Skorpione faszinieren und verunsichern gleichermaßen. Oftmals werden sie als gefährlich und giftig wahrgenommen, doch nur ein Bruchteil der weltweit über 1.500 Arten stellt eine tatsächliche Gefahr für den Menschen dar. Arten der Gattungen Leuturus, Tityus und Centruroides zählen zu den potenziell tödlichen Vertretern, wobei die Regel “Je kleiner, desto gefährlicher” oft zutrifft. Dennoch sollten Skorpione niemals unterschätzt werden, da sie stets eine Risikofunktion für ihre Halter und das Umfeld darstellen. Die Haltung dieser Achtbeiner ist anspruchsvoll und sollte daher nur erfahrenen Experten und Züchtern mit entsprechendem Fachwissen vorbehalten sein. Zudem unterliegen vom Aussterben bedrohte Arten, wie der Kaiserskorpion, strengen Exportkontrollen, was ihre Verfügbarkeit zusätzlich limitiert.
Als verantwortungsbewusster Halter von Skorpionen ist es unerlässlich, strikte Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Berühren Sie Ihre Skorpione niemals direkt! Bei jeglicher Handhabung sind lange Pinzetten und dicke Handschuhe unerlässlich. Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gestochen werden, ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Idealerweise sollten Sie die Art des Skorpions kennen, um im Ernstfall die Verabreichung eines passenden Gegengifts zu ermöglichen.
Aussehen, Lebensraum und Sinneswahrnehmung
Skorpione gehören zur Klasse der Spinnentiere und sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Wüsten und Halbwüsten in tropischen und subtropischen Regionen. Die Bandbreite ihrer Größe ist beeindruckend: Große Arten wie der Kaiserskorpion können eine Länge von bis zu 21 cm erreichen, während die kleinste bekannte Art gerade einmal 9 mm misst.
Mit ihren sechs bis acht Augen können Skorpione primär Helligkeitsunterschiede und Bewegungen wahrnehmen. Ihr ausgeprägter Tastsinn, vermittelt durch feine Körperhaare, spielt jedoch die wichtigste Rolle bei der Orientierung und Jagd. Über diese Haare nehmen sie kleinste Erschütterungen über weite Distanzen wahr. Skorpione sind nachtaktive Tiere, die das Tageslicht meiden und erst in der Dunkelheit auf Partnersuche und Jagd nach Beute gehen.
Die Haltung von Skorpionen im Terrarium
Die artgerechte Haltung von Skorpionen erfolgt idealerweise in einem speziell dafür eingerichteten Terrarium. Dieses muss absolut ausbruchsicher sein, da ein entkommener Skorpion aufgrund seiner geringen Größe und seiner Vorliebe für Verstecke kaum wieder einzufangen ist.
Für kleine und mittelgroße Arten wird eine Mindestgrundfläche von 60 cm² empfohlen, wobei ein Quadratmeter oder mehr als ideal gilt. Da Skorpione keine Höhenjäger sind, ist ein flaches Terrarium ausreichend.
Einige Skorpionarten zeigen ein soziales Verhalten und leben in freier Wildbahn in Gruppen. Andere sind reine Einzelgänger und müssen daher auch einzeln gehalten werden. Bei sozialverträglichen Arten ist bei der Vergesellschaftung auf ein ausreichend großes Terrarium zu achten, um Konflikte zu vermeiden.
Die Schaffung der korrekten klimatischen Bedingungen ist für die Gesundheit der Skorpione entscheidend. Die Raumtemperatur sollte idealerweise 27° Celsius nicht überschreiten, wobei es vorteilhaft ist, in zwei Ecken des Terrariums unterschiedliche Temperaturzonen – eine wärmere und eine kühlere – zu schaffen, damit sich der Skorpion nach Belieben zurückziehen kann. Die Luftfeuchtigkeit und Temperatur müssen dabei exakt an die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Art angepasst werden, da tropische und Wüstenbewohner grundlegend unterschiedliche Ansprüche an ihr Klima haben.
Das Tropenterrarium
Für Skorpione aus feucht-warmen Klimazonen ist ein Tropenterrarium unerlässlich. Hier sollte eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 % herrschen, um die natürlichen Bedingungen zu simulieren. Dies kann durch regelmäßiges Einsprühen von Wasser und eine entsprechende Bodengestaltung erreicht werden. Eine automatische Befeuchtungsanlage kann hierbei wertvolle Dienste leisten. Als Bodengrund eignen sich Torf, Tonmineral oder ungedüngte Blumenerde. Um auch in kühleren Jahreszeiten die nötige Wärme zu gewährleisten, werden Heizmatten oder Heizkabel unter dem Terrarium angebracht. Eine üppige Bepflanzung mit verschiedenen Pflanzen sorgt nicht nur für eine ansprechende Optik, sondern auch für zusätzliche Versteckmöglichkeiten.
Das Wüstenterrarium
Arten, die in trockenen Wüstengebieten beheimatet sind, benötigen als Bodengrund eine Schicht Sand von 10 bis 15 cm Höhe. Vogelsand ist hierfür eine geeignete Wahl. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Wüstenterrarium idealerweise bei 0 % liegen. Die Wärmezufuhr muss hier von oben erfolgen, beispielsweise durch passende Wärmestrahler oder Glühlampen. Um Überhitzung zu vermeiden, sollten diese Wärmequellen nicht direkt nebeneinander platziert werden. Auch Wüstenbewohner benötigen Verstecke, wofür sich kleine Felsen oder Holzstücke gut eignen.
Die Fütterung von Skorpionen im Terrarium
Die künstliche Umgebung des Terrariums erfordert eine Fütterung, die dem natürlichen Nahrungsangebot möglichst nahekommt. Ideal sind daher lebende Insekten wie Heimchen, Grillen, Mehlwürmer oder Heuschrecken. Größere Skorpione können gelegentlich auch kleine Babymäuse als Futter erhalten. Vorsicht ist jedoch bei Futtertieren geboten, deren Reste das Terrarium verschmutzen können. Ebenso sollten Insekten aus dem eigenen Garten vermieden werden, da diese mit schädlichen Substanzen kontaminiert sein können.
Die Größe der Futtertiere muss an die Größe des Skorpions angepasst werden. Während Jungtiere kleinere Insekten bevorzugen, benötigen erwachsene Tiere ausreichend Futter. Auch tote Insekten oder rohes Fleisch können im Notfall als Futter dienen. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig. Nicht gefressene Beute sollte innerhalb weniger Tage entfernt werden.
Fütterungsintervall und -zeitpunkt
Skorpione haben einen sehr effizienten Stoffwechsel und müssen nicht häufig gefüttert werden. Viele Arten können mehrere Monate, manche sogar bis zu zwei Jahre, ohne Nahrung auskommen. Ein bis zwei Insekten pro Woche sind in der Regel mehr als ausreichend. Einige Experten empfehlen sogar eine Fütterung nur zweimal im Monat.
Der Nahrungsbedarf hängt vom Alter ab; Jungtiere in der Wachstumsphase benötigen mehr Futter als ausgewachsene Tiere. Ein hungriger Skorpion signalisiert dies oft durch erhobene und geöffnete Pedipalpen. Die Fütterung kurz nach Einbruch der Dunkelheit ist ideal, da die nachtaktiven Tiere so ungestört verdauen können.
Verweigert ein Skorpion die Nahrungsaufnahme, liegt dies selten an der Auswahl des Futters. Mögliche Ursachen sind Trächtigkeit, geringer Hunger oder eine zu kühle Umgebungstemperatur. In letzterem Fall ist für ausreichende Wärme zu sorgen.
Die Bedeutung der Trinkschale
Obwohl Skorpione lange ohne Nahrung auskommen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich. Stellen Sie sicher, dass Ihr Skorpion jederzeit Zugang zu frischem Wasser hat. Eine flache Trinkschale mit ausreichend Wasser, die regelmäßig aufgefüllt wird, ist hierfür die beste Lösung.
