Long-COVID: Autonome Störungen verstehen und erkennen

Long-COVID, auch bekannt als Post-COVID-Syndrom, beschreibt eine Vielzahl von Symptomen, die Wochen oder Monate nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion bestehen bleiben oder neu auftreten können. Die Auswirkungen reichen von chronischer Müdigkeit über Atembeschwerden bis hin zu neurologischen Symptomen. Eine zunehmend erkannte Komplikation ist die Störung des autonomen Nervensystems, die sogenannte Dysautonomie, die das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Die Erkennung und das Verständnis dieser autonomen Störungen sind entscheidend für eine umfassende Behandlung und Genesung. Es ist wichtig, bei der Bewältigung komplexer Gesundheitsherausforderungen einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der auch die allgemeine körperliche Verfassung und gesunde Lebensgewohnheiten einschließt, um beispielsweise Bauchfett zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.

Was ist das autonome Nervensystem und seine Rolle bei Long-COVID?

Das autonome Nervensystem (ANS) ist ein essenzieller Teil unseres Körpers, der unbewusste Funktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Verdauung, Atmung, Körpertemperatur, Schwitzen und die Funktion von Blase und Pupillen reguliert. Es arbeitet im Hintergrund und sorgt dafür, dass unsere inneren Organe optimal funktionieren. Bei einer COVID-19-Infektion kann dieses empfindliche System geschädigt werden, was zu einer Dysautonomie führt – einer Fehlfunktion, die verschiedene Aspekte des autonomen Nervensystems betreffen kann. Besonders häufig wurden bereits orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Stehen) und das Posturale Tachykardie-Syndrom (POTS, starker Pulsanstieg beim Stehen) bei Long-COVID-Patienten beschrieben.

Häufige autonome Symptome bei Long-COVID-Patienten

Die Symptome einer autonomen Dysfunktion bei Long-COVID sind vielfältig und können sich je nach betroffenem Bereich des Nervensystems äußern. Dazu gehören:

  • Orthostatische Intoleranz: Schwindel, Benommenheit oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden, insbesondere beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen.
  • Sudomotorische Dysfunktion: Veränderungen im Schwitzverhalten, wie übermäßiges Schwitzen oder vermindertes Schwitzen.
  • Gastrointestinale Dysfunktion: Probleme im Magen-Darm-Trakt, darunter Völlegefühl, Übelkeit nach Mahlzeiten, Verstopfung oder Durchfall.
  • Pupillomotorische Dysfunktion: Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Beeinträchtigungen der Sehschärfe, oft aufgrund einer ungenügenden Reaktion der Pupillen auf Helligkeit.
  • Blasenfunktionsstörungen: Schwierigkeiten bei der Blasenkontrolle oder beim Wasserlassen.
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Diese Symptome können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken und erfordern oft eine gezielte diagnostische Abklärung.

Die COMPASS-31 Skala: Ein wichtiges Diagnoseinstrument

Um autonome Probleme objektiv zu erfassen, wird häufig der Fragebogen COMPASS-31 (Composite Autonomic Symptom Scale 31) eingesetzt. Dieser Fragebogen enthält 31 Fragen zu Symptomen, die auf Störungen des autonomen Nervensystems hindeuten, darunter solche, die die Blutdruckkontrolle, Magen-Darm-Funktion, Blasenfunktion, Schweißdrüsenaktivität und Pupillenreaktion betreffen. Eine präzise Diagnose ist der erste Schritt zur Entwicklung eines effektiven Managementplans.

Studienergebnisse: Einblicke aus der Forschung

Eine prospektive multizentrische Beobachtungsstudie untersuchte 180 Long-COVID-Patienten, um die Prävalenz und Art der autonomen Dysfunktion zu ermitteln. Die Teilnehmer, 70,6 % davon Frauen mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren, wurden 4 Wochen bis 9 Monate nach Beginn der COVID-19-Symptome rekrutiert. Neben der Befragung mittels COMPASS-31 wurden Herzfrequenz und Blutdruck im aktiven Stehtest gemessen, um orthostatische Hypotonie und POTS zu diagnostizieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die Notwendigkeit, autonome Symptome bei Long-COVID ernst zu nehmen und zu monitoren.

Unterschiede bei neurologischen und nicht-neurologischen Symptomen

Die Studie zeigte einen durchschnittlich höheren COMPASS-31-Score bei Patienten mit neurologischen Symptomen (z. B. “Gehirnnebel”, Kopfschmerzen, Geruchs-/Geschmacksverlust) im Vergleich zu Patienten ohne solche Beschwerden (p < 0,01). Insbesondere litten Patienten mit neurologischen Symptomen häufiger unter schweren Formen der orthostatischen Intoleranz. Interessanterweise waren gastrointestinale, Blasen- und pupillomotorische Symptome hingegen häufiger in der Patientengruppe ohne neurologische Beschwerden zu finden (p < 0,01). Diese Differenzierung ist wichtig, da sie auf unterschiedliche Mechanismen oder Manifestationen der Dysautonomie hinweisen könnte, was wiederum personalisierte Behandlungsansätze ermöglicht. Solche Erkenntnisse können auch bei der Anpassung von Lebensgewohnheiten nützlich sein, beispielsweise wenn man schnell Gewicht verlieren möchte, um die allgemeine Belastung des Körpers zu reduzieren.

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Fazit: Die Bedeutung der autonomen Funktionsstörungen bei Long-COVID

Die Forschung bestätigt, dass autonome Funktionsstörungen eine signifikante Komplikation bei Long-COVID darstellen. Die Symptome können vielfältig sein und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Ärzte und Patienten auf diese Anzeichen achten und sie gezielt untersuchen. Eine frühe Diagnose und ein angepasstes Management können helfen, die Beschwerden zu lindern und den Genesungsprozess zu unterstützen. Wenn Sie unter anhaltenden Symptomen nach einer COVID-19-Infektion leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren, um eine genaue Diagnose und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Therapieansätze, die auch Aspekte wie Low Carb Diät oder Abnehmen mit Hypnose als unterstützende Maßnahmen umfassen können, um Ihr Wohlbefinden ganzheitlich zu verbessern. Bei spezifischen Ernährungsbedürfnissen könnten auch Abnehm-Shakes eine Option sein, jedoch stets in Absprache mit medizinischem Fachpersonal.


Referenzen:

  • Buoite Stella A, Furlanis G, Frezza NA, Valentinotti R, Ajcevic M, Manganotti P. Autonomic dysfunction in post-COVID patients with and without neurological symptoms: a prospective multidomain observational study. J Neurol. 2022 Feb;269(2):587-596. doi: 10.1007/s00415-021-10735-y. Epub 2021 Aug 12. PMID: 34386903; PMCID: PMC8359764.