Die Rolle des pädagogischen Ausbilders ist von zentraler Bedeutung für die Entwicklung zukünftiger Fachkräfte und die Gestaltung einer humanen Gesellschaft. Dieses Kapitel widmet sich der Haltung und dem Selbstverständnis des Ausbilders, denn erst eine fundierte Selbsterkenntnis ermöglicht eine authentische und förderliche Beziehung zu den Auszubildenden. Basierend auf den erkenntnistheoretischen Werkzeugen der Phänomenologie zielt die Ausbildung des Ausbilders darauf ab, eine tiefe Beziehung zur eigenen Person aufzubauen, bevor die Interaktion mit den Auszubildenden beginnt. Dies erfordert eine bewusste Entscheidung, sich von einer noch vorherrschenden Bildungstradition abzugrenzen – einer Tradition, die oft auf Indoktrination und die Angleichung von Verhaltensweisen abzielt und als “Miserziehung” bezeichnet werden kann, da sie die Auszubildenden nicht formt oder sogar deformiert. Heute ist eine radikale Neuausrichtung erforderlich, die nicht nur schulische und didaktische Strukturen verändert, sondern vor allem die innere Haltung der Ausbilder gegenüber den Auszubildenden und die Rolle des Bildungsprozesses für den Fortschritt der Menschheit neu definiert. Die Phänomenologie bietet hierfür wertvolle Ansätze und Werkzeuge, um sowohl empathische Beziehungsfähigkeit als auch eine Revolution traditioneller Haltungen zu ermöglichen.
Die Notwendigkeit einer solchen Transformation spiegelt sich in der wachsenden Bedeutung von Konzepten wie der Bildung für nachhaltige Entwicklung wider, die ein Umdenken in pädagogischen Ansätzen erfordert. Die Ausbilder müssen lernen, die individuellen Potenziale ihrer Schützlinge zu erkennen und zu fördern, anstatt sie in vorgegebene Muster zu pressen.
Die Grundlagen der authentischen Ausbildung: Selbstreflexion und Abgrenzung von “Miserziehung”
Im Kern der Ausbildung des Ausbilders steht die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen “persönlichen Kern”. Dies bedeutet, die eigenen Werte, Überzeugungen und Verhaltensmuster zu hinterfragen und zu verstehen, wie diese die Interaktion mit anderen beeinflussen. Die Phänomenologie liefert hierfür die Methodik, indem sie dazu anleitet, die eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen bewusst zu beobachten und zu beschreiben, ohne sofortige Wertung. Dieses tiefe Verständnis der eigenen Person ist die unerlässliche Grundlage für eine aufrichtige Begegnung mit dem Auszubildenden.
Die kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Bildungspraxis ist dabei unerlässlich. Viele Bildungseinrichtungen, von der mint Bildung Kita bis hin zu weiterführenden Schulen, kämpfen noch immer mit Methoden, die auf Konformität statt auf individuelle Entfaltung setzen. Diese Form der “Miserziehung” kann dazu führen, dass Talente unentdeckt bleiben und Kreativität unterdrückt wird. Eine bewusste Abgrenzung von solchen Praktiken ist daher ein Zeichen von Professionalität und pädagogischer Verantwortung.
Phänomenologie als Werkzeug für den Wandel in der Ausbildung
Die phänomenologische Herangehensweise bietet konkrete Werkzeuge, um die Haltung des Ausbilders zu transformieren. Durch Techniken wie die “epoché” (Einklammerung von Vorurteilen) und die “phänomenologische Reduktion” (Fokussierung auf das Wesen der Erscheinung) lernen Ausbilder, die Auszubildenden so wahrzunehmen, wie sie sind, jenseits von vorgefassten Meinungen und Erwartungen. Dies fördert eine empathische Beziehungsfähigkeit, die für eine positive Lernatmosphäre entscheidend ist.
Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Förderung von früher mathematischer Bildung auf eine Weise, die das natürliche Interesse der Kinder weckt und ihre kognitive Entwicklung unterstützt, anstatt sie mit starren Regeln zu überfordern. Der Ausbilder muss hierbei als Begleiter und Impulsgeber agieren, der die Neugier der Kinder aufgreift und fördert.
Die phänomenologische Perspektive hilft Ausbildern auch dabei, die Bedeutung von Selbstbildung und Ko-Konstruktion im Lernprozess zu erkennen. Lernen ist kein passiver Prozess des Empfangens von Wissen, sondern ein aktives Konstruieren von Bedeutung, das durch die Interaktion mit der Umwelt und anderen Menschen angeregt wird. Der Ausbilder wird so zum Facilitator, der Lernumgebungen schafft, in denen Auszubildende eigenständig Wissen aufbauen und vertiefen können.
Fazit: Die Zukunft der Bildung liegt in der Haltung des Ausbilders
Die Transformation des Bildungswesens hin zu einer humaneren und effektiveren Praxis beginnt bei jedem einzelnen Ausbilder. Durch die Anwendung phänomenologischer Prinzipien und eine tiefgreifende Selbstreflexion können Ausbilder eine Haltung entwickeln, die von Empathie, Respekt und dem Vertrauen in das Potenzial jedes Einzelnen geprägt ist. Dies ist der Schlüssel, um “Miserziehung” zu überwinden und eine Ausbildung zu gestalten, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Persönlichkeiten formt und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. Die Integration von Prinzipien wie der Bildung für nachhaltige Entwicklung auf Grundschulniveau und die Förderung einer ganzheitlichen Entwicklung sind dabei zentrale Bausteine für eine zukunftsfähige Pädagogik.
Entdecken Sie, wie Sie Ihre eigene Haltung als Ausbilder stärken und eine transformative Lernerfahrung für Ihre Schützlinge schaffen können.
