Die skurrilsten Küchengeräte: Eine humorvolle Betrachtung über unnütze Helferlein

Küchenschränke und Schubladen quellen über, Ecken werden von ungenutzten Geräten dominiert, die nur Staub sammeln: Küchengeräte gibt es in allen Formen und Größen. Ob kleine, große, bunte oder glänzende Exemplare – oft sind es wohlmeinende Geschenke, die den Hobbykoch erfreuen sollen. Doch wie oft greift ein Erwachsener tatsächlich zu einem Eierköpfer oder einem Apfelentkerner? Während ersteres nur für Pedanten nützlich sein mag und letzteres vielleicht einmal im Jahr für den Bratapfel benötigt wird, so sammeln sich doch immer wieder Geräte an, die eher fragwürdigen Nutzen mit sich bringen. Manchmal ist es die nächtliche Teleshopping-Werbung, die uns zu Spontankäufen verleitet, manchmal ist es der Wunsch, kulinarische Fehlschläge mit dem Kauf eines Spezialgeräts zu kompensieren. Die Existenz mancher dieser Geräte gleicht eher einem Mythos, doch wir haben uns auf die Suche nach den zehn seltsamsten und unnützesten Küchenhelfern gemacht.

Die Top 10 der skurrilen Küchengeräte

Platz 10: Der Profi-Apfelschäler

Dieses Gerät, das an eine Mischung aus Schraubstock und Folterwerkzeug erinnert, verspricht, Äpfel inklusive Kerngehäuse zu schälen und zu entkernen, während man eine Kurbel dreht. Das Ergebnis ist eine spiralförmig geschälte Frucht. Allerdings dauert der gesamte Vorgang oft länger als das Schälen von Hand, und das sperrige Gerät beansprucht zudem wertvollen Platz und erfordert Reinigung. Ein Gerät, das eher in Apfelmusfabriken vergangener Zeiten seinen Sinn hatte. Ähnlich fragwürdig ist der Radischneider, eine urwüchsigere Variante zum Rettichschälen.

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Platz 9: Der Champagnersäbel

Ein Werkzeug, um eine Champagnerflasche zu köpfen – ja, so etwas existiert tatsächlich. Dieses Gerät ist jedoch eher etwas für absolute Profis, die täglich damit umgehen. Für den Hausgebrauch ist ein eigener Champagnersäbel weitgehend nutzlos. Angeblich kann der geköpfte Flaschenhals bis zu 20 Meter weit fliegen, was ein gewisses Risiko birgt. Nur wer regelmäßig feiert und über entsprechende Fähigkeiten verfügt, könnte hier einen Nutzen sehen. In der Heimat des Champagners mag dies anders aussehen, doch für den durchschnittlichen Genießer bleibt es ein kurioses Accessoire.

Platz 8: Der Currywurstschneider

Dieses batteriebetriebene Gerät verspricht, eine Currywurst in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Man steckt die Wurst einfach hinein und per Knopfdruck fällt sie in mundgerechten Scheiben heraus. Doch selbst für den täglichen Currywurst-Genuss ist das Gerät weder praktisch noch besonders sinnvoll. Ein scharfes Messer und ein Schneidebrett erfüllen denselben Zweck oft schneller und unkomplizierter. Angesichts des stark gefallenen Preises von einst 35,- ¤ auf heute knapp 10,- ¤ scheint die Nachfrage stark gesunken zu sein – ein klares Indiz dafür, dass das Gerät seinen Zweck verfehlt.

Platz 7: Der Weindurchlüfter

Mit seinem schicken Glasdesign kann der Weindurchlüfter Eindruck schinden und den Anschein von Weinkenntnis erwecken. Die Meinungen über dieses Gerät gehen auseinander: Während einige den perfekt belüfteten Wein loben, der nicht mehr stundenlang dekantiert werden muss, kommt es bei anderen eher zu Missgeschicken beim Umgießen. Entscheidend ist, dass nicht jeder Wein belüftet werden muss oder darf. Wer wenig über Wein weiß, kann mit diesem Gerät zwar einen guten Eindruck hinterlassen, birgt aber auch die Gefahr, einen Fehler zu machen. Sinnvoll ist er nur in Kombination mit fundiertem Weinwissen.

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Platz 6: Der Spaghetti-Portionierer

Erhältlich in diversen Formen und Designs, verfügen Spaghetti-Portionierer meist über ein kreisförmiges Loch, das die ideale Nudelmenge bestimmen soll. Ein verstellbarer Plastikring misst die Menge, die in den Topf gelangen soll. Für Kochanfänger mag dieses Hilfsmittel nützlich sein, doch spätestens nach dem zehnten Mal Spaghetti kochen entwickelt man ein Gespür für die richtige Menge – oder greift zur Küchenwaage. Das gute alte Augenmaß ist hier oft die beste Lösung.

Platz 5: Die Doppel-Saftpresse

Diese “pfiffige” Doppel-Saftpresse für Zitrusfrüchte scheint auf den ersten Blick Zeit zu sparen, indem man mit beiden Händen gleichzeitig zwei Fruxthälften auspresst. Der Haken: Es fehlt eine dritte Hand, um das Gerät dabei festzuhalten. Dieses Küchengerät wäre erst dann wirklich nützlich, wenn der Mensch mit einem zusätzlichen Arm ausgestattet wäre. Die Absicht ist gut, die Umsetzung eher unpraktisch.

Platz 4: Der Tomatenstrunk-Entferner

Optisch ansprechend mit seiner glänzenden Edelstahloptik und der guten Handlage, wird dieses Gerät von seriösen Herstellern angeboten. Doch trotz dieser Argumente und des oft günstigen Preises sollte man den Kauf überdenken. Wann benötigt man wirklich einen speziellen Tomatenstrunk-Entferner? Zwar kann man das Gerät zweckentfremden, um beispielsweise Erdbeeren von ihrem Grün zu befreien, doch ein kleines Küchenmesser erledigt diese Aufgabe genauso gut. Die Attraktivität des Geräts und der geringe Platzbedarf in der Schublade mögen verlocken, doch die Notwendigkeit bleibt fraglich.

Platz 3: Der Kokosnuss-Ausraspler

Dieses hölzerne Gerät wird in die halbierte Kokosnuss gesteckt und dient zum Raspeln des Fruchtfleisches. Sein Ursprung liegt in Afrika, wo Kokosnüsse heimisch sind und das Gerät somit Sinn ergibt. In unseren Breitengraden bleibt die Existenz dieses Geräts jedoch rätselhaft.

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Platz 2: Die Ketchup-Pistole

Ein Küchengerät, das Ketchup verschießt – die Idee allein ist skurril. Der anfängliche Spaß, die Pommes mit Ketchup aus einer pistolenähnlichen Vorrichtung zu “beschießen”, weicht schnell der aufwendigen Reinigung. Zwar können die Saucen in Kartuschen gefüllt und sogar zwischen Ketchup und Mayo gewechselt werden, doch der Reiz nutzt sich schnell ab, spätestens nach dem achten Lebensjahr. Die aufwendige Reinigung rechtfertigt den anfänglichen Gag kaum.

Platz 1: Die Entenpresse

Für schlappe 3.3375 ¤ (im Versandhandel) ist dieses Gerät erhältlich. Die Frage, wie viele Geflügelknochen man auspressen muss, damit sich die Anschaffung rentiert, bleibt unbeantwortet. Sie ist vor allem für jene unverzichtbar, die regelmäßig “Blutente” zubereiten. Dieses Gericht, das allein schon gespenstergleich wirkt, erfordert offenbar ein solch spezielles Werkzeug. Während es in der professionellen Gastronomie vielleicht seinen Platz findet, ist es für den Hausgebrauch eher überflüssig, es sei denn, man ist ein Liebhaber der Blutente und möchte sich diese kulinarische Herausforderung nicht entgehen lassen.

Es ist an der Zeit, die Küchenschränke auszumisten und sich von unnötigen Geräten zu trennen. Wer weiß, vielleicht schlummert dort ja noch der eine oder andere vergessene Apfelportionierer.

Autor: Gunda Plewe

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