Nachtschweiß: Ursachen, Symptome und wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Nächtliches Schwitzen, umgangssprachlich auch als Nachtschweiß bekannt, ist ein weitverbreitetes Phänomen, das viele Menschen beunruhigen kann. Während es oft harmlose Ursachen wie eine zu warme Schlafumgebung, eine dicke Bettdecke oder erhöhten Stress hat, kann es in bestimmten Fällen auch ein Warnsignal für ernstere gesundheitliche Probleme sein. Es ist wichtig, die potenziellen Gründe für starkes Schwitzen in der Nacht zu verstehen, um bei Bedarf die richtigen Schritte einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Nachtschweiß und gibt Ihnen einen umfassenden Überblick. Manchmal können auch allgemeine körperliche Zustände das Wohlbefinden beeinflussen, beispielsweise wenn es um [blutdruck zu niedrig was tun](https://shocknaue.com/blutdruck-zu-niedrig-was-tun/) geht.

Die häufigsten Ursachen für Nachtschweiß im Überblick

Nächtliches Schwitzen kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, die von einfachen Umweltbedingungen bis hin zu komplexen medizinischen Zuständen reichen.

  • Ungünstige Schlafbedingungen: Eine zu hohe Raumtemperatur im Schlafzimmer, eine zu dicke Bettdecke oder eine übermäßig hohe Luftfeuchtigkeit können den Körper dazu bringen, nachts stärker zu schwitzen.
  • Genussmittel: Alkohol, Nikotin, Koffein und scharf gewürzte Speisen, insbesondere vor dem Schlafengehen, können die Schweißproduktion anregen.
  • Medikamentenwirkungen: Bestimmte Arzneimittel haben Nachtschweiß als Nebenwirkung.
  • Infektionskrankheiten: Viele Infekte gehen mit Fieber und damit verbundenem Schwitzen einher.
  • Hormonelle Schwankungen und Stoffwechselstörungen: Ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt oder Probleme mit dem Stoffwechsel können die Temperaturregulation des Körpers beeinflussen.
  • Autoimmunerkrankungen: Wenn das Immunsystem den eigenen Körper angreift, kann dies zu Entzündungen und nächtlichem Schwitzen führen.
  • Ernste Erkrankungen: In seltenen Fällen kann Nachtschweiß ein Symptom für schwerwiegende Erkrankungen wie bestimmte Formen von [Krebs](/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/krebserkrankung-symptome-ursachen-und-ernaehrung/) sein.
  • Psychische Belastungen: Stress, Angstzustände oder Depressionen können das vegetative Nervensystem beeinflussen und nächtliches Schwitzen verursachen.
  • Neurologische Erkrankungen: Auch bestimmte Erkrankungen des Nervensystems können zu einer gestörten Schweißregulation führen.
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Wenn Medikamente nächtliches Schwitzen auslösen

Einige Medikamente können nächtliches Schwitzen als unerwünschte Nebenwirkung haben. Dies betrifft insbesondere Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen – sowohl den sympathischen als auch den parasympathischen Teil. Manchmal tritt das Schwitzen nur zu Beginn der Medikation auf und verschwindet dann wieder, in anderen Fällen kann es einsetzen, wenn Mittel nicht wie verordnet oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Es ist ratsam, Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten, ob gegebenenfalls ein anderes, gleichwertiges Medikament verschrieben werden kann.

Zu den Medikamenten, die bei einigen Menschen Nachtschweiß verursachen können, zählen unter anderem:

  • Antidepressiva
  • Atypische Neuroleptika
  • Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure
  • Blutzuckersenkende Medikamente
  • Medikamente gegen Asthma und Bronchitis
  • Augentropfen bei grünem Star (Glaukom)
  • Mittel zur Hormonblockade, beispielsweise im Rahmen einer Therapie von Brustkrebs oder Prostatakrebs
  • Hormonpräparate bei [Endometriose](/krankenzusatzversicherung/ratgeber/artikel/endometriose-ursachen-symptome-und-behandlung/)

Nachtschweiß als Begleiterscheinung von Infektionen

Das [Immunsystem](/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/immunsystem-staerken-hausmittel-alternative-heilmethoden-und-ernaehrungstipps/) reagiert auf Infektionen, indem es Stoffe ausschüttet, die eine Erhöhung der Körpertemperatur bewirken. Durch diese Erwärmung werden bestimmte Abwehrmechanismen aktiviert, und akute Infekte werden häufig von starkem Schwitzen in der Nacht begleitet. Darüber hinaus können einige chronische Erkrankungen, die das Immunsystem dauerhaft fordern, zu einer ständig erhöhten Körpertemperatur und damit verbundenem Nachtschweiß führen.

Zu den Infekten, die häufig nächtliches Schwitzen verursachen, zählen unter anderem:

  • Influenza (Virus-[Grippe](/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/grippe-influenza-symptome-behandlung-verlauf/))
  • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
  • Tuberkulose (TBC)
  • Lyme-Borreliose
  • Pfeiffersches Drüsenfieber

Wenn Autoimmunerkrankungen Nachtschweiß auslösen

Normalerweise ist unser Immunsystem darauf spezialisiert, körperfremde Eindringlinge oder schädliche Stoffe zu bekämpfen. Bei Autoimmunerkrankungen funktioniert dieses System jedoch nicht einwandfrei, und der Körper greift versehentlich eigene Zellen und Gewebe an. Diese Überreaktion der Immunabwehr kann bei einigen Krankheitsbildern unter anderem zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl führen, das oft mit nächtlichem Schwitzen einhergeht.

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Zu den Autoimmunerkrankungen, die häufig von Nachtschweiß begleitet werden, zählen unter anderem:

  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Granulomatose mit Polyangiitis (ehemals bekannt als Wegener-Granulomatose)
  • Arteriitis cranialis (Riesenzellarteriitis)
  • Polymyalgia rheumatica

Hormonelle Schwankungen und Stoffwechselprobleme

Sowohl das Hormonsystem als auch der Stoffwechsel spielen eine entscheidende Rolle bei der Wärmeregulierung des Körpers. Liegt in einem dieser Bereiche eine Störung vor, kann die Schweißproduktion angeregt werden, sodass man auch nachts, also in Ruhe, stark schwitzt.

Zu diesen Störungen und Krankheitsbildern, die häufig von Nachtschweiß begleitet werden, zählen unter anderem:

  • [Schilddrüsenüberfunktion](/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/schilddruesenueberfunktion-ursachen-symptome-therapie/) (Hyperthyreose)
  • [Diabetes mellitus](/krankenzusatzversicherung/ratgeber/artikel/diabetes-mellitus-oder-die-zuckerkrankheit/) (Nachtschweiß kann ein Warnzeichen für nächtliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein)
  • Wechseljahre bei Frauen

Krebs- und Bluterkrankungen als Ursache für Nachtschweiß

Zu den Verursachern nächtlicher Schweißausbrüche zählen auch ernsthafte Erkrankungen wie bestimmte Tumorarten. Nachtschweiß kann in solchen Fällen unter Umständen ein frühes oder unspezifisches Symptom sein, insbesondere bei Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) und Leukämie. Aber auch verwandte Bluterkrankungen wie die Myelofibrose können damit einhergehen.

Häufig von Nachtschweiß begleitet werden unter anderem diese Krebs- und Bluterkrankungen:

  • Lymphome (Tumoren des Lymphsystems) wie Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome
  • Leukämie (akute und chronische Leukämie)
  • Myelofibrose
    Manchmal sind auch andere unspezifische Symptome beunruhigend, und es ist gut zu wissen, [niedriger blutdruck was tun](https://shocknaue.com/niedriger-blutdruck-was-tun/) kann.

Wenn psychische oder neurologische Erkrankungen Nachtschweiß auslösen

Da die Schweißproduktion maßgeblich vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, haben auch psychische Vorgänge einen direkten Einfluss darauf. So können nachts verstärkt Stresshormone ausgeschüttet werden, wenn die Probleme des Tages nicht losgelassen werden können. Ebenso ist es möglich, dass bestimmte Schlafstörungen oder Nervenerkrankungen zu nächtlichem Schwitzen führen.

Häufig von Nachtschweiß begleitet werden unter anderem diese Diagnosen:

  • Angststörungen und Panikattacken
  • Depressionen
  • Chronischer Stress
  • Schlafapnoe
  • Parkinson-Krankheit
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Fazit und Handlungsempfehlungen

Nachtschweiß ist ein vielschichtiges Symptom, dessen Ursachen von harmlosen Faktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen können. Während eine Optimierung der Schlafumgebung oder eine Reduzierung von Stress oft schon Linderung verschaffen kann, ist es entscheidend, auf die Signale Ihres Körpers zu achten. Wenn Sie regelmäßig und ohne ersichtlichen Grund stark schwitzen, wenn weitere Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Schüttelfrost hinzukommen oder wenn der Nachtschweiß Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige medizinische Abklärung kann helfen, die genaue Ursache zu finden und gegebenenfalls eine notwendige Behandlung einzuleiten. Zögern Sie nicht, professionellen Rat einzuholen, um Ihre Gesundheit zu schützen und wieder erholsamen Schlaf zu finden.