In einem packenden Duell der 2. Fußball-Bundesliga feierte der FC Schalke 04 einen emotionalen 2:1 (2:1)-Sieg gegen Hansa Rostock. Die Partie am vorletzten Spieltag war nicht nur vom Abschied des legendären Torjägers Simon Terodde geprägt, sondern auch vom verzweifelten Kampf der Rostocker um den Klassenerhalt. Während Schalke den bereits gesicherten Verbleib in der Liga entspannt genießen konnte, steht Hansa nun vor einem dramatischen Finale und muss am letzten Spieltag unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe hoffen, um den direkten Abstieg noch abzuwenden. Die Spannung in der 2. Bundesliga erreicht ihren Höhepunkt. 2 bundesliga 22 23
Simon Teroddes letzter Auftritt in Königsblau
Das Interesse vor Spielbeginn galt vor allem einer Ikone der 2. Bundesliga: Simon Terodde. Der mittlerweile 36-jährige Angreifer, bekannt für seine beeindruckende Torquote von über 170 Zweitligatoren, hatte seinen Abschied vom aktiven Fußball zum Saisonende angekündigt. Sein letztes Heimspiel auf Schalke war dementsprechend von Emotionen und Ehrungen geprägt, auch wenn ihm ein Tor an diesem Abend verwehrt blieb. Terodde, der maßgeblich an Schalkes Aufstiegen und wichtigen Momenten beteiligt war, verlässt die Bühne als einer der prägendsten Stürmer der jüngeren Zweitliga-Geschichte.
Leider wurde die feierliche Atmosphäre am Rande der Partie durch unschöne Szenen überschattet. Chaoten beider Fanlager hatten sich bereits am frühen Samstagmorgen in einem Schalker Park zu Auseinandersetzungen verabredet. Solche Vorfälle trüben stets das Bild des Sports und stehen im krassen Gegensatz zur Leidenschaft, die auf dem Feld gezeigt wird.
Turbulenter Spielbeginn und Schalker Führung
Ungeachtet der Geschehnisse abseits des Rasens gingen beide Mannschaften die Begegnung in der Gelsenkirchener Veltins-Arena mit hoher Intensität an. Schalke 04, bereits gerettet und befreit aufspielend, zeigte sich in guter Spiellaune, während Hansa Rostock von Beginn an unter enormem Druck stand und die dringend benötigten drei Punkte einfahren wollte.
Die Gastgeber aus Gelsenkirchen durften schließlich als Erste jubeln. Nach einer präzisen Ecke von Thomas Ouwejan setzte sich Kenan Karaman im Strafraum entschlossen gegen zwei Rostocker Abwehrspieler durch und wuchtete den Ball aus kurzer Distanz hoch ins Tor. Obwohl Hansa-Keeper Markus Kolke den leicht abgefälschten Schuss noch berühren konnte, war er chancenlos – das 1:0 für Schalke fiel in der 22. Minute und löste großen Jubel bei den königsblauen Fans aus.
Hansa gleicht aus, Schalke schlägt kurz vor der Pause zurück
Die Antwort der Rostocker ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Hansa musste nun aufdrehen, um nicht den Anschluss zu verlieren, und zeigte eine umgehende Reaktion. Kai Pröger, der wenige Minuten zuvor nach einem rüden Foul nur knapp einem Platzverweis entgangen war, spielte einen feinen Steilpass in den Lauf von Sarpreet Singh. Dieser legte sich den Ball im Sechzehner auf seinen starken linken Fuß und schloss aus etwa 14 Metern ab. Der Schuss wurde unhaltbar abgefälscht, und obwohl Schalke-Torwart Marius Müller bei diesem prinzipiell haltbaren Ball nicht glücklich aussah, stand es in der 32. Minute 1:1.
Nach dem Ausgleich übernahm Hansa Rostock für eine Phase die Kontrolle über das Spiel. Die Gäste drängten auf die Führung, agierten jedoch oft nicht zwingend genug im Abschluss. Effizienter zeigte sich erneut Schalke 04, kurz vor dem Halbzeitpfiff. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte segelte eine Flanke von Paul Seguin an Freund und Feind im Strafraum vorbei und schlug überraschend im langen Eck zum 2:1 ein. Dieses späte Tor war ein psychologisch wichtiger Treffer für die Königsblauen und ein herber Rückschlag für die Abstieg bedrohten Rostocker.
Rote Karte für Singh – Rostocks Kampf wird erschwert
Im zweiten Spielabschnitt war Hansa Rostock weiterhin gefordert, um die drohende Niederlage abzuwenden. Die Intensität stieg, doch Rostocks Einsatzbereitschaft schlug gelegentlich in Übermotivation um. Dies zeigte sich insbesondere in der 69. Minute, als Torschütze Sarpreet Singh sich zu einem heftigen Foul an Schalkes Assan Ouédraogo hinreißen ließ. Schiedsrichter Tobias Reichel zeigte zunächst die Gelbe Karte, wurde jedoch vom Video-Assistenten an den Bildschirm gerufen. Nach Ansicht der Bilder korrigierte der Unparteiische seine Entscheidung und zeigte Singh die Rote Karte.
Mit nur noch zehn Mann auf dem Platz wurde die ohnehin schon schwere Aufgabe für Hansa Rostock nahezu unlösbar. Die verbleibenden Minuten reichten nicht mehr aus, um gegen die diszipliniert spielenden Schalker noch einmal zurückzuschlagen. Schalke verwaltete die Führung souverän und brachte den wichtigen Sieg über die Zeit.
Ausblick auf den letzten Spieltag: Showdown im Abstiegskampf
Der FC Schalke 04 reist am letzten Spieltag (19.05., 15:30 Uhr) zur SpVgg Greuther Fürth, wo sie die Saison in einer entspannten Atmosphäre ausklingen lassen können. Für Hansa Rostock hingegen steht am gleichen Tag ein wahres Endspiel auf dem Programm. Im heimischen Ostseestadion empfangen die Hanseaten den SC Paderborn. Nur ein Sieg und eine gleichzeitige Niederlage der direkten Konkurrenz im Abstiegskampf kann Hansa noch vor dem bitteren Gang in die 3. Liga bewahren. Der finale Spieltag verspricht somit höchste Dramatik und Spannung für alle Fußballfans in Deutschland.
