Lesen ist mehr als nur die Entschlüsselung von Buchstaben – es ist die Schlüsselkompetenz, die es uns ermöglicht, uns in unserer schriftsprachlich geprägten Gesellschaft zurechtzufinden und aktiv teilzuhaben. Angesichts dieser zentralen Bedeutung ist gezielte Leseförderung in der Grundschule unerlässlich. Genau hier setzt FiLBY an, ein innovatives Leseprogramm, das darauf abzielt, die Lesefähigkeiten von Grundschülerinnen und Grundschülern nachhaltig zu stärken. Dieses Programm, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und sich durch eine klare Struktur auszeichnet, bietet maßgeschneiderte Trainings für die zweite, dritte und vierte Jahrgangsstufe und berücksichtigt dabei die sich wandelnden Bedürfnisse der Kinder.
Die Stufen von FiLBY: Ein Weg zur Lesekompetenz
FiLBY verfolgt einen stufenweisen Ansatz, der sich den unterschiedlichen Entwicklungsphasen der Kinder anpasst.
FiLBY 2: Grundlagen für Leseflüssigkeit
In der zweiten Jahrgangsstufe liegt der Fokus auf dem Training der Leseflüssigkeit und der Automatisierung des Leseprozesses. Ein zentrales Element ist hierbei das wiederholte und begleitende Lautleseverfahren. Die Kinder folgen zunächst einem vorgelesenen Text, murmeln dann mit und lesen schließlich eigenständig laut mit. Ein Lesestift hilft dabei, die Zeile nicht zu verlieren und unterstützt die Konzentration. Diese Methode fördert das flüssige Lesen und legt das Fundament für ein tieferes Textverständnis.
FiLBY 3: Strategien für besseres Leseverstehen
Die dritte Jahrgangsstufe widmet sich der Vermittlung von Lesestrategien, um das Leseverstehen zu verbessern. Die Kinder erhalten einen „Lesefächer“ an die Hand, der ihnen hilft, Informationen selbstständig aus Texten zu entnehmen. Diese Strategien sind auf unterschiedliche Textsorten – sowohl literarische als auch Sachtexte – zugeschnitten und werden im Laufe des Schuljahres weiterentwickelt und vertieft.
FiLBY 4: Selbstregulation und Metakognition
In der vierten Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler, ihren Leseprozess selbst zu steuern und zu regulieren. Sie kombinieren kognitive Lesestrategien mit metakognitiven Fähigkeiten, wie dem Erkennen von Verständnislücken und dem gezielten Rückgriff auf Strategien zur Wiederholung oder Klärung. Auch Stützstrategien, wie das Aufräumen des Arbeitsplatzes oder das Sammeln von Vorwissen im Plenum, werden gefördert, um den Zugang zu schwierigen Texten zu erleichtern. Die Auseinandersetzung mit dem schwedisches schulsystem kann hierbei ergänzende Einblicke in unterschiedliche Bildungssysteme und deren Herangehensweisen an Kernkompetenzen wie das Lesen bieten.
Evidenzbasiert und schülerzentriert: Das FiLBY-Konzept
Die Entscheidung für FiLBY an vielen Schulen basiert auf dessen evidenzbasierter Grundlage und der klaren Struktur, die einen roten Faden durch das gesamte Konzept zieht. Das Programm berücksichtigt unterschiedliche Lerntypen und integriert das Lesen kontinuierlich in den Unterricht. Täglich konsequentes Üben, auch in kürzeren Etappen, ist entscheidend für den Erfolg.
Besonders hervorzuheben ist die konzeptgetreue Durchführung. Studien, die während der Coronapandemie durchgeführt wurden, zeigten, dass Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften, die das FiLBY-Training wie vorgesehen umsetzten, deutlich stärker profitierten als jene, bei denen starke Anpassungen vorgenommen wurden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, die bewährten Methoden von FiLBY beizubehalten.
Differenzierung und Erfolgskontrolle
FiLBY bietet auch Möglichkeiten zur Differenzierung. Lesestärkere Schüler können eigene Fragen an den Text stellen, Visualisierungen entwickeln oder Kurzreferate halten, um ihr Wissen zu vertiefen und präsentieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erfolgskontrolle durch sogenannte „Luchssprünge“. Dabei tragen die Kinder ihre Fortschritte in einem Heft ein. Ein Anstieg von beispielsweise vier auf acht Lesepunkte in der FiLBY-Sprache stellt einen enormen Erfolg dar, der sowohl für die Kinder als auch für die Lehrkräfte motivierend wirkt.
Fortbildung und Weiterentwicklung
Lehrkräfte, die mit FiLBY arbeiten, können sich auf einer eigens gestalteten Fortbildungsplattform weiterbilden. Diese Plattform bietet Selbstlernkurse zu verschiedenen Schwerpunkten der Leseförderung, die jeweils sieben Module umfassen. Die gesammelten Erfahrungen und Rückmeldungen von Lehrkräften fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung des FiLBY-Trainings ein, um dessen Wirksamkeit stetig zu optimieren.
FiLBY ist mehr als nur ein Übungsprogramm; es ist ein umfassendes Konzept, das darauf abzielt, Lesefreude zu wecken und nachhaltige Lesekompetenz aufzubauen. Durch die Kombination aus bewährten Methoden, gezielten Strategien und kontinuierlicher Förderung ermöglicht FiLBY Schülerinnen und Schülern, die faszinierende Welt der Texte zu erschließen und sich erfolgreich in unserer Gesellschaft zu bewegen.
