Letztes Jahr im frühen Winter hatten wir einen kleinen Igel in unserem Garten. Es war so herzig zu beobachten, wie er tapsig umherstreifte und mit seiner kleinen Stupsnase schnüffelnd die Luft testete. Wir alle waren entzückt und konnten uns an ihm nicht sattsehen. Leider verschwand er so schnell, wie er gekommen war. Anscheinend fand er in unserem Garten nicht die idealen Bedingungen für sein Winterquartier und seinen Winterschlaf. Es war wirklich schade.
Auch wir kuscheln uns in diesen Wochen wieder vermehrt zu Hause ein, ähnlich wie eine Igelfamilie für den Winterschlaf. Zugegeben, wir halten keinen monatelangen Winterschlaf, aber auf eine kleine Art ähneln wir uns in diesem besonderen Jahr schon ein wenig. Meine Männer und ich haben bis vor ein paar Tagen viele Dinge in unseren „Bau“ geschleppt, um gut über die nächsten Wochen zu kommen – mit allem, was auf keinen Fall fehlen darf, um es uns in unseren vier Wänden gemütlich zu machen und gut durch den Winter beziehungsweise die Weihnachtstage zu kommen. Neben einer Liste mit Wunsch-Weihnachtsfilmen, darunter auch viele „alte Schinken“, die ich immer mit meiner Mama zu Weihnachten geschaut habe, steht natürlich auch das Weihnachtsessen für den ersten Feiertag fest. Es wird meine klassischen Rinderrouladen geben, mit selbst gemachten Spätzle und unserem köstlichen Klassischer Rotkohl. Ein perfektes Gericht für ein gemütliches schnelles abendessen, wenn man die Rouladen vorbereitet hat.
Warum Klassischer Rotkohl einfach dazugehört: Eine Reise in die Vergangenheit
Klassischer Rotkohl weckt bei mir persönlich sehr viele nostalgische Erinnerungen. Er war ein fester Bestandteil der Küche meiner Oma und kam nicht nur an Feiertagen, sondern auch oft zum wöchentlichen Sonntagsessen wie Rinderbraten und Co. auf den Tisch. Meine Oma liebte es, Wacholderbeeren und Nelken direkt zum Rotkohl zu geben – manchmal biss man dabei auf eine der Beeren, was aber dem einzigartigen Geschmack keinen Abbruch tat. Diese Tradition, kombiniert mit dem süß-säuerlichen Aroma des Kohlgemüses, macht Rotkohl zu einem unverzichtbaren Klassiker der deutschen Küche.
In meiner süddeutschen Heimat wird der gesunde Rotkohl übrigens oft Blaukraut genannt. Als ich noch ein Kind war, lachten wir uns schlapp beim Sprechen des berühmten Zungenbrechers: „Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid“. Auch wenn Zungenbrecher heutzutage etwas aus der Mode gekommen sind, bleibt der Name Blaukraut eine liebevolle Erinnerung an die Vielfalt unserer regionalen Küchen. Wenn Sie neben traditionellen Beilagen auch andere kulinarische Entdeckungen lieben, könnte auch ein flammkuchen mit lachs eine interessante Alternative für Ihre Küche sein.
Ein gemütlicher Rotkohl auf dem Tisch für ein winterliches Essen
Die Geheimnisse des perfekten Rotkohls: Tipps für ein unwiderstehliches Aroma
Für die Zubereitung von Rotkohl gibt es viele Familientraditionen. Meine Stiefmama beispielsweise verwendet ebenfalls 2-3 Wacholderbeeren und steckt diese sowie die Nelken in ein Tee-Ei, um sie später einfacher entfernen zu können. Ich persönlich verzichte auf Wacholderbeeren (da ich sie nicht so sehr mag) und verwende nur Nelken, die ich in eine geschälte Zwiebel stecke. So können die Gewürze ihr volles Aroma entfalten, ohne später im Essen stören. Ein kleiner Tipp: Gewürze, die nicht im Essen bleiben sollen, kann man auch in einen Teebeutel geben und diesen mit Küchengarn zuschnüren, falls kein Tee-Ei zur Hand ist.
Doch der wichtigste Tipp, den mir meine Oma schon beigebracht hat, lautet: Klassischer Rotkohl schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt am besten! Dann ist er richtig schön durchgezogen und hat sein volles Aroma entwickelt. Es lohnt sich also, eine größere Menge zuzubereiten und sich auf die Reste am nächsten Tag zu freuen. Für alle, die die deutsche Küche lieben und auch gerne andere Rezepte ausprobieren möchten, gibt es auf Shock Naue viele weitere Ideen, beispielsweise verschiedene reis rezepte oder gar einen schwedischer apfelkuchen für den Nachtisch.
Traditioneller Rotkohl als Beilage zum Weihnachtsessen
Klassischer Rotkohl ganz einfach: Das Rezept
Selbst gemachter Rotkohl ist einfacher als man denkt und schmeckt mit frischen Zutaten viel besser als gekaufter.
Zutaten
- 1 kg Rotkohl (ca. 1 Kopf)
- 1 säuerlicher Apfel (z. B. Sorte Boskop), fein gewürfelt
- 2 Zwiebeln (1 fein gewürfelt, 1 mit Nelken bespickt)
- 2 EL Zucker
- 2 EL Apfelessig (alternativ roter oder weißer Balsamico Essig)
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Stück ganze Nelken
- 50 ml roter Traubensaft (100 % Direktsaft; alternativ trockener Rotwein)
- 50 g Butterschmalz (vegane Alternative: Pflanzenöl)
- 300 ml Wasser
- 1 Prise Salz
Anleitung
- Rotkohl vorbereiten: Die äußeren Blätter des Rotkohlkopfes entfernen. Den Kohl am besten mit einem großen gezackten Messer vierteln und den Strunk keilförmig herausschneiden. Tipp: Um Verfärbungen an den Händen zu mildern, können diese mit Speiseöl eingerieben oder Einmalhandschuhe verwendet werden.
Rotkohlkopf vierteln und Strunk entfernen - Rotkohl schneiden: Die Rotkohlviertel anschließend in ca. 3-5 mm breite Streifen schneiden oder hobeln.
Rotkohl in feine Streifen schneiden oder hobeln - Zwiebeln und Apfel vorbereiten: Eine Zwiebel schälen und fein würfeln. Die andere Zwiebel schälen und mit den 5 Nelken bespicken. Den Apfel waschen (oder schälen), vierteln, entkernen und in feine Würfel schneiden.
Zwiebeln würfeln und mit Nelken spicken, Apfel schneiden - Andünsten: In einem großen Topf 50 g Butterschmalz erhitzen und darin die Zwiebel- und Apfelwürfel mit 2 EL Zucker 1-2 Minuten andünsten.
Zwiebel- und Apfelwürfel mit Zucker andünsten - Rotkohl hinzufügen: Danach den geschnittenen Rotkohl in den Topf geben und sofort 2 EL Apfelessig (oder Balsamico) unterrühren. Hinweis: Durch den Essig behält der Rotkohl seine schöne Farbe.
Geschnittenen Rotkohl und Apfelessig hinzufügen - Dünsten: Anschließend 300 ml Wasser, die mit Nelken bespickte Zwiebel, 2 Lorbeerblätter und 1 gute Prise Salz hinzufügen und alles miteinander verrühren. Mit Deckel bei mittlerer Hitze für ca. 45 Minuten weich dünsten. Gelegentlich umrühren. Tipps: Wer mag, kann noch 2-3 Wacholderbeeren dazugeben. Für ein besonders intensives Lorbeer-Aroma die Lorbeerblätter knicken. Wenn das Gemüse nach 45 Minuten noch zu knackig ist, einfach in 5-Minuten-Schritten weiter dünsten lassen.
Rotkohl mit Wasser, Gewürzen und Zwiebel dünsten - Abschmecken: Nach der Kochzeit die mit Nelken bespickte Zwiebel entfernen. Den Rotkohl nach Belieben mit Traubensaft (alternativ trockener Rotwein), Salz, Zucker und teelöffelweise Essig abschmecken. Tipp: Um die restliche Flüssigkeit einzudicken, 1 EL Speisestärke mit 1 EL Wasser glatt rühren und zum Gemüse geben. Das Gemüse muss dann noch einmal aufkochen. Hinweis: Manchmal lösen sich Nelken von der Zwiebel. Das Verschlucken einer Nelke ist unbedenklich. Lorbeerblätter lasse ich aus optischen Gründen im Gemüse, sie werden aber nicht mitgegessen.
Gedünsteten Rotkohl abschmecken und Nelkenzwiebel entfernen - Servieren: Ich wünsche Dir einen guten Appetit und nicht vergessen: Aufgewärmt am nächsten Tag schmeckt Klassischer Rotkohl am besten!
Fertiger Rotkohl bereit zum Servieren
Nährwerte pro Portion
Kalorien: 194 kcal | Kohlenhydrate: 21 g | Eiweiß: 4 g | Fett: 8 g
Fazit: Ein zeitloser Genuss für die deutsche Küche
Klassischer Rotkohl ist mehr als nur eine Beilage; er ist ein Stück deutscher Esskultur und verkörpert Gemütlichkeit, Tradition und Familienerinnerungen. Egal ob zu Weihnachten, zum Sonntagsbraten oder einfach als herzhafte Gemüsebeilage – dieses Rezept beweist, wie einfach es ist, ein geschmackvolles und gesundes Gericht selbst zuzubereiten. Mit unseren Tipps und Tricks gelingt Ihnen ein Rotkohl, der nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch die Herzen Ihrer Lieben erwärmt. Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Variationen gerne mit uns in den Kommentaren! Wir bei Shock Naue sind immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Inspirationen und freuen uns über Ihren Austausch. Wenn Sie auch ein Fan von einfachen und leckeren Ofengerichten sind, könnte Ihnen unser pizza baguette gefallen.

Rotkohlkopf vierteln und Strunk entfernen
Rotkohl in feine Streifen schneiden oder hobeln
Zwiebeln würfeln und mit Nelken spicken, Apfel schneiden
Zwiebel- und Apfelwürfel mit Zucker andünsten
Geschnittenen Rotkohl und Apfelessig hinzufügen
Rotkohl mit Wasser, Gewürzen und Zwiebel dünsten
Gedünsteten Rotkohl abschmecken und Nelkenzwiebel entfernen
Fertiger Rotkohl bereit zum Servieren