Hitzebedingte Erkrankungen: Erkennen, Handeln und Vorbeugen

Deutschland erlebt, wie viele andere Regionen der Welt, zunehmend heiße Sommermonate. Mit steigenden Temperaturen steigt auch das Risiko hitzebedingter Erkrankungen. Es ist entscheidend, die Anzeichen dieser Zustände zu kennen, um schnell und richtig handeln zu können. Von leichten Hitzekrämpfen bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzschlag – das Verständnis der Symptome und der erforderlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen kann Leben retten. Besonders Personen mit Vorerkrankungen oder jenseits der 60, die auch von regelmäßigen gesundheitscheck ab 60 wie oft profitieren, sollten aufmerksam sein. Dieser Artikel erklärt die verschiedenen Arten von hitzebedingten Erkrankungen, ihre Symptome und wie man im Ernstfall richtig reagiert.

Hitzekrämpfe: Wenn die Muskeln rebellieren

Hitzekrämpfe sind die mildeste Form hitzebedingter Erkrankungen, sollten aber dennoch ernst genommen werden, da sie ein Warnsignal des Körpers sind.

Was sind Hitzekrämpfe?

Hitzekrämpfe sind kurze, krampfartige Schmerzen, die gewöhnlich in Muskeln auftreten, die durch körperliche Arbeit oder intensive Anstrengung beansprucht worden sind. Sie entstehen durch den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten (insbesondere Salz) durch starkes Schwitzen, wodurch das Gleichgewicht im Körper gestört wird. Am häufigsten betroffen sind die Bein- und Bauchmuskulatur.

Was tun bei Hitzekrämpfen?

Das schnelle Reagieren ist hier entscheidend, um eine Verschlechterung zu vermeiden:

  • Schatten und Kühle: Begeben Sie sich umgehend in den Schatten oder an einen kühlen Ort.
  • Ruheposition: Legen Sie sich hin und legen Sie eine Ruhepause ein. Vermeiden Sie weitere körperliche Anstrengung.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel, vorzugsweise Wasser oder elektrolythaltige Getränke. Vermeiden Sie zuckerhaltige oder alkoholische Getränke. Kleine, häufige Schlucke sind besser als große Mengen auf einmal.
  • Sanftes Dehnen: Dehnen Sie die betroffenen Muskeln sanft und massieren Sie sie leicht, um die Krämpfe zu lindern.
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In der Regel bilden sich die Beschwerden rasch zurück, sobald der Körper abgekühlt und hydriert ist. Eine gute Flüssigkeitszufuhr ist für die optimale verdauung und allgemeine Körperfunktion unerlässlich.

Sonnenstich und Hitzeerschöpfung: Wenn der Körper überhitzt

Sonnenstich und Hitzeerschöpfung sind ernstere Zustände, die oft gleichzeitig auftreten und ähnliche Symptome zeigen. Sie erfordern sofortiges Handeln.

Was ist ein Sonnenstich/eine Hitzeerschöpfung?

Die Symptome des Sonnenstichs und einer Hitzeerschöpfung sind sehr ähnlich und oft nicht voneinander zu unterscheiden. Häufig liegen beide gleichzeitig vor.

  • Sonnenstich: Die Ursache des Sonnenstichs ist eine Reizung der Hirnhäute und des Gehirns durch übermäßige, direkte Sonnenbestrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken. Dies führt zu einer lokalen Überhitzung.
  • Hitzeerschöpfung: Eine Hitzeerschöpfung ist entweder auf einen starken Wasser- oder Salzverlust (Dehydration) zurückzuführen, was zu einer Verminderung des Blutvolumens und einer Beeinträchtigung der Kreislauffunktion führt. Der Körper versucht, sich durch Schwitzen abzukühlen, verliert dabei aber essenzielle Flüssigkeit und Elektrolyte.

Symptome bei Sonnenstich/Hitzeerschöpfung:

Die Anzeichen beider Zustände ähneln sich stark:

  • Hochroter Kopf, oft begleitet von Nackenschmerzen und Steifheit.
  • Starke Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle.
  • Müdigkeit, Schwäche oder allgemeines Unwohlsein.
  • Teilweise Übelkeit und Erbrechen.
  • Schneller, schwacher Puls.
  • Kalter, feuchter Haut bei Hitzeerschöpfung (trotz Hitze!), während der Kopf bei einem Sonnenstich sehr heiß ist und der Körper sich in der Regel normal warm anfühlt.
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen können in fortgeschrittenen Fällen auftreten.

Was tun bei einem Sonnenstich/bei Hitzeerschöpfung?

Schnelles und konsequentes Handeln ist hier von größter Bedeutung, um eine weitere Verschlechterung zu einem Hitzschlag zu verhindern:

  • Sofortige Unterbrechung: Unterbrechen Sie jede körperliche Aktivität und suchen Sie sofort den Schatten oder einen kühleren Ort auf.
  • Ruhe und Lagerung: Ruhen Sie sich in liegender Position aus. Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, können die Beine leicht erhöht werden, um den Blutfluss zum Gehirn zu fördern.
  • Kühlung: Legen Sie kühlende, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken, Achselhöhlen und Leisten. Eine kalte Dusche oder ein kühles Bad können ebenfalls helfen, wenn die Person ansprechbar ist und dies verträgt.
  • Trinken: Trinken Sie viel, aber keine eiskalten Getränke, da diese Magenkrämpfe auslösen können. Lauwarme Getränke oder spezielle Elektrolytlösungen sind ideal. Die Stärkung der Darmgesundheit stärken kann auch die Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen verbessern.
  • Beobachtung: Beobachten Sie die Symptome genau. Klingen die Beschwerden unter dieser Behandlung nicht innerhalb von 30 Minuten ab oder verschlechtern sie sich, suchen Sie umgehend einen Arzt/eine Ärztin auf oder rufen Sie den Notruf (112).
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Manchmal können leichte Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme aufgrund von Hitzestress auftreten. In solchen Fällen können kleine Helfer wie salzstangen bei magen darm dazu beitragen, den Elektrolytverlust auszugleichen.

Hitzschlag: Der medizinische Notfall

Der Hitzschlag ist die gefährlichste Form hitzebedingter Erkrankungen und ein absoluter medizinischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert.

Was ist ein Hitzschlag?

Beim Hitzschlag kann der Körper seine Temperatur nicht mehr regulieren und die Körpertemperatur steigt in der Regel über 40°C an. Dies führt zum Versagen mehrerer Organsysteme und kann lebensbedrohlich sein. Der natürliche Kühlmechanismus des Körpers (Schwitzen) funktioniert nicht mehr oder ist stark eingeschränkt.

Symptome bei Hitzschlag:

Die Symptome eines Hitzschlags sind schwerwiegend und erfordern sofortige Erkennung:

  • Extrem hohe Körpertemperatur: Über 40°C.
  • Haut: Typischerweise heiß und trocken, da das Schwitzen aufgehört hat. Manchmal kann die Haut jedoch auch feucht sein.
  • Neurologische Symptome: Kopfschmerzen, undeutliche Sprache, Schwindel, Wahnvorstellungen, Krampfanfälle, Verwirrung bis hin zum Koma.
  • Kreislaufprobleme: Rascher, starker Puls, tiefer Blutdruck und eine bläuliche Verfärbung der Haut können auftreten.
  • Übelkeit und Erbrechen.

Was tun bei einem Hitzschlag?

Dies ist ein medizinischer Notfall – handeln Sie schnell und entschlossen:

  • Sofort Notruf wählen: Rufen Sie umgehend den Notruf (112) an!
  • Kühlen, Kühlen, Kühlen: Bringen Sie die Person sofort in den Schatten oder einen kühlen Ort.
  • Lagerung: Legen Sie die Person flach auf den Boden, Kopf und Oberkörper leicht erhöht, um die Atmung zu erleichtern.
  • Aggressive Kühlung: Beginnen Sie sofort mit aggressiven Kühlmaßnahmen.
    • Entfernen Sie überschüssige Kleidung.
    • Kühlen Sie den Körper mit feuchten, kühlen Tüchern, einer Kältekompresse oder Eispackungen (an Hals, Achseln und Leisten).
    • Fächern Sie der Person Luft zu.
    • Wenn möglich, besprühen Sie die Person mit kühlem Wasser.
  • Keine Flüssigkeit bei Bewusstlosigkeit: Geben Sie einer bewusstlosen oder verwirrten Person keine Flüssigkeit zu trinken, da dies zum Ersticken führen könnte.
  • Beobachten: Bleiben Sie bei der Person, bis die Rettungskräfte eintreffen, und beobachten Sie weiterhin Atmung und Bewusstseinszustand.
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Vorbeugung ist der beste Schutz

Die beste Strategie gegen hitzebedingte Erkrankungen ist die Vorbeugung. Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, tragen Sie leichte und helle Kleidung, vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze und passen Sie körperliche Aktivitäten an die Wetterbedingungen an. Eine ausgewogene ernährung bei verstopfung kann ebenfalls zu einem stabilen Flüssigkeitshaushalt beitragen und ernährungsbedingte Risiken minimieren. Schützen Sie sich und Ihre Liebsten, besonders die Schwächsten in unserer Gesellschaft, vor den Gefahren der Hitze. Bleiben Sie achtsam und genießen Sie den Sommer sicher!