Der Winter bringt nicht nur gemütliche Abende und festliche Stimmung mit sich, sondern leider auch die Hochsaison für Atemwegsinfekte. Gerade in Deutschland stehen wir oft vor der Herausforderung, zwischen einer gewöhnlichen Erkältung, der echten Grippe (Influenza) und einer COVID-19-Infektion zu unterscheiden. Diese Unsicherheit kann beunruhigend sein. Doch mit dem richtigen Wissen und präventiven Maßnahmen kommen Sie sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit. Ein gesunder Lebensstil, der auch das Aufhören zu rauchen einschließt, ist dabei die beste Basis, um Ihr Immunsystem zu stärken und die Wintermonate vital zu genießen.
Die Herausforderung der Symptomunterscheidung
Eine der größten Schwierigkeiten ist die Ähnlichkeit der Symptome von Erkältung, Grippe und Corona. Dr. Katrin Kösters betont, dass es keine eindeutige Symptom-Konstellation gibt, die eine sichere Unterscheidung für Laien ermöglicht. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, bei Auftreten von Krankheitsgefühlen verantwortungsvoll zu handeln: Bleiben Sie zu Hause, schonen Sie sich und beobachten Sie Ihre Symptome genau.
Typische, aber nicht eindeutige Anzeichen
Obwohl eine klare Abgrenzung schwerfällt, gibt es dennoch einige Hinweise, die auf die jeweilige Erkrankung hindeuten können:
- Grippe (Influenza): Oftmals setzt die Grippe sehr abrupt ein. Betroffene erleben von einem Moment auf den anderen hohes Fieber und trockenen Husten. Das allgemeine Krankheitsgefühl ist in der Regel stärker als bei einer Erkältung.
- COVID-19: Bei einer Corona-Infektion tritt häufiger ein Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns auf. Dies ist zwar kein exklusives Symptom, war aber in den vergangenen Wellen ein charakteristisches Merkmal.
- Erkältung: Ein dicker Schnupfen oder eine verstopfte Nase sind typische Erkältungssymptome, können aber auch bei Grippe oder Corona vorkommen.
Für den Laien ist eine genaue Unterscheidung ohne Test nahezu unmöglich. Selbst Ärztinnen und Ärzte können dies nicht ad hoc feststellen. Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet eine hilfreiche Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, um bei Verdacht auf eine COVID-19-Infektion die richtigen Schritte einzuleiten. Diese Ressource kann eine erste Einschätzung erleichtern.
Die goldene Regel bei Erkältungssymptomen
Angesichts der Überlappung der Symptome ist eine Grundregel unerlässlich: Bei jeglichen Erkältungssymptomen oder allgemeinem Krankheitsgefühl bleiben Sie bitte zu Hause. Vermeiden Sie direkten Kontakt zu anderen Personen und rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder eine ärztliche Hotline an. Es ist wichtig, nicht direkt in die Praxis oder Klinik zu gehen, um die Verbreitung von Keimen zu verhindern und die Gesundheit des medizinischen Personals sowie anderer Patienten zu schützen. Im Rahmen der telefonischen Beratung können weitere wichtige Faktoren wie Auslandsaufenthalte oder bestehende Vorerkrankungen, wie beispielsweise Durchblutungsstörungen in den Beinen, abgeklärt werden, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
Grippeschutzimpfung: Eine wichtige Präventionsmaßnahme
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nach wie vor, dass sich bekannte Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen sollten. Diese Empfehlung gilt in jeder Grippesaison und ist auch aktuell von großer Bedeutung. Zu den Risikogruppen gehören:
- Menschen über 60 Jahre
- Personen mit chronischen Vorerkrankungen
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
- Schwangere ab dem zweiten Trimenon
- Ärztliches und pflegerisches Personal
Ziel der Grippeschutzimpfung ist es nicht, alle Menschen in Deutschland zu impfen, sondern die Impfquote in diesen besonders gefährdeten Gruppen zu verbessern. Dies trägt maßgeblich dazu bei, schwere Krankheitsverläufe und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.
Gleichzeitige Infektionen und die AHA+L-Regel
Es ist durchaus möglich, gleichzeitig an Corona und Influenza zu erkranken. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass solche gleichzeitigen Infektionen zu besonders schweren Verläufen führen. Eine gute Nachricht ist, dass die bewährte AHA+L-Regel gleichermaßen vor Corona als auch vor der Grippe schützt:
- Abstand halten
- Hygiene beachten (insbesondere Händehygiene)
- Alltagsmasken tragen (besonders in Innenräumen und bei Symptomen)
- Lüften von Innenräumen
Diese einfachen Verhaltensregeln sind effektive Mittel, um die Ausbreitung von Viren einzudämmen. Es besteht die Hoffnung, dass die kommende Grippewelle milder verläuft, nicht nur dank der gestiegenen Impfbereitschaft, sondern auch durch die weiterhin beachteten Hygienemaßnahmen.
Zusammenfassung: Gesund durch den Winter
Um möglichst gesund und sicher durch den Winter zu kommen, sind einige einfache, aber effektive Schritte entscheidend. Beachten Sie stets die AHA+L-Regel, prüfen Sie die Möglichkeit einer Grippeschutzimpfung für sich und Ihre Angehörigen, besonders wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören. Bei Anzeichen eines Infekts bleiben Sie bitte zu Hause und nehmen Sie zunächst telefonischen Kontakt zu Ihrer Hausarztpraxis auf. Diese Maßnahmen sind Ausdruck von Selbst- und Fremdverantwortung.
Der Winter ist auch eine Zeit, um die eigene Gesundheit bewusst zu pflegen. Wer überlegt, mit dem Rauchen aufzuhören und sich mit möglichen Entzugserscheinungen auseinandersetzt, legt einen wichtigen Grundstein für ein gestärktes Immunsystem und eine verbesserte Lebensqualität. Durch diese proaktiven Schritte tragen wir alle dazu bei, die Gesundheit unserer Gemeinschaft zu schützen und die kalten Monate mit mehr Wohlbefinden zu erleben.
