Die Leber, unser zentrales Stoffwechselorgan, spielt eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit. Sie entgiftet den Körper, speichert wichtige Nährstoffe und produziert Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung. Doch trotz ihrer vitalen Funktionen bleiben Leberschäden oft lange unerkannt – eine “stille globale Epidemie”, wie das Global Liver Institute warnt. Weltweit sind bereits rund 115 Millionen Menschen von einer Fettleber betroffen, und diese Zahl könnte sich bis 2030 verdreifachen. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, mögliche [schlechte leberwerte](https://shocknaue.com/schlechte-leberwerte/) ernst zu nehmen und ihre Ursachen zu verstehen.
Die Stille Epidemie: Warum Leberschäden oft unbemerkt bleiben
Die Leber ist ein erstaunlich robustes Organ, das über keine eigenen Nervenzellen verfügt und daher bei Schädigungen keine Schmerzen bereitet. Oftmals erfüllt sie ihre vielfältigen Aufgaben weiterhin, selbst wenn bereits eine Erkrankung vorliegt. Aus diesem Grund werden Leberschäden und -krankheiten in den meisten Fällen erst spät bemerkt. Typische Anzeichen wie ein Druckgefühl im rechten Oberbauch, eine Gelbfärbung von Haut und Augen oder dunkelbrauner Urin treten oft erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Viele Betroffene erfahren daher erst bei routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen, dass etwas mit ihrer Leber nicht stimmt – zum Beispiel wenn die Leberwerte im Blutbild erhöht sind. Während exzessiver Alkoholkonsum eine bekannte Ursache ist, gibt es auch viele Menschen, die keinen Alkohol trinken und dennoch erhöhte Leberwerte aufweisen.
Welche Leberwerte sind wichtig und was bedeuten sie?
Wenn Leberzellen geschädigt werden, steigen bestimmte Enzyme im Blut an. Dazu gehören die Alanin-Aminotransferase (ALT), die Aspartat-Aminotransferase (AST) und die Glutamatdehydrogenase (GLDH). Diese Werte geben Aufschluss über die Integrität der Leberzellen.
Gleichzeitig können Stoffe, die normalerweise von der Leber produziert werden, abnehmen, wie zum Beispiel Albumin und Gerinnungsfaktoren, die für die Blutgerinnung essenziell sind.
Werte wie Gamma-Glutamyltransferase (GGT), alkalische Phosphatase (AP) und Bilirubin sind hingegen häufig bei Erkrankungen erhöht, die einen Gallenstau verursachen, und deuten auf Probleme mit den Gallenwegen hin. Es ist wichtig zu beachten, dass nur leicht erhöhte Leberwerte sich oft nach wenigen Wochen von selbst normalisieren können. Starke Erhöhungen oder anhaltend erhöhte Werte sollten jedoch umgehend von einem Arzt abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.
Häufige Ursachen für erhöhte Leberwerte
Abgesehen von Alkohol gibt es eine Reihe weiterer Faktoren und Erkrankungen, die zu erhöhten Leberwerten führen können:
1. Fettleber (Steatotische Lebererkrankung – SLD)
Eine Fettleber liegt vor, wenn sich zu viel Fett in den Leberzellen ansammelt. Sie gilt als Zivilisationskrankheit, die durch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel begünstigt wird. Ist Alkohol nicht die Ursache, sprechen Mediziner von einer metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD), früher bekannt als nicht-alkoholische Fettleber. Laut Deutscher Leberstiftung leidet etwa jeder vierte Bundesbürger über 40 an einer Fettleber. Häufige Ursachen sind Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte (wie Triglyzeride und Cholesterin) sowie eine Insulinresistenz, die eine Vorstufe von Typ-2-Diabetes darstellt. Auch erbliche Stoffwechselstörungen, Toxine und bestimmte Medikamente wie Kortison oder Chemotherapeutika können dazu beitragen. Eine unbehandelte SLD kann zu einer gefährlichen Leberentzündung führen und im schlimmsten Fall in eine Leberzirrhose münden. Eine bewusste [fettleber ernährung](https://shocknaue.com/fettleber-ernahrung/) spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention und Behandlung.
2. Hepatitis-Viren
Infektionen mit Hepatitis-Viren zählen weltweit und in Deutschland zu den häufigsten schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Verschiedene Hepatitis-Viren wie A, B und C können zu einer Entzündung der Leber führen. Hepatitis A wird beispielsweise durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel übertragen, wie es in Reiseländern mit schlechten hygienischen Bedingungen vorkommen kann. Diese Infektion heilt meist von selbst aus. Infektionen mit Hepatitis B- und C-Viren können jedoch chronisch werden und unbehandelt zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Hepatitis B und C werden durch Blut (z. B. durch verunreinigte Spritzen) und sexuelle Kontakte übertragen. Während es Impfungen gegen Hepatitis A und B gibt, existiert für Hepatitis C keine. Glücklicherweise kann Hepatitis C heute mit antiviralen Medikamenten erfolgreich geheilt werden.
3. Erkrankungen der Galle
Erkrankungen der Gallenwege und Gallensteine können ebenfalls erhöhte Leberwerte und in schweren Fällen sogar Leberschäden verursachen. Gallensteine bilden sich in der Gallenblase und den Gallengängen, wenn sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit verändert. Übergewicht, mangelnde Bewegung und auch genetische Faktoren können ihre Entstehung fördern. Gallensteine können zu einer Entzündung der Gallenblase führen, bei der sich Gallenflüssigkeit staut und Bakterien vermehren können. Diese Entzündung kann äußerst schmerzhaft sein und sogenannte Gallenkoliken hervorrufen. Oft empfehlen Ärzte die operative Entfernung der entzündeten Gallenblase, da sich Gallensteine immer wieder bilden und zu weiteren Entzündungen führen können. Eine angepasste [gallensteine ernährung](https://shocknaue.com/gallensteine-ernahrung/) kann hier vorbeugend wirken.
4. Medikamente
Da die meisten Medikamente in der Leber verstoffwechselt und abgebaut werden, können sie das Organ schädigen. Laut Deutscher Leberhilfe treten toxische Leberschäden bei Einhaltung von Dosierung und Anwendungszeit selten auf, doch manche Menschen sind auch dann dafür empfänglich. Ein erhöhtes Risiko besteht auch, wenn verschiedene Medikamente ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Zu den Medikamenten, die erhöhte Leberwerte oder Leberschäden verursachen können, gehören neben Paracetamol und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) insbesondere Antibiotika.
So schützen Sie Ihre Leber: Prävention ist der Schlüssel
Um Ihre Leber so lange wie möglich gesund zu halten, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Sie ergreifen können. Die Deutsche Leberhilfe e.V. empfiehlt folgende wichtige Schritte zur Prävention:
- Alkohol meiden oder in Maßen konsumieren: Alkohol ist ein bekanntes Lebergift.
- Rauchen vermeiden: Auch Zigaretten schädigen die Leber.
- Ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung: Eine gesunde Ernährung unterstützt die Leberfunktion.
- Junkfood, Softdrinks und Süßigkeiten meiden: Diese Lebensmittel fördern die Fettleberentwicklung.
- Übergewicht vermeiden oder reduzieren: Übergewicht ist ein Hauptrisikofaktor für die Fettleber.
- Gegebenenfalls gegen Hepatitis impfen lassen: Schutz vor Hepatitis A und B ist durch Impfung möglich.
- Regelmäßige Leberwerte beim Arzt checken lassen: Früherkennung ist entscheidend, besonders bei Risikofaktoren.
Indem Sie diese einfachen Tipps befolgen, leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Schutz Ihres wichtigsten Stoffwechselorgans und können das Risiko für Leberschäden deutlich minimieren.
Fazit
Die Leber ist ein stiller Arbeiter in unserem Körper, dessen Gesundheit oft erst beachtet wird, wenn Probleme bereits fortgeschritten sind. Erhöhte Leberwerte sind ein wichtiges Warnsignal, das eine Vielzahl von Ursachen haben kann, von der Fettleber über Virusinfektionen bis hin zu Medikamenten. Ein proaktiver Ansatz durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige ärztliche Kontrollen ist entscheidend, um dieses lebenswichtige Organ zu schützen und ernsthaften Erkrankungen vorzubeugen. Achten Sie auf Ihren Körper und lassen Sie erhöhte Leberwerte stets medizinisch abklären, um langfristig Ihre Lebergesundheit zu gewährleisten.
