sind als objektive Fragen nach Krankheiten oder Unfällen. Dennoch finden sich in den Tarifen vermeintlich preiswerter Anbieter Formulierungen, die Interpretationsspielraum lassen und den Antragsteller in eine ärztliche Rolle drängen.

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2. Analyse der Gesundheitsfragen ausgewählter Anbieter

Europa Versicherung

Bei der Europa Versicherung werden unter anderem “Gesundheitsstörungen” oder “Beschwerden” der letzten drei Monate abgefragt. Dies entspricht eher einer “ausreichenden” Fragestellung, wie von der Stiftung Finanztest kritisiert. Auch die Frage nach chronischen Erkrankungen ohne zeitliche Begrenzung birgt Risiken.

Hannoversche Versicherung

Ähnlich wie bei der Europa Versicherung fragt die Hannoversche nach Beschwerden der letzten drei Monate. Zusätzlich werden Begriffe wie “Abnahme der körperlichen bzw. psychischen Belastbarkeit” oder “Gefühlsstörungen” aufgeführt. Die Unklarheit solcher Begriffe zwingt den Antragsteller zu einer Selbsteinschätzung seiner Gesundheit.

HUK24

Die HUK24 fordert Angaben zu angeborenen Erkrankungen, die zeitlich unbegrenzt sind. Des Weiteren wird nach aktuellen Beschwerden gefragt, wobei die Erklärung hierzu sehr weit gefasst ist und “vorübergehende sowie dauerhafte Beeinträchtigungen des seelischen und körperlichen Wohlbefindens” einschließt. Diese schwammige Formulierung kann zu Verwirrung führen.

Cosmos Direkt

Cosmos Direkt fragt ebenfalls nach aktuellen Beschwerden und zusätzlich nach “dauerhaften Beeinträchtigungen oder Störungen”. Die Erklärungen sind zwar detaillierter, lassen aber dennoch Fragen offen, was genau als “dauerhaft” oder als “Störung” gilt. Besonders problematisch ist die Frage nach psychischen Beschwerden, die auch dann angegeben werden müssen, wenn keine ärztliche Behandlung erfolgte.

3. Das Risiko “ausreichender” Gesundheitsfragen im Leistungsfall

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie schließen eine Risikolebensversicherung ab und geben ehrlich an, was Sie zum Zeitpunkt der Antragsstellung wissen. Ein Jahr später wird bei Ihnen ein Herzleiden diagnostiziert, nachdem Sie über längere Zeit hinweg Brustschmerzen verspürt haben, aber nie einen Arzt aufgesucht haben. Bei der Leistungsprüfung durch die Versicherung kommt heraus, dass Sie diese Beschwerden bereits vor Vertragsabschluss hatten. Die schwammige Formulierung der Gesundheitsfragen könnte dazu führen, dass die Versicherung die Leistung verweigert, da Sie Ihrer Auskunftspflicht nicht vollständig nachgekommen sind. Eine präzise und zeitlich begrenzte Fragestellung, wie sie beispielsweise die Dortmunder Versicherung bietet, hätte dieses Problem vermieden.

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4. Warum wir bestimmte Anbieter nicht anbieten

Anbieter wie HUK24 und Cosmos Direkt sind reine Online-Versicherer, was bedeutet, dass eine persönliche Beratung durch einen Makler nicht vorgesehen ist. Dies kann zu Fehlern bei der Antragsstellung führen, wie zum Beispiel:

  • Falsche Kalkulation von Versicherungssumme und Laufzeit: Nachträgliche Änderungen sind oft schwierig.
  • Fehlende Einholung der Patientenakte oder Erstellung einer Gesundheitserklärung: Dies erschwert die genaue Beurteilung Ihrer Gesundheitshistorie.
  • Vergessen der Über-Kreuz-Risikolebensversicherung: Ein wichtiger Aspekt bei Paaren.
  • Ablehnung des Antrags: Dies muss bei zukünftigen Anträgen angegeben werden.
  • Unklare Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge: Werden oft erst nachträglich mitgeteilt.
  • Missachtung von Untersuchungsgrenzen: Kann zu nachträglichen ärztlichen Untersuchungen führen.

Vor allem die fehlende Möglichkeit für anonyme Risikovoranfragen bei diesen Anbietern ist ein erheblicher Nachteil.

5. Fazit: Mehr als nur der Preis zählt

Die Wahl der richtigen Risikolebensversicherung ist eine Entscheidung, die weit über den reinen Preis hinausgeht. Eine sorgfältige Prüfung der Gesundheitsfragen ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass im Leistungsfall die vereinbarte Versicherungssumme reibungslos ausgezahlt wird. Zwar glänzen einige Anbieter mit günstigen Tarifen, doch die Qualität ihrer Gesundheitsfragen kann zu erheblichen Problemen führen.

Wir bei gn-finanzpartner.de legen daher größten Wert auf eine umfassende Beratung und eine präzise Ausgestaltung des Versicherungsantrags. Uns ist bewusst, dass dies aufwendiger ist, doch die finanzielle Absicherung Ihrer Liebsten sollte es Ihnen wert sein.

6. Ihr Weg zur optimalen Absicherung

Wenn Sie unsicher sind, welche Vorerkrankungen Sie angeben müssen, empfehlen wir Ihnen folgende Schritte:

  1. Fordern Sie Ihre Patientenakte an: So erhalten Sie einen vollständigen Überblick über Ihre Gesundheitshistorie.
  2. Bereiten Sie Ihre Gesundheitserklärung vor: Schildern Sie Ihre Vorerkrankungen präzise, gerne mithilfe unserer Vorlagen.
  3. Holen Sie ärztliche Atteste ein: Bei gravierenden Vorerkrankungen können diese helfen, die Risikoprüfung zu erleichtern.
  4. Erstellen Sie anonyme Risikovoranfragen: Wir unterstützen Sie dabei, die Versicherbarkeit einzuschätzen.
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Sollten Sie Schwierigkeiten bei der Versicherung haben, bleibt immer noch die Option der verkürzten Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung.

Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail (info@gn-finanzpartner.de) oder über unser Kontaktformular, wenn Sie eine professionelle Beratung wünschen. Wir freuen uns darauf, Sie auf dem Weg zu einer soliden Risikolebensversicherung zu begleiten.