Sehr geehrte Leserinnen und Leser, welche Zukunft stellen Sie sich für die Kinder dieser Stadt vor? Eine Zukunft, in der kulturelle Bildung ein selbstverständlicher Teil des Schulalltags ist und alle Kinder, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, die Möglichkeit haben, Musik zu erleben und sich durch künstlerischen Ausdruck zu entfalten? Oder eine, in der immer weniger Kinder Zugang zu Musik finden, weil essenzielle Bildungsprogramme dem Rotstift zum Opfer fallen? Der Rundfunkchor Berlin, eine Institution mit tiefen Wurzeln in der Berliner Kulturlandschaft, hat in einem eindringlichen offenen Brief an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie genau diese Fragen gestellt. Mit großer Bestürzung wurde bekannt gegeben, dass die Förderung des erfolgreichen Bildungsprogramms SING! ab dem 1. April 2025 ersatzlos gestrichen werden soll. Diese Entscheidung bedroht das Fortbestehen eines Projekts, das seit 2011 hunderten Berliner Grundschulkindern jährlich die Tür zur Welt der Musik öffnet und einen unverzichtbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zum sozialen Zusammenhalt leistet.
Die Bedeutung kultureller Bildung für Berliner Grundschulkinder
Musik ist weit mehr als nur ein Hobby; sie ist ein grundlegender Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Für Kinder, insbesondere im Grundschulalter, bietet musikalische Bildung eine einzigartige Plattform zur Förderung vielfältiger Kompetenzen. Das gemeinsame Singen stärkt nicht nur die musikalischen Fähigkeiten, sondern auch die soziale und sprachliche Entwicklung. Es lehrt Zuhören, Rhythmusgefühl und Teamarbeit, was wiederum die kognitiven Fähigkeiten und die Kreativität anregt. Darüber hinaus trägt die kulturelle Bildung maßgeblich zur emotionalen Intelligenz bei, indem sie Kindern Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der Sprache bietet und ihnen hilft, ihre Gefühle zu verarbeiten. In einer vielfältigen Stadt wie Berlin ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Kinder Zugang zu diesen essenziellen Erfahrungen haben, um gleiche Chancen auf Entfaltung und Integration zu gewährleisten. Jedes Kind hat ein menschenrecht auf bildung – und dazu gehört auch der Zugang zu kulturellen Angeboten.
SING! – Ein vielfach ausgezeichnetes Erfolgsmodell der Musikförderung
Das Projekt SING! des Rundfunkchors Berlin ist ein Paradebeispiel für gelungene musikalische Bildungsarbeit. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat es sich als ein vielfach ausgezeichnetes Programm etabliert, das Jahr für Jahr Hunderten von Berliner Grundschulkindern einen Zugang zur Musik ermöglicht. SING! ist dabei nicht nur ein reines Gesangsprojekt; es ist ein umfassendes Bildungspaket, das die musikalische, soziale und sprachliche Entwicklung von Kindern ganzheitlich fördert. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die kostenlose Fortbildung für Grundschullehrkräfte im Singen mit Kindern. Dadurch wird nicht nur eine direkte musikalische Förderung der Schülerinnen und Schüler sichergestellt, sondern auch die langfristige Verankerung musikalischer Bildung im Schulalltag gestärkt. Dieses Engagement gewährleistet, dass die Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren in den Schulen nachhaltig gepflegt wird.
Aktuelle Lage: Drohendes Aus für Hunderte Kinder
Die Reichweite und der positive Einfluss von SING! sind beachtlich. Aktuell nehmen sieben Berliner Grundschulen mit insgesamt rund 1.000 Schülerinnen und Schülern, verteilt auf 15 SING!-Chöre, an dem Programm teil. Zudem profitieren über 70 Grundschullehrkräfte von den wertvollen Fortbildungen. Seit dem Start im Jahr 2011 konnte das Programm bereits über 35 Schulen erreichen, wodurch jährlich etwa 500 Kinder und 70 Lehrkräfte von diesem einzigartigen Bildungsangebot profitierten. Es ist eine beeindruckende Bilanz, die das Engagement des Rundfunkchors Berlin und die große Resonanz in den Schulen unterstreicht. Die geplante Streichung der Förderung durch den Berliner Senat in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr ist daher ein schwerer Schlag. Ohne diese finanzielle Unterstützung kann das Programm nicht fortgeführt werden, was das drohende Aus für einen wichtigen Baustein der musikalischen Bildung in Berlin bedeuten würde. Diese Mittel sind von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und der pädagogischen Arbeit des Projekts. Ein ähnliches Prinzip der staatlichen Unterstützung findet sich auch bei einem bildungs gutschein, der den Zugang zu Weiterbildung ermöglicht.
Die Forderung des Rundfunkchors Berlin: Ein Appell an die Senatsverwaltung
Angesichts dieser kritischen Situation fordert der Rundfunkchor Berlin die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie dringend auf, die Streichung der Förderung zurückzunehmen und das Fortbestehen von SING! weiterhin zu ermöglichen. Die Botschaft ist klar: Musik ist kein Luxusgut, das bei knappen Kassen geopfert werden kann, sondern ein essenzieller Bestandteil der umfassenden Bildung und Persönlichkeitsentwicklung jedes Kindes. Die Streichung eines solch erfolgreichen und wichtigen Programms, das Kinder verschiedenster Hintergründe zusammenbringt und ihre Potenziale entfaltet, wäre eine weitreichende bildungspolitische Fehlentscheidung. Sie würde nicht nur die direkt betroffenen Kinder und Lehrkräfte treffen, sondern auch ein fatales Signal für die Bedeutung kultureller Bildung in der gesamten Stadt senden. Die Verfügbarkeit von Programmen, die den Zugang zu Bildung erleichtern, wie zum Beispiel durch einen bildungsgutschein arbeitsamt, ist ein wichtiges Fundament unserer Gesellschaft. Es ist ein Aufruf, Verantwortung für die nächste Generation zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass die musikalische Vielfalt und die damit verbundenen Entwicklungschancen für Berliner Grundschulkinder nicht beschnitten werden. Dies betrifft auch allgemeine Bildungsmöglichkeiten, die etwa durch bildung ihk niederrhein oder ein weiterbildungsstipendium über 25 gefördert werden.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Berliner Grundschulkinder weiterhin singen, lernen und sich durch Musik entfalten können! Der Rundfunkchor Berlin blickt mit Spannung auf eine Antwort und eine konstruktive Lösung, die den Erhalt von SING! sichert.
Laden Sie hier den offenen Brief an die Senatsverwaltung herunter: Offener Brief
