Sonnenstich: Symptome, Erste Hilfe und Vorbeugung in Deutschland

Ein warmer Sommertag in Deutschland lädt dazu ein, die Natur zu genießen. Doch zu viel ungeschützte Sonneneinstrahlung kann schnell zu einem Sonnenstich führen. Dieses Phänomen, auch Insolation genannt, wird durch langwellige Infrarotstrahlen verursacht, die tief in das Kopfgewebe eindringen und dort einen Hitzestau auslösen können. Dieser Hitzestau reizt die Hirnhäute und führt zu charakteristischen Symptomen.

Wie erkenne ich einen Sonnenstich?

Ein Sonnenstich macht sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar. Dazu gehören ein geröteter Kopf, Kopf- oder Nackenschmerzen, Unruhe und in einigen Fällen auch Ohrgeräusche, Bewusstseinsstörungen oder Erbrechen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Körpertemperatur bei einem Sonnenstich nicht zwangsläufig erhöht ist; die Haut kann sich sogar kühl anfühlen. Oft treten die Symptome erst Stunden nach dem Sonnenbad auf und werden dann nicht unmittelbar mit einem Sonnenstich in Verbindung gebracht.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind Kleinkinder, Babys und ältere Menschen. Ihre oft dünne oder fehlende Kopfbehaarung sowie eine noch nicht vollständig entwickelte Temperaturregulationsfähigkeit machen sie anfälliger. Auch Personen, die in heißen, schlecht belüfteten Umgebungen arbeiten, wie beispielsweise in der metallverarbeitenden Industrie oder in Saunen, gehören zur Risikogruppe.

Sonnenstich bei Kindern

Kinder sind aufgrund ihrer dünnen Schädelknochen und der noch nicht vollständig geschlossenen Fontanellen besonders schutzbedürftig. Ein heller Hut, der die Sonnenstrahlung reflektiert, ist im Freien unerlässlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, ist besondere Aufmerksamkeit geboten, wenn sie plötzlich schrill schreien oder die Nahrungsaufnahme verweigern, da dies auf einen Sonnenstich hindeuten kann.

Weiterlesen >>  Fettverbrennung optimieren: So trainieren Sie effizient und effektiv!

Erste Hilfe bei akuten Beschwerden

Bei Verdacht auf einen Sonnenstich sind schnelle und richtige Erste-Hilfe-Maßnahmen entscheidend:

  • Schatten aufsuchen: Die betroffene Person sofort in den Schatten oder einen kühlen, abgedunkelten Raum bringen.
  • Lagerung: In Rückenlage lagern und den Oberkörper leicht erhöht positionieren.
  • Kühlung: Kopf, Nacken und gegebenenfalls den Rumpf mit feuchten Tüchern kühlen.
  • Beruhigung: Die Person beruhigen und nicht allein lassen, bis die akuten Symptome abklingen. Dies kann mehrere Stunden bis zu einem Tag dauern.

Hausmittel und Unterstützung aus der Apotheke

  • Flüssigkeitszufuhr: Lauwarmes Wasser, verdünnte Fruchtschorlen oder Kräutertees anbieten, sofern kein Erbrechen vorliegt. Bei starkem Schwitzen können eine Bouillon oder lauwarmes Salzwasser helfen, den Elektrolythaushalt auszugleichen.
  • Kühlende Umschläge: Kalte Joghurt- oder Quarkumschläge können kühlend und beruhigend auf die Haut wirken.
  • Medikamentöse Hilfe: Bei Kopfschmerzen können schmerzlindernde und entzündungshemmende Mittel wie Diclofenac oder Ibuprofen helfen. Elektrolytlösungen aus der Apotheke unterstützen den Mineralienausgleich. Ergänzend können homöopathische Mittel nach symptomatischer Auswahl eingesetzt werden.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Wenn die Symptome eines Sonnenstichs nach zwei Tagen noch andauern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei Auftreten von Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen, veränderter Atmung oder einer allgemeinen Verschlechterung des Zustands ist umgehend der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu rufen.

Akutsituation Hitzschlag mit Hirnödem

In seltenen Fällen kann sich ein Sonnenstich zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag entwickeln, der mit Wassereinlagerungen im Gehirn (Hirnödem) einhergeht. Symptome wie heiße, trockene Haut, eine Körpertemperatur um 40°C, Desorientierung, Bewusstlosigkeit, starkes Erbrechen, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, Krampfanfälle und schneller Atem erfordern sofortige notärztliche Hilfe.

Vorbeugung von Sonnenstich in Deutschland

Die beste Maßnahme ist die Prävention. Eine einfache Faustregel für heiße Sommertage lautet: „Zwischen elf und drei, bleib im Schatten einer Baumkrone“ – also die intensive Mittagssonne meiden.

  • Kopfbedeckung: Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung einen hellen Hut mit breiter Krempe, der auch den Nacken schützt. Helle Farben reflektieren die Sonnenstrahlen, während dunkle Kopfbedeckungen die Hitze absorbieren.
  • Flüssigkeitszufuhr: Erwachsene sollten täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, vorzugsweise Wasser, Kräuter- oder Früchtetees oder leichte Apfelschorle.
  • Kinder im Auto: Lassen Sie Kinder niemals allein in einem Auto zurück, auch nicht für kurze Zeit, da sich die Innenraumtemperatur rasch gefährlich erhöht.
Weiterlesen >>  Diagnose niedriger Blutdruck: Wann ist ärztlicher Rat gefragt?

Hitzeerschöpfung – Eine Abgrenzung

Im Gegensatz zum Sonnenstich entsteht eine Hitzeerschöpfung primär durch Flüssigkeits- und Elektrolytverlust infolge starken Schwitzens. Symptome sind eine erhöhte Körpertemperatur, kalte Extremitäten, Bewusstseinsstörungen, starker Durst, Kopfschmerzen, Schwindel und Desorientiertheit. Bei Kindern können Apathie oder Reizbarkeit auftreten.

Erste Hilfe bei Hitzeerschöpfung

Ähnlich wie beim Sonnenstich ist das sofortige Aufsuchen des Schattens essenziell.

  • Lagerung: Die Beine höher als das Herz lagern.
  • Trinken: Reichlich Flüssigkeit in Form von Schorlen, Tees oder wasserreichen Früchten wie Wassermelonen und Gurken anbieten.
  • Kühlung: Nacken sowie Arme, Beine und Leisten mit feuchten Tüchern kühlen, es sei denn, die Person fröstelt.
  • Fieberkontrolle: Regelmäßige Fiebermessung, vorzugsweise rektal.

Bei Anzeichen eines Kreislaufzusammenbruchs, Krämpfen, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit ist umgehend der Notarzt zu verständigen.

Vorbeugung von Hitzeerschöpfung

Die Präventionsmaßnahmen ähneln denen zur Vermeidung eines Sonnenstichs: Mittagssonne meiden, helle Kopfbedeckung tragen und ausreichend trinken. Zusätzliche Tipps umfassen die Verlegung von Sporttraining auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden, den Verzicht auf Alkohol und schwere Mahlzeiten sowie das Tragen lockerer Kleidung.

Kühlkompressen als Erste Hilfe

Kühlkompressen aus der Apotheke können eine praktische Alternative zu feuchten Tüchern darstellen. Sie sollten niemals direkt auf die Haut gelegt, sondern immer in ein Tuch gewickelt werden, um Erfrierungen zu vermeiden. Spezielle Kälte-Sofort-Kompressen sind ideal für unterwegs. Ihr Apotheker berät Sie gerne zu den geeigneten Produkten und deren Anwendung.