Long-Covid-Symptome verstehen: Ein umfassender Leitfaden zur Behandlung

Nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 kämpfen zahlreiche Genesene mit anhaltenden Beschwerden, die den Weg zur vollständigen Erholung erheblich verlängern. Manchmal manifestieren sich Symptome wie Atemwegsprobleme sogar erst Wochen nach einem bereits negativen Testergebnis. Bleiben diese Beschwerden vier Wochen nach der Ansteckung bestehen, spricht man von Long Covid. Bei einem Andauern der Symptome über zwölf Wochen hinaus definieren Mediziner dies als Post-Covid-Syndrom. Es ist entscheidend, die Anzeichen zu erkennen und geeignete Unterstützung zu finden, um langfristige Auswirkungen zu minimieren. (Für weitere Unterstützung bei anfänglichen Beschwerden können Sie hier nach corona hausmittel suchen.)

Wer ist von Long Covid betroffen?

Long Covid kann auch nach einem milden Verlauf auftreten, selbst bei Infektionen mit Varianten wie Omikron. Experten schätzen, dass zwischen 6 und 15 Prozent aller Covid-Genesenen langfristige gesundheitliche Einschränkungen erfahren. Eine eindeutige Diagnose von Long Covid bleibt jedoch eine Herausforderung, da es bislang keine spezifischen Biomarker gibt und die Forschung in diesem Bereich intensiv vorangetrieben wird. Statistisch gesehen sind Frauen im Durchschnitt häufiger von Long Covid betroffen als Männer, während Kinder seltener erkranken.

Vielfältige Symptome von Long Covid

Die Bandbreite der Beschwerden, über die Betroffene klagen, ist enorm. Studien zufolge gibt es bis zu 200 unterschiedliche Symptome, die dem Long-Covid-Spektrum zugeordnet werden. Zu den am häufigsten beobachteten zählen:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung (Fatigue): Ein persistierendes Gefühl der Müdigkeit und eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit, die über das normale Maß hinausgehen.
  • Muskel- und Gliederschmerzen: Schmerzhafte Empfindungen in Muskeln und Gelenken.
  • Kopfschmerzen: Chronische oder wiederkehrende Kopfschmerzen.
  • Atembeschwerden: Kurzatmigkeit, das Gefühl, der Atem stockt, oder Schmerzen beim Atmen.
  • Sensorische Störungen: Beeinträchtigungen des Geruchs- und Geschmackssinns.
  • Husten: Trockener Husten oder Reizhusten.
  • Neurologische Symptome: Konzentrationsstörungen, „Brain Fog“ (Nebel im Kopf), Sprechstörungen und Schwindel.
  • Kardiale Symptome: Brustschmerzen, Herzstolpern oder Herzklopfen.
  • Parästhesien: Kribbeln in Händen und/oder Füßen.
  • Weitere Beschwerden: Haarausfall, Stimmungsveränderungen wie depressive Verstimmung und Libidoverlust.
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Die Intensität dieser Symptome variiert stark von Person zu Person. Bei einigen entwickelt sich ein komplexes Beschwerdebild, das dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) ähnelt. Die Prognose, wie lange die Beschwerden anhalten oder ob sie vollständig abklingen, ist schwer zu stellen. Oft verbessern sich die Symptome innerhalb von zwei bis drei Monaten, können aber in manchen Fällen auch deutlich länger bestehen bleiben. Bei Muskelschmerzen können auch leistenschmerzen hausmittel eine unterstützende Rolle spielen, um das Wohlbefinden zu fördern.

Herz und Kreislauf: Langfristige Auswirkungen von Corona

Das Coronavirus kann während und nach der akuten Infektion zahlreiche Organe beeinträchtigen, wobei das Herz besonders häufig betroffen ist. Viele Genesene leiden nach ihrer Erkrankung zeitweise unter Herzstolpern, Extrasystolen (zusätzliche Herzschlägen) und einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit.

Eine US-amerikanische Studie zeigte, dass bei Menschen mit schweren Covid-Verläufen und Vorerkrankungen innerhalb eines Jahres nach der Infektion ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse besteht: etwa 50 Prozent mehr Schlaganfälle, 70 bis 85 Prozent mehr Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, fast doppelt so viele Herzbeutelentzündungen (Perikarditis) und über fünfmal so viele Herzmuskelentzündungen (Myokarditis). Auch Herzinfarkte, Herzschwäche, Lungenembolien und akuter Herzstillstand traten in dieser Gruppe deutlich häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

Selbst nach milden Covid-Verläufen klagen manche Personen über anhaltende Herzbeschwerden wie Herzrasen oder Brustschmerzen. Auffällig ist, dass kardiologische Routineuntersuchungen, Laborwerte und Herzfunktionstests in diesen Fällen oft unauffällig sind, was die Suche nach einer eindeutigen körperlichen Ursache erschwert.

Kleinste Herzentzündungen als Ursache persistierender Beschwerden

Dieser scheinbaren Diskrepanz gingen Mediziner des Universitätsklinikums Frankfurt mithilfe eines hochauflösenden Magnetresonanztomografen (Kardio-MRT) auf den Grund. Die Aufnahmen zeigten bei Betroffenen kleine, vernarbte Stellen am Herzmuskel (Myokardnarben) sowie minimale Herzbeutelergüsse. Diese Befunde legen nahe, dass anhaltende Herzbeschwerden bei Long Covid einen physiologischen Hintergrund haben und nicht lediglich auf Einbildung beruhen.

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Vorsicht bei körperlicher Belastung nach einer Corona-Infektion

Ärzte warnen eindringlich davor, sich nach einer überstandenen Covid-19-Infektion zu früh körperlich zu belasten. Es ist entscheidend, dem Körper nach der Genesung ausreichend Zeit zur Erholung zu geben. Als Faustregel gilt: Während der akuten Infektion und noch zwei Wochen nach dem Abklingen der Symptome sollte auf körperliche Anstrengung verzichtet werden. Danach sollte die Belastung schrittweise und sehr langsam gesteigert werden. Es ist ratsamer, sechs bis acht Wochen lang Sport- und Arbeitsintensität zu reduzieren, um mögliche jahrelange Folgen einer nicht vollständig auskurierten Covid-19-Infektion zu vermeiden.

Corona und das Gehirn: “Brain Fog” und strukturelle Veränderungen

Das Coronavirus kann auch das Gehirn beeinträchtigen. Viele Genesene berichten von Problemen mit der Konzentration, Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses und dem sogenannten „Brain Fog“, einem Gefühl von mentaler Trägheit und Unklarheit. Forschende des Helmholtz Zentrums München haben Hinweise darauf gefunden, dass Virusbestandteile nach der akuten Infektion im Gehirn verbleiben können, beispielsweise an den Hirnhäuten. Dies könnte chronische Entzündungsprozesse und eine beschleunigte Hirnalterung fördern.

Ursachen für Atemwegs- und Lungenbeschwerden nach Corona

Die anhaltenden Symptome Wochen nach einer Covid-19-Erkrankung können auf eine übermäßige Immunreaktion zurückzuführen sein. Das Immunsystem setzt Abwehrzellen ein, um Erreger in den Zellen zu bekämpfen und deren Vermehrung zu verhindern. Diese Immunreaktion kann jedoch auch Krankheitssymptome wie Reizhusten begünstigen, selbst wenn das Coronavirus nicht mehr nachweisbar ist. Dies führt zu Entzündungsreaktionen und daraus resultierenden Atemwegsbeeinträchtigungen wie Atemnot, Husten und sogar Asthma. Häufig sind im Röntgenbild von Long-Covid-Patienten Narbenbildungen im Lungengewebe sichtbar.

Eine weitere Erklärung für Long-Covid-Symptome wie Atemnot, Husten oder Müdigkeit könnte laut einer Studie der Berliner Charité eine stark beschleunigte, zu tiefe Atmung (Hyperventilation) sein, die die Lunge übermäßig belüftet. Zusätzlich kann das Sars-CoV-2-Virus Gefäßentzündungen hervorrufen, wodurch die betroffenen Gefäße das Blut nicht mehr effizient im Körper verteilen können und Organe sowie Gewebe unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden.

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Therapieansätze bei Long-Covid-Symptomen: Was hilft wirklich?

Bislang gibt es keine spezifisch zugelassenen Medikamente für die Behandlung von Long-Covid-Symptomen, sondern meist individuelle Heilversuche. Dazu gehören die Verabreichung von Medikamenten zur Symptomlinderung, das Erlernen von Atemtechniken oder das sogenannte Pacing. Pacing ist eine Methode, bei der Betroffene lernen, ihre Energiereserven schonend einzuteilen und Überlastung zu vermeiden.

Die Behandlungsstrategie richtet sich nach den dominanten Symptomen. Bei Sprach- oder Schluckstörungen kann Logopädie helfen, während bei Kribbeln oder Gefühlsstörungen in Armen und Beinen Ergotherapie zum Einsatz kommt. In Reha-Kliniken werden gezielte Atemtherapien und Physiotherapie zum Aufbau von Kraft und Kondition angeboten. Auch hier ist Pacing essenziell, um die Belastungsgrenzen nicht zu überschreiten. Eine immunstärkende Ernährung, reich an Gemüse, Kräutern und frischen, abwechslungsreichen Lebensmitteln, kann den Allgemeinzustand positiv beeinflussen.

Medikamente: Aktuelle Optionen

Spezifische Long-Covid-Medikamente fehlen noch. Lungenfachärzte verschreiben bei Lungenbeschwerden manchmal Kortisonspray, um eine überschießende Immunreaktion zu dämpfen. Je nach Symptomatik kommen auch Medikamente zum Einsatz, die für andere Erkrankungen zugelassen sind. Das antivirale Medikament Paxlovid hat sich in bisherigen Studien nicht als wirksam gegen Long-Covid-Beschwerden erwiesen.

Long-Covid-Reha: Ein ganzheitlicher und individueller Ansatz

Da fast alle Long-Covid-Erkrankten über Erschöpfung, Atemnot und neuro-kognitive Probleme sowie oft weitere Symptome klagen, empfehlen die Deutsche Renten