Am 23. Spieltag der Bundesliga lieferte RB Leipzig eine beeindruckende Leistung ab und feierte einen fulminanten 5:0-Auswärtssieg gegen den FC Schalke 04. Es war ein Abend, an dem Timo Werner nach über einem Monat wieder ein Tor in der Bundesliga beisteuerte und Christopher Nkunku mit vier Vorlagen brillierte. Dieser Kantersieg ermöglichte es den Roten Bullen, den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München auf nur einen Punkt zu verkürzen und damit den Druck an der Spitze der Liga aufrechtzuerhalten. Die Veltins-Arena, einst eine Festung der Königsblauen, wurde Zeuge einer wahren Machtdemonstration von Julian Nagelsmanns Team. Das Spiel unterstrich die Titelambitionen Leipzigs und zeigte die offensive Stärke, die sie in dieser Saison auszeichnet.
Sabitzers Blitzstart und Schalkes vergebliche Gegenwehr in Halbzeit Eins
Der Start in die Partie hätte für RB Leipzig nicht besser sein können. Bereits nach weniger als einer Minute zappelte der Ball im Netz von Schalke 04. Marcel Sabitzer, der zu diesem Zeitpunkt bereits acht Saisontore auf dem Konto hatte, drosch den Ball aus der Distanz unhaltbar in die Maschen. Obwohl der Treffer die beeindruckende Schussstärke des Österreichers unterstrich, sah Schalkes Torhüter Alexander Nübel, der vor seinem Wechsel zu Bayern München stand, bei diesem Gegentor nicht glücklich aus und hätte den Ball möglicherweise abwehren können. Dieser frühe Rückstand war ein schwerer Schlag für die Moral der Königsblauen, die sich noch nicht richtig sortiert hatten.
Trotz des schnellen Gegentreffers gelang es den Schalkern, den anfänglichen Sturm der Leipziger abzuwehren und sich langsam in die Partie zu kämpfen. Mit engagierten Läufen von Rabbi Matondo und Amine Harit versuchten sie, Gefahr vor dem Tor von Peter Gulacsi zu erzeugen. Jedoch blieben ihre Bemühungen meist fruchtlos, und Gulacsi musste in der ersten Halbzeit kaum ernsthaft eingreifen. Leipzig hingegen schaltete nach einer kurzen Verschnaufpause wieder einen Gang höher und drängte auf das zweite Tor. Sabitzer hatte die Möglichkeit, seinen Doppelpack zu schnüren, nachdem Werners Schuss von Omar Mascarell geblockt wurde. Doch anstatt den Abpraller direkt zu verwerten, drehte er sich und schaufelte den Ball über das Tor. Kurz darauf jagte der Leipziger Kapitän einen weiteren Versuch knapp am Tor vorbei und lieferte eine brillante Flanke für Patrik Schick, doch der tschechische Stürmer konnte den Ball nicht an Nübel vorbeibringen. In der Defensive zeigte sich Leipzig ebenfalls aufmerksam: Marcel Halstenberg stoppte Benito Raman mit einer exzellent getimten Grätsche, um einen gefährlichen Konter zu unterbinden. Raman stand später nach einem Torschuss, den Gulacsi parierte, im Abseits. Mit einem verdienten 1:0 für Leipzig ging es in die Halbzeitpause.
Werners Torflut und Nkunku-Show: Leipzig dominiert zweite Hälfte
Die zweite Halbzeit begann mit Chancen auf beiden Seiten. Raman und Nkunku hatten jeweils Möglichkeiten, doch es war Sabitzer, der nach einer guten Kombination frei vor Nübel auftauchte, den Ball aber am Tor vorbeischob. Die enge Partie nahm dann innerhalb von nur acht Minuten eine entscheidende Wendung. Zunächst war es Timo Werner, der den Ball nach langer Torflaute in der Bundesliga – sein letzter Treffer datierte vom 18. Januar – hoch in den Winkel hämmerte und damit das 2:0 erzielte. Dieses Tor war nicht nur eine Erlösung für Werner, sondern brach auch endgültig den Widerstand der Schalker. Nur wenige Minuten später, in der 68. Minute, erhöhte Marcel Halstenberg per Kopf nach einer präzisen Eckballflanke von Nkunku auf 3:0. Damit waren alle Hoffnungen der Schalker auf ein Comeback zunichte gemacht.
Kurz vor Halstenbergs Treffer hatte Matija Nastasic noch die Möglichkeit, den Anschlusstreffer für Schalke zu erzielen, doch Peter Gulacsi zeigte eine starke Parade und bewahrte seine Mannschaft vor dem Gegentor, was ihm sein siebtes Zu-Null-Spiel der Saison bescherte. Der Abend wurde für die Gastgeber noch bitterer, als der von Manchester City ausgeliehene Angelino in der Schlussphase das 4:0 erzielte. Er eröffnete sein Torkonto für Leipzig mit einem flachen, platzierten Schuss aus spitzem Winkel. Den krönenden Abschluss eines denkwürdigen Abends setzte Emil Forsberg, der nach Vorlage des überragenden Nkunku – dessen vierte des Spiels – zum 5:0-Endstand traf. So rundete Julian Nagelsmanns Fünf-Sterne-Team eine perfekte Woche ab und elversberg gegen rwe bewahrte den Druck auf Bayern an der Tabellenspitze.
Ein Spieler von RB Leipzig (vermutlich Angelino) feiert ein Tor, während ein Schalker Spieler enttäuscht wirkt
Statistiken und Rekorde des Spiels
Dieser beeindruckende Sieg war gespickt mit bemerkenswerten Statistiken und persönlichen Rekorden für die Leipziger Spieler:
- Marcel Sabitzer: Er erzielte sein achtes Saisontor und stellte damit seine persönliche Bestmarke in der Bundesliga aus der Saison 2016/17 ein. In der österreichischen Bundesliga erreichte er 2014/15 sogar 19 Treffer für Salzburg.
- Tore aus der Distanz: Fünf von Sabitzers acht Toren in dieser Saison erzielte er aus der Distanz, mehr als jeder andere Spieler in der Bundesliga.
- Timo Werner: Beendete seine vier Spiele andauernde Torflaute in der Bundesliga. Mit seinem 21. Saisontreffer stellte er ebenfalls seine persönliche Bestmarke aus der Saison 2016/17 ein. Unter der Woche hatte der deutsche Stürmer bereits in der UEFA Champions League gegen Tottenham Hotspur getroffen.
- Leipzigs Rekordtorschütze: Mit 88 Toren in 147 Pflichtspielen ist Timo Werner nun gemeinsam mit Daniel Frahn Leipzigs Rekordtorschütze aller Zeiten.
- Marcel Halstenberg: Auch er stellte mit drei Saisontoren in der Bundesliga seine persönliche Bestmarke aus der Spielzeit 2018/19 ein.
- Schalkes Heimserie gerissen: Für die Königsblauen war es die erste Bundesliga-Heimniederlage seit dem 24. August 2019, als sie mit 0:3 gegen Bayern München verloren. Zuvor war David Wagners Team 10 Spiele in der Veltins-Arena ungeschlagen geblieben (5 Siege, 5 Unentschieden).
Ein Schalker Spieler (vermutlich Omar Mascarell) diskutiert mit dem Schiedsrichter, während andere Spieler im Hintergrund stehen
Aufstellungen
Schalke 04: Nübel – Kenny, Kabak, Nastasic, Oczipka – McKennie (55. Schöpf), Mascarell (c), Serdar (70. Gregoritsch) – Harit – Matondo (46. Kutucu), Raman
Unbenutzte Einwechselspieler: Langer, Miranda, Todibo, Becker, Boujellab, Burgstaller
Verletzt/nicht dabei: Caligiuri (Knie), Sane (Knie), Schubert (Knie), Stambouli (Mittelfuß)
Trainer: David Wagner
RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Upamecano, Halstenberg – Mukiele, Sabitzer (c), Laimer (65. Haidara), Angelino – Nkunku, Schick (54. Poulsen), Werner (75. Forsberg)
Unbenutzte Einwechselspieler: Mvogo, Ampadu, Wolf, Olmo, Lookman
Verletzt/nicht dabei: Adams (Wade), Kampl (Knöchel), Konate (Oberschenkel), Orban (Knie)
Trainer: Julian Nagelsmann
Fazit: Leipzig sendet ein klares Signal an die Konkurrenz
Der deutliche Sieg von RB Leipzig über Schalke 04 war nicht nur ein Spektakel für die Zuschauer, sondern auch ein klares Signal an die Konkurrenz in der Bundesliga, insbesondere an den FC Bayern München. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann zeigte sich in Topform, überzeugte mit offensiver Durchschlagskraft, angeführt von einem überragenden Christopher Nkunku, und einer soliden Defensive, die Peter Gulacsi zu einem weiteren “Clean Sheet” verhalf. Für Schalke 04 hingegen war es ein Abend zum Vergessen, der die Probleme des Teams unter David Wagner schonungslos aufzeigte und die Heimserie in der Veltins-Arena beendete. Leipzig untermauerte mit diesem Erfolg seine Ambitionen im Kampf um die Meisterschaft und bewies, dass sie bereit sind, bis zum Schluss um den Titel mitzukämpfen.
